BDI will das Weltall plündern

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BDI will das Weltall plündern

Beitragvon NoOne » 26.06.2018, 14:37

Bei dieser Nachricht dachte ich mir gerade es wäre ein eigenes Thema wert, der wichtigste Teil:

spiegel.de hat geschrieben:...Der BDI schlägt laut "Welt" zudem staatlich geförderte Kredite für den Weltraumbergbau vor. ...


http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 14970.html

Ich kann mir schon denken worauf das (gute alte Spiel) hinausläuft...Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren - jetzt auch im Weltraum! Als ob wir keine anderen Probleme hätten um die wir uns hier auf der Erde erstmal kümmern sollten...bzw müssen!

Ich finde die Idee vom Prinzip (Rohstoffe aus dem All) her gut, aber die Umsetzung gefällt mir überhaupt nicht, genau wie bei den Rohstoffen auf der Erde, man sollte sich mal die Frage stellen warum sowas nicht verstaatlicht wird und dem Staat bzw damit den Menschen in einem Land zugute kommt, ich denke dabei z.B. an Norwegen mit seinen Öl Staatsfonds, warum hat man das nicht hier bei uns mit der Kohle genauso gemacht?

Mir ist natürlich klar warum, aber weil wir gerade planen auf den Weltraum zu expandieren (offensichtlich mit unseren Steuergeldern) dachte ich mir es wäre mal Zeit das man das Thema wieder anspricht, oder was meint ihr?
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon Farmjanny » 28.06.2018, 09:34

Schon richtig. Die Frage, die sich mir stellt: wird ein staatliches Unternehmen soviel Innovation und Engagement hervorbringen, um ins All zu kommen und dort realisierbare Projekte zum Abbau irgendwelcher Materialien durchziehen?
Ins All kommen ist das eine. Eine Logistik zum Mond oder gar anderen Planeten aufzustellen ist noch eine ganz andere Sache.
Ich empfehle das Buch "Limit" von Frank Schätzing.
Wie teuer muss ein Rohstoff sein (hier Tritium vom Mond) um derartigen Aufwand zu rechtfertigen.
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon alterego » 28.06.2018, 16:18

Bis auf weiteres würde ich mein Geld 2018 eher in Recycling das den Namen verdient als in die Ausbeutung des Weltraums stecken.
Von Deutschland aus kann man es aus geographischen Gründen nicht machen und Kolonien in Äquatornähe haben wir auch keine. Dann findet sich sicher auch ein Bananenstaat in dem sowas wie Haftungsfragen keine Fragen sind, die sich einem stellen 8)

Farmjanny hat geschrieben:Ich empfehle das Buch "Limit" von Frank Schätzing.

Rein literarisch würde ich das eher nicht empfehlen, ich bin nicht der einzige der findet, daß das deutliche Längen hat. Rein sachlich stecken nette Ideen drin, etwa das Thema, daß wir auch keinen zweiten Mond haben, wenn der erste mal umgeackert ist.
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon stingraz » 28.06.2018, 17:26

alterego hat geschrieben:Von Deutschland aus kann man es aus geographischen Gründen nicht machen


Wieso nicht? das zweite noch aktive sowjetische Kosmodrom https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmodrom_Plessezk liegt z.B. auf 65°N, was deutlich nördlicher ist als Flensburg. In die Umlaufbahn kommt man von dort auch, es kostet nur etwas mehr, weil weniger Energie aus der Erdrotation mitgenommen wird.

Das größere Problem in Deutschland und Mitteleuropa dürfte sein, eine Sicherheitszone "unterhalb" des Startplatzes zu finden, die nicht allzudicht besiedelt ist, wenn beim Start was schiefgeht. Cape Canaveral und Kourou haben dafür den Atlantik, Baikonur und Plessezk haben ganz viel Steppe bzw. Taiga, Wostotschnji und Vandenberg den Pazifik... Hierzulande wären mir selbst die Nord- und Ostsee nicht leer genug, um da mit großen Raketen drauf zu schießen.
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon alterego » 28.06.2018, 17:37

stingraz hat geschrieben:Das größere Problem in Deutschland und Mitteleuropa dürfte sein, eine Sicherheitszone "unterhalb" des Startplatzes zu finden, die nicht allzudicht besiedelt ist, wenn beim Start was schiefgeht.

