Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon hfrik » 11.08.2018, 18:51

RolandD hat geschrieben:
hfrik hat geschrieben:Also BHKW ist deutlich zu teuer in Anschaffung und Betrieb, und liefert, wenn das Europäische Verbundnetz auf EE läuft und vernünftig ausgebaut ist den Lövenatnteil des Ausgleichs der Variabilität der EE-Erzeugung.
Dann reden wir eher von 100h Betriebszeit je Jahr im Mittel, und in etlichen JAhren auch 0h. Damit bekommt man nichts sinnvoll beheizt. Weswegen es dann besehe die "ehda" Notstromdiesel tun, gerne mit Rapsöl oder anderen Bioölen, Biogas, Diesel aus PtL oder ähnlichem gepeist. Das sind dann die letzten 1-2%. Da geht es eigentlich nur noch um Leistung, nicht mehr um Energie.


Du bekommst aber dein Europäisches Verbundnetz auch nicht soweit ausgebaut, wenn es nur für 101h Betriebszeit gebraucht wird.

Also bisher war das europäische Verbndnetz im wesentlichen als reines Bakup mit weit unter 100Vollaststunden hingestellt worden. Weswegen so Leute mit wehnig Ahnung von der Materie wie entso-e keine Probleme damit haben wenn das Netz seine Spitzenauslastung nur ganz selten erreicht. Denn das war schon immer so. Nur in den Köpfen mancher ist das ein Problem. In den Köpfen der Netzplaner ist das ein Benefit.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 12.08.2018, 12:34

In Berlin wurde ein Großteil aller Maßnahmen der BEWAG nur für den Fall X vorgehalten. Komisch, das der Strom am Ende dann doch bezahlbar war und ist! Maßnahmen im Netz sind meist Maßnahmen der Planung und der Strategie. Wenn man eine Trasse neu baut oder verlegt, sind die Kosten für das Kabel unter 5% in Summe. Ob man da nun 300% drauflegt merkt man kaum!

Teils wurden Ortsnetze in Berlin erst nach > 75 Jahren neu angefasst. Ganz schön blöd die BEWAG Jungs! 50 Jahre nach der Pensionierung immer noch Topp aktuell zu sein! Und selbst Vantenfall ist infiltriert, denn jetzt bohrt man das Ortsnetz mal gleich von 10 KV auf 60 KV auf! Die totale Verschwendung! :wink:

Zumindest, wenn man wie unsere Politiker und Vorstadtbürger denkt, von 12 Uhr bis Mittags.

*Das sollte reichen, um den Umbau auf Strom zu packen.

Stromverbrauch p.A. in einem EFH mit 4 Personen im Jahr 2050 wird bei 10 bis 20 MWh liegen, je nach dem, was die Politik vorhat bzw. noch als Spielraum haben wird!

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Farmjanny » 12.08.2018, 22:12

PV-Berlin hat geschrieben:. Die gibt es gebraucht relativ günstig und da man sie nur < 200 Bh benötigt, kann man selbst Aggregate von MAN mit 10.000 Bh auf der Uhr noch Jahrelang verwenden. *

Wenn möglich, den Diesel &/ das Benzin aus Biomasse.


:

Biomasse aber bitte nur vollsynthetisch! Der Biospritanteil im Diesel sorgt ja schon nach einem Jahr bei uns dafür, dass im Mähdrescher regelmäßig die Filter dicht sind. Da meint man, das Zeug wäre so tot, dass sich nichts darin aufhält... Scheinbar mögen das doch einige Bakterien oder Algen?! Da haben andere hier evtl. das Wissen, wodurch der Sprit verschlammt.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Buck Rogers » 14.08.2018, 09:58

Farmjanny hat geschrieben:Der Biospritanteil im Diesel sorgt ja schon nach einem Jahr bei uns dafür, dass im Mähdrescher regelmäßig die Filter dicht sind. Da meint man, das Zeug wäre so tot, dass sich nichts darin aufhält... Scheinbar mögen das doch einige Bakterien oder Algen?! Da haben andere hier evtl. das Wissen, wodurch der Sprit verschlammt.


