sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon Joe-Haus » 20.03.2016, 17:46

Hallo Jürgen,
natürlich darf jeder die Realität so sehen, wie er mag. Und es mag Foristen geben, die selbst die Verkürzung der Steuerbefreiung von 10 auf nur noch 5Jahre ab dem 01.01.2016 noch als eine Fördermaßnahme darzustellen vermögen. Über die Hintergründe solcher Meinungsäußerungen kann man nur mutmaßen. Wenn jemand seit ca. 6 Jahren in einem PV-Forum den Status "Interessent" besitzt und fast ausschließlich im Elektroautobereich schreibt, mache ich mir zumindest Gedanken über dessen Beweggründe, sich hier zu engagieren.

Natürlich kann man auch den Verzicht auf eine ordentliche Lademöglichkeit im EV als "marktwirtschaftliche Freiheit" darstellen und den ChaDeMo-Standard als "Minibestände" diffamieren - wie haben ja Meinungsfreiheit.

Meine Meinung geht eher in diese Richtung:
Ausländische Elektroautos unerwünscht und bei meinen Kontakten mit anderen Elektromobilisten habe ich festgestellt, dass diese Meinung von der breiten Masse DIESER Nutzer getragen wird. Aber vermutlich sind dies nur die falschen Nutzer für das Konzept der deutschen Autobauer.


JuergenII hat geschrieben: ... kein Fahrzeug aus asiatischer Fertigung, dass mehr als die lächerlichen 3,7 kW laden kann.

Dann "vergisst" Du natürlich großzügig, dass fast alle asiatischen EV den ChaDeMo-Anschluss serienmäßig und ohne Aufpreis dabeihaben. Die Basisversion des Leaf ohne ChaDeMo ist wohl eher ein MarketingGag und nicht einmal bei den eigenen Verkausfszahlen repräsentativ.

Ich bin übrigens gespannt, wie der BYD 6E mit 40kW-AC-Lader in Europa angenommen werden wird. Denn BYD baut (ebenso wie Tesla) halt keine Verbrennerfahrzeuge und bietet (wie Tesla) einen ordentlich AC-Bordlader.
[Ironie ON]Aber China liegt ja nicht in Asien und 60.000 verkaufte Elektroautos in 2015 sind nur "Peanuts" gegenüber den Erfolgen der deutschen Autobauer.[Ironie OFF] :wink:

JuergenII hat geschrieben:Irgendwie den Gesetzestext nicht richtig verstanden? Die Bundesrepublik fördert gerade 15.000 DC/AC Ladestationen vom Typ CCS/Combo2. Es steht jedem Investor frei, zusätzlich auch exotische Ladeanschlüsse zu installieren. Halt auf eigene Kosten. ...

Tja, dann würde ich Dich doch mal bitten, mir den Passus zu verlinken, wo die Förderung der "15.000 DC/AC Ladestationen vom Typ CCS/Combo2" festgeschrieben ist! Ich kenne nur ein Förderprogramm, bei dem die Förderung wegfällt /gekürzt wird, sobald man andere Steckerstandards bedient.
Und das war auch noch deutlich mickriger angelegt...

Es ist geradezu kurios, dass Du den Niedergang von ChaDeMo in Europa prognostizierst. Denn dazu muss man kein Hellseher sein, wenn die EU unter deutschem Druck die entsprechenden Gesetze verabschiedet.
An den technischen Vorteilen scheint es nicht zu liegen. Sonst würde doch BMW in Japan den i3 nicht mit ChaDeMo ausliefern (ganz ohne gesetzlichen Zwang), sondern sein technisch besseres System etablieren - oder? Als marktwirtschaftliche Entwicklung kann ich mir die protektionistischen Maßnahmen in der EU jedenfalls nicht schönreden.

Du darfst mich gern versuchen zu überzeugen - aber bitte mit Nachweisen und nicht nur mit Behauptungen!

