12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

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12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon choehle » 07.09.2018, 03:05

Hallo liebe Solarteure unter den Usern hier!

habe gerade diesen schönen Vortrag von Volker Quaschning gesehen:



12,5GW fordert er. Ja, wenn ich mir das so anschaue fände ich das sehr prima, wenn wir bald jeden Mittag die Kohlekraftwerke abschalten können. Dann sind die schneller vom Netz als man gucken kann.
12,5 GW pro Jahr ist ein Haufen Zeug, von dem wir noch sehr weit entfernt sind. Wenn ich mich hier in der Straße so umschaue stelle ich fest: es gibt noch sehr (sehr sehr) viele Dächer ohne Solaranlage. Ich habe mal ein bisschen rum gefragt. Und im Wesentlichen gab es zwei Antworten:

a) Zu kompliziert - müsste ich mich erstmal mit beschäftigen, hab ich aber keine Zeit für.
b) Kostet zu viel. Noch nen Kredit? Nee, lieber in Urlaub fahren von dem Geld. Wie erkläre ich das meiner Frau?

Ich hab das mal mit ein paar meiner SMA Kollegen diskutiert und wir haben da vielleicht eine Idee. Um mal zu schauen ob man daraus ein tragfähiges Geschäft machen kann, benötige ich mal die Hilfe von euch Solarteuren:

:arrow: 1) Würde es euch Arbeit abnehmen, wenn jemand im Vorfeld die Haushalte abklappert, die nötigen Informationen sammelt, Fotos macht und euch per Email zusendet?

:arrow: 2) Welche Infos müsste man sammeln, damit ihr es leicht habt, ohne weitere Rückfragen ein Angebot erstellen zu können?

:arrow: 3) Wäret ihr bereit, für so eine Vermittlungsleistung zu bezahlen, um den Auftrag zu bekommen? Wenn ja: wie viel wäre euch das wert? Sagen wir mal für eine 2kWp Anlage, für eine 5kWp Anlage und eine 10kWp Anlage?

Über eure Hilfe würde ich mich sehr freuen!!
:danke:
Bin mal sehr gespannt, ob unsere Idee ein kleines Bisschen zu den 12,5GW beitragen kann 8)

Sonnige Grüße,
Christian
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon PV-Berlin » 07.09.2018, 08:32

Mit 2 kWp, 5 kWp oder gar gigantischen 10 kWp werden wir garantiert ganz rasant von ca. 2 GWp auf 12 GWp den Zubau wupppen können! :wink:

Als Ingenieur sollte man schon mal einen groben Überschlag im Kopf haben:

1.000 fleißige Leute wie dich, die jede Woche es schaffen 2 Anlagen 'vorzubereiten' machen am Ende wie viel Zubau?
520 MW p.A. ! Ist zwar mehr als Nix, aber bringt uns nicht wirklich weiter!


Wie wäre es denn, wenn man sich auf die Industrie und den Handel konzentriert ? Dazu ist selbstverständlich ein wenig Ausbildung notwendig (Technik bis steuerliche Fragen) . Aber da könnten selbst 100 Leute, die jeden Monat je 2 Anlagen vorbereiten, etwas erreichen. Auch nicht sooooo viel! Aber das wird Schule machen, bzw. wenn die Rahmenbedingung stimmen, werden sicher auch viele auf die Solarteure zugehen.

Es braucht dazu selbstverständlich ein wenig intelligentere Ansätze,, als das plumpe Pachtmodell.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon PV-Berlin » 07.09.2018, 08:37

Kraftwerke im Sommer abschalten? So niedrige Ziele setzt man sich?
Ich möchte bei Sonnenschein sämtliches Gas abschalten + Und alle Tankstellen 'entlasten' .

Auch im Sommer, übersteigt der Wärmebedarf der Industrie, des Handels etc. (Gas) locker > 50 GW ! Leistung
Selbst viele Freibäder werden immer noch mit Öl beheizt .

In D. benötigen wir, um vom Öl, vom Gas und von der Importsteinkohle loszukommen ca. 300 GWp PV!
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon hfrik » 07.09.2018, 09:18

Der Schlüssel liegt Netzseitig.
Solange das Gefühl verbreitet weren kann, dass eh keiner den SOalrstrom abnehmen kann wenn alle den erzeugen, werden im Hinterkopf vieler Vorbehalte sein, die zum Mund mit ganz anderen, weil besser greifbaren Argumenten herauskommen, die aber nicht tragen wenn man Solar installieren will (dann geht nämlich der Kredit den die PV-Anlage selbst abzahlt problemlos.)
Ansonsten macht es die VOrbildfunktion. Imstalliere PV und rede darüber.
Hänge ein paar Fassadenmodule auf, baue nen PV-Gartenzaun, und erkläre den leuten warum selbst das sich bei Selbstmontage bei den heutigen Modulpreisen blendend rechnet. Denn das wird zu Diskussionen führen, denn das seht quer zu den üblichen Annahmen über PV die sich nur auf perfekt ausgerichteten Süddächern und nur für Eigenverbrauch rechnet.
Provisionen werden damit aber nicht zu verdienen sein. Das ist so meine Ansicht der Dinge.
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon Spekulatius » 07.09.2018, 09:19

@Hoehle, die EEG-Vergütung läuft bei 52GWp aus, und wir liegen schon fast bei 45GWp. Die wahrscheinlichkeit dass die Groko eine Anschlussförderung beschliesst, die zu einer vergleichbaren Zubaurate wie jetzt führt, sehe ich als sehr gering. Schauen sie mal wie stark sich beide Parteien z.Z. für die Kohle machen.

