Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 09.09.2018, 20:48

Tobi hat geschrieben:Da ist die Braunkohle schon vorher tot... Wie ich mal gehört habe, hat sich RWE aber schon massig mit CO2-Zertifikaten eingedeckt als sie noch niedriger lange. Das zahlt sich jetzt aus.


Ne, Steinkohle ist eher tot.

RWE hat sich wohl bis 2021 mit Zertifikaten eingedeckt und sich damit finanziel als Gesamtkonzern abgesichert. Die Kraftwerke werden so aber nicht automatisch gerettet. Denn intern bewertet RWE die Zertifikate natürlich nach Börsenwert und nicht nach dem Einstandswert von vor 3 Jahren. Und dem entsprechend müssen die Kraftwerke auch den aktuellen Börsenpreis der Zertifikate einspielen, sonst lässt man sie nicht laufen.

Davon abgesehen ist eine Absicherung bis 2021 jetzt auch nicht soo lange.
Zuletzt geändert von Kallenpeter am 09.09.2018, 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Windradler » 09.09.2018, 20:52

Tobi hat geschrieben:Wie ich mal gehört habe, hat sich RWE aber schon massig mit CO2-Zertifikaten eingedeckt als sie noch niedriger lange. Das zahlt sich jetzt aus.


Ggf. könnte es für RWE wirtschaftlicher sein die CO2 Zertifikate zu verkaufen oder Gaskraftwerke damit zu betreiben anstatt ihre Braunkohlekraftwerke.

Edit: @Kallenpeter, du warst mit dem Gedanken etwas schneller.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon CaptainPicard » 13.09.2018, 14:40

Polizei räumt Hambacher Forst

Die Räumung des besetzten Hambacher Forsts hat begonnen. Das bestätigte am Donnerstagmorgen das Polizeipräsidium Aachen. Im Rheinischen Braunkohle-Revier rückten zahlreiche Hundertschaften in den 200 Hektar großen Wald vor, den der Energie-Konzern RWE von Mitte Oktober an größtenteils roden will, um den Tagebau voranzutreiben.

Direkt am Waldeingang stellten sich 15 Personen den Baggern der Polizisten als Menschenkette entgegen, außerdem hatten sich zwei Aktivisten auf einem Tripod festgekettet. Polizeibeamte sollen etwa 60 Baumhäuser beseitigen, auf denen zwischen 100 und 150 zum Teil militante Umweltaktivisten leben.


https://www.sueddeutsche.de/politik/bes ... -1.4127664
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon benchfrooser » 13.09.2018, 15:04

Es ist an der Zeit RWE die Meinung zur Waldrodung und Energiepolitik zu sagen.
https://twitter.com/rwe_ag
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 13.09.2018, 17:38

Liebe RWE AG!

Damit habt ihr euch selbst das Grab geschaufelt! Nun erwartet mal nicht, das politisch auf euch Rücksicht genommen wird!
Da die Mitarbeiter voll hinter dieser verfassungswidrigen Rechtsbeugung stehen, sollen sie bitte auch den Kelch des Niedergangs bis zum bitteren Ende austrinken.

Dr. Merkel steht in D. für zementierte Stagnation! Sie und ihr treuster Schleim, raffen es noch nicht mal, wenn die Zeit schon ganz anders tickt!

Bei RWE konzentriert man sich noch immer auf die eigene Stromerzeugung! Wie lächerlich! in der neuen Welt werden die neuen Player weltweit Strom managen , ohne sich in der Bilanz mit eigenen Kraftwerken zu belasten! *was auch überaus dümmlich ist, wenn man 25% Rendite einfachen muss! *Nach Steuern!
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon bimon » 13.09.2018, 19:10

Sowohl Vattenfall als auch der neue Eigentümer EPH sollen fein raus sein, wenn die LEAG insolvent werden sollte. Für entsprechende Renaturierungskosten müssen beide Unternehmen anscheinend nicht aufkommen.

Hinzu kommt:

Barmittel für die Rekultivierung sind nicht im zugesagten Umfang geflossen. Anstelle der von Vattenfall zugesagten
1,7 Milliarden Euro, die öffentlich von Vattenfall-Chef Magnus Hall für die Rekultivierung versprochen wurden, ist die Ausstattung an Barmitteln um 700 Millionen Euro geringer ausgefallen.


Auf angeblich fragwürdige Weise hat die EPH das Vermögen aber positiver bewertet und bilanziell so um 508 Mio. € aufgewertet.

https://www.greenpeace.de/sites/www.gre ... e-leag.pdf

Die Wirtschaftsprüfer haben sich das im Auftrag von Greenpeace angeschaut. Kann ich leider schwer einschätzen.

Vielleicht kann ja unser Berliner Bilanzbär das mal irgendwie einordnen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 14.09.2018, 08:08

So hätte ich es auch gemacht!
Und nur darum haben beide Parteien den Deal überhaupt getätigt:

Doch für diesen Fall hat die EPH durch geschickt verschachtelten Strukturen und einem Haftungsaus- schluss für die Konzernmutter vorgesorgt. Die tschechischen Investoren müssten die Verluste nicht tragen.


