Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 30.08.2018, 16:50

Ich setze darauf, das die Deutsche Autoindustrie , bzw. der gesamte Verkehr bis 2030 so gut wie keinen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des CO2 Eintrages beitragen wird. Die Minus 40% sehe ich nicht! Nicht mal, wenn ab 2025 50% aller neuen PKW 100% e-Autos sein werden.

Ansonsten könnte ein kleiner Systemwechsel schon für einen brutalen Zubau bei den EE reichen. Man muss ja nur die 4G mit ins Boot holen. Warum nicht das Vorbild der USA leicht abgewandelt auf D. übertragen? Für Strom aus EE gibt es z.B. fest 4,000 Cent kWh Und je nach Zubau-Ziel 10 % bis ??? Anrechnung der endgültigen Anschaffungskosten auf das zu versteueren Einkommen. damit hätte man endlich einen Hebel, um Industriedächer etc. einen Zubau zu generieren. Die Inhaber/ Grundstückseigentümer, Mieter, Pächter würden damit einen gewaltigen Anreiz haben. Das Wort: 'Steuervorteil' ist ja in D. der Schlüssel zu (fast) jedem "Herz" .

Das Thema Ausschreibungen bedeutet schlicht, das irgendwelche Gestalten ökonomisch dusslige Bürger abzocken. In D. kann man real mit PV zu ca. 5 Cent kein rentables Geschäftsmodell darstellen. Und auch bei Onshore WKA, sehe ich nicht, wie das gehen soll (die Projekte, an die man als Normalo rankommt)

Die Kohle ist ja schon Tod! Es wird keine neuen Kohlekraftwerke mehr geben, egal ob Steinkohle oder Braunkohle. Die Jungs wollen doch nur noch den Steuerzahler und Stromkunden zur Kasse bitten, um die Bücher ausfegen zu können. Es wäre aber ganz einfach: der Braunkohle sofort den Staus zu nehmen: Unabdingbar für die Energieversorgung zu sein. Dann stehen die Kraftwerke halt doof rum und auch diese werden dann mit drastisch sinkenden Bh zurechtkommen müssen, zumal, wenn der Brennstoff endlich endlich ist!
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon bimon » 30.08.2018, 19:44

Kallenpeter hat geschrieben:Das Problem ist, das momentan trotzdem nicht in subventionsfreie PV investiert wird, weil die Unsicherheit viel zu groß ist. Wird der CO2 Preis so hoch bleiben oder wieder auf 5€ fallen? Zu 100% weiß das niemand, zumal es immernoch einen riesigen Zertifikats-Überschuss gibt.

Ja, ich sehe auch noch nicht, dass wir hier einen lange anhaltenden Effekt haben. Die Spekulationseffekte wurden ja schon angesprochen. Der Überschuss ist da. Laut Enervis (https://www.ee-news.ch/de/erneuerbare/a ... strommarkt), die die Prognose von Carbon Tracker kommentieren, wird der Überschuss bis Ende der 20er anhalten. EE-Ausbau und ein politischer Kohleausstieg würden zu einer weiteren Schwämme führen. Ersteres erhöht natürlich den Druck auf die Kraftwerksbetreiber. Enervis sieht entsprechend keine Hinweise, dass sich Werte von 40€ bis 2030 ergeben. Ab 35 € sieht man aber GuD im Vorteil ggü. älteren Steinkohlekraftwerken. Gerade beim Gas sehe ich dann auch das Problem in größeren Industrieunternehmen. Diese werden sich noch mehr darauf fokussieren. Hohe Volllaststunden machen das umso rentabler. Entsprechend wird man sich bei EE-Anlagen zurückhalten.

Mit jedem abgeschalteten Kraftwerk erhöht sich aber der Druck auf den Preis. Haben wir überhaupt in Relation signifikante Handelsvolumen, die den Preis jetzt treiben? Das macht den Zertifikatsposten in den Bilanzen der Unternehmen aber auch sehr spekulativ. Nehmen wir an RWE geht davon aus einen großen Anteil an Zertifikaten nicht mehr zu benötigen. Da kann es bei einem Verkauf eines Teils auch ganz schnell zu einem rapiden Absturz kommen.