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon seppelpeter » 07.09.2018, 09:50

Das Thema kam an anderer Stelle auch schon mal.
PV ist leider für sehr viele Menschen noch viel zu mysteriös, vermeintlich teuer und bürokratisch undurchsichtig.
Leider ist das politisch so auch gewollt und da hat eben fast niemand Bock drauf.

Um das ans Laufen zu bekommen helfen auch keine 1000 Indianer, die rum laufen und Projekte starten.
Es fehlt an Überzeugung, Anreiz und auch an guter Presse.
PV wird heute verteufelt als Kostentreiber der Strompreise und Renditeobjekt von schnöseligen EFH Besitzern.

Diese Gedanken müssen weg, dann würde der Zubau andere Zahlen zeigen.

Die Stromkosten aus KKW und AKW müsste die echten Kosten inkl. Rückbau, Entsorgung und Externer Effekte zeigen, dann säh die Welt ganz anders aus. Das ist aber ein Europaweites Thema, es nützt nix, wenn DE da mit einer grünen Idee VoRWEg geht.

Eine einfachere Planung, Auslegung und "Standardpakete", würden vielleicht etwas zusätzliche Kapazität heben aber ansonsten scheitert der Plan doch bereits am Handwerk. Die Branche ist doch voll und satt ... mehr wollen oder können die gar nicht umsetzen.
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon TheRisingSun » 07.09.2018, 10:25

Man darf sich aber auch nicht in teuren/komplizierten Mieterstrommodellen verheddern und Mini-Anlagen mit Speicher verkaufen sondern ganz einfach die Dächer vollmachen. Und da muss sich die Branche auch Mal selber fragen wieso man das in der Vergangenheit nicht geschafft hat statt alles auf die Politik zu schieben. Die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch wurde derart verteufelt dass jeder denkt PV lohnt sich nicht mehr, anstatt Mal zu schauen wie es zügig vorangehen kann.
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon choehle » 07.09.2018, 10:57

Erst mal vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt recht. Man muss die Blockade aus den Köpfen bekommen. Und einer oder hundert helfen da nicht viel. 1000 sind schon gut, aber die müssen dann mehr als 2 Anlagen pro Woche in die Pipeline bekommen, sondern eher so 30 8)

Es steht und fällt damit, die Zweifel zu lösen und den Kauf der Solaranlage GAAAAAANZ einfach zu machen. So einfach wie bei BMW ein Auto zu kaufen.
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon seppelpeter » 07.09.2018, 11:34

Christian, Du sitzt ja an der Quelle.
Ich behaupte mal, man kann auf jedes Haus 10 bis 22 Module legen.

Setzt euch mit Heckert zusammen und schnürt Pakete, wenn ihr glaubt damit den Markt aufrollen zu können.

Staffelpreise für die Module und das Auswahltool schlägt automatisch den passenden WR beginnend mit SB1.5/SB2.5 bis hin zum SB5.0 vor. Die Preise für diese WR sind attraktiv. AC und DC Seite pauschal.
Dazu solltet ihr versuchen das EM für 70-weich und Verbrauchsvisualisierung an den SunnyBoy günstiger zu machen. :wink:

Schick mir die Preisliste und euren Vertragspartner aus dem Handwerk für den Ruhrpott und ich laufe morgen los.
Hier stehen viele Häuser. :mrgreen:
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon timohome » 07.09.2018, 11:53

Es liegt aber auch ganz einfach an dem vielen Aufwand, warum die Leute es nicht umsetzen wollen. Da fehlen aber einfach politische Leitplanken.

Wenn ich mal ein Wunschdenken an den Tag lege, dass jeder Interessent auf EINEM Zentralen Server seine Adresse eingibt, "5 kwp möchte ich anschließen" und dort kommt, " jawoll, das Netz lässt das zu. Dann baut derjenige vielleicht auch in Eigenleistung dort auf, meldet es genau auf DIESER Server Seite, 5 KWp laufen jetzt - Ende!

Dazu müsste eine einfachere Zählerpolitik her, dass auch Rückdrehende Zähler zulässig wären. Das alles würde einen Zubau maßgeblich steigern. Schöner Trick nech, tja schade dass das alles Wunschdenken ist.

Das sind eben die zu vielen Hürden die bestehen. Die Guerilla Anlagen sind ja nicht grundlos so beliebt, weil es halt einfach ist. Zumindest höre ich das von Freunden und Bekannten oftmals.

Politisch muss eine Marschrichtung vorgegeben werden, ich will nicht sagen zwingen, aber ohne sowas macht der deutsche Michel ja nicht.
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