Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon TheRisingSun » 16.09.2018, 19:29

Ca. 16 Mio Kunden kaufen denen nach wie vor den Strom ab, oder hat jemand etwas von einer Kündigungswelle gehört?
Für mich zeigt das, dass den meisten das ganz einfach völlig egal ist, solange kein Windrad in Sichtweite aufgestellt wird. Da wird dann um jeden Baum und jede angeblich bedrohte Fledermaus gekämpft.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon eba » 16.09.2018, 19:51

Das wäre doch was, alle Stromverträge mit RWE kündigen, leider ist E.ON nicht besser, arbeiten doch beide gut zusammen.
Den wenigen Strom, den ich noch beziehe bekomme ich von einem Ökostromanbieter. Nur was, wenn man dann doch indirekt wieder von RWE beliefert wird?
Tesla P85+ seit 8/13 >365.000km gefahren. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon TheRisingSun » 16.09.2018, 19:58

Wenigstens fließt dein Geld dann nicht zu RWE.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon benchfrooser » 17.09.2018, 01:53

Jeder sollte zu einen unabhängigen Stromanbieter wechseln: https://utopia.de/bestenlisten/die-best ... -anbieter/
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Henning_PV » 18.09.2018, 22:10

Wenn es intelligente Manager bei RWE gäbe, dann würden Sie jetzt den Ausstieg planen und schrittweise umsetzen.
Der Ausstieg kommt ja sowieso schneller als denen lieb ist aus wirtschaftlichen Gründen. Oder glauben die wirklich ernsthaft sie könnten mit den alten Möhren noch 20 Jahre Geld verdienen (ich rede nicht von den neuen sondern von den alten Braunkohlekraftwerken)?
Jetzt könnten sie es geplant angehen, die Möhren auf Reserve setzen und würden als kompromißbereit dastehen.
Stattdessen fahren sie weiterhin mit Vollgas die Braunkohlekraftwerke um dann letztlich wirtschaftlich mit Vollgas in den Abgrund zu fahren wenn die Kraftwerke hohe Verluste einfahren.
Und den Ruf der Firma ruinieren sie auch nachhaltig. Brand value und employer branding als immaterielles Firmengut zu zerstören ist auch eine unterirdisch schlechte Managementleistung.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon benchfrooser » 19.09.2018, 02:55

Für mich ist es auch nicht klar wieso hier mit dem Kopf durch die Wand gefahren wird und so ein hohes Risiko für einen Gewinn, der noch stark von Rahmenbedingungen abhängig ist, eingegangen wird.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon hfrik » 19.09.2018, 10:29

Ich vermute dass da intern die Rechtsabteilung das Kommando bernommen hat, und die denken weder in der Kategorie Geld noch in der Kategorie Ruf, sondern nur in der Kategorie Urteil. Und das liegt zu ihren Gunsten vor. Da müssten die anderen Bereiche das Steuer herumreissen. (Management ist gefragt)
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 19.09.2018, 12:19

Henning_PV hat geschrieben:Wenn es intelligente Manager bei RWE gäbe, dann würden Sie jetzt den Ausstieg planen und schrittweise umsetzen.


Es ist immer schwer zu sagen wie das Verhalten von RWE motiviert ist:
  • Ist es der Vorstand mit dem 4 Jahresvertrag, der kurzfristig alles rausholen will (um die eigene Provision möglichst hoch ausfallen zu lassen) und dem die langfristige Entwicklung egal ist?
  • Ist die Rethorik nur teil eines Pokerspiels um möglichst hohe Entschädigungen rauszuholen?
  • Hat man die eigenen Phrasen und Halbwahrheiten inzwischen so oft wiederholt, das man sie selbst glaubt?

Wahrscheinlich eine Mischung aus alle dem, aber ich Frage mich echt ob der RWE Vorstand wirklich glaubt das Braunkohle nach 2035 noch gebraucht wird und auch Gewinn abwirft.

2035 gibt es PV+Speicher für 2-3 cent, offshore Wind für nicht viel mehr, der Klimawandel wird noch deutlicher und der Klimaschutz noch wichtiger sein, CO2 Emissionen werden locker 30€/ Tonne kosten und der heute geplante Netzausbau ist lange abgeschlossen. RWE Mitarbeiter sollten heute für einen geordneten Ausstieg kämpfen, leider tun sie das Gegenteil. Und wenn sie merken wie dumm sie waren, ist der heutige RWE Vorstand schon weitergezogen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon pappnase » 19.09.2018, 13:25

Kallenpeter hat geschrieben:
Henning_PV hat geschrieben:Wenn es intelligente Manager bei RWE gäbe, dann würden Sie jetzt den Ausstieg planen und schrittweise umsetzen.


