12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon mausc » 07.09.2018, 11:58

Über die "Zubaubeschleunigung" und die zugehörigen Hürden habe ich mir auch schon viele Gedanken gemacht.

Es mangelt sicherlich nicht an Aufklärung über PV, auch wenn über manche Quellen eher Desinformation kommt.
Im EFH-Bereich sehe ich die Hürden im Zusammenhang mit der Erwerb der Unternehmereigenschaft durch den Stromverkauf. Die meisten Leute haben vom Unternehmer sein keine Ahnung und haben da auch keine Lust drauf, noch weniger auf EÜR und USt. Da könnte ein Wegfall des EEG oder die Einführung von Netmetering einen Anschub bringen, sonst tut sich das Niemand an, der nicht absolut von den Vorteilen einer PV-Anlage überzeugt ist.
Oder eben, wenn sich der ganze Spaß bei Nulleinspeisung "rechnen" würde...

Die Leute in PV "reinzuquatschen" und dann Fersengeld zu geben ohne bei dem zu helfen, was nach der Installation der Anlage kommt, hilft dem Image der Branche auch nicht. Wenn ein dauerhafter, kostenloser(!) Ansprechpartner zur Verfügung stehen würde, in Form eines Stammtischs oder einer "Bürger-Solarberatung", dann könnte das was werden. Ist aber natürlich nur ehrenamtlich realisierbar. Wenn sich erstmal ein paar Überzeugte gefunden haben, ist die Schwelle zur Gründung einer Energiegenossenschaft, die dann gemeinsam in lohnenswertere Projekte als etliche Kleinanlagen investieren könnte, aber auch nicht mehr sonderlich hoch.

Im Gewerbebereich liegen die administrativen Hürden etwas niedriger, aber es muss einen Business Case geben oder von der Geschäftsleitung als Prestige-Objekt gewollt sein. Betrachtet man Ertrag vs. Risiko und zugehörige Versicherungswerte kann es bei Lagerhallen oder Ähnlichem auch problematisch werden.

@choehle: Schreib mir mal ne PN zur Vernetzung, wenn du magst. Komme aus deiner Nähe. ;)

Gruß
Martin
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon CaptainPicard » 07.09.2018, 12:13

Natürlich ist es immer sinnvoll Menschen von PV zu überzeugen, aber es braucht denke ich auch Gesetze und Verordnungen. Meiner Meinung nach sollte es keinen Neubau, keine Generalsanierung eines Altbaus und kein neu Eindecken eines Daches geben ohne dass nicht auch gleichzeitig eine PV-Anlage installiert wird.


TheRisingSun hat geschrieben:Man darf sich aber auch nicht in teuren/komplizierten Mieterstrommodellen verheddern und Mini-Anlagen mit Speicher verkaufen sondern ganz einfach die Dächer vollmachen.

Da gibt es leider auch unglaublich viel Desinformation dazu. Erst letztens wieder einen Fernsehbeitrag gesehen der mit dem Satz begann dass sich Einspeisung nicht mehr lohnt und es nun darum ginge den Strom selbst zu verbrauchen und ihn zu speichern. Und man sieht es ja auch hier wenn man sich die neuen Threads im Anlageplanung-Forum anschaut, fast jeden Tag schreibt hier jemand der einen Speicher möchte weil sich das Einspeisen ja nicht mehr auszahlen würde. Das müssen sie ja irgendwo aufgeschnappt haben.


timohome hat geschrieben:Dazu müsste eine einfachere Zählerpolitik her, dass auch Rückdrehende Zähler zulässig wären. Das alles würde einen Zubau maßgeblich steigern. Schöner Trick nech, tja schade dass das alles Wunschdenken ist.