Aber wie geschrieben haben wir Meinungsfreiheit und die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich die EU vom Leidmarkt zum Leitmarkt entwickelt. Derzeit scheint es außerhalb der EU (mit ihren "Fördermaßnahmen") irgendwie mehr vorwärts zu gehen - selbst in Europa. Siehe Norwegen und Schweiz.
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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon open source energy » 20.03.2016, 17:59

Jürgen ist halt ein großer Fan des i3. Das ist doch auch völlig okay. Wir haben den i3 nun seit Ende 2013 und können die CCS Ladevorgänge an einer Hand abzählen. Ein ordentlicher 22kW Lader wäre eine Mindestanforderung für ein MINI Wagen für 40.000€. Ich habe gehofft, dass die CCS schneller ausgerollt werden. Es ist eigentlich nur peinlich dass sich BMW und Co von Tesla so vorführen lässt.

Wenn es viele CCS gäbe, dann bräuchte man das ganze AC gedöns so oder so nicht, absolut richtig aber da es nunmal kaum CCS Lader gibt kann man halt echt nur den Kopf Schütteln.

2/3 der CCS Lader stehen bei Aldi und haben beschränkte Nutzungszeiten. Zum Studententreffen nach Nürtingen wäre ich mit dem i3 nur sehr beschwerlich gekommen. Mit dem Tesla sind wir aus München nach Hause gekommen (6%) und ich habe ihn dann an 22kW für 1,5h geladen und bin nach Nürtingen und wieder zurück gefahren und hätte zur Not noch in Stuttgart 10 min an 22kW laden können oder in LB...
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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon Joe-Haus » 20.03.2016, 20:12

open source energy hat geschrieben:Jürgen ist halt ein großer Fan des i3. Das ist doch auch völlig okay.

Natürlich. Ich bin den i3 auch ein Wochenende gefahren und die Fahrleistungen sind top.

open source energy hat geschrieben:Ein ordentlicher 22kW Lader wäre eine Mindestanforderung für ein MINI Wagen für 40.000€.

Ich bin da viel bescheidener. Schon 11kW-AC-Lader würden zum Einen dazu führen, dass man einigermaßen ohne CCS vorwärtskommt. Zum Anderen reduziert sich die Gefahr, dass zukünftig die tollen Typ2-Säulen von 3,3kW "Schnarchladern" zugeparkt werden. Und Drittens ist logischerweise die Ansteuerung einer AC-Säule einfacher und damit ihre Zuverlässigkeit gegenüber einer DC-Säule deutlich höher. Und schon Typ2-Säulen sind ja oft genug "gestört".

Wenn die EU schon regulieren will, dann sollte sie Drehstrom-AC-Lader ab einer bestimmten Akkugröße (15kWh?) verbindlich vorschreiben!

open source energy hat geschrieben:Ich habe gehofft, dass die CCS schneller ausgerollt werden. Es ist eigentlich nur peinlich dass sich BMW und Co von Tesla so vorführen lässt.

Hier schätzt Du denke ich die Strategie der deutschen Autoindustrie anders ein. Man musste abwarten.
Mit der jetzt beschlossenen Gesetzeslage können sie sich entspannt zurücklehnen und entweder Fördermittel einfordern, oder darauf warten, dass die Konkurrenz das CCS/Combo2-Netz errichtet. Warum sollten sie vorher aktiv werden, wenn es eh nur Geld verbrennt?!? Elektromobilität ist ein ungeliebtes Kind in einer von Verbrennerantrieben dominierten Autoindustrie!

open source energy hat geschrieben:Wenn es viele CCS gäbe, dann bräuchte man das ganze AC gedöns so oder so nicht, ...

Auch dies sehe ich etwas anderes. Denn es gibt Wirtschaftlichkeitsstudien die (was eigentlich auch logisch ist) belegen, dass DC-Ladung auf Grund der deutlich teureren Ladesäulen und der im Gegensatz zu verbauten Bordladern deutlich geringeren Stückzahlen erst ab einer bestimmten Ladeleistung und Auslastung Sinn ergeben. Der Schnittpunkt lag deutlich oberhalb 22kW.
400V-AC ist europaweit überall verfügbar. Die entsprechenden Typ2-Ladesäulen kosten einen Bruchteil einer CCS/Combo2-Säule. Der Zeitgewinn einer 50kW DC-Ladung gegenüber einer 22kW-AC-Ladung ist bei den Akkugrößen von <20kWh sehr gering. Es hätte m.E.n. mehr Sinn ergäben, erst eine "Grundladestruktur" in AC mit den entsprechenden Autoladern 11kW/22kW "auszurollen" und erst bei Akkugrößen >50kWh auf DC zusätzlich zu setzen.
Die heutigen CCS/Combo2-Säulen sind absehbar in wenigen Jahren leistungsmäßig veraltet und werden ausgetauscht - wie soll sich eine solche Säule amortisieren?!?
AC Typ2 bis 43kW bleibt.