Der harte Brexit kündigt sich immer mehr an. Der Anreiz für britische Unternehmen ihre Zertifikate abzustoßen wird immer größer. Da Großbritannien ist wohl immer noch zweitgrößter CO2-Emmitent. EDF, E.ON, innogy/RWE, Iberdrola sind stark in den britischen Markt involviert und werden sicherlich auch abseits der Börse versuchen die Zertifiakte entsprechend zu verschieben. Mit Großbritannien verlässt auch einer der größten Beführworter einer Beschränkung der Zertifikate die EU. Hier muss in jedem Fall ausgeglichen werden. Die nationalen Auktionen für Großbritannien fallen dann natürlich weg. Die im Markt befindlichen Zertifikate wird man aber wohl nicht enteignen können, sodass man hier bei den anderen nationalen Auktionen nachsteuern müsste. Ob das dann wirklich kommt...
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon GEST » 01.09.2018, 12:56

Brandenburgs Ministerpräsident hat geschrieben:Ein schneller Kohleausstieg stärkt die AfD
https://www.tagesspiegel.de/politik/min ... 84460.html

Nix aus dem Kohlebergbau im Saarland gelernt.
Nix aus dem Kohlebergbau in Bayern gelernt.
Nix aus dem Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet gelernt.
Nix aus der Eisen- und Stahlerzeugung im Saarland gelernt.
Nix aus der Eisen- und Stahlerzeugung im Ruhrgebiet gelernt.
Nix aus der Eisen- und Stahlerzeugung in Hessen gelernt.
Nix aus dem Strukturwandel in der Landwirtschaft gelernt (waren vor 100 Jahren noch 40% der arbeitenden Bevölkerung, heute nicht mal 2%).


Lieber Herr Ministerpräsident,

Schwachköpfe wie Sie, die am Gestrigen festhalten, stärken die AfD.

gekotzte Grüße
ein Schwabe der angepisst ist, dass die Grünen im Ländle auch nicht viel fortschrittlicher sind
("Der Minischterpräsident von BaWü fährt einen Daimler. Baschta.")
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 01.09.2018, 13:26

Deine Wortwahl ist eben genau passend!

Die SPD versteckt sich hinter den Kumpels, um die Interessen von ganz wenigen durchzusetzen. SPD Schröder wirkt eben immer noch! Die SPD hat blaues Blut in den Adern.

Wie Viel Mill. € hat die Brandenburger SPD schon in die lebensverlängernden Maßnahmen der Braunkohle_Industrie gesteckt? Wie oft stellt sich sich vor die Pläne der Erweiterung von Tagebauen oder sogar der Erschießung neuer Tagebaue?

*CO2 im Boden verpressen, die dümmste Idee ever!

Wie Viel mehr Brandenburger verdienten ihr Geld auf 'wundersame' weise Heute bei den EE, im Tourismus?
Fragen wir mal diese, was sie von der Ewigkeit der Tagebaue halten?

Und welches Alter, bzw. wie lange muss denn der durchschnittliche Kumpel noch arbeiten? Wenn ich in die Region fahre, schauen die meisten noch älter als ich aus und ich habe schon > 40 Jahre voll!

Selbstverständlich brauchten wir theoretisch ca. 15% + Industrieelle Arbeitsplätze. Aber warum nicht in der Lebensmittelindustrie, bei den EE und bei z.B. ganz neuen Industrien (Futtermittel aus Insekten, Power to Material) mit einem Absatzmarkt von > 4 Mill. Menschen (mit Touristen) die ganz sicher sich niemals selbst versorgen könnten, eine sichere Bank! um den Start zu schaffen.

Noch mal 25 Jahre auf den Stand heute zu setzen (Anzahl der Kumpels etc,) eine selten dämlichere Idee.

Da macht es mehr Sinn, sich mit Polen (regional) zu verbinden und/oder zum Beispiel Tesla ein Angebot zu machen, oder auch VW oder dem EU Kommissar, der dann doch eine Akku (inkl. Zelle) Fabrik in Europa sich wünscht?

*Ich persönlich habe überhaupt keinen Schmerz damit, wenn die EU einen 5 Mrd. € Kredit für eine 200 GWh plus Fabrik in der Region rausgibt! Steht in Brandenburg 49% Polen und 49% Brandenburger! * + 2% Kids aus aller Welt
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 04.09.2018, 18:42

Offensichtlich riskiert RWE & Freude, das sie Tatsachen schaffen, aber Ende alles verlieren könnten. Wie doof muss der Vorstand sein, in der Phase der Verhandlungen so ein Risiko einzugehen. De glauben doch nicht ernsthaft, das die Heutigen Gegner nicht alle Rechtsmittel ausnutzen werden und damit die gemeinsame Rechtsbeugung (Grundgesetz Bruch) das 'Licht der Welt' erblicken wird. Sowas hätte man unter dem D&D. noch machen können, als die EE noch schwach waren, aber heute, wo ausgerechnet diese EE den Ausstieg aus der Braunkohle finanzieren sollen, damit RWE den Umbrauch überstehen kann?

