52GW bis 2020 und dann?

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52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon Buck Rogers » 03.11.2018, 09:05

Hier ist zu lesen:

"Der BSW-Solar rechnet damit, dass die 52 Gigawatt somit spätestens 2020 erreicht würden. „Ohne eine Beseitigung des Solardeckels wird der erfolgreich eingeschlagene Weg in Richtung eines marktbasierten Photovoltaik-Ausbaus ein abruptes Ende finden..."

https://www.pv-magazine.de/2018/10/31/f ... -bis-2021/

Wann war noch die nächste Bundestagswahl? 2021, na solche Zufälle aber auch. :roll:
Wie wird es dann wohl weitergehen?
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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon ripper1199 » 03.11.2018, 10:22

Was bedeutet in diesem Zusammenhang Solardeckel? Die Deckel auf Einmachgläsern die Google vorschlägt sind hoffentlich nicht gemeint
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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon PV-Berlin » 03.11.2018, 10:56

Keine Aufregung, der "Deckel" von 52 GWp wird derart schnell und drastisch durchbohrt, das einem schwindlig werden wird. Dazu müssen die Strompreise nur wieder auf ein wettbewerbsfähiges Maß sich entwickeln . Aber das ist schon heute in Sicht, denn niemand in Europa wird heute noch ungestraft konventionelle Stromerzeugung subventionieren wollen. Ganz schlicht aus nur einem Grunde: Das Geld hat keiner mehr! Da auch ein KKW nach dem anderen aussteigen wird und gleichzeitig der Strombedarf bis 2025 um 30 bis 50% ansteigen wird, sollte der nominale Preis an der Börse auf ca. 7 Cent steigen.

Um es mit Dumm Lindner zu sagen! Am Ende entscheidet der 'freie Markt' !
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon dornfelder10 » 03.11.2018, 12:07

PV-Berlin hat geschrieben:Ganz schlicht aus nur einem Grunde: Das Geld hat keiner mehr! Da auch ein KKW nach dem anderen aussteigen wird und gleichzeitig der Strombedarf bis 2025 um 30 bis 50% ansteigen wird,..............


In Europa? Wie kommst Du denn da drauf? Bis 2025 wird sich beim Strombedarf nicht viel tun. Lass es 5-10% mehr sein aber dann ist auch schon super optimistisch gerechnet. 30% halte ich für völlig ausgeschlossen. Wo soll der zusätzliche Verbrauch deiner Meinung nach hin gehen?

PV-Berlin hat geschrieben:......................sollte der nominale Preis an der Börse auf ca. 7 Cent steigen.

Das halte ich zwar für nicht ausgeschlossen aber für unwahrscheinlich. Ich glaube nicht dass sich der Strompreis im Jahresdurchschnitt weit über 5 Cent/kWh erholt. Darüber passiert genau das was du geschrieben hast - der Zubau an EEs wird alle Deckel sprengen und damit den Strompreisanstieg begrenzen.

Lt. Energy Charts gab es seit 2002 kein einziges Jahr mit nominellen Strompreisen über 7 Cent/kWh. In Realpreisen war nur 2008 mit 7,5 Cent darüber, alle anderen Jahre waren bei max. 6 Cent.

Gruß

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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon PV-Berlin » 03.11.2018, 12:55

Ich zitiere mal Microsoft (Sinngemäß) : Heute verbrauchen wir so viel Strom wie Malta, bis 2025 werden wir so viel Strom benötigen, wie ein normales Industrieland mittlerer Größe !

In der Realität kauft Microsoft komplette neue WKA Parks auf! Bis auf die allerletzte Wh und das nur für die Expansion.
Und richtig groß im Cloud Geschäft ist z.B. Amazon , mein Sohn meint, das zum Gewinn der ganze Handel nur noch 5% beiträgt, die anderen 95% kommen aus dem Geschäft mit Cloud Diensten. Dazu braucht man was?

Wenn Europa in 10 Jahren nicht Dritte Welt Region sein möchte, dann sollten SAP & Co. richtig Gas geben, aber so richtig!
Heute sind schon 60% aller Neubauten im EFH Sektor mit Wärmepumpe bestückt und das obwohl das fast nur Heizungsbauer machen! Eine winzige Änderung im Steuerrecht oder in den Wärmeschutzverordnung und wir liegen bei 100% + Mobilität!

Einfach gesagt: Alles wird zu Strom und die Wissengesellschaft verballert mehr Strom, als das Industriezeitalter!

*In Singapur verballert man heute 3 mal so viel Strom für Licht, wie vor 10 Jahren und das obwohl in Singapur ausschließlich nur LED Leuchtmittel Verwendung finden.

*Meine Prognose ist noch sehr vorsichtig gerechnet.
*Leider habe ich keine Platz mehr, sonst hätte ich dies schon letztres Jahr in die Signatur aufgenommen.

