Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Dringi » 09.09.2018, 11:03

Tobi hat geschrieben:Wir können nicht, vernünftig und volkswirtschaftlich gerechnet, in den nächsten 10-20 Jahren vollständig aus der (Stein-)Kohle aussteigen. Lieber verstrome ich die Kohle aus Kolumbien hier anstatt eine kWh in einem polnischen, rumänischen oder tschechischen Kohle oder Atomkraftwerk herzustellen oder wertvolles Gas dafür herzunehmen. Das Ganze aber auch nur dann, wenn die Sonne nicht ausreichend scheint.


Ja, da stimme ich Dir sogar bei dem Zeithorizont 10 Jahre zu. Über 20 Jahre können wir streiten. Denn ich denke, dass es bis 2030 machbar wäre.
Worum es im Hambacher Forst geht ist Fakten zu schaffen: "So, jetzt ist der Wald weg und der Schaden angerichtet, jetzt können wir auch noch 40 Jahre Kohle fördern". Fakt ist, dass wenn wir einen stringenten Kurs für den Kohleausstieg einschlagen den Hambacher Forst nicht roden brauchen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 09.09.2018, 11:43

Die externen Kosten Kohle liegen bei 10-20 cent, wenn man Volkswirtschaftlich argumentiert, müssen wir bis 2025 aus jeder Art der Kohleverstromung aussteigen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 09.09.2018, 11:51

Wir können nicht, vernünftig und volkswirtschaftlich gerechnet, in den nächsten 10-20 Jahren vollständig aus der (Stein-)Kohle aussteigen.


Mal weider einer dieser frei schwebenden Behauptungen, ohne auch nur ein Argument dafür anzufügen.
Da sich der Preis für Steinkohle auf den Weltmärkten ganz "unerwartet" über das Niveau entwickelt hat, bei dem wir dies sogar in Deutschland unter Tage darstellen können, stellt sich zumindest bei Steinkohle die Sinnhaftigkeit' den Niedergang der Betreiber aufhalten zu wollen.

Ein Argument pro Steinkohle in der Reserve zu halten wäre: Das man Steinkohle recht gut lagern kann. Also unabhängig vom Wetter und Wärmebedarf der Haushalte etc. (Gas)

Am regulären Strommarkt wird Steinkohle ohnehin nach 2030 eine derart geringe Rolle spielen, das man dies auch als Ausstieg bezeichnen darf. Also zumindest das kann man prüfen (technisch und finanzielle darstellbar)

Bei Braunkohle ist es noch viel simpler!
Also Preisdominierende Stromerzeugung in D. ist es schlicht notwendig, die förderbare Menge an Brennstoff endlich zu machen. Denn damit wird es ein Preissignal geben, dass den Markt umkrempeln wird. Daher ist nicht die Frage wie lange man auf Braunkohle nicht verzichten kann, sondern ob es politisch gewollt ist, die Sektoren Kopplung umzusetzen und den Zubau der EE nicht mehr einschränken zu wollen (mit allen daran verknüpfen Maßnahmen, vom Netzausbau bis Netzverbund.)

Denn für die Volkswirtschaft gibt es nur einen Kostenblock, der einer Betrachtung wert ist:

Die Kosten Importeure Energieträger über alles! *Handelsbilanz + Grad der Wertschöpfung

Da wir in D. in der Spitzengruppe der Volkswirtschaften sind, die die niedrigsten Energiestückkosten generieren, ist von dieser Seite insoweit keine 'Gefahr' zu erwarten, zumal wenn man den Umbau strategisch klar kommuniziert und entsprechende Förderungen etc. mit Härtefall Regelung installiert.

Ganz schlicht gesagt!

