Darf man Kohle abschreiben?

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Litholas » 07.08.2018, 03:17

wschmeiser hat geschrieben:@pappnase,
im Prinzip teile ich ja Deine Ansicht, dass man sich fossile Brennstoffe eigentlich nicht mehr leisten sollte.

Unterscheiden tun wir uns erst, wenn es um die Frage geht, was das kosten darf.

Und der Preis, den D dafür bezahlt ist meiner Meinung sehr hoch ..... und die Rechnung dafür wird halt erst unseren Enkeln präsentiert werden.

Denn in der übrigen Welt schert sich niemand darum, was ein Land mit 0,24% der Fläche und 1% der Erdbevölkerung macht. Wir werden die Welt nicht retten, und schon gar nicht, wenn wir es zu teuer, oder noch schlimmer, nicht sinnvoll machen.

Und die ganzen Diskussionen drehen sich doch nur um die Stromerzeugung .... was nur einen geringen Teil des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht.

...


Die Stromerzeugung macht über 40% des Energieverbrauchs aus.

Und mit der Förderung der PV hat Deutschland einen riesigen Beitrag zur "Weltrettung" geleistet. Vor allem deswegen ist die Technik inzwischen billiger als jede andere Art der Stromerzeugung.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon wschmeiser » 07.08.2018, 10:12

Deutschland und Weltrettung?

Sanktionen gehen doch Russland am A.... vorbei. Wenn Russland das wirklich stören würde, würden sie einfach den Gashahn zudrehen. Das russische Volk würde sich dann einfach noch mehr mit dem Land/Regierung identifizieren.

Und das gleiche gilt für die anderen Ländern mit Tropenwäldern.

Außer uns selbst, nimmt Deutschland in der Welt kaum jemand wirklich ernst.

Vollkommene Selbstüberschätzung.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon mcspar » 07.08.2018, 10:28

Geile Aussagen die du da triffst.
Hat hier jemand behauptet, dass Russland nach deutscher Pfeife tanzt?

Es steht wohl außer Frage, dass die PV und teilweise auch Wind ohne Deutschland nicht da stehen würden, wo sie heute stehen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon pappnase » 07.08.2018, 10:49

wschmeiser hat geschrieben:Deutschland und Weltrettung?
[...snip]
Vollkommene Selbstüberschätzung.

Unter der „Weltrettung“ tust Du‘s nicht? Oder anders ausgedrückt: Solange der unterzeichnete Masterplan zur Rettung des Planeten nicht auf dem Tisch liegt, tun wir am besten gar nichts?
Jeder kann seinen Beitrag leisten. Das fängt im Kleinen an. Zudem leben wir in einer halbwegs funktionierenden Demokratie. Da kann sich jeder überlegen, ob eine „scheiß-auf-den-Planeten-Hauptsache-die-Rendite-stimmt“-Partei wählt, oder etwas anderes.

Abgesehen davon braucht Deutschland sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Wir stellen zwar nur 1% der Weltbevölkerung, haben es aber mit 2,4% des weltweiten Primärenegieverbrauchs auf Platz 7 der Länder mit dem höchsten Verbrauch geschafft. Zum Teil deutlich vor weitaus bevölkerungsreicheren Ländern wie Pakistan, Indonesien, Brasilien oder Bangladesch.
Und wenn wir als reiches Land nicht breit sind, unseren Treibhausgas-Ausstoß zu verringern, wie wollen wir dann andere dazu überreden? Die fragen dann doch zurecht: “Und was tut Ihr?“
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon wschmeiser » 07.08.2018, 13:17

@pappnase,
es geht doch nicht um das "Ob", sondern um das "Wie".

Und Umweltschutz muss man sich leisten können. Deshalb hapert es damit in armen Ländern.

Je höher der Lebensstandard, desto höher auch die Ansprüche an eine gesunde, saubere und intakte Umwelt.

Und wenn wir als reiches Land nicht breit sind, unseren Treibhausgas-Ausstoß zu verringern, wie wollen wir dann andere dazu überreden? Die fragen dann doch zurecht: “Und was tut Ihr?“


Und in der zuvor zitierten Aussage verstecken sich mehr Fragen als Antworten.

Ist D wirklich ein reiches Land? Schaue ich mir unsere Straßen, unsere übrige Infrastruktur, Telekommunikation usw. an, bezweifle ich das. Bestes Beispiel sind Autobahnrastplätze: keine Toiletten, keine Müllbehälter ...! Überall Grafiti. Das ist vielerorts besser.
Da fragen sich dann schon viele: streben wir einen solchen desolaten Zustand auch an?

