Darf man Kohle abschreiben?

Informationen oder Neuigkeiten außerhalb von PV zum energiepolitischen Tagesgeschehen und der Energiewende

Moderator: Mod-Team

 

3.67 (3 Bewertungen)

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Paule011 » 11.10.2018, 01:12

Heute in Bundestag, 100ha Wald für RWE da hängen sich die Leute an die Bäume, für 2000ha bei den Windräder passiert fast gar nix-dabei bringt das RWE Kraftwerk soviel Strom wie die Windräder zusamen
Meine Anlage mit 40 Modulen von Solarex MSX 120 = 4,8Kwp und 2x Sunny Boy 2000 WR läuft bereits seit 24.12.2002
Neu seit 11.2017 30xLG 330N1C 9,9Kwp + E3DC Blackline S10E12
Paule011
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 346
Registriert: 13.04.2008, 15:55

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon django65 » 11.10.2018, 03:13

Paule011 hat geschrieben:Heute in Bundestag, 100ha Wald für RWE da hängen sich die Leute an die Bäume, für 2000ha bei den Windräder passiert fast gar nix-dabei bringt das RWE Kraftwerk soviel Strom wie die Windräder zusamen


8) Oh wie schön ist Panama. :!:

Das Kraftwerk, das die Windräder auf einer Fläche von 2000 ha leistungsmäßig ersetzt muss erst noch gebaut werden. ersetzt muss aber erst noch gebaut werden. Selbst wenn du die ersten Windräder aus den 1990ern mit 50m Nabenhöhe nimmst.

Und noch mal speziell für Dich zum Nachdenken.

in Belgien sind gerade 80% der sicher und zuverlässig auf Ewigkeiten produzierenden AKW s in Reparatur. Es gibt Schon Notfallpläne für den Fall, daß es kälter wird und der Stromverbrauch noch ansteigen wird.

Wenn auf der Fläche 10 Findräder gleichzeitig stehen ist das wenn sie nicht alle auf einem Haufen stehen kein großes Problem.

Django
Luschenpraktikant L 2
1000er Jäger
JK 8 , D 1
django65
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 2941
Registriert: 24.10.2013, 21:57
PV-Anlage [kWp]: 9
Info: Betreiber

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 11.10.2018, 14:20

Die technische Regelbarkeit der Braunkohlekraftwerke hatten wir auch schon! Ein einzelnes kann je nach Nachrüstungs-Stand wenige oder mehr % je Zeiteinheit regulieren. Die Masse aller Braunkohle Kraftwerke kann locker 400 MW (GuD Schrott) je min hoch oder runter fahren. Aber selbst das ist nie nötig! Also ist das einzige, zudem nicht in sich konsistente Argument pro GuD auch vom Tisch. Denn beim Abregeln fällt der WG erheblich! Wenn ich das richtig verstanden haben, geht der Großteil der Lastwechsel im Raschen des Netz unter. Zumindest höre ich nicht davon, das sich beim Betreten meines Hauses ein GuD angeworfen wurde.

Aber bitte! wer meint, wir benötigen viele neue GuD! soll die halt bauen, - aber bitte mit seinem Geld und nicht mit meinem.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
Benutzeravatar
PV-Berlin
PV-Forum Einstein
PV-Forum Einstein
 
Beiträge: 15322
Registriert: 30.06.2010, 13:27
Wohnort: Berlin & Rügen
PV-Anlage [kWp]: 1
Info: Betreiber

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon ingo cgn » 11.10.2018, 14:38

Braunkohle ist defacto nicht regelbar weil der Brennstoff so billig ist, Braunkohle regelt aktuell um Faktor 2, Steinkohle um Faktor 6. Deine Begrenzung der Gesamtmenge wirds wohl eher nicht geben weil RWE Laschet und Pinkwart bei den Eiern hat. Also dichtmachen wann immer sich die Gelegenheit bietet. Wenn der Gegner nicht einsichtig ist, muß man selbst auch auf stur schalten. Ich bin mal gespannt um wieviel dieses Jahr die Beteiligung an EndeGelände höher ist als die Vorjahre.
Benutzeravatar
ingo cgn
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 347
Registriert: 02.07.2012, 17:06
PV-Anlage [kWp]: 0,25
Info: Betreiber

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 11.10.2018, 14:41

PV-Berlin hat geschrieben:Die technische Regelbarkeit der Braunkohlekraftwerke hatten wir auch schon! Ein einzelnes kann je nach Nachrüstungs-Stand wenige oder mehr % je Zeiteinheit regulieren. Die Masse aller Braunkohle Kraftwerke kann locker 400 MW (GuD Schrott) je min hoch oder runter fahren. Aber selbst das ist nie nötig!