Es ist immer schwer zu sagen wie das Verhalten von RWE motiviert ist:
  • Ist es der Vorstand mit dem 4 Jahresvertrag, der kurzfristig alles rausholen will (um die eigene Provision möglichst hoch ausfallen zu lassen) und dem die langfristige Entwicklung egal ist?
  • Ist die Rethorik nur teil eines Pokerspiels um möglichst hohe Entschädigungen rauszuholen?
  • Hat man die eigenen Phrasen und Halbwahrheiten inzwischen so oft wiederholt, das man sie selbst glaubt?

Wahrscheinlich eine Mischung aus alle dem, aber ich Frage mich echt ob der RWE Vorstand wirklich glaubt das Braunkohle nach 2035 noch gebraucht wird und auch Gewinn abwirft.


Was die über 2035 denken - wenn die überhaupt so weit denken - ist völlig irrelevant. Selbst "Quartalsdenken" ist da schon nicht mehr realistisch. Bei uns werden die schon nervös, wenn der Wochenumsatz nicht stimmt. Was die interessiert, ist die Umsatzrendite (bzw. EBIT), die daran gekoppelte Prämie und allenfalls noch die Entlastung durch die Hauptversammlung.
Zudem geht es im Topmanagement eh nur am Rande um das Wohl der Firma. Da geht es um Politik, Macht, Netzwerke. Da muss man sich profilieren - möglichst auf Kosten anderer. Man muss verhindern, dass potentielle Konkurrenten hochkommen, jedes gelegte Ei ausgiebig begackern, fremde Lorbeeren für gute Entscheidungen ans eigene Revers heften und schlechte Entscheidungen auf andere Schieben. Dazu ist es gut, wenn man selbst möglichst gar keine Entscheidungen trifft.

Alleine schon wie es der Firma nächstes Jahr geht, interessiert in diesen Sphären keinen mehr. Das Wort "Nachhaltigkeit" kennen die noch nicht mal. Und wenn der Vorstand, der Aufsichtsrat oder die Aktionäre unangenehme Fragen stellen, werden sie dreist angelogen.

2035 gibt es PV+Speicher für 2-3 cent, offshore Wind für nicht viel mehr, der Klimawandel wird noch deutlicher und der Klimaschutz noch wichtiger sein, CO2 Emissionen werden locker 30€/ Tonne kosten und der heute geplante Netzausbau ist lange abgeschlossen. RWE Mitarbeiter sollten heute für einen geordneten Ausstieg kämpfen, leider tun sie das Gegenteil. Und wenn sie merken wie dumm sie waren, ist der heutige RWE Vorstand schon weitergezogen.


Genau so ist es: Die Topmanager (aka "Nieten in Nadelstreifen") ziehen weiter, die Aktionäre verkaufen ihre Aktien und die Mitarbeiter/Kunden/Gläubiger sind die Dummen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 19.09.2018, 17:33

Heute im Deutschlandfunk hat sich eine Bürgermeisterin (Parteilos) *Ort ist mir entfallen, ausgiebig darstellen können.

Sie ist durch ihre Jahrelange Tätigkeit unbedingt in der Lage , ganz genau beurteilen zu können, das ein Ausstiegs-Termin Quatsch ist. Nun dachte ich schon Gott hat Hirn regnen lassen: Aber ich habe mich zu früh gefreut.

Ihr ging es wie allen nur darum, möglichst viele hohe Trümpfe in der Hand zu behalten.. Die Kohle Lobbyisten, haben es ja einfach: Denn niemand denkt auch nur am entfernten den einzigen logische Ansatz zu verfolgen (BWL = CO2 Ziele)

Also stechen nur Kraftwerke und Datum!

Wenn die Verhandlungspartner sich so darstellen, muss man halt nur den Boden vorbereiten! Da hilft der Schleim doch gerne ! Man haut 2035 bis 2038 raus, einige GW an Leistung (bis 2020) und schon kann der 'Verhandlungsgegner' später sagen:

"Wir mussten so viel Geld etc. einsetzen, um den Kohlejungs Kraftwerke abzukaufen und ein Datum des Ausstieg zu bekommen!"

Das ganze ist eine Witzveranstaltung! Jeder Student im 4 Semester könnte es besser!
Es gibt eine Obergrenze bis zum Ausstieg (Kohlemenge) und eine Obergrenze jedes Jahr (Verstromung Max) Und den Rest sollen die Protagonisten unter sich regeln.

z.B. könnte man ab 2020 je Tonne 1,- € Umstiegs-kosten ansetzen, Von Null kommend schon mal eine krasse Änderung! Aber warum sollen die Kraftwerksbetreiber sich nicht an dem Umbau beteiligen? *Neue Jobs etc.
Die Ansiedlung neuer Jobs kann man mit 50.000 € je AN bezuschussen (wäre extrem günstig) *Bund
+ dem o.g. Geld + Länder

Der Bund könnte zusätzlich noch in die Infrastruktur investieren (Bahn, Bundesstraßen etc.) damit z.B. auch Tourismus nach dem Rückbau etc. überhaupt stattfinden kann.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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