Wenn ein Konzern wie VW einen skalierbaren 3,6kW-Lader nutzt, der einphasig in den PHEV und dreiphasig in den BEV eingesetzt wird sinken (bei den zu erwartenden steigenden Stückzahlen) die Preise derartig, dass ein einphasiger Lader im BEV einfach keinen Sinn mehr ergibt.
Außer natürlich, man will die Nutzer an die (kostenpflichtigen, teuren) Combo2-Ladesäulen zwingen ... :juggle:
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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon open source energy » 20.03.2016, 20:26

Ich denke aber, dass die DC CCS Lader mit extrem steiler Kurve auch deutlich günstiger werden können. Zudem haben die dann halt auch 50kW und nicht nur 22.

Ich sehe so oder so beide Leistungen nur als BEGINN und nicht als endgültige Lösung. Um EVs weiter zu verbreiten muss man die Leistung noch weiter steigern. Ich bin auch der Meinung, dass Tesla mit der aktuellen SUC Leistung auch nicht am Ende ist.

Mit einer 120kWh Batterie und rund 250kW DC Leistung ist man denke ich ordentlich unterwegs.
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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon JuergenII » 20.03.2016, 21:09

Ja, da habe ich ja den Nerv eines Foreninventars getroffen, denn es scheint ja wichtig zu sein, dass man viel schreibt um profunde Kommentare abzuliefern. Der letzte trieft aber mehr mit Polemik als mit Sachlichkeit.
Aber hier die paar Punkte, die es wehrt sind darauf zu antworten:
Natürlich kann man auch den Verzicht auf eine ordentliche Lademöglichkeit im EV als "marktwirtschaftliche Freiheit" darstellen und den ChaDeMo-Standard als "Minibestände" diffamieren - wie haben ja Meinungsfreiheit.

Nun es gibt da eine Tatsache, an der kommt selbst ein Betonkopf nicht vorbei: Der ACEA und damit die EU hat sich auf den Typ2 Standard zum laden von E-Fahrzeugen verständigt. Mit dem Typ2 wurde auch CCS ins Leben gerufen, die europäische DC Lösung in Kombination mit Typ 2. Gleichzeit wurde aber eine Empfehlung ausgesprochen auch bereits bestehende Ladesysteme zu unterstützen. In wie weit das in der Zukunft noch sinnvoll ist sei mal dahingestellt.

Nur zur Info: Mir persönlich wäre der Teslastecker am liebsten!

Wo man hier den Verzicht auf eine ordentliche Lademöglichkeit sieht entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kenne keine Europäischen EV, dass nicht an Typ 2 AC laden kann. Bis auf Renault und das Tesla Derivat von Mercedes gibt es auch kein europäisches EV, dass nicht auf Wunsch des Käufers mit einem DC Ladesystem ausgeliefert wird.
bei meinen Kontakten mit anderen Elektromobilisten habe ich festgestellt, dass diese Meinung von der breiten Masse DIESER Nutzer getragen wird. Aber vermutlich sind dies nur die falschen Nutzer für das Konzept der deutschen Autobauer.

Interessante These. Die heutige Mehrheit kauft und fährt mittlerweile EV's, die entweder gar keine Möglichkeit des DC Anschlusses bieten - wie Renault und Mercedes- oder aber auf Wunsch der Kunden mit einem CCS Anschluss angeboten werden. Wie geschrieben, nur mehr 26% der im letzten Jahr Top-Ten EV's in Europa hatte noch CHAdeMO. Ein Blick in die aktuelle Realität wäre sicher für Dich und Deine Kontakte empfehlenswert.
JuergenII hat geschrieben: ... kein Fahrzeug aus asiatischer Fertigung, dass mehr als die lächerlichen 3,7 kW laden kann.