Also 30 Cent Vergütung im Jahr 2018? Natürlich wäre das schön...
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon timohome » 07.09.2018, 12:48

Nein, nicht Vergütung, eben nicht zahlen. Wie ein großer Speicher eben der quasi unendlich ist. Müsste man dann über eine Pauschale nachdenken. Egal, ist nicht Realität, wird's auch nie geben, von daher...
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon lwinkelh » 07.09.2018, 13:18

mausc hat geschrieben:Es mangelt sicherlich nicht an Aufklärung über PV, auch wenn über manche Quellen eher Desinformation kommt.
Im EFH-Bereich sehe ich die Hürden im Zusammenhang mit der Erwerb der Unternehmereigenschaft durch den Stromverkauf. Die meisten Leute haben vom Unternehmer sein keine Ahnung und haben da auch keine Lust drauf, noch weniger auf EÜR und USt. Da könnte ein Wegfall des EEG oder die Einführung von Netmetering einen Anschub bringen, sonst tut sich das Niemand an, der nicht absolut von den Vorteilen einer PV-Anlage überzeugt ist.
Oder eben, wenn sich der ganze Spaß bei Nulleinspeisung "rechnen" würde...



Ich kann Martin nur recht geben! Die Bürokratie ist ein sehr großes Hemmnis in manchen Bereichen. Und in anderen Bereichen müsste sie nachlegen.

- Warum befreit man nicht Anlagen bis 10 kwp im Privatbesitz einfach von dem ganzen Triss wie Umsatzsteuer / Einkommenssteuer? Für den Fiskus kommt eh nicht viel bei rum. In Summe: Vielleicht. Aber pro Fall?
Die Anlage wird Brutto bezahlt und die Kosten können im Jahr der Anschaffung bei der Einkommensteuer abgesetzt werden. Fertig.

Und gleichzeitig wird im gewerblichen Bereich zu wenig reguliert:
- Aldi hat auf jede Filiale eine PV Anlage gesetzt. Jeden Tag werden neue Gewerbehallen und Supermärkte gebaut oder Renoviert. Wir haben doch eine Energiesparverordnung. Warum ist das zulässig, so etwas ohne PV Anlage zu bauen? Gerade dort rentiert es sich. Die Aldi Anlagen z.B. zeigen über 80% Eigenverbrauch an. Dass heißt, so ein Supermarkt "zieht" Tagsüber (Licht an, alle Kühltruhen laufen im Sommer, Klimaanlage) locker 50 kw aus dem Netz. Werden die lokal bereit gestellt, das !!! entlastet die Stromnetze.
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon PV-Berlin » 07.09.2018, 14:39

Spekulatius hat geschrieben:@Hoehle, die EEG-Vergütung läuft bei 52GWp aus, und wir liegen schon fast bei 45GWp. Die wahrscheinlichkeit dass die Groko eine Anschlussförderung beschliesst, die zu einer vergleichbaren Zubaurate wie jetzt führt, sehe ich als sehr gering. Schauen sie mal wie stark sich beide Parteien z.Z. für die Kohle machen.
Der Spekulatius :mrgreen:


Ich spende (Persönlich, anders ist es ja nicht erlaubt) zwei Tassen Kaffen und eine Keks, wenn der Altmeier einfach feststellt, dass die 52 GWp schon erreicht sind! *Ist doch üblich bei CDU & CSU + SPD 'Fakten' zu erschaffen.

Was bitte brauche ich eine EEG Vergütung?
Ich brauche nur keine Blockade und einen fairen Netzzugang für die entsprechen Unternehmen!


Vielleicht rufe ich dann auch endlich den Keks an und biete ihm einen Job an!
Ich zahle unverschämt hohe Gehälter (Mindestlohn)
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon PV-Berlin » 07.09.2018, 14:42

Wenn jemand 30 echte Interessen je Woche findenden kann, zahle ich ihm 5.000 € brutto + einem Tesla als Dienstwagen!
Sorry, manchmal kann ich kaum glauben, was die Leute hier schreiben!
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon McQ » 07.09.2018, 14:46

choehle hat geschrieben: 3) Wäret ihr bereit, für so eine Vermittlungsleistung zu bezahlen, um den Auftrag zu bekommen? Wenn ja: wie viel wäre euch das wert? Sagen wir mal für eine 2kWp Anlage, für eine 5kWp Anlage und eine 10kWp Anlage?