Das fällt für mich auch unter Geographie ;)

Aber, wenn es wirtschaftlich sein soll, wird kein Weg am Äquator vorbei führen, weil die einen deutlichen Standortvorteil haben.
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon hfrik » 29.06.2018, 08:22

Nun, das ganze wird nur lohnen wenn man Roboter hat die sich selbst replizieren und mit Energie versorgen, und auch nur dann für besonders wertvlle Rohstoffe- hat man sich selbst reproduzierende Roboter kann man aber auch auf der Erde im Recykling ganz anderst agieren, und die dort vorhandene Erde besser nutzen. D.h. das wird sich nur für exotische Rohstoffe lohnen, die sich in der Erdkruste abgereichert haben, aber in Asteroiden angereichert vorkommen. Der Mod wird eher weniger ein lohnendes Ziel sein, da der Erdkruste recht ähnlich - Ausnahmen kann es aber sicher geben, da fehlen mir die Details. In Summe ein Randthema, Besiedlung mittels selbst replizierender Roboter wäre ein spannenderes Thema.
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon kalle bond » 29.06.2018, 09:13

Zunächst mal ist das eine maßlos überzogene Überschrift.
"DAS Weltall" bietet nämlich fast unendlich viel Platz und der Mensch ist mit Hilfe von Satelliten gerade mal an den Rand des Sonnensystems gekommen. Eine gewaltige technische Leistung. Nur im Vergleich müßte man sich das so vorstellen: Ein Schwimmer sitzt in Portugal am Ufer des Atlantiks und hält den großen Zeh ins Wasser. Seinen Betreuern ruft er zu: "Bin gleich in Amerika!". Vielleicht gelingt es, mittels Robo Satelliten mal ein paar kg von einem Asteroiden abzukratzen. Nur müsste es sich schon um einen Super Rohstoff handeln, der auf der ganzen Erde nicht zu finden ist, ansonsten kostenmäßig nicht darstellbar. Zeitfaktor kommt hinzu. Hin- und Rückflug dauert Jahre.
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon hfrik » 29.06.2018, 10:44

Nun, zeitfaktor und Kosten je kg spielen im klassischen Ansatz eine Rolle, und führen dazu dass es unbezajlbar wird. Bei selbst repliziereden Robotern muss man den ersten in die gewünschte position bringen, von da ab vermehren sie sich selbsstätig und fangen irgendwann zu liefern an, kostenfrei, angetrieben von der Sonne. Der einzige Ansatz der die Kosten im all auf realistische MAsse herunterbringt, den ich kenne. Allerdings führt der analoge Ansatz auf der Erde zu vernachlässigbaren kosten. Denkrichtung: sich repliziernde Roboter stellen ungenutzte Wüsten oder Weltmeere mit Solarmodulen voll, welche von den gleichen Robotern errichtete Fabriken speisen welche Kubikkilometerweise allgemein vorhandenen Dreck in ihre chemische Elemente fein säuberlich zerlegen, in hochreiner Form. Statt Dreck kann man auch jede Art von Müll nehmen. Was kann dann noch Mangelware bleiben?
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon PV-Berlin » 29.06.2018, 13:27

* PtoM

Power to Material

Die Eroberung des Weltalls in der vom BDI vorgestellten Form, wird erst dann erfolgen, wenn wir auf der Erde das Embryonalstadium überwunden haben werden.

Dies bedeutet ganz vereinfacht gesagt, das wir alle Möglichkeiten auf der Erde ausschöpfen, um Energie zu gewinnen.
Das damit weder Öl, Kohle oder Gas gemeint ist, sollte klar sein, denn es geht dabei um > 10 Potenz über unseren aktuellen Einsatz.

Das der BDI dann wohl schon lange Geschichte sein wird, ist zu vermuten.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: BDI will das Weltall plündern

Beitragvon auchdabei » 29.06.2018, 22:37

Wir sollten uns wirklich nicht damit begnügen, nur einen Planeten platt zu machen.
Michael
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http://www.sonnenertrag.eu/de/lage/auch ... 17715.html
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