Es ist Verfassungswidrig und volkswirtschaftlich mehr als sehr fragwürdig , neue Tagebaue aufzubrechen &/ zu erweitern.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Express » 09.09.2018, 11:57

Und in diesem Wld gibt es wirklich kein einziges Lebewesen, was unter der "rote Arten Liste" steht, oder sonstwie geschützt ist?
Wenn ich sehe was sonst für ein riesen Gedöhns darum gemacht wird.... da müssen ja gefühlt Jahrzehnte schwarze Kunstoffplanen rings um aufgestellt werden, bevor ein Spaten ins Erdreich gedrückt werden darf :mrgreen: :mrgreen:
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 09.09.2018, 12:09

Das Deutsche Bergrecht ist aus einer Zeit, als Deutschland noch die Weltherrschaft angestrebt hat. Deshalb ist das ja auch alles durchtränkt vom Demokratischen Willen und Handeln!
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 09.09.2018, 12:58

Wenn die CO2 Preise in der EU sich tatsächlich um die 30€ bewegen werden in den nächsten Jahren, wird sich die Steinkohle eh von selbst erledigt haben. Abgesehen von ein paar KWK Anlagen vielleicht.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Farmjanny » 09.09.2018, 13:49

PV-Express hat geschrieben:Und in diesem Wld gibt es wirklich kein einziges Lebewesen, was unter der "rote Arten Liste" steht, oder sonstwie geschützt ist?
Wenn ich sehe was sonst für ein riesen Gedöhns darum gemacht wird.... da müssen ja gefühlt Jahrzehnte schwarze Kunstoffplanen rings um aufgestellt werden, bevor ein Spaten ins Erdreich gedrückt werden darf :mrgreen: :mrgreen:

Ich verstehe das auch nicht. Bei Windkraft machen die sich ins Hemd wegen einem Seeadler, der auch erst entdeckt wurde, seit dem die E40 Anlagen hier laufen. Aber ohne Baum können doch ganz viele Vogelarten gar nicht landen/nisten...
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Tobi » 09.09.2018, 20:08

Kallenpeter hat geschrieben:Wenn die CO2 Preise in der EU sich tatsächlich um die 30€ bewegen werden in den nächsten Jahren, wird sich die Steinkohle eh von selbst erledigt haben. Abgesehen von ein paar KWK Anlagen vielleicht.


Da ist die Braunkohle schon vorher tot... Wie ich mal gehört habe, hat sich RWE aber schon massig mit CO2-Zertifikaten eingedeckt als sie noch niedriger lange. Das zahlt sich jetzt aus.

Ich würde mir einfach mal wünschen, dass die deutschen Kraftwerksbetreiber einfach mal einen Tag abschalten, an einem schönen Wintertag ohne viel Wind. Außerdem werden die Verbindungen nach Frankreich gekappt, weil da kommt eh nur Atomstrom her. Polen und Tschechien sowieso.
Dann mal sehen was passiert...
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Dringi » 09.09.2018, 20:10

Tobi hat geschrieben:Ich würde mir einfach mal wünschen, dass die deutschen Kraftwerksbetreiber einfach mal einen Tag abschalten, an einem schönen Wintertag ohne viel Wind. Außerdem werden die Verbindungen nach Frankreich gekappt, weil da kommt eh nur Atomstrom her. Polen und Tschechien sowieso.
Dann mal sehen was passiert...


Und was passiert? Richtig: Blackout in Frankreich.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Express » 09.09.2018, 20:12

Dringi hat geschrieben:
Tobi hat geschrieben:Ich würde mir einfach mal wünschen, dass die deutschen Kraftwerksbetreiber einfach mal einen Tag abschalten, an einem schönen Wintertag ohne viel Wind. Außerdem werden die Verbindungen nach Frankreich gekappt, weil da kommt eh nur Atomstrom her. Polen und Tschechien sowieso.
Dann mal sehen was passiert...


Und was passiert? Richtig: Blackout in Frankreich.


Und deutsche Verbraucher zahlen weniger EEG Umlage. Eine win win Situation. Also, Abschalten :D
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