Ich und andere im Bekanntenkreis haben damit auch schon Probleme gehabt an ihren (selten genutzten) Landwirtschaftlichen Maschinen. Das hat mit Zusetzung von Biodiesel&Co nach und nach so richtig die runde gemacht. Mehrfaches Filter wechseln, Kraftstoffsystem reinigen &co - ein schöner "Spaß". :evil: Die Probleme konnten nur durch häufigeres entwässern, vor allem aber erst durch Zugabe von Bioziden in den Griff bekommen werden. Ich nutze ein Mittel von LiquiMoly und habe seit dem Ruhe. Biozid im Tank finde ich jetzt auch nicht gerade toll, aber eine andere Lösung gibt es im Moment für mich nicht. Da braucht man sich nicht zu wundern warum es in der Luftfahrt kein "Bioanteil" im Sprit gibt. EDIT: Ich will auch garnicht wissen welcher Notstromdiesel wg. sowas gerade dann wenn er gebraucht wird Probleme macht.

Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Dieselpest
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 14.08.2018, 11:20

Farmjanny hat geschrieben:Biomasse aber bitte nur vollsynthetisch! Der Biospritanteil im Diesel sorgt ja schon nach einem Jahr bei uns dafür, dass im Mähdrescher regelmäßig die Filter dicht sind. Da meint man, das Zeug wäre so tot, dass sich nichts darin aufhält... Scheinbar mögen das doch einige Bakterien oder Algen?! Da haben andere hier evtl. das Wissen, wodurch der Sprit verschlammt.


Welch Ironie. Die EU wollte das mit dem Biosprit ja eigentlich schon zurückdrehen, weil es so unsinnig ist, aber die Agrar Lobby hat erfolgreich interveniert.

Dementsprechend hoffe ich noch auf möglich viele verstopfte Filter in Mähdreschern.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon hfrik » 14.08.2018, 16:09

Buck Rogers hat geschrieben:
Farmjanny hat geschrieben:Der Biospritanteil im Diesel sorgt ja schon nach einem Jahr bei uns dafür, dass im Mähdrescher regelmäßig die Filter dicht sind. Da meint man, das Zeug wäre so tot, dass sich nichts darin aufhält... Scheinbar mögen das doch einige Bakterien oder Algen?! Da haben andere hier evtl. das Wissen, wodurch der Sprit verschlammt.


Ich und andere im Bekanntenkreis haben damit auch schon Probleme gehabt an ihren (selten genutzten) Landwirtschaftlichen Maschinen. Das hat mit Zusetzung von Biodiesel&Co nach und nach so richtig die runde gemacht. Mehrfaches Filter wechseln, Kraftstoffsystem reinigen &co - ein schöner "Spaß". :evil: Die Probleme konnten nur durch häufigeres entwässern, vor allem aber erst durch Zugabe von Bioziden in den Griff bekommen werden. Ich nutze ein Mittel von LiquiMoly und habe seit dem Ruhe. Biozid im Tank finde ich jetzt auch nicht gerade toll, aber eine andere Lösung gibt es im Moment für mich nicht. Da braucht man sich nicht zu wundern warum es in der Luftfahrt kein "Bioanteil" im Sprit gibt. EDIT: Ich will auch garnicht wissen welcher Notstromdiesel wg. sowas gerade dann wenn er gebraucht wird Probleme macht.

Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Dieselpest

Wer klug ist tankt deswegen beim Notstromdiesel Kraftstoffsorten die Lagerbar sind. Siehe z.B. https://www.google.com/search?q=Notstro ... refox-b-ab
Standard Biodiesel eignet sich dazu nicht.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Buck Rogers » 14.08.2018, 18:43

hfrik hat geschrieben:Wer klug ist tankt deswegen beim Notstromdiesel Kraftstoffsorten die Lagerbar sind. Siehe z.B. https://www.google.com/search?q=Notstro ... refox-b-ab
Standard Biodiesel eignet sich dazu nicht.


