[Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon GAST » 07.10.2016, 11:39

alterego hat geschrieben:Ich finde eher wichtig zu klären, warum bzw. in welchem Zusammenhang die Leitung überhaupt abgesperrt wurde (OT: ich finde es seltsam, daß man die überhaupt absperren kann, aber wird schon seine Gründe haben), damit das nicht auch bei anderen Kraftwerken passiert. Klar wundert man sich dann, wenn eine Checkliste für den Fall xy hunderte Punkte hat, von denen viele absolut trivial sind, aber die sind dazu da abgearbeitet zu werden und nicht zu sagen "habe ich gestern selbst aufgemacht, kann gar nicht zu sein".


Hallo,
Jede Leitung muss man absperren können, es könnte ja zu einer Leckage kommen und dann muss man ja die Leitung irgendwie entleeren bzw drucklos machen müssen um diese Instandsetzen zu können.

Was mich aber wundert das es dann keine "Sicherung" in der erforderlichen Stellung gibt.
In der Industrie ist es mittlerweile üblich sowas in zwangsweise vorgeschriebenen Sicherheitsbetrachtungen festzulegen.

Aber evtl. ist es ja bei AKW nicht vorgeschrieben sicherheitsbetrachtungen durchzuführen?? Es könnte ja dabei festgestellt werden das AKW dieser nicht standhalten??

Gruß
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon alterego » 07.10.2016, 11:54

Die fest installierten Löschwasserleitungen, an die ich dachte, sind im Normallfall trocken und werden erst bei Bedarf mit Wasser beaufschlagt, z.B. so Bild
Aber stimmt, die für die Sprinkleranlagen stehen ständig unter Druck, sonst würden die Sprinkler gar nicht richtg funktionieren.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon hfrik » 07.10.2016, 12:13

Naja, das erste, was sicher abeklärt ist, aber eben nicht in einer Pressemitteilung steht: wo ist die Leitung überhaupt? Reaktordruckbehälter oder Kantinenanbau? Und wenn im Reaktordruckbehälter, wie viele redundant ausgelegte Leitungen gibt es doer 2? 3? 4? 5? 6? Von Dieseln habe ich gehört dass die 4-fach vorhanden sind. (In Fukushima aber eben alle nebeneinander.) Löschwasserleitungen gibt es trocken und nass. Und abgesperrt wurde vermutlich bei einer Übung.
Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon Braun1 » 07.10.2016, 17:01

hfrik hat geschrieben:Nun, dat Ding ist abgeschaltet, und der erste grosse Schwung an nachzerfallswärme ist schon lange weg. Von dem her sind die Kritikalitäten naturgemäss niedriger. Wo die abgesperrte Armatur in der Löschwasserleitung ist ist nicht beschrieben, und man kann sie auch jederzeit öffnen

Nur weil es gerade kein Notfall gab und das ganze bei einer Kontrolle entdeckt wurde, ist es also kein Sicherheitsrisiko?
Dabei ist es egal wo die Leitung war.
Wenn die Kantine brennt sollte genauso das Löschwasser vorhanden sein wie wenn der Kontrollraum brennt.
Im Ernstfall rennen dann alle rum und suchen den abgesperrten Hahn :lol:

Ich finde es ja auch gut das es Kontrollen gibt und Fehler rechtzeitig gefunden werden.

Das ganze zeigt aber doch wie die Gefahr die von den KKWs ausgeht unterschätzt wird.
Im Ernstfall kann so eine Kleinigkeit wie ein nicht funktionierender Dieselgenerator Millionen von Menschen in Gefahr bringen!
Auch wenn das Risiko kleiner ist weil noch 3 weitere vorhanden sind.
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon Braun1 » 07.10.2016, 17:04

Hier ein weiteres Beispiel aus Gundremmingen.
Kein Sicherheitsrisiko weil es noch vor dem Ernstfall entdeckt wurde?
Aber vielleicht bin ich nur ein bisschen empfindlich weil das Ding nicht weit weg von mir ist. :?
Meldepflichtiges Ereignis: Während der wiederkehrenden Prüfung an den Brandschutzklappen eines Notstromdieselgebäudes von Block B schloss am 12.09.2016 eine der Klappen nicht ordnungsgemäß. Alle weiteren Klappen der betroffenen Brandabschnittsverriegelung funktionierten auslegungsgemäß. Die Branderkennung und Brandbekämpfung waren nicht beeinträchtigt. Nach Inspektion der fehlerhaften Brandschutzklappe wurde das Klappenblatt neu justiert, so dass die Prüfung wiederholt und erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Das Vorkommnis wurde gemäß den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N (Normal) eingestuft. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) ist es der Stufe 0 zuzuordnen (unterhalb der Skala, keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung). Eine Gefährdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage war damit nicht verbunden.
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon Buck Rogers » 08.10.2016, 08:28

alterego hat geschrieben:Die fest installierten Löschwasserleitungen, an die ich dachte, sind im Normallfall trocken und werden erst bei Bedarf mit Wasser beaufschlagt, z.B. so Bild
Aber stimmt, die für die Sprinkleranlagen stehen ständig unter Druck, sonst würden die Sprinkler gar nicht richtg funktionieren.