*ich bin ja nicht aus Spaß pro EE, sondern aus Notwendigkeit! Weil ich Wachstum für unerlässlich halte. Intelligentes Wachstum
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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon dornfelder10 » 03.11.2018, 13:43

PV-Berlin hat geschrieben:Ich zitiere mal Microsoft (Sinngemäß) : Heute verbrauchen wir so viel Strom wie Malta, bis 2025 werden wir so viel Strom benötigen, wie ein normales Industrieland mittlerer Größe !

In der Realität kauft Microsoft komplette neue WKA Parks auf! Bis auf die allerletzte Wh und das nur für die Expansion.
Und richtig groß im Cloud Geschäft ist z.B. Amazon , mein Sohn meint, das zum Gewinn der ganze Handel nur noch 5% beiträgt, die anderen 95% kommen aus dem Geschäft mit Cloud Diensten. Dazu braucht man was?

Vorsicht, das Cloud Computing ist zu einem großen Teil eine Konzentration von heute verteilter Rechenleistung in zentrale Serverfarmen. Vor 10 Jahren ist bei mir ganztägig der PC gelaufen und hat auch in den 90% des Gammelbetriebes furchtbar ineffizient Strom gebraucht. Heute ist der Laptop und vor allem das Tablet um Faktor 3 bis >10 effizienter und die Rechenleistung steckt in der Cloud. Der Energiebedarf konzentriert sich auf die Cloudanbieter und reduziert sich bei den zig-Millionen Endanwendern.
Dass der Gesamtenergiebedarf für IT/EDV trotzdem steigen wird sehe ich auch so. Aber bis 2025 werden das nur sehr wenige % am europäischen Gesamtbedarf sein.

PV-Berlin hat geschrieben:Einfach gesagt: Alles wird zu Strom und die Wissengesellschaft verballert mehr Strom, als das Industriezeitalter!

Ja, das sehe ich auch so. Aber der Anstieg bis 2025 wird sehr moderat ausfallen. Selbst wenn der Umstieg auf Wärmepumpe und Elektroauto sehr schnell kommt wird der Gebäudebestand und die Fahrzeugflotte in 2025 nur sehr gering (EV >10%) elektrifiziert sein.

Und was ich am wenigsten glaube ist dass gleichzeitig der Strombedarf um >30% steigt und der Börsenstrompreis auf 7 Cent steigt. Wenn Strom teuer wird dann wird eher Strom eingespart. Meine Erwartung ist dass Strom extrem billig wird und das dann auch der Verbrauch deutlich ansteigt. Das passiert aber erst nach 2025 wenn der Anteil der fossilen Erzeugung vernachlässigbar wird.

Gruß

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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon alterego » 03.11.2018, 14:21

Nach EEG soll der Gesetzgeber sich rechtzeitig was überlegen. Ich sehe auch, daß das noch in dieser Legislatuperiode nötig sein wird, aber ich sehe nicht, daß es da Planungen gibt. Vielleicht ist ja die kolportierte Absenkung der Vergütung für Dachanlagen das, was sie sich ausgedacht haben, also im wesentlichen nur noch kleinere Anlagen auf (Privat-)häusern fördern und den Rest dem "Markt" überlassen. Dann könnte es noch ein paar Jahre länger reichen :roll:

Sonste sehe ich das ähnlich wie schon geschrieben, die aktuellen Ausschreibungsergebnisse liegen unter den aktuellen Börsenpreisen, die würden also sowieso nichts mehr bekommen, wenn das so bleibt. Dann ist eben Schluß mit sehr gut kalkulierbarem Risiko und es bleibt ein befriedigend kalkulierbares Risiko. Ausschreibung hat ja auch den kleinen Nachteil, daß Eigenverbruch vor Ort ausdrücklich verboten ist (außer bei negativen Preisen, aber für die paar Stunden lohnt es noch nicht da was zu planen), ohne kann man seinen Gedanken freien Lauf lassen, wie man den Strom geschickt vor Ort auf der freien Wiese vermarkten könnte.
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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon alterego » 03.11.2018, 15:56

Nachdem im anderen Thread der Entwurf gepostet wurde, sieht man etwas weiter.
Anlagen aus Ausschreibungen werden nicht mehr zu den 52GW dazugerechnet, vermutlich rückwirkend (was in dem Fall egal wäre, man könnte ja auch einfahc um die bereits gebauten Anlagen erhöhen). Dann wäre wieder etwas mehr Luft, aber auch nicht extrem viel.
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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon irgendwer » 05.11.2018, 12:33

Würde D so viele Elektroboiler wie F verwenden, dann wäre das mit dem zusätzlichen Strombedarf gelöst.
(EEG-Umlage und Stromsteuer auf fossile Brennstoffe umlegen - fertig).
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Re: 52GW bis 2020 und dann?

Beitragvon shot » 05.11.2018, 13:31

Wir reden über 52 GW total und China drüber den Zubau auf 200 GW / a zu erhöhen :oops:
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