Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 07.10.2018, 13:48

Ich denke folgendes wird nun passieren:

Die Kohlekommission wird vorschlagen um 2020 mehrere GW Braunkohle zu schließen. Das ist sinnvoll, egal ob man das Ende der restlichen Kraftwerke mit Hilfe von Restlaufzeiten, CO2 Budgets oder anders regelt. Im Rheinischen Braunkohlerevier stehen nicht nur die ineffizientesten Kraftwerke, sondern die Region ist Wirtschaftlich -im vergleich zu den anderen in Ostdeutschland- am wenigstens von Ihnen abhängig.

Es ist also absehbar das um 2020 einige GW Braunkohlekapazität in NRW zwangsweise vom Netz muss. Da wird man vor allem nach dem Alter/Effizienz gehen und vielleicht noch versuchen den Hambacher Forst zu retten. Passenderweise beliefert der Tagebau Hambach aber auch gleichzeitig die ältesten RWE Kraftwerke.

Es deutet meiner Meinung nach momentan also alles daraufhin, dass der Hambacher Forst nicht weiter gerodet wird.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GAST » 07.10.2018, 14:47

Broadcasttechniker hat geschrieben:
PV-Berlin hat geschrieben:...Jede Tonne, die wir von den 700 Mill. Tonnen im Boden lassen, ist auch ein Sieg, aber nur, dann wenn wir dafür nicht mehr Erdgas &/ Steinkohle importieren müssen.

Erdgas ist ein sehr kohlenstoffarmer Brennstoff der gut zur Brückentechnologie GuD (Gas&Dampf Kraftwerke) passt die dazu auch noch hervorragend regelbar sind.


Mal ganz ehrlich, hier sind ja viele gegen GuD zum schliessen der Versorgungslücken die entstehen könnten (gut, dafür müsste man recht zügig alle Kohle und Atom betriebenen Kraftwerke auf einen Schlag abfahren, aber das dürfte eher nicht passieren.
Aber ob ich jetzt Gas oder Kohle in Russland oder USA kaufe spielt doch eigtl keine Rolle, das Geld geht an eine Region wo es nicht unbedingt hin gelangen sollte.
Aus China wird man eher keine Kohle bekommen, und Australien sollte die Kohle auch besser dort lassen wo sie ist, denn das GreatBarrier Riff ist so schon extrem belastet und geschädigt, da muss man nicht noch mit Hilfe der Deutschen Bank einen Hafen für die Verschiffung von Steinkohle bauen.

Da kann man besser ein paar GuD in Betrieb haben die mit Gas befeuert werden welches aus dem Ausland kommt, solange bis man aus dem überschüssigen Strom aus EE Wasserstoff oder Methan machen und ins Erdgasnetz speisen kann um dieses dann für die GuD nutzen zu können (GuD nur dort wo man was mit der Wärme anfangen kann)
MMn sollten fossil befeuerte Kraftwerke eh nur noch gebaut und betrieben werden dürfen wenn diese die Abwärme nicht über Kühltürme/Flüsse entsorgen, sondern für Prozessenergie verwerten können. Also Kraftwerke wie sie z.b Stahlwerke, Chemiebuden oder Stadtwerke (Fernwärme) betreiben.

Bis es soweit ist das wir per Heizstab mit Strom mehrere hundert Tonnen Dampf je Stunde auf Drücke von 5->100 bar und Temperaturen von >180->500°C bringen werden wird noch viel Wasser den Rhein lang laufen, vor allem bei der heutigen Politik im Bereich der EE.
In dieser Zeit müssen wir aber trotzdem die Energie für die Industrie bereitstellen und zuhause möchte auch keiner frieren wenn es doch mal wieder kalt werden sollte....
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 07.10.2018, 16:26

Zu GuD als angeblicher "Brückentechnologie" und "kohlenstoffarme" Alternative habe ich schon so viel geschrieben und es wurde niemals auch von nur einem User, auch nur eines der Argumente widerlegt! Quellen: KPMG, GS uva.

Deshalb kann nur jeder weitere Vorstoß pro mehr Gasverbrauch, als was gesehen werden?

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Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Retrerni » 07.10.2018, 18:05

GAST hat geschrieben:Übrigens über die mind 50.000 Mitarbeiter die die PV-Branche durch den Umbau der Förderung der PV verloren hat gab es nicht annähernd soviele Diskussion wie über 1000 Arbeitsplätze die beim RWE-Konzern verloren gehen könnten wenn man den Tagebau nicht erweitert!

Dabei hast Du leider Recht, den Grund hast Du allerdings auch schon erwähnt.
GAST hat geschrieben:Die Schlosser dürften gut ausgebildet sein, genau wie die Elektriker, die sollten nahezu überall eine Stelle finden können, deren Problem ist halt das sie dann für marktübliche Löhne wirklich arbeiten müssten....

Denn dann ist es vorbei mit dem bequemen Leben...
GAST hat geschrieben:Ganz schön scheinheilig diese Diskussion um ein paar Arbeitsplätze nur weil diese bei einem der großen Energieversorger statt bei „Eisenkarl“ abgebaut werden.

Da hast Du leider mal wieder Recht, aber das war auch bei Schlecker oder Tengelmann nicht anders...