Es geht wohl gemerkt nicht um 100% Biodiesel, sondern die Probleme die durch den 7% Biodieselanteil entstehen :!:

Wenn das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schon selbst folgendes schreibt, sollte wohl kein Zweifel an der Thematik sein:

"Die durchgeführten Analysen führen zu der dringenden Empfehlung, Netzersatzanlagen künftig nicht mehr mit Diesel sondern ausschließlich mit schwefelarmem Heizöl zu betanken und zu betreiben, sofern die Motoren-Hersteller der NEAs den Betrieb mit Heizöl zulassen. [...] Für 60 % der Dieselkraftstoff-Proben musste die unmittelbare oder kurz bevorstehende Unbrauchbarkeit festgestellt werden. [...] Das ausgesprochen positive Ergebnis mit nur 6,5 % kritischen Proben beim Heizöl macht den Gesamttenor der Untersuchungsergebnisse überdeutlich."

https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Down ... onFile&v=2
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Farmjanny » 14.08.2018, 21:59

Kallenpeter hat geschrieben:
Welch Ironie. Die EU wollte das mit dem Biosprit ja eigentlich schon zurückdrehen, weil es so unsinnig ist, aber die Agrar Lobby hat erfolgreich interveniert.

Dementsprechend hoffe ich noch auf möglich viele verstopfte Filter in Mähdreschern.


Danke! Wie nett von dir!

Ich lade dich hiermit mal ein, das Getreide für dein Brötchen/Brot von Hand zu ernten. Bei 33° im Schatten, welchen man auf dem Feld nicht hat.
Filtersieb der Einspritzpumpe am glühend heißen Motor zu wechseln macht nicht wirklich Freude.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon addl1970 » 14.08.2018, 22:44

... wieso hat aber der Diesel im 1997 Passat 110 PS den Biodiesel zu 100 % toleriert und war auch expliziet dafür zugelassen (incl. PTFE Leitungen)?

Die nachfolgenden Varianten mit Common Rail Druckpumpen aber nicht mehr zugelassen waren???

Die Russzahlmessung mit blankem Biodiesel bei TüV war auch lustig - da kam einfach nix - die Prüfer fingen langsam an, an Ihrem Messgerät zu zweifeln...

Der Passat wurde dann nach 420.000 km in Richtung Osteuropa verkauft und ist dabei rund 100.000 km auf blankem Biodiesel - hatte eine entsprechnde Tanke um die Ecke dafür - gefahren. Gut die Intervalle waren auch bei 15000 km - das hat dann meist für einen Filtertausch ausgereicht!

Aber sowas geht eben mit den schönen neuen Zulassungen (EURO 6 - was ist denn eigentlich momentan aktuell) nicht mehr - oder ist es "nur" nicht mehr gewollt? :juggle:

- aber wir werden schon wieder ein wenig Off Topic!!!

Übrigens hat das BKW Schwarze Pumpe das Methanol, welches in der Schwarzen Pumpe in der SVZ aus dem "gelben Sack" herausgekocht wurde, aus Abnahmeproblemen mit verbrannt. Aber das Verfahren ist ja auch schon seit den 30 èr Jahren als Kohleverflüssigung bekannt - allerdings ging es nur bis zum Panzersprit, für Flugbenzin hat es nicht ganz gereicht.

Allerdings nach meiner Meinung die beste Methode den gelben Sack optimal zu verwerten. Die "Schlacke" wurde dann in der TA Lauta mitverbrannt. Dort wird aber nur Strom hergestellt - die Abwärme ist quasi ein "Abprodukt", da kein grosser Abnehmer in der Nähe ist...

Nun ist dort wieder eine Grüne Wiese - das Konsortium hat 5 Anlagen in China bzw. in der inneren Mongolei gebaut nachdem alle Patente aufgekauft waren.
7,35 kWp mit 30 x IBC MonoSol 245 ET an SMA Sunny Tripower 8000TL-10; Inbetriebnahme 14.08.2012
2013 1004,28 kWh/kWp
2014 1093,07 kWh/kWp
2015 1159,28 kWh/kWp
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