Dann "vergisst" Du natürlich großzügig, dass fast alle asiatischen EV den ChaDeMo-Anschluss serienmäßig und ohne Aufpreis dabeihaben. Die Basisversion des Leaf ohne ChaDeMo ist wohl eher ein MarketingGag und nicht einmal bei den eigenen Verkausfszahlen repräsentativ.

Wenn Du schon zitierst, dann bitte richtig. Es ging in dem Satz ausschließlich um die AC Ladefähigkeit der heutigen Modelle. Und es steht ja den Kunden frei bei dt.Fahrzeugen - bis auf Mercedes - den DC Anschluss zu bestellen. Aber scheinbar wird er - aus welchen Gründen auch immer - gar nicht für Notwendig erachtet.

Denn BYD baut (ebenso wie Tesla) halt keine Verbrennerfahrzeuge und bietet (wie Tesla) einen ordentlich AC-Bordlader.
[Ironie ON]Aber China liegt ja nicht in Asien und 60.000 verkaufte Elektroautos in 2015 sind nur "Peanuts" gegenüber den Erfolgen der deutschen Autobauer.[Ironie OFF] :wink:
BYD baut nur Elektroautos? Das war wirklich der Lacher des Tages! Das Hauptgeschäft machen sie mit Modellen wie dem BYD F3, BYD S6, BYD M6. Das Du als Forumsinventar so was nicht weist, überrascht mich jetzt doch etwas.

Gut sie haben auch Hybride im Angebot wie den Qin, der sich in China hervorragend verkauft. Auf dem E-Gebiet ist die Modellvielfalt dann doch etwas geringer. Mit BYD e6 und ihrem BYD ebus haben sie aber zwei interessante Fahrzeuge im Angebot und in Kooperation mit Daimer den Denza.
Es ist geradezu kurios, dass Du den Niedergang von ChaDeMo in Europa prognostizierst. Denn dazu muss man kein Hellseher sein, wenn die EU unter deutschem Druck die entsprechenden Gesetze verabschiedet.

Ach nicht nur in Deutschland, auch in den USA ist der Niedergang besiegelt.
An den technischen Vorteilen scheint es nicht zu liegen. Sonst würde doch BMW in Japan den i3 nicht mit ChaDeMo ausliefern (ganz ohne gesetzlichen Zwang), sondern sein technisch besseres System etablieren - oder? Als marktwirtschaftliche Entwicklung kann ich mir die protektionistischen Maßnahmen in der EU jedenfalls nicht schönreden.

Also so blauäugig kann man doch nicht sein? BMW ist pragmatisch und bietet in jedem Exportland das Ladesystem an, dass dort Standard ist. Umgekehrt bieten die Asiaten demnächst ihre Fahrzeuge ebenfalls mit dem Europäischen Standard an. Hyundai wird der erste im Herbst sein. Ist doch alles normal. Weder Nordamerika noch China haben sich auf CHAdeMO festgelegt, die haben beide ihr eigenes DC Ladesystem. Und ja CCS ist das fortschrittlichere System. Ist ja auch kein Wunder, wurde ja auch erst später entwickelt.
Aber wie geschrieben haben wir Meinungsfreiheit und die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich die EU vom Leidmarkt zum Leitmarkt entwickelt. Derzeit scheint es außerhalb der EU (mit ihren "Fördermaßnahmen") irgendwie mehr vorwärts zu gehen - selbst in Europa. Siehe Norwegen und Schweiz.

Norwegen hat keine Automobilindustrie genauso wie die Schweiz und die diesjährigen dortigen Verkaufszahlen sind wenig schmeichelhaft für CHAdeMO Freunde: In der Schweiz sind von den Top 10 der dort verkauften EV Fahrzeuge gerade mal zwei mit CHAdeMO ausgerüstet. In Norwegen sind es zwar 4, aber das meist verkaufte EV - ich traue es mich gar nicht zu schreiben - kommt aus dem Hause VW. Im letzten Jahr hat VW fast 3x so viele E-Golfs dort verkauft wie Nissan mit dem Leaf! War der dort nicht mal führend? In der Schweiz war Tesla mit 1.566 Fahrzeugen vor BMW mit 888 i3 2015 das meist verkaufte Fahrzeug. Vom E-Soul wurden gerade mal 172 und von Leaf 145 Fahrzeuge abgesetzt.