Täuscht RWE Öffentlichkeit und Kohlekommission?
Der Energiekonzern RWE will den Hambacher Forst roden. Dies sei notwendig, damit die Kraftwerke nicht bald stillstehen. Laut DW-Recherchen bleibt aber auch ohne Rodung noch genügend Kohle für mindestens drei Jahre.

Quelle: www.DW.com

In D. funktionieren seit Jahren, destruktive Wetten am besten! Wen wundert es? :idea:
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Buck Rogers » 04.09.2018, 19:59

Falls es noch nicht verlinkt war [1]. Von Agora gibt es eine Betrachtung der Probleme Kernkraft (in Frankreich) und Kohle (in Deutschland), sowie, was ich sehr interessant finde, deren Wechselwirkungen zueinander. Auch interessant sind die zu erwartenden Stromgestehumgskosten bzw. Börsenstrompreise bei den jeweiligen Szenarien gegenüber heute.

[1]
https://www.agora-energiewende.de/veroe ... is-2030-2/
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Spekulatius » 04.09.2018, 20:52

Der Spiegel teilt meine Meinung. Wenn selbst abgeschriebene Kohlekraftwerke teureren Strom produzieren als neue PV-Anlagen - ja dann darf man Kohle tatsächlich abschreiben.

Im Bann des CO2-Monsters
"Specktakuläre Wende am deutschen Strommarkt: Steigende CO2-Preise machen alte Kohlemeiler weniger rentabel. Das Aus des dreckigen Energieträgers könnte sich dadurch beschleunigen."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 25978.html

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Tobi » 04.09.2018, 21:08

Steigende Zertifikatspreise und steigende Strompreise - ich sehe da nicht so den großen Verlust an Rentabilität wenn beides im gleichen Verhältnis steigt :D
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon bimon » 04.09.2018, 22:06

Mit steigendem Preis wird aber auch die Konkurrenz von anderen Erzeugern größer. Allerdings fällt natürlich auch noch einiges raus (AKW etc.) und der Stromverbrauch wird mutmaßlich und wünschenswert (Energiewendetransformation) steigen. Außerdem haben wir ja schon erörtert, dass die Entwicklung der Zertifikatspreise noch mit Vorsicht zu betrachten ist.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Velas » 05.09.2018, 02:12

Als Berlin-Brandenburger ist mir heute mehrfach der Gallensaft hochgekommen. Und das, obwohl ich in den letzten Jahrzehnten immermal/häufig Sympathien für die Linkspartei hatte. Aber sich so vor den Karren der Braunkohleindustrie spannen zu lassen, hätte ich nie für möglich gehalten! [Erklärung: in Brandenburg regiert "Rot/Rot" (was immer Das auch derzeit bedeuten mag)]

Linkspartei für Windkraftmoratorium (Genehmigung neuer Anlagen für 2 Jahre aussetzen):
https://www.berliner-zeitung.de/berlin/brandenburg/windkraft-moratorium-linke-will-genehmigung-neuer-anlagen-aussetzen-31215352

Bundesratsinitiative der "Rot/Roten"-Landesregierung von Brandenburg:
http://www.maz-online.de/Brandenburg/Bundesratsinitiative-geplant-Brandenburg-will-Kommunen-Mitsprache-bei-Windkraft-ermoeglichen

Und zu guter Letzt, "Brandenburg führt Sonderabgabe für Windkraftbetreiber ein" (prinzipiell nicht schlecht, aber im Zusammenhang mit den anderen genannten Maßnahmen...):
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/09/windkraft-windraeder-brandenburg-bundesrat-initiative.html

Die Sozen beachte ich hier gar nicht - wozu auch. Weiß gar nicht ob man Kipping, Lederer oder Görke zuerst vor die Füße speien sollte. Nicht zu fassen!
Evtl. ist ja mein Restidealismus das Problem - denke, es ist Zeit zum aufstehen.

*Obwohl mir da einige widersprechen werden, halte ich die Energiewende grundsätzlich für ein linkes Projekt.
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