Um das bestätigt zu finden, reicht ein Blick z.B. in die Schweiz.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 07.08.2018, 13:54

Wie ich schon schrub; Kraft-Wärmekopplung auf regionaler Basis, Einbeziehung der Elektromobilität in das Energiekonzept. Technisch alles machbar - allein es fehlt der politische Wille, das Thema anzugen. Lieber stecken wirr 100te Milliarden in Badbanks,


Es ist kaum auszuhalten! Was ist KWK? Entweder man bekommt ca. 100% Wärme aus nahezu 100% der thermischen Energie oder man macht KWK; die entweder Wärme oder Strom bereitstellt, aber beides eben sehr ineffektiv. Denn die besten WG liegen wo? Wie viel Wärme da als Abfall weggeworfen bzw. weggekühlt wird, kann man sich recht leicht ausrechnen. Bei kleinen KWK liegen wir bei teils oberhalb von 7.000 Bh , damit sich der Wahnsinn, trotz Förderung überhaupt rechnet.

Und wer sorgt am 'besten' dafür, das WKA und PV abgeschaltet werden? Korrekt der große Sockel der KWK.

Wir zwingt uns dazu nur 70 MW Wärmepumpen zu verbauen (2017) . Warum nicht 170 MW oder 270 oder 570 MW?
Bei JAZ Werten von oberhalb von 3 eigentlich unverständlich, wenn da nicht was wäre? Importenergieträger sind halt subventioniert (Heizöl, Gas, Steinkohle) . Wenn dem nicht so wäre, wäre das Spiel genau so aus, wie in Dänemark !

Selbst über den Umweg Gasturbine Wärmepumpe Wärme , ist der COP deutlich > 1! Aber warum seine Physik-Kenntnisse nutzen, wenn in Focus & Co. behauptet wird, es ist unbezahlbar.

@User Wascheimer erzählt uns nur immer wieder Halbsätze, Behauptungen etc. Er soll mir mal persönlich den 'hohen' Preis für die EE ausrechnen! Kommt ja nix, denn die Frage ist ja nicht neu!

Im Übrigen, haben die Grünen (Deutschlandfunk) so gar keine Plan, wie sie die Zustimmung in der Lausitz bekommen! Aber auch logisch, wenn man halt Beamter ist, im öffentlichen Dienst arbeitet oder einen der nicht mal 10% der Jobs hat, die in D. noch Tarifbindung haben. Da ist man fern aller Realitäten in seinem Ökohaus und kann doof rum spinnen.

Ich finde es überaus lustig, das in D. alle auf Unternehmer rumhacken, aber alle einen gut bezahlten Job haben wollen, hohe Steuereinnahmen der Kommunen etc. ! Es ist Quatsch, bzw. ein Märchen, das sich Ökonomie und Ökologie nicht vertragen. Dies ist nur eine Frage der Steuerung! Wenn es sich lohnt, Mais anzubauen, der den Boden fertig macht, um daraus ineffizient Biogas zu machen, welches dann zu dummen Strom wird (konstante Leistung) dann manchen es halt viele. Es lohnt einfach nicht , einen Rest _ Gülle Biogas Reaktor zu betreiben., Zu teuer, zu klein zu aufwendig im Unterhalt. Man hätte es verhindern können, wollte es aber nicht! Also wollte man den Mono-Maisanbau, warum auch immer!
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon django65 » 07.08.2018, 14:09

PV-Berlin hat geschrieben: Man hätte es verhindern können, wollte es aber nicht! Also wollte man den Mono-Maisanbau, warum auch immer!


Sag isch schon Jahrelang.

Der Grundgedanke Biogas war ja der, daß der Bauer aus seiner Scheiße noch Geld erzeugen kann und daß sie in niedrigen Wasserschutzzonen als Dünger genehmigt ist. Dann kamen die Inverstoren und der irrsinnige maisanbau und jetzt jammern sie weil der ertrag auf den kargen Sandböden im Osten immer weniger wird auch ohne Dürrekatastrfe.

Darum sollten nur die Veihbauern Unterstützung für Futter bekommen aber die alten LPGs und BGA Betreiber sind freie Unternehmer und eine Unternehmung kann auch in die Hose gehen.

Der Mais wurde von den Saatgut Herstellern forciert weil sie dachten, daß sie dann ihren amerikanischen Gen Mais hier einführen können. Was bisher aber offiziell nicht gelungen ist.

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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 07.08.2018, 15:03

PV-Berlin hat geschrieben:Und wer sorgt am 'besten' dafür, das WKA und PV abgeschaltet werden? Korrekt der große Sockel der KWK.