Und jetzt lügst du das sich die Balken biegen.

Braunkohlekraftwerke können etwas regeln, aber das reicht zunehmend nicht mehr aus. Heute geht es vielleicht noch, aber mit dem jedem MW an PV/Wind wird es schwieriger.
Kallenpeter
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 2190
Registriert: 12.05.2012, 01:31
Info: Betreiber

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Ulenspiegel » 11.10.2018, 15:52

@Kallepeter
Braunkohlekraftwerke mögen vielleicht nur auf 40-50% der Maximalleistung herunterregeln, der Gradient ist aber sehr gut.
Du solltest dein Argument schon ein wenig besser bringen. Solange Biomasse dumm als 5 GW Grundlast gefahren wird, haben wir mittelfristig auch sinnvolle Alternativen, falls 5GW das Problem sein sollten.


@PV-Berlin
Wie kommst du auf die Aussage, dass Kohlekraftwerke 400 MW pro Minute abregeln können?
Ulenspiegel
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1800
Registriert: 09.03.2012, 09:17
Info: Betreiber

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon eggis » 11.10.2018, 16:09

Ulenspiegel hat geschrieben:@PV-Berlin
Wie kommst du auf die Aussage, dass Kohlekraftwerke 400 MW pro Minute abregeln können?

Ich glaube ermeinte alle zusammen. 20x5 MW sind auch 400 MW.

Mich stört am meisten die "Must-Run" Leistung der Kohlekraftwerke. Der Fehlgriff mit der Kraft-Wärme-Kopplung hat diese Leistung auch noch erhöht und wird jetzt als Bremse für die Abschaltung verwendet.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)

SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
Meine Anlage!!! hier klicken
Benutzeravatar
eggis
Moderator
 
Beiträge: 21304
Registriert: 09.10.2007, 22:30
Wohnort: bei Lübeck
PV-Anlage [kWp]: 6,9
Info: Betreiber

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 11.10.2018, 16:15

In Summe aller Braunkohlekraftwerke! Die ja alle am selben Netz hängen. Dazu gibt es sehr genaue Prognosen (Kontrakte + Wetterdaten)


Braunkohle ist defacto nicht regelbar weil der Brennstoff so billig ist, Braunkohle regelt aktuell um Faktor 2, Steinkohle um Faktor 6.


Der kausale Zusammenhang ist genau der, den ich die ganze Zeit herausarbeiten möchte! Wenn ich 2,3 Mrd. t habe und 700 Mrd. tt eigentlich nur brauchen kann (ist auch noch viel zu viel) , was ist der Saldo dann für mich wert? Korrekt nix, es sei denn, ich kann das irgenwie ins Netz quetschen und für einen positiven Deckungsbeitrag verhökern. UND genau dieser Umstand hat die Strompreise immer weiter erodieren lassen, weil RWE gegen die EE fährt. Die EE hat man nun ja eingebremst, da passiert ja erstmal nicht mehr viel (Tempo) , den Rest machen die Franzosen und Belgier schon.

Der Versuch Kraftwerke zu schließen ist sicher auch irgendwie Zielführend, also eigentlich wie immer, wenn ein Glückskeks die Energiepolitik bestimmt und/ oder pure Ideologien dominieren.

Pur volkswirtschaftlich betrachtet. ist es derart simpel, das es schon lächerlich ist, wie die vielen Energie Märchen verfangen.

Braunkohle raus 5% bis ??% p.A = rein in die nachhaltige Energieerzeugung Nationale + Europäisch (Warum keine Deutschen Offshore Wind Parks vor Polen & / Italien errichten?)