Ciao

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Broadcasttechniker » 07.10.2018, 18:11

PV-Berlin, tu mir den Gefallen und setze mal den einen oder anderen Link.
Bevor ich hier zugestoßen bin habe ich mich im on-topic Bereich für meine Belange schlau gelesen, der off-topic Bereich ist einfach zu umfangreich.
Meine Meinung heißt ja auch nicht Kohle durch GuD ersetzen, sondern wenn ich fossile Kraftwerke abschalte und dabei die Wahl zwischen Kohle und GuD habe, dann schalte ich das Kohlekraftwerk ab.
Ich bin ja auch für die Weltrevolution. Aber leider ist ja nicht nur das 1% dagegen dem diese weh tun würde, sondern mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Die Dummheit siegt im Moment mal wieder.
Deswegen lieber eine verschärfte Evolution, da fällt das Umgewöhnen leichter und am Ende meinen die die vorher dagegen waren sogar dass sie daran mitgewirkt hätten.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon ingo cgn » 07.10.2018, 18:18

Kallenpeter hat geschrieben:Da wird man vor allem nach dem Alter/Effizienz gehen und vielleicht noch versuchen den Hambacher Forst zu retten.

Nix vielleicht. Das Thema mit dem Wald ist durch. Das wird ein FFH-Gebiet und die Kohle wird nicht gebraucht. Da braucht es keine Kohlekommision mehr und daß allein schon die Zeit gegen RWE arbeitet ist dann auch egal. Guck dir doch mal die Exporte an. Wir sind Weltmeister.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Dringi » 07.10.2018, 19:17

Finde nur ich das heuchlerisch, wenn der dümmliche NRW-Innenminister die Grünen auffordert etwas gegen die Waldbesetzer zu tun "dass wieder Ruhe und Frieden" in den Hambi einkehrt?
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon CaptainPicard » 07.10.2018, 20:07

Umfrage in NRW zur Rodung des Hambacher Forsts:

Bild

(Ich würde ja gerne mal die 4% Grünwähler kennenlernen die für die Rodung eines Waldes sind um mehr Kohle verbrennen zu können.)


Und zum Braunkohleausstieg:

Bild
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GAST » 07.10.2018, 21:10

PV-Berlin hat geschrieben:Zu GuD als angeblicher "Brückentechnologie" und "kohlenstoffarme" Alternative habe ich schon so viel geschrieben und es wurde niemals auch von nur einem User, auch nur eines der Argumente widerlegt! Quellen: KPMG, GS uva.

Deshalb kann nur jeder weitere Vorstoß pro mehr Gasverbrauch, als was gesehen werden?

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Irgendwie scheinst du eine Allergie gegen GuD zu haben, anders kann ich mir deinen Text nicht erklären!
Es hat wohl auf den letzten Seiten keiner geschrieben das unbedingt neue GuD gebaut werden müssen, sondern das diese als gut regelbare Technik eine Möglichkeit sind die Energieversorgung soweit zu regeln wenn es nicht ausreichend andere Energie gibt.
Da die Politik aber bisher nicht die Problematik sehen möchte das wir viel zu wenig EE im Netz haben und die Deckel bzw. beschränkungen dafür sorgen das wir auch nicht den benötigten Ausbau erreichen werden, brauchen wir halt noch alternativen irgendwo soviel Strom zu erzeugen das es immer ausreichend davon gibt.

Wenn jetzt aber die "Grundlast" bisher bestehend aus Atom und Braunkohle fehlt, dann muss man sehen wo bestimmte Anteile des Stroms herkommen....Das werden in den nächsten Jahren bestimmt viele VLH sein, egal für welche Erzeuger....
Wobei 4000VLH ja nicht bedeuten das es an 4000Stunden Volllast läuft und dann an 4760 stunden Null Produktion hat....
Das ist ja ungefähr das was die EE-Gegener immer über Photovoltaik und Windenergie erzählen, die PV liefert ja nur 1000Stunden im Jahr, wo bekommen wir dann die anderen 7760 Stunden den Strom her?
Dabei hat eine PV-Anlage aber wohl richtung 4000 Betriebsstunden pro Jahr, klar, da werden tlw nur ein paar W je kWp produziert, aber das wäre ja egal da man ja mit ausreichend kWp in Verbindung mit ausreichend Windenergie und anderen Alternativen wie Wasserkraft das ganze hebelt.

Übrigens, bereits in 2016 hat es in der Photon einen Bericht dazu gegeben.
https://www.photon.info/documents/magaz ... 016-03.pdf
Ab Seite 36 gibts dazu den Artikel.

grüße
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Litholas » 07.10.2018, 21:35

GAST hat geschrieben:
...

Wenn jetzt aber die "Grundlast" bisher bestehend aus Atom und Braunkohle fehlt, dann muss man sehen wo bestimmte Anteile des Stroms herkommen....Das werden in den nächsten Jahren bestimmt viele VLH sein, egal für welche Erzeuger....
Wobei 4000VLH ja nicht bedeuten das es an 4000Stunden Volllast läuft und dann an 4760 stunden Null Produktion hat....
Das ist ja ungefähr das was die EE-Gegener immer über Photovoltaik und Windenergie erzählen, die PV liefert ja nur 1000Stunden im Jahr, wo bekommen wir dann die anderen 7760 Stunden den Strom her?
Dabei hat eine PV-Anlage aber wohl richtung 4000 Betriebsstunden pro Jahr, klar, da werden tlw nur ein paar W je kWp produziert, aber das wäre ja egal da man ja mit ausreichend kWp in Verbindung mit ausreichend Windenergie und anderen Alternativen wie Wasserkraft das ganze hebelt.

Übrigens, bereits in 2016 hat es in der Photon einen Bericht dazu gegeben.
https://www.photon.info/documents/magaz ... 016-03.pdf
Ab Seite 36 gibts dazu den Artikel.

grüße


Um die Versorgung sicherzustellen werden aber etwa 100GW voll regelbare Kraftwerke benötigt. 80% EE bedeuten dann, dass diese 100GW im Jahr etwa 100 Mrd kWh erzeugen - und das sind 1000 Volllaststunden.
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