Mich verwundert nur, das Unternehmen, die durch das Bergrecht massiv geschützt und gefördert sind, sich überhaupt solch recht simpler Tricks bedienen können. Die Rückstellungen hätten in einer Gesellschaft ausgelagert werden müssen, welche durch z.B. die Finanzaufsicht geprüft wird. Dabei ist z.B. zu prüfen, ob das Anlagevermögen (Rückstellungen) zu günstig der operativen Gesellschaft zur Verfügung gestellt wird. Soll heißen, ob nicht Geld abfließt im Betrieb. Richtiges Bargeld hat Vattenfall ganz sicher nicht mit transferiert. Eine solche Gesellschaft hat keine 700 Mill. € auf der Bank rumzuliegen, schon mal keine 1, Komma irgendwas. Mrd € . Das ist etwas 'missverständlich' . Den Rücklagen von 1,3 Mr. € stehen auf der Aktiva Seite Anlagevermögen und andere Vermögenswerte gegenüber. Die darf man neu bewerten! Zumal, wenn man die Diffeferenz ansonsten mit Eigenkapital ausgleichen müsste! 8)

Das die Gesellschaft schon operativ kämpft soll heißen: Die Rückstellungen schrumpfen im Wert erheblich! Man muss ja nicht abschreiben, aber man sollte! :roll:

Abschreibungen = Cashflow generieren! Also in Geld verwandeln.

Das Ende ist klar! Die Gesellschaft wird still gelegt, die Kosten werden der Energiewende &/ dem Kohlausstieg zugeordnet. Die Gesellschafter werden noch über viele Jahre am Rückbau mit verdienen., denn da kann man ordentliches Geld machen, wenn man anderen Leute Geld ausgibt.

Herr 'Innenminister' Herbert Reul die Verleugnung, das alle Aktivisten im Forst nur Kriminelle sind, ist sicher glas klar der ihnen von der Verfassung gegeben Amt würdig! :ironie:

Ich sehe zumindest Ansätze zur Prüfung von krimineller Energie im Kontext der Unternehmens, die von den Nazi erschaffenden Bergrecht immer noch außerordentlich profitieren.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht gehört, das die Einhaltung des Brandschutzes mit derartigen Maßnahmen durchgesetzt wird, welche selbst eine hochgradige Gefährdung darstellten und eine enorme Gefahr für Verletzungen birgt.

Wo holt man sich solche Tipps? Aus Ungarn, &/ Polen? Oder gar vom Sultan?

*Wüsste ich es nicht besser, meinte ich, ein Stratege der "grünen Faschisten" hat das Drehbuch geschrieben, um RWE & Co. recht zugig maximal zu schädigen! Dümmer geht nimmer!
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon KKB68 » 14.09.2018, 08:33

Moin.

Und weiter? Das alles scheint niemanden wirklich zu interessieren... ausser den bequemen "Social Media" ich-drück-mal-den-like-Button "Aktivisten" gibts nix, es haben gerade mal ein paar hundert "echte" Leute vor dem Wald protestiert.. wo sind denn die 20, 30 tausend aufgebrachten Menschen?

Es gibt ja noch nicht mal nen richtigen Boykot des Konzerns, oder hört man von massenhaften Anbieterwechseln? Nada...

Das erinnert mich irgendwie an die VW Kacke, massives rumgenöle und dann aber doch wieder den neuen Golf kaufen...
Grüße,

Klaus

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 15.09.2018, 12:16

Während mehrere Mitglieder der Kohlekommission noch überlegen ob sie ihr Amt niederlegen (wegen dem Hambacher Forst), liegt wohl ein Kompromissvorschlag vor:

- 5-7GW Kohle bis 2020 stilllegen (schon lustig wie die Forderungen der "Grünen Spinner" jetzt von der CDU übernommen werden)
- kompletter Kohleausstieg zwischen 2035 und 2038 (also acht Jahre zu spät, aber mal sehen ob nach 2030 tatsächlich noch mehr als irgendeine "Reserve" am Netz hängt.)
- Neubewertung in 2027


https://www.klimareporter.de/klimapolit ... 5-und-2038
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 15.09.2018, 12:27

100% Sturz dumm!

dumpf die Kraftwerksleistung still zu legen!

Sorry! Sind die so blöd oder tun die alle nur so? Es muss die Menge des Brennstoff bestimmt werden. Ob die nun mit 1.000 Bh in 20 * 500 MW Kraftwerken verfeuert wird oder mit 8.000 Bh in einem großen 2 GW Megakraftwerk soll doch bitte der Markt entscheiden.

Ergo sind die meisten Protagonisten des Kohleausstiegs auch nur Sektenmitglieder.

Der Vorstand von RWE + Politiker = Sekte (Posten sichern) vs ........

Die Welt lacht nur noch über Deutschland.
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