Und auch den großen Boom und die Modellvielfalt außerhalb Deutschlands sehe ich nicht. Es geht noch alles sehr gemächlich voran. Selbst Nationen wie China, die die bezahlbare E-Mobilität wirklich vorantreibt, scheitern immer noch an den mäßigen Reichweiten der Fahrzeuge, trotz irrsinniger Subventionszahlungen.

Das wird alles besser wenn endlich bezahlbare echte > 300 Km Fahrzeuge auf dem Markt aufschlagen.Man kann jetzt ja mal raten, was die dann für Ladestecker verbaut haben.

Also Joe-Hans, schüttle Dein verstaubtes Foreninventar-Image ab, sehe die E-Welt wie sie wirklich funktioniert und suche Gesprächspartner, die Dich in die Zukunft der alternativen Mobilität mitnehmen.

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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon Joe-Haus » 20.03.2016, 22:36

JuergenII hat geschrieben:Ja, da habe ich ja den Nerv eines Foreninventars getroffen, denn es scheint ja wichtig zu sein, dass man viel schreibt um profunde Kommentare abzuliefern.

Wichtiger wären mir die Quellen. Leider kommt zu Deiner Behauptung:
" gerade15.000 DC/AC Ladestationen vom Typ CCS/Combo2. Es steht jedem Investor frei, zusätzlich auch exotische Ladeanschlüsse zu installieren." - rein NIX.

JuergenII hat geschrieben:Nun es gibt da eine Tatsache, an der kommt selbst ein Betonkopf nicht vorbei: Der ACEA und damit die EU hat sich auf den Typ2 Standard zum laden von E-Fahrzeugen verständigt.

Welche Konzerne sitzen da doch gleich federführend und verteidigt ihre Pfründe ?!? Die "Tatsache" und ihre Auswirkungen habe ich nie bestritten. Typ2 ist kein schlechtes Teil. Wenn man mal von den konstruktiven (oder preislichen?) Problemen der Buchsenseite absieht, weswegen das ursprünglichen Autoinlet ja noch einmal im Nachinein "gedreht" wurde.

JuergenII hat geschrieben:Mit dem Typ2 wurde auch CCS ins Leben gerufen, ...

Hilf mir doch bitte auf die Sprünge - wann wurde die Typ2-Spezifikation (incl. Typ2-CCS) verabschiedet und wann CCS/Combo2? Bei mir sind da irgendwie mehrere Jahre dazwischen und Typ2-CCS finde ich außer bei Tesla bei keinem Hersteller. Aber Du kannst sicher schnell mal eine Quelle liefern.

JuergenII hat geschrieben:Wie geschrieben, nur mehr 26% der im letzten Jahr Top-Ten EV's in Europa hatte noch CHAdeMO.

Um diese Zahl richtig einordnen zu können wäre es natürlich interessant zu erfahren, wie viele Prozente denn CCS/Combo2 onBoard hatten. So mit Belegen, Links o.ä. ...

JuergenII hat geschrieben:Es ging in dem Satz ausschließlich um die AC Ladefähigkeit der heutigen Modelle.

Die es bei asiatischen Fahrzeugen nach Deiner Aussage >3,7kW gar nicht gibt. Was nicht nur mit dem BYD 6E mit 40kW-AC schlicht falsch ist, denn auch die neueren Nissan laden ja mit bis zu 6,6kW - allerdings auch nur einphasig.
Der Punkt mit den BYD-Verbrennern /Hybriden geht an Dich - da habe ich gepennt. Ich beanspruche auch als "Forumsinventar" nicht die alleinige Weisheit. Wobei ich BYD als Akkuproduzent halt ein größeres Interesse an der E-Mobilität unterstelle, als den deutschen Autobauern.

JuergenII hat geschrieben:Und es steht ja den Kunden frei bei dt.Fahrzeugen - bis auf Mercedes - den DC Anschluss zu bestellen. Aber scheinbar wird er - aus welchen Gründen auch immer - gar nicht für Notwendig erachtet.

