Warum Verbrenner keine Sünde sind

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Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon ndorphin » 21.09.2014, 18:27

Hallo,

Weil ich hier oft das Gefühl habe das Verbrenner geradzu verteufelt werden und eAutos als das Allerheilmittel für all unsere Probleme angesehen möchte ich auch mal eine Lanze für die (sparsamen) Verbrenner brechen.

Ich will natürlich keine Spritschleudern gutheißen, aber modernen Verbrenner liegen heute bei 100g CO2/km. Bei Neukauf sollte man natürlich darauf achten in diesem Bereich zu liegen, alles andere ist nicht mehr zeitgemäß, lieber etwas kleiner kaufen, >150 PS brauch doch heute wirklich keiner mehr.

eAutos sind m.E. einfach noch zu teuer und mit zu viel Kompromissen und man kann mit dem Geld sinnvolleres tut, der ökologische Effekt von den Dingern wird einfach überschätzt bzw kann ganz einfach egalsiert werden. Evtl sind eMobile die Zukunft aber bis dahin tuts auch noch ein sparsamer Verbrenner. Wer heute ein eMobil fahren möchte - kein Problem - aber bitte nicht über andere urteilen die das nicht tun.

So hier ein paar Beispiele wie man mit guten (Öko-)Gewissens einen Verbrenner kaufen kann:

1. einmal bewußt auf eine Langstecken/Mittelstrecken Flugreise zu zweit verzichten
(http://www.naturefund.de/erde/co2_rechn ... gzeug.html)
Ein Flug von Berlin nach Bail und zurück erzeugt ca 10 Tonnen CO2 pro Person, 20 Tonnen CO2 enspricht bei 100g CO/km = 200.000 km mit dem Auto egalisiert
Ein Flug von Berlin nach New York und zurück erzeugt ca 5 Tonnen CO2 pro Person, 10 Tonnen CO2 enspricht bei 100g CO/km = 100.000 km mit dem Auto egalisiert
Das sieht man das z.b. die ganzen Teslas der Stars in Hollywoods nur ökologische Feigenblätter sind. Einma jetten zum Dinner nach Übersee im Privatjet und der Tesla reißt es auch nicht mehr raus.

2. Mal im Auto nach Spanien in den Urlaub fahren (statt fliegen)
Bewußt als "Rundreise" anlegen, max 100 fahren und die sich verändernden Landschaft genießen, Sehenwürdigkeiten mitnehmen. In regionalen Hotels übernachten & dort essen, ganz andere Erfahrung als in D ins Flugzeug und dann im warmen Spanien wieder raus. Mit eAutos fast unmöglich, sie müssen ökologisch inkorrekt fliegen oder brauchen 20 Tage für ein (Ladetor-)Tour.
Flug Berlin nach Malaga und zurück 1.700 kg CO2 pro Person = 3.400 kg Gesamt = 34.000 km Auto - 2 * 3000km Autofahrt = 28.000 km Auto egalisiert

3. Das gesparte Geld im Vergleich zum eAuto ökologisch anlegen
Da gibts sicher viele Möglichkeiten:
PV Anlage kaufen / erweitern
Kaminofen einbauen und mit Holz heizen/zuheizen
...

4. Vielleich sind doch Verbrenner die Zukunft?
Wenn es bei Power-to-Liquid aus EE den Durchbruch gibt dann können Benziner mit Gasantrieb ähnlich Erd/Autogas CO2 neutral fahren, das wäre dann vermutlich das Ende der eMobiltät bevor sie richtig angefangen hat.

Also wer noch Ideen hat kann sie hier gerne einfügen.

Bitte hier keine ewigen Diskussionen warum das ein oder das andere, gibt es schon genug hier. Einfach nur mal Argumentationshilfen für den Verbrenner liefern, die eMobil Anhänger dürfen auch gern mal schweigen.

Gruß
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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon mcspar » 21.09.2014, 18:44

Seh ich komplett anders. Allein der Dreck und der Lärm in den Städten wird dem Verbrenner den Garaus machen. Man sollte mal berechnen was allein die Aufwertung der Wohnhäuser an viel befahrenen Straßen für ein Betrag wäre, wenn es keine Verbrenner mehr gäbe. Eine Aufwertung um bis zu 50 % ist hier sichlerlich möglich. Ich kenne einige, die aus ihrer Studentenbude nur aus dem Grund Straßenlärm ausgezogen sind.
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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon Redhouse » 21.09.2014, 19:30

...so ist das mit der landläufigen Meinung. Jetzt sind die e- mobile dran! 18xx war die landläufige Meinung, der menschliche Organismus wäre für hochgeschwindigkeitsreisen via Dampflok nicht ausgelegt und würde quasi pulverisiert :D

Warum gerade jetzt Elektroautos die verbrenner ablösen sollen ist mir genauso schleierhaft wie die Frage warum sich damals die verbrenner durchgesetzt haben.
Der Amerikaner Thomas Davenport baut bereits 1834 das erste Elektroauto.
1899 waren 90% aller Taxis in New York elektrisch angetrieben. Die Electric Vehicle Company hatte hunderte von Hansom-Taxis im Einsatz.