Und Braunkohle.


(und AKW, aber das jat sich ja eh bald erledigt)
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon pappnase » 07.08.2018, 17:31

PV-Berlin hat geschrieben:
Wie ich schon schrub; Kraft-Wärmekopplung auf regionaler Basis, Einbeziehung der Elektromobilität in das Energiekonzept. Technisch alles machbar - allein es fehlt der politische Wille, das Thema anzugen. Lieber stecken wirr 100te Milliarden in Badbanks,


Es ist kaum auszuhalten! Was ist KWK? Entweder man bekommt ca. 100% Wärme aus nahezu 100% der thermischen Energie oder man macht KWK; die entweder Wärme oder Strom bereitstellt, aber beides eben sehr ineffektiv.

Quark! Nix „entweder-oder“. Ein BHKW kann beides idealerweise gleichzeitig: Strom und Wärme. „Zufälligerweise“ würde das auf die üblichen Dunkelflauten passen wie Arsch auf Eimer. Dann fehlt PV+WKA-Strom und es ist kalt.
Bei kleinen KWK liegen wir bei teils oberhalb von 7.000 Bh , damit sich der Wahnsinn, trotz Förderung überhaupt rechnet.

Und in welche Gesetzestafel ist es eingemeisslt, dass dem für alle Ewigkeiten so sein muss? Wenn sich etwas ansich Gutes fehlentwickelt, muss man der Fehlentwicklung entgegensteuern (meist politisch, manchmal technisch). Das ist bei BHKWs so und das ist bei Biogas genauso. Beides gute Sachen, die sich leider z.T. Total fehlentwickelt haben.

Und wer sorgt am 'besten' dafür, das WKA und PV abgeschaltet werden? Korrekt der große Sockel der KWK.

Siehe oben.
Wir zwingt uns dazu nur 70 MW Wärmepumpen zu verbauen (2017) .

Oh Gott! Jetzt kommt wieder die unvermeidliche Wärmepumpen-Heiligsprechung des PV-Berlin.
Dies ist nur eine Frage der Steuerung! Wenn es sich lohnt, Mais anzubauen, der den Boden fertig macht, um daraus ineffizient Biogas zu machen, welches dann zu dummen Strom wird (konstante Leistung) dann manchen es halt viele. Es lohnt einfach nicht , einen Rest _ Gülle Biogas Reaktor zu betreiben., Zu teuer, zu klein zu aufwendig im Unterhalt. Man hätte es verhindern können, wollte es aber nicht! Also wollte man den Mono-Maisanbau, warum auch immer!

Siehst Du! Min reden (siehe oben). Grundidee gut, Umsetzung mangelhaft (aus welchen Motiven auch immer). Dass das so aus dem Ruder gelaufen ist ändert aber nichts daran, dass Biogas grundsätzlich eine prima Sache wäre. Statt Treibhausgas aus der Gülle nutzlos entweichen zu lassen erhält man Energie, die man speichern kann, aus der man Strom oder Wärme machen kann oder - wenn man will - sein Auto betankt. Eigentlich eine tolle Sache. Dass man für den großen Reibach kunstgedüngten und pflanzengeschützten Weizen und Mais in die Scheisse rührt, ist ja dann erst den Profitmaximierern (sprich: so Leuten, wie Du einer bist) eingefallen.
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Re: Darf man Kohle abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 08.08.2018, 17:13

@ Pappnase, bitte sich kurz mit den Hauptsätzen der Thermodynamik beschäftigen und dann noch mal antworten. Danke

Es steht dir aber frei, mit irgendeinen KWK weltweit meine 'Behauptungen' zu widerlegen oder die 'Behauptungen' zum Thema Nutzen der Thermodynamik mit Hilfe der Inverter Verdichter.

Nicht bla bla, sondern mit Werten in kWh !

*Ich habe hier so viele 'Fans' das man jede Gelegenheit gerne nutzen würde, wenn ich auch nur 'übertreiben' würde! mir eines mitzugeben. Seltsam, das diese ganzen 'Physikexperten' (11 Punkte im Abi?) möchte gerne 'Ingenieure' nur Prosa absondern und uns nie teilnehmen lassen, an den Erkenntnissen von Beobachtungen etc. .

GE wirbt mit maximal 90% ! Was schon mal hilfreich sein kann, das du vielecht noch mal nachdenken solltest!

Einsatz Gas in kWh 100% = Strom in kWh + Wärme in kWh + Verluste 10% * (Ist halt dumme Technik)
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