Der Grund für die Feuerlösch Trocken ist meistens in der Trinkwasserhygiene begründet, da die Feuerlösch Nass in der Regel an einem Trinkwassernetz hängt (> Stagnation großer Mengen Wasser im Rohrleitungsnetz aufgrund der großen Nennweite). Bei der Trockenvariante verbindet z.b. die Feuerwehr erst nach eintreffen die Einspeisestelle mit dem nächsten Hydranten oder eine Pumpe fängt im Alarmfall an die Leitung zu füllen (Entlüftung erfolgt automatisch). Weiter besteht die Möglichkeit an der Einspeisestelle (z.b. durch das Löschfahrzeug) ein Zusatzmittel beizumischen. Die Trockenleitung hat ferner natürlich den Vorteil, dass im Falle einer Undichtigkeit kein Wasser austritt - in der Regel wird sie ja nicht gebraucht.

Die Sache hat in größeren bzw. sehr großen Netzen allerdings einen Haken. Selbst mit den stärksten Turbopumpen kann es aufgrund des Leitungsvolumen zu lange dauern bis Wasser an der Entnahmestelle ankommt. Klassiker: lange Eisenbahn oder Straßentunnel.

Auch Sprinkleranlagen können als Trockenanlage ausgeführt werden, da ist dann zunächst nur "Druckluft" im Netz. Da kann man dann nämlich auch die Anlage mit Brandmeldern koppeln um nicht "mal eben" irgendwas unter Wasser zu setzen. Aber alles eine Frage des Anwendungsfalls was gerade Sinn macht.

Sicherheitsrelevante Ventile die im Normalbetrieb nicht abgesperrt werden dürfen sind in der Regel als "Kappenventile" ausgeführt. Ich würde davon ausgehen, dass das in dem KKW der Fall ist. Womöglich werden da aber auch verschiedene Löschbereiche automatisch.... Solange aber keine Untersuchungsberichte öffentlich werden aus denen der Ablauf und die Ursache eindeutig hervorgehen kann man halt nur mutmaßen.
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon FBonNET » 08.10.2016, 09:50

Servus,

es gibt auch Nass-Trocken Leitungen die im Bedarf geflutet werden.

Eine Kontakt Prüfung muss aber monatlich erfolgen.
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon hfrik » 10.10.2016, 09:07

Braun1 hat geschrieben:
hfrik hat geschrieben:Nun, dat Ding ist abgeschaltet, und der erste grosse Schwung an nachzerfallswärme ist schon lange weg. Von dem her sind die Kritikalitäten naturgemäss niedriger. Wo die abgesperrte Armatur in der Löschwasserleitung ist ist nicht beschrieben, und man kann sie auch jederzeit öffnen

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Also kein Risiko nicht, deswegen ja auch eine unverzügliche Behebung. Aber auch kein Grund ein grosses Risiko anzunehmen, denn im AKW sind die einfach zu überschauenden Dinge schon redundant ausgelegt. D.h. es wird erst spannend wenn mehr als 3 von 4 Dieseln nicht tun, oder mehr als 3 von $ Feuerlöschleitungen abgesperrt sind. Oder eben ein unvorhergesehenes Ereigniss (schwarzer Schwan) alle Dieselgeneratoren oder alle Löschwasserleitungen auf einmal ausfallen lässt.
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon NoOne » 11.10.2016, 16:09

Heute haben wir mal ein gehacktes Kernkraftwerk:

reuters.com hat geschrieben:A nuclear power plant became the target of a disruptive cyber attack two to three years ago, and there is a serious threat of militant attacks on such plants, the head of the United Nations nuclear watchdog said on Monday.
...
"This is not an imaginary risk," Amano told Reuters and a German newspaper during a visit to Germany that included a meeting with Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier.

http://in.reuters.com/article/nuclear-c ... NKCN12A1P1

...aber die Pro Atom Menschen werden einem versichern dass es total ungefährtlich ist...aber dass verstehen nur die besten "Experten", da kann man als 08/15 Ottonormal garnicht mitreden! :roll:
George Orwell hat geschrieben:The futher a society drifts from the truth, the more it will hate those that speak it...
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Re: [Sammelthread] Meldepflichtige AKW-Pannen

Beitragvon letsdoit » 11.10.2016, 20:26

Das hier sehe ich auch als AKW Panne - man hat sich geeinigt.....

Also 23,34 Milliarden werden es in den Fonds der 4......

http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... enfall-rwe

Alternativ würde man für dieses Geld 1,5 Flugzeugträger der Gerald R. Ford Klasse bekommen......

Die „USS Gerald R. Ford“ ist nur einer von drei Flugzeugträgern, die die US-Marine bei der Schiffswerft Newport News Shipbuilding, einem Tochterunternehmen des Rüstungskonzerns Northrop Grumman, geordert hat.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 42 Milliarden Dollar.

Na wenn das nicht mal ein guter Deal ist ! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Was sollten die Großen4 mit 1,5 Flugzeugträgern machen.....
Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
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