Schade, dass es dem dt. Kunden bei den (meisten) dt. E-Autos nicht frei steht, einen Drehstromlader zu ordern. Dann würden sich wohl noch weniger für die CCS/Combo2-Variante entscheiden. Schon mit Blick auf die Folgekosten ...

JuergenII hat geschrieben:BMW ist pragmatisch und bietet in jedem Exportland das Ladesystem an, dass dort Standard ist.

Dann sollte BMW auch ganz pragmatisch in Europa (seinem Stammland) die AC-Ladung anbieten, die das moderne, existierende Stromnetz und die Typ2-Spezifikation hergeben: 400V-Drehstrom und nicht einphasig wie in den USA und außerhalb der TAB der meisten Netzbetreiber, die eine solche Schieflast zumindest nicht gern sehen. Deshalb wurden in Deutschland aus den ursprünglichen 7,4kW einphasig ganz pragmatisch 4,6kW einphasige Ladeleistung. Alles für den Kunden - oder habe ich mich wieder geirrt?

JuergenII hat geschrieben:Und ja CCS ist das fortschrittlichere System.

Sicher.
Denn das heißt nur "Combined Charging System" und bezeichnet ein System, bei dem mit einem Stecker bzw. Auto-Inlet sowohl Wechselstrom als auch Gleichstrom geladen werden kann. Ist dem Typ1+ChaDeMo deutlich überlegen, da Typ1 eben nur einphasigen Wechselstrom kann ...
Typ2-CCS (wie auch EU-weit spezifiziert) ist da deutlich besser mit bis zu 43kW und die "aufgebohrte" DC-Variante von Tesla dürfte schon einen sehr vernünftigen Standard darstellen. Den es m.E.n. schon in der Praxis gab als über Combo2 noch gestritten wurde ...

Denn der Combo2-Standard ist m.E.n. kein besonders fortschrittliches System. Nicht nur der klobige Stecker, sondern auch die schon heute notwendigen Überarbeitungen /Erweiterungen deuten eher auf einen kostenorientierten "Schnellschuss" hin, um den Zug nicht Richtung Tesla abfahren zu sehen ...

JuergenII hat geschrieben:Norwegen hat keine Automobilindustrie genauso wie die Schweiz

Das scheint für die E-Mobilität eher von Vorteil. Siehe auch Niederlanden, die es trotz EU-Mitgliedschaft schaffen, landesweit Tripelllader aufzustellen ...

JuergenII hat geschrieben: ... ich traue es mich gar nicht zu schreiben - kommt aus dem Hause VW. Im letzten Jahr hat VW fast 3x so viele E-Golfs dort verkauft wie Nissan mit dem Leaf! War der dort nicht mal führend? In der Schweiz war Tesla mit 1.566 Fahrzeugen vor BMW mit 888 i3 2015 das meist verkaufte Fahrzeug. Vom E-Soul wurden gerade mal 172 und von Leaf 145 Fahrzeuge abgesetzt.

Und jetzt kommt die Kirsche auf das Sahnehäubchen: In diesen Ländern stellt man hauptsächlich Tripellader auf, die neben 400V-AC sowohl ChaDeMo als auch CCS/Combo2 anbieten!!! Man will tatsächlich alle Kundeninteressen befriedigen und möglichst viel EV-Strom umsetzen und nicht einen Teil der Kunden aussperren ...

JuergenII hat geschrieben:Also Joe-Hans, schüttle Dein verstaubtes Foreninventar-Image ab, sehe die E-Welt wie sie wirklich funktioniert und suche Gesprächspartner, die Dich in die Zukunft der alternativen Mobilität mitnehmen.

Danke dass Du mir so salbungsvoll den Weg bereitest.
Die Worte hallen in meinen Ohren wie Werbesprache und Politiker-Gesülz :juggle:
Ach nee - bin ja gar nicht gemeint ... :lol:
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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon Joe-Haus » 20.03.2016, 23:15

open source energy hat geschrieben:Ich denke aber, dass die DC CCS Lader mit extrem steiler Kurve auch deutlich günstiger werden können. Zudem haben die dann halt auch 50kW und nicht nur 22.

