Black Out, der Stromausfallbestseller

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Re: Black Out, der Stromausfallbestseller

Beitragvon GEST » 18.06.2018, 20:18

hfrik hat geschrieben:Thanks, deswegen hat eine vernünftig aufgebaute Zentrale mehrere vollständig getrennte Netze, womit ma auf dem Wegen nur auf den Bürorechner zum Briefeschreiben kommt.


Kumpel beim Stromversorger meint: "Die Vorschriften sind da eindeutig und knallhart."

Getrennte Netze sind da noch die Mindestanforderung.

Muss man also schon Stuxnet spielen, um mit dem Stromnetz zu spielen :mrgreen:
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Re: Black Out, der Stromausfallbestseller

Beitragvon pappnase » 27.06.2018, 17:20

Absolute Sicherheit in der IT ist eine Illusion. Man kann sich dieser hingeben und dadurch ruhig schlafen, am Sachverhalt ändert das nichts. Ich arbeite seit mehr als 25 Jahren im IT-Bereich und habe so manche "absolut-unmöglich-Legende" kommen und gehen sehen. Bestes Beispiel ist der Ausbruch von Schadsoftware aus einer VM auf den Host. "Absolut unmöglich" hatte bis dahin auch ich geglaubt. Falsch gedacht.
Ein weiteres Problem liegt darin, dass man es bei den Angreifern nicht zwangsläufig mit ein paar pickeligen Script-Kiddies zu tun hat. Vielmehr arbeiten nicht nur hoch professionelle Industriespione und das organisierte Verbrecher an solchen Hacks, sondern Geheimdienste großer Staaten mit schier unbegrenzten Ressourcen an Manpower und Rechenleistung. Das Thema "Cyberkrieg" sollte man nicht unterschätzen.
Selbst wir als mittelständisches Unternehmen arbeiten mit mehreren, getrennten Netzen. Das bringt einen gewissen Schutz vor simplen Angriffen (Script-Kiddies), da die Netze i.d.R. aber nur logisch, nicht aber physikalisch getrennt sind, gibt es diverse Ansatzpunkte diese Barrieren zu überwinden bzw. komplett zu umgehen. Simples Beispiel gefällig: Ein Dienstleister (Anlagenbauer) hat aus Bequemlichkeit seinen eigenen 19,90 € WLAN-AP ins abgeschottete Produktions-Netz gehängt. Das war's dann mit "Sicherheit".
Zum Teil müsste man auch gar nicht das EVU selbst angreifen sondern lediglich die Kommunikation lahmlegen. Das ist zum Teil sehr schwer zu unterbinden (DoS-Attacken, Angriff auf die Internet-Infrastruktur). Selbst wenn große Kraftwerke über eigene Netze verfügen sollten (z.B. per MPLS oder Vergleichbaren), sind Solar- und Windparks, die z.T. nur durch GSM in Netz hängen, vergleichsweise einfach aus dem Rennen zu kicken.
Und last but not least: Es muss nicht immer "das Böse" Windows die Schwachstelle sein. Spätestens im Schaltschrank haben wir es durchaus mit einer Monokultur zu tun. Da wird hierzulande der Markt von Siemens (Simatik) und ein paar wenigen anderen (Jumo, Wago etc.) beherrscht. Wer sich da nicht "knallhart" durch NAC (Network Access Control) absichert, ist im Prinzip über jede Netzwerkdose im Betrieb angreifbar (siehe oberes Beispiel mit dem WLAN-AP).
Und selbst das hilft nicht, wenn der Angriff von innen - sprich einem Mitarbeiter mit zertifizierter Hardware - kommt.
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Re: Black Out, der Stromausfallbestseller

Beitragvon hfrik » 27.06.2018, 18:40

Absolute Sicherheit, besonders an der Einzelanlage gibt es nicht. Absloute angreifbarkeit alle Anlagen ist aber ebenso schwierig. Alloe Ports abzuschalten die nicht unmittelbar benötigt werden ist eine Standardmassnahme in allen Projekten, und des öfteren auch physikalische trennung. Gegen bequemlichkeit kämft man immer wieder, korrekt. Es wäre ja auch bequemer die Einganstüre von Haus immer offen stehen zu lassen, damit man nicht an den Schlüssel denken muss.
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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Re: Black Out, der Stromausfallbestseller

Beitragvon Rhein-PV » 27.06.2018, 21:10

Ich sag mal so: Der Software-Hacker knackt das hochsichere Schloß der Haustür....

....der Old-School Terrorist kommt durch die Kellertür.

Will meinen:
Man braucht kein Softwarekünstler zu sein um Systeme zu enormen Problemen zu führen.....
Am Oberrhein.......etwas wärmer.
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