Gruß

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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon sundevil » 21.09.2014, 20:26

Der umweltaspekt ist wichtig, aber nu ein Teil der VOrteile.
Elektroautos lassen sich wesentlich unkomplizierter fahren, reagieren viel direkter, sind sehr leise, stinken nicht und man muß nicht zu einer Tankstelle fahren.

Ehrlich gesagt iste s mir völlig egal, weile tolle Technologie da noch gefunden wird, um trotz sinkender Förderung weiter Verbrennen zu können. Eine deutliche Mehrheit derer, welche länger als 2 Wochen ein Elektroauto gefahren sind, möchte so eine Rumpelkiste nicht mehr. Das fühlt sich extrem zurückgeblieben an. Ich habe meinen letzten Verbrenner vor einem hlaben jahr verkauft, weil der nur herum stand.
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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon wesozell » 21.09.2014, 21:18

Das erste Radio war ein Detektor, also ein Halbleiterempfänger. Der Halbleiter wurde allerdings nur als Gleichrichter im Demodulator eingesetzt. Die Technologie des Halbleiterverstärkers, also der Transistor stand nicht zur Verfügung. Selbst mit Riesenantennen war so ein Lautsprecherempfang nicht möglich.
Da blieb als Umweg bloß die Röhre.
Beim Auto war es ähnlich. Die wichtigste Baugruppe die fehlte war der Akku. Bleitechnologien waren und sind bis heute zu groß und schwer. Wenn dieses Problem gelöst ist, ist der Elektromotor dem Verbrenner in allen Lebenslagen haushoch überlegen. Wir brauchen nur etwas Geduld, denn im Verbrenner stecken 100 te Millionen Mannjahre Entwicklungsleistung, im Elektroauto im Vergleich fast nichts.
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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon Boelckmoeller3 » 21.09.2014, 22:12

Hallo,
all das was du hier oben zum Verbrenner begleitend vorgeschlagen hast mache ich schon zum E-Auto und noch mehr. Und nun ? :shock:
Zu den Urlaubern, Weltvögeln und Rundreisenden über alle Lüfte und Meere, wir sind hier in unserer Gegend sehr zufrieden und haben sehr lange sowas nicht mehr gemacht. Im Bekanntenkreis übertreibt es jedoch so mancher meiner Meinung nach kräftig. Scheinbar geht es vielen so gut dass sie nicht wissen wohin mit ihrem Geld, wo wir dann wieder beim E-Auto angekommen sind. :lol:
Übrigens , bei den 100 Gramm CO2 bleibt es ja nicht, die stehen da nur fürs Papier und die Steuer, spätestens beim ersten Kaltstart des neuen Verbrenners ist man da schon jenseits von gut und böse. :mrgreen:
Von lungengängigen krebserregenden Partikeln die leider nicht vorne sondern hinten herauskommen schreib ich mal nicht weiter, die muss ich aber immer noch einatmen von anderen Verkehrsteilnehmern .
Besonders "freuen" mich immer die schwarzen Wolken die auch Fahrer neuerer Dieselfahrzeuge noch gerne hinter sich und vor mir hinterlassen.

Viele Grüße:

Klaus
Zuletzt geändert von Boelckmoeller3 am 21.09.2014, 22:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon TJ0705 » 21.09.2014, 22:22

ndorphin hat geschrieben:4. Vielleich sind doch Verbrenner die Zukunft?
Wenn es bei Power-to-Liquid aus EE den Durchbruch gibt dann können Benziner mit Gasantrieb ähnlich Erd/Autogas CO2 neutral fahren, das wäre dann vermutlich das Ende der eMobiltät bevor sie richtig angefangen hat.


Hallo ndorphin,

das wäre eine üble Energieverschwendung! Du vergißt dabei, daß ein Verbrenner furchtbar uneffizient ist. Er erzeugt vor allem Wärme und nur als Nebeneffekt etwas Vortrieb.