- 5% plus Wärme (Gas) - 5% p.A. Mobilität (Öl)

Da das alles in der Binnenwirtschaft passiert und unsere Exportwirtschaft so gut wie Null am Strompreis hängt , kann nur ein fettes Plus am Ende rauskommen! Staatsquote, Beschäftigung, BIP , Bilanzen : Also am Spargeld mangelt es uns in D. nun am allerwenigsten. Besser als real Minus 2% kriegt man wohl hin! 8)
Zuletzt geändert von PV-Berlin am 11.10.2018, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
Benutzeravatar
PV-Berlin
PV-Forum Einstein
PV-Forum Einstein
 
Beiträge: 15322
Registriert: 30.06.2010, 13:27
Wohnort: Berlin & Rügen
PV-Anlage [kWp]: 1
Info: Betreiber

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Ulenspiegel » 11.10.2018, 16:19

eggis hat geschrieben:
Ulenspiegel hat geschrieben:@PV-Berlin
Wie kommst du auf die Aussage, dass Kohlekraftwerke 400 MW pro Minute abregeln können?

Ich glaube ermeinte alle zusammen. 20x5 MW sind auch 400 MW.

Mich stört am meisten die "Must-Run" Leistung der Kohlekraftwerke. Der Fehlgriff mit der Kraft-Wärme-Kopplung hat diese Leistung auch noch erhöht und wird jetzt als Bremse für die Abschaltung verwendet.


Das werden wir kurzfristig nicht mehr ändern. Ohne AKWs wird die Situation ab 2021 aber erst einmal recht entspannt.
Ulenspiegel
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1800
Registriert: 09.03.2012, 09:17
Info: Betreiber

Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Matthias BZ » 11.10.2018, 16:46

Kallenpeter hat geschrieben:Braunkohlekraftwerke können etwas regeln, aber das reicht zunehmend nicht mehr aus. Heute geht es vielleicht noch, aber mit dem jedem MW an PV/Wind wird es schwieriger.

Zunächsteinmal sollte man Regeln mal definieren. Ich verstehe unter Regeln die Leistungsregelung im laufenden Betrieb um Verbrauchsschwankungen auszugleichen. Schaut man sich den Lastgang in Deutschland an, so sind die steilsten Anstiege grob 35 GW in 120 Minuten (Mo - Fr von 5 - 7 Uhr) 20 GW in 120 Minuten (Mo-Fr 17 - 19 Uhr) bzw 50GW von Mo - Fr 20 - 01 Uhr) bei Spitzenleistung von 70GW und Minimalleistung von ca 15 GW. Also ist die Regelgeschwindigkeit des normalen Lastganges bei 50% in 120 Minuten oder < 0,5% / Minute 30% in 120 Minuten 0,25% Minute bzw 70% in 300 Minuten < 0,25 % / Minute -> sollte überhaupt kein Problem für Kohle sein.
Wie sieht es aus mit Solar? Die steilste Änderungen liegt in der Zeit von ca. 8 - 10 Uhr und 16 - 18 Uhr vor (Sommerzeit) je 36% in 120 Minuten bei Maximalleistung von ca 70% der Installierten Leistung. Der Anstieg der Solarleistung am Vormittag betrifft die Regelleistung der Residuallastkraftwerke kaum, tendenziell entlastet er. Der Abfall der Solarleistung am Nachmittag fällt in den Gleichen Zeitraum wie der Anstieg des Abendpeaks also Grob könnte man den jetzt oben drauf satteln. Je nach Ausbaustufe der Solarenergie währen also folgende zusätzliche Leistungsänderungen erforderlich:
bei 52 GW (EEG-Deckel): ca. 0,15% / Minute
bei 200 GW (100% EE rechnerisch nur Strom heute) ca. 0,6% / Minute
bei 400 GW (100% EE rechnerisch) ca. 1,2 % / Minute (wobei das ja bei 100% EE eher Quatsch ist)
Somit würde das alles bei < 2% / Minute liegen und währe problemlos möglich.
Berücksichtigen müsste man für 400 GW das sich der Lastgang deutlich verschieben wird für die Mobilität und die Wärme.
Für Wind ist das jetzt nicht so trivial da dort die Änderungen mit dem Zug der Tiefdruckgebiete erfolgt und sich da keine fixen Zeiten einstellen.
Anders sieht es in der Tat mit der Minimalleistung (ca. 30 - 40 auf Blockebene bei modernen BoA , durch Kesselabschaltung auch darunter) und dem Warm / Kaltstartverhalten aus. Wobei ein Kaltstart gut planbar ist.
Die Probleme liegen aktuell eher bei Must-Run und Netz.
Gruß Matthias
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
5 kWp Solarworld / SMA
Matthias BZ
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 788
Registriert: 01.10.2012, 12:06
Info: Betreiber

VorherigeNächste

Zurück zu Energiepolitik | Energiewende



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste