Darf man Atom abschreiben?

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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 04.01.2017, 18:17

gonso93 hat geschrieben: Die Frage ist ob das Land es sich leisten kann.


Ein Land kann sich alles leisten, es dauert nur halt Ewigkeiten und in Summe astronomischen Beträge. Die Ukraine wendet p.A. welchen Anteil des BIP auf? Wenn wir das in D. machen würden wollen, wäre der Teufel los, denn alle würden vom Untergang des Abendlands sprechen.


Wir können es uns ja auch leisten, die öffentlichen Investitionen seit 2000 zu halbieren. Die Frage ist doch nur, wann spürt man das? Wir können es uns leisten die niedrigste Summe für Bildung auszugeben. Und wir können es uns leisten 7.000.000 Menschen nicht zu beschäftigen &/ nicht ausreichend.

Aber der Strom ist mit 3 Cent je kWh (privilegierte Unternehmen) immer noch unbezahlbar, laut Experten wie dem Fuchs (CDU Wirtschaftsexperte) . Dass die Energiestückkosten weit unter dem Niveau von China und Island liegen, ach Gott!

Die heutigen Betreiber von Kernkraftwerken sind Zombies. Man darf froh sein, wenn sie die Pensionen aufbringen können und den maroden konventionellen Kraftwerkspark geordnet abwickeln werden.

KKW Rückbau? Wann wird der erste Rückbau beginnen können? Aha, da erinnert sich doch keine Sau mehr an Namen wie RWE und e-on, wetten das? Nur noch Insider, die sich das mit den IG Farben AG angetan haben. 8)
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon Buck Rogers » 05.01.2017, 07:41

PV-Berlin hat geschrieben:KKW Rückbau? Wann wird der erste Rückbau beginnen können? Aha, da erinnert sich doch keine Sau mehr an Namen wie RWE und e-on, wetten das? Nur noch Insider, die sich das mit den IG Farben AG angetan haben. 8)


Mühlheim-Kärlich ist zwar nicht lange gelaufen, aber der Rückbau findet bereits statt. Der Kühlturm soll beispielsweise dieses Jahr zurück gebaut werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Mülheim-Kärlich

Was die noch laufenden bzw. gerade erst abgeschalteten betrifft hast du mit Sicherheit recht. Innogy & Co werden die Unschuldslämmer mimen. :evil:
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon Ralf Hofmann » 05.01.2017, 08:36

Hi,

PV-Berlin hat geschrieben:
gonso93 hat geschrieben:KKW Rückbau? Wann wird der erste Rückbau beginnen können? Aha, da erinnert sich doch keine Sau mehr an Namen wie RWE und e-on, wetten das? Nur noch Insider, die sich das mit den IG Farben AG angetan haben. 8)


das Kernkraftwerk Rheinsberg wird ja bereits seit 12 Jahren zurückgebaut.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Rheinsberg

und aus den 1995 geplanten 420 Millionen Euro für den Rückbau sind inzwischen über 6,6 Milliarden Euro geworden. :shock:
http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenbu ... in558.html

Da wissen wir doch jetzt schon, was wir unseren Kindern und Enkeln zu Weihnachten schenken können:
Nämlich einen schicken Gutschein!

Bild
Du hast Dich Weihnachten 2025 mit EUR 250,- am Rückbau des AKW Würgassen beteiligt.
Für mehr reicht das Geld leider nicht mehr . . . :(
Die lieben Kleinen freuen sich dann bestimmt ein Loch in den Bauch! Bild
MfG
Ralf Hofmann
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon GWeberJ » 05.01.2017, 10:49

Ralf Hofmann hat geschrieben: ...und aus den 1995 geplanten 420 Millionen Euro für den Rückbau sind inzwischen über 6,6 Milliarden Euro geworden. :shock:
http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenbu ... in558.html


In Lubmin handelt es sich aber auch um 5 Reaktoren plus 3, die Bau befindlich gestoppt wurden.
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon PV-Berlin » 05.01.2017, 18:16

Ich wollte nur festhalten, dass zwischen der Abschaltung und der Demontage des Druckbehälters eine kleine Ewigkeit liegen.

Wenn mir jemand einen Kühlturm umschmeißt, hole ich auf meine Kosten den Brösel ab! *Keine Ahnung was das Sprengen kostet bzw. ob das überhaupt geht (so dicht am Druckbehälter)

* nicht kontaminierter Beton und Stahlbeton Abriss ist kein Abfall.

Ich bin mir fast sicher, dass z.B. Frankreich die Druckbehälter einfach 'einmauert' und gut ist. Die haben schon kein Geld, um die Uralt KKW zu erneuern und /oder zu modernisieren und EDF schafft es selbst auch nicht, die EE zu stemmen, da fällt ein geordneter Rückbau bis zum Ende des Jahrhunderts ins Wasser!

Wer hat schon die Aussicht 30 Jahre lang einen sicheren Job zu haben? *KKW Rückbau der großen Standorte.
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon Dringi » 05.01.2017, 18:26

PV-Berlin hat geschrieben:Wer hat schon die Aussicht 30 Jahre lang einen sicheren Job zu haben? *KKW Rückbau der großen Standorte.


Ich habe Mitte letzten Jahres mit einem RWE-Mitarbeiter gesprochen der in der Abteilung tätig ist. Ich fragte ihn nach der Zukunft von RWE (auch bis zur Rente). Er lachte und meinte, dass er sich um sich keine Sorgen macht. Der Rückbau bräuchte noch so seine Zeit und dann wäre er in Rente (er war ca. Ende 30/Anfang 40).
Wenn man jetzt eine klasse Ausbildung machen wolle und genau wüsste, dass man nicht bei RWE bleiben will und auch kann, wäre RWE imer noch eine gute Adresse.
Aber von der Idee bei RWE seine Ausbildung zu machen und 40 oder 50 Jahre später in Rente zu gehen muss man sich definitiv verabschieden.
Er sah mittel- bis langfristig in RWE ein sehr großes Stadtwerk meherer Städte mit deutlich verringerte Mitarbeiterbestand. Andererseits sah er aber auch keine Panik, dass RWE pleite gehen würde.

Also zumindest bist Du nicht allein mit Deiner Meinung des sicheren Jobs. :mrgreen:
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon Kallenpeter » 05.01.2017, 18:31

Naja, wenn man in der Atomsparte von RWE tätig ist, ist es eigentlich scheiß egal ob RWE morgen Pleite geht, dann wird halt der Staat für den Rückbau zahlen.
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon KKB68 » 06.01.2017, 09:52

Hi.

genau, und da man ja "Fachpersonal" braucht und kein Neues nachkommt nimmt man halt das was schon da ist :wink:
Erinnert mich an die Wiedereinsetzung der Richter nach dem 3. Reich... :mrgreen:
Grüße,

Klaus

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon Dringi » 06.01.2017, 10:04

KKB68 hat geschrieben:Hi.

genau, und da man ja "Fachpersonal" braucht und kein Neues nachkommt nimmt man halt das was schon da ist :wink:


Nun, bei seiner Qualifikation mache ich mir keine Sorgen. Er ist Fachpersonal ohne Anführungsstriche.
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Re: Darf man Atom abschreiben?

Beitragvon Dringi » 07.01.2017, 13:57

Realitätsverweigerung par execlence:

Bitter.jpg


Im Spiegel selber steht dann:
Plan bis 2020 - China investiert Milliarden in Ökostrom und Atomkraft

Weg von der Kohle, hin zu Sonnen- und Windenergie sowie Atomkraft: China gibt bis 2020 umgerechnet 343 Milliarden Euro für den Umbau aus. Allein 1000 größere Solarkraftwerke dürften entstehen.

(...)

Dazu zählt Energie aus Wind, Wasser und Sonne, aber auch Atomkraft.

(...)

Chinas oberste Wirtschaftsplaner (NDRC) hatten vor Kurzem einen Fünfjahresplan vorgelegt, wonach rund 138 Milliarden Euro allein in die Solarenergie fließen




Anlayse:
Gut, dann rechnen wir mal: 138 Mrd von 348 Mrd. sind 40% allein in PV. Windkraft wird ähnlich groß ausgebaut. Dazu noch Hydro. Also vermutlich nochmal mindestens soviel in Wind und Hydro.

Bleiben max. 20% oder knapp 70 Mrd. für Atomkraft über. Noch sind 20 AKW im Bau. 7 davon mit Baugebinn 2015 und 2016. Da gibt es maximal 'ne Bodenplatte. Rechnen wir mal 5 Mrd. pro AKW wären das 35 Mrd. für diese AKW. Für die anderen 13 AKW rechnen wir mal optimistisch je 1 Mrd Restkosten. Dann sind das 13 Mrd. Rest 22 Mrd. Macht max. 4 Neubaustarts bis 2020. Also eines pro Jahr.

Aber: Ich glaube, dass in Hydro und Wind mehr als 40% reingehen. Und ich glaube auch nicht, dass die 7 Neubauten bis 2020 nur 5 Mrd pro Stück kosten, sondern mehr.

Was soll da in China noch kommen?
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