Ein durchschnittliches EV fährt mit 12-24 kWh auf 100km, je nach Größe und Jahreszeit. Das sind nur 1-2 Liter Benzinäquivalent. Ein Verbrenner fährt realistisch nicht unter 6-15 Liter, vergleichbar bewegt. Er kann auch keine Energie zurück gewinnen, verbraucht im Stand und in der Stadt viel Energie ohne überhaupt nennenswert voran zu kommen, usw. usw. Es ist einfach ein überholtes Konzept, und der Aufwand für Abgasreinigung usw. wird immer größer, teurer und macht die Technik immer anfälliger. Ach ja, btw, ein EV ist viel einfacher aufgebaut mit viel weniger Verschleißteilen. Nur einer von vielen Vorteilen.

Fahr mal ein paar Tage ein EV. Dann weißt Du, warum kaum jemand danach noch die Technik aus dem vorletzten Jahrhundert möchte. Unterhalb einer E-Klasse kann sich kein Verbrenner komfortmässig mit nem Kompaktklasse-EV messen. Ich weiß es, ich fahre u.a. eine V8 E-Klasse mit allem Verwöhnaroma. Genau genommen steht sie sich die Reifen platt, seit ich den Leaf habe. Der rockt einfach mehr. ;-)

Was an Deiner Argumentation noch hinkt: Man kann auch eine PV-Anlage anschaffen UND ein EV. Das ist sogar eine optimale Kombination. Ich habe zusätzlich auch den von Dir genannten Kaminofen und spare mir wann immer möglich Flugreisen. Das sind alles sinnvolle Sachen, die sich nicht ausschliessen sondern ergänzen!

Grüße Dirk
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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon easylikesunday » 21.09.2014, 23:47

Natuerlich macht es mehr Sinn , Geld in PV zu installieren als in ein Elektroauto !
Natuerlich , beides ist freillich cool
Nur Elektroauto mit seinen Mehrkosten und dann auf PV verzichten ist verwerflich



Gruss
4000watt PV, Outback FM80 charge controller ,24 volt 1600 AH Battery @ C5 ,6 Kw Victron inverter charger, 1000 watt windturbine AC-coupled , 1 kw high head hydro turbine as a back up generator connected to a 100 kWh Storage lake , 300 l solar thermal
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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon ndorphin » 22.09.2014, 05:21

TJ0705 hat geschrieben:Was an Deiner Argumentation noch hinkt: Man kann auch eine PV-Anlage anschaffen UND ein EV. Das ist sogar eine optimale Kombination.


Na ja, das ist ehr ein Lösung für Leute die Geld ohne Ende haben. Reichtum verpflichtet (steht ja in useree Verfassung), die sollen das bitte auch alle so machen ohne Ausnahme. Für Normalsterbliche machts aber schon einen Unterschied: Einen alltagstauglichen 100g verbrenner gibts ab 10.000 Euro. Eine entsprechendes Elektromobil (ohne Akku Mietangebote) kostet mindestens 23.000 Euro (iMiev/C-Zero Klasse) und schnell auch 30.000++ (Leaf etc). Es also wäre eine Verhöhnung (bzw. totale Unkenntniss der Lage) großer Teile der Bevölkerung da von Peanuts zu sprechen, für die kommt einfach nur Verbrenner + PV Anlage (wenn überhaupt) in Frage. Und genau für die hab ich auch die Argumentation oben zusammengestellt.

TJ0705 hat geschrieben:Ach ja, btw, ein EV ist viel einfacher aufgebaut mit viel weniger Verschleißteilen. Nur einer von vielen Vorteilen.


Wer glaubt wird seelig, schon heute kommen die meisten Problem von der Elektrik, Batterie und Fahrwerksteilen. Davon sind eAutos genauso betroffen.
Zuletzt geändert von ndorphin am 22.09.2014, 05:52, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Warum Verbrenner keine Sünde sind

Beitragvon ndorphin » 22.09.2014, 05:48

mcspar hat geschrieben:Seh ich komplett anders. Allein der Dreck und der Lärm in den Städten wird dem Verbrenner den Garaus machen. Man sollte mal berechnen was allein die Aufwertung der Wohnhäuser an viel befahrenen Straßen für ein Betrag wäre, wenn es keine Verbrenner mehr gäbe. Eine Aufwertung um bis zu 50 % ist hier sichlerlich möglich. Ich kenne einige, die aus ihrer Studentenbude nur aus dem Grund Straßenlärm ausgezogen sind.


Ich hab selbst in einer Großstadt gewohnt, ich kenn das. Allerdings kommt der überweigende Teil von LKWs und Bussen. Da kann man auch ansetzen und Lösungen finden. Moderne Verbrenner sind da nicht das große Problem. Selbst wenn das alles eliminert ist bleiben die Abrollgeräusch der Reifen, ob eMobil oder nicht.
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