Moin,
also ich habe schon keine Lust mehr überhaupt weiter zu lesen. Wieviel Geld soll ich als Installateur denn mit 2 oder 5 kWp-Anlagen verdienen? Hast du irgendeine Ahnung wie viel Marge ich pro kWp an solch kleinen Anlagen habe? Wie viele Anlagen soll ich davon denn bauen um den Betrieb auch nur kostendeckend zu fahren?
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon open source energy » 07.09.2018, 14:56

Wir bekommen das auf jeden Fall nicht mit optimierten PV Anlage für den EV mit Speicher hin so viel ist klar. Ich predige seit Jahren dass die Dächer voll sein müssen und werde fast überall dabei angefeindet.

Erst gestern wieder ein Gespräch mit einem Steuerberater eines Kunden geführt.

Ja aber EV macht doch viel mehr Sinn oder? Ja klar aber Ihr Mandat kauf den Strom variabel für 18Ct/kWh ein. Dann ziehen wir die knapp 3Ct/kWh EEG Umlage ab so haben wir 15Ct Vorteil gegenüber ca. 11Ct/kWh Vergütung also 4Ct7kWh.

Der Kunde kann mit seinem Lastprofil ca. 40.000kWh Strom selber verbrauchen also reden wir über 1.600€ im Jahr...

Antwort des Steuerberaters... Was!!! Wegen 1.600€ im Jahr sollen wir so ein Aufwand betreiben... PV Anlage wird Volleinspsieung in der Gebäude GbR....
Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.

elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon PV-Berlin » 07.09.2018, 15:18

Steuerberatung? Das ist eine klare Fehlberatung!

Man macht das so: Die Gebäude GbR verpachtet das Dach für 30 Jahre an ..... ! für einen einmaligen Betrag von 1,- €!

Anlagen mit 2/ 5 kWp! :?:

Vielleicht sich als Solarteure mal die Auftragsstückkosten ausrechnen und die im Angebot auch kommunizieren . Ich kann ja nicht wirklich gut rechnen, kann mir deshalb kaum vorstellen, das man < 1.500 € kommen kann!

*In den Auftragsstückkosten sind alle Kosten abgebildet, die man weder auf Ah, Material und Anfahrten etc. aufschlagen sollte.
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Re: 12,5GW Zubau pro Jahr in DE - wie kriegen wir das hin?

Beitragvon Spekulatius » 07.09.2018, 15:28

PV-Berlin hat geschrieben:Was bitte brauche ich eine EEG Vergütung?
Ich brauche nur keine Blockade und einen fairen Netzzugang für die entsprechen Unternehmen!


Geht in die gleiche Kerbe.

Bevor man anfängt über Vertriebsansätze zu spekulieren um einen Zubau von X zu erreichen sollte man klären ob dieser Zubau mit der gegenwärtigen Gesetzeslage überhaupt möglich ist. Ich denke Niemand hier glaubt wirklich daran dass wir mit dem gegenwärtigen EEG 12,5GW per annum schaffen können. Das würde zunächst einher gehen mit einer jährlichen Degression von ca 30% (Würgedeckel) bis nach einem halben Jahr die 52GWp erreicht sind und die Vergütung auf 0 fällt. Mathematik 3. oder 4. Klasse. Und denkt hier wirklich jemand es sind 12,5GW ohne Vergütung aber mit Sonnensteuer machbar? :lol:

Die einzige sinnvolle Antwort auf die Frage im Titel lautet: EEG-Reform mit Abschaffung der 52GWp-Deckelung und Anhebung des Zielkorridors auf 12-13GWp per Annum. Alles andere ist m.E. Unfug.

Der Spekulatius :mrgreen:
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