Da habe ich so meine Zweifel, wieviel "deutlich günstiger" wird. Klar werden die Preise fallen.
Aber während der interne AC-Lader lediglich auf die fixe Akkuspannung des Modells eingestellt wird und den Rest die vorhandene Bordelektronik übernimmt, muss ja ein externer DC-Lader alle verschiedenen Akkutypen, Ladekurven, Temperaturmanagements und verschiedenste Bordspannungen sicher beherrschen. Auch muss er mit den verschiedensten Autos aller Hersteller kommunizieren können ...
Dazu kommt, dass die Preise für Leistungshalbleitertechnik nicht linear skalieren. Die Stückzahlen bei onBoard-Ladern werden immer ein Vielfaches der von externen DC-Ladern sein. Dass man auf absehbare Zeit auf AC-onboard gänzlich verzichtet, kann ich mir eigentlich nur bei autonomen Fahrzeugen in Flotten mit definiertem Einsatzgebiet vorstellen.

open source energy hat geschrieben:Ich sehe so oder so beide Leistungen nur als BEGINN und nicht als endgültige Lösung. Um EVs weiter zu verbreiten muss man die Leistung noch weiter steigern. Ich bin auch der Meinung, dass Tesla mit der aktuellen SUC Leistung auch nicht am Ende ist.

Das sehe ich ähnlich. Aber während bei Tesla von Beginn an das technisch und wirtschaftlich sinnvolle Maximum als Ziel definiert wurde, fehlt mir bei den dt. Autobauern eine auch nur annähernd vergleichbare Umsetzung. Alle "Teslafighter", die "zum Ende des Jahrzehnt" auf den Markt kommen sollen besitzen entweder eine kastrierte Ladetechnik oder haben schlicht keine existente Infrastruktur. Daran ändert dann auch eine medienwirksame 800V-Combo2-Säule vor dem Stammwerk nichts ...
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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon -Marc- » 21.03.2016, 00:02

Wir waren heute in Bebra :wink:

http://www.goingelectric.de/forum/treff ... ml#p327001

Gruß Marc
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27 KW Speicher https://www.youtube.com/watch?v=D5HYcCLDuDw
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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon PV-Berlin » 21.03.2016, 08:32

Bei den Systemen muss man sehen, das wir in den Städten etc. je 100 Autos heute mit Sicherheit > 50 Ladestellen benötigen, soll es etwas werden mit der e-Mobilität. Genau so sehe ich das mit den Stellplätzen bei Firmen, im Handel etc. Darf, wird man jeden Stellplatz bzw. fast jeden Stellplatz aufrüsten müssen. Und sicher wäre es ganz dolle prima, wenn die alle 50 KW und mehr könnten. Massenfähig wird kein System sein wenn es mehr als 2.000 € kostet, denn die Baukosten kommen noch on top und sind nicht ganz ohne!

11 bis 22 KW wären mehr als ausreichend für die Mobilität in der Stadt. Ich glaube eben nicht das die bezahlbaren e-Mobile mit 300 km Reichweite so schnell kommen werden. Endpreise von 35.000 bis > 45.000 würde ich jetzt nicht typischerweise als bezahlbar verorten, wo der normale Private Autokunde wohl eher zum Gebrauchten greift und dort dann eher < 25.000 € zahlt.

25 kWh verfügbar, wären ja schon mal prima, das sind in der Realität dann immer > 100 km am Stück. Also 2 bis 3 h Fahrzeit in der Stadt. Für die Regionen (OSE Anwendungen) brauchte es wohl eher > 50 kWh (Beim Verbrauch eines I3) . Nur wo liegen wir da bei einem Auto, was auch so akzeptiert wird (Optik, Fahrleistung, Fahrwerk, Ausstattung etc.) ?

Kaum darzustellen für < 40.000 € Netto! Ergo nur etwas für Firmen und Pendler die ganz gut Geld bekommen.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: sundevils virtueller Stammtisch Elektromobilität

Beitragvon open source energy » 21.03.2016, 10:11

Genau @PV Berlin, daher werden sich die Autos auch erst von oben nach unten durchsetzen und mit den fallenden Zellpreisen auch die kleinen Märkte erreichen.

Für Zellpreise um die 100USD/kWh macht der Akku noch 5.000€ im Auto aus. Da wird der 22kW Lader schon anteilig zum Problem werden.
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