Einspeisevergügung und EEG-Umlage bei Anlagen >100kWp

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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Einspeisevergügung und EEG-Umlage bei Anlagen >100kWp

Beitragvon snyker » 12.10.2017, 12:54

Hallo zusammen,

ich habe mich in diesem Froum angemeldet um einer bestimmten Frage nachzugehen und hoffe, dass jemand der fit in Fragen bezüglich Einspeisevergütung und EEG-Umlage mir eine Antwort geben kann.

Im Rahmen meiner Masterarbeit befasse ich mich in einem Teilbereich mit der Einspeisung von regenerativ erzeugten Strom aus einer PV-Anlage. Dabei handelt es sich bei der aktuell installierten PV-Anlage um eine mit einer Leistung von 12kWp die im Jahre 2008 in Betrieb genommen wurde. In meinem Konzpet möchte ich die Bestandsanlage "fikitv" auf 100kWp, zum Zeitpunkt 2008, vergrößern.
Mein Konzpet beabsichtigt nach Abzug des Eigenverbrauchs den überschüssigen Solarstrom in das Netz einzuspeisen und zu vergüten. Mein Strombedarf wird komplett aus der PV-Anlage abgedeckt. Kein Fremdbezug aus dem Netz.
Wenn ich den überschüssigen Strom verkaufe erhalte ich eine Einspeisevergütung nach dem EEG. Da stellt sich mir jedoch einige Fragen bezüglich der EEG-Umlage?

Entsteht hierbei die Gegenbenheit dass die EEG-Umlage gezahlt werden muss? Wird diese nur auf den zu vergütenden Stromüberschuss angerechnet oder auch auf den selbstverbrauchten Solarstrom? Besteht die Möglichkeit einer Verringerung der EEG-Umlage da es sich um eine "Bestandsanlage" aus dem Jahre 2008 handelt ? Gilt die Verringerung nur für den Eigenverbrauch oder auch für den eingespeisten Solarstrom?

Nach diversen Recherchen bin ich leider zu keinem Ergebniss gekommen. Ich bin mir nicht sicher welche Paragraphen des EEG greifen bzw. wie ich auf diese Bezugnehmen kann um ggf. eine Befreiung von der EEG-Umlage zu erreichen. (z.B. §21, §61)

Ich würde mich sehr freuen wenn hier jemand eine Antwort auf meine Fragen hätte. Dadurch wäre mir bei der Bearbeitung meiner Masterarbeit geholfen.

Vielen Dank.
snyker
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Re: Einspeisevergügung und EEG-Umlage bei Anlagen >100kWp

Beitragvon Andre78 » 12.10.2017, 13:17

2008 gab es noch keinen vergüteten Direktverbrauch.
Das kam erst 2009.
D.h. man konnte theoretisch 2008 durchaus den Strom direkt verbrauchen. Aber dafür gab es keinerlei Vergütung.
Es war nur pure Geldverbrennung bei einer Einspeisvergütung von 44,48 cent/kWh.(@100kWp)
Das Thema EEG-Umlage auf Direktverbrauch ist bei Deiner fiktiven Zeitreise ins Jahr 2008 irrelevant, da es
dies damals nicht nicht gab. Das galt erst für PV-Anlagen mit erstmaligem Direktverbrauch ab 01.08.2014.
Alle PV-Anlagen mit erstmaligem Direktverbrauch vor 01.08.2014 müssen keinen EEG-Umlage abführen.

Aber Deine Masterarbeit ist leider nicht nur fiktiv, sondern eher ein nicht nachvollziehbares Thema, da das in der
Praxis nie vorgekommen wäre.
Denn bis 100kWp gab's damals noch 44,48 cent/kWh.
Da wäre keiner so "blöd" gewesen darauf zu verzichten, um die damals lediglich ~22ct/kWh Bezugspreis zu sparen.
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Re: Einspeisevergügung und EEG-Umlage bei Anlagen >100kWp

Beitragvon smoker59 » 12.10.2017, 13:50

snyker hat geschrieben:Mein Strombedarf wird komplett aus der PV-Anlage abgedeckt. Kein Fremdbezug aus dem Netz.

Das funktioniert nicht wenn du keinen (sehr großen) Speicher vorgesehen hast :idea:
mit freundlichem Gruß
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Re: Einspeisevergügung und EEG-Umlage bei Anlagen >100kWp

Beitragvon ElBoCaDiLlO » 12.10.2017, 13:55

smoker59 hat geschrieben:
snyker hat geschrieben:Mein Strombedarf wird komplett aus der PV-Anlage abgedeckt. Kein Fremdbezug aus dem Netz.

Das funktioniert nicht wenn du keinen (sehr großen) Speicher vorgesehen hast :idea:


es sei denn, er hatte einen sehr, sehr, sehr geringen Bedarf
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Re: Einspeisevergügung und EEG-Umlage bei Anlagen >100kWp

Beitragvon snyker » 12.10.2017, 18:57

Vielen Dank für die Antworten.

Ein Fehler meinerseits, die PV-Anlage wurde 2009 in Betrieb genommen.
Vielleicht kurz nochmal zu meinem Konzept, da die Antworten sonst in die falsche Richtung gehen.

Mein Kernthema ist der eine Machbarkeitsstudie über den EInsatz von Power-to-Gas in Verbindung mit Stromüberschüssen aus Photovoltaik. D.h. nachdem ich den nutzbaren Anteil am Solarstrom für den Eingenbedarf abgezogen habe möchte ich die entstehenden (entstandenen) Stromüberschüsse in Form eines gasförmigen Energieträgers saisonal speichern. Damit ich die Wirtschaftlichkeit dieser Anlage ermitteln kann, möchte ich einen Vergleich herstellen indem ich in einer Variante die Stromüberschüsse verkaufe und in einer anderen Variante speichere.
In den Varianten betrachte ich die Fälle:
aktuelle PV Anlage 12kWp (solarer Deckungsanteil 3,07%)
steigerung des solaren Deckungsanteils auf 20% --> Anlage wird auf 100kWP vergrößert
und steigerung des solaren Deckungsanteils auf 30% --> Anlage wird auf 270 kWp vergrößert.

Die notwendigen Größen der PV-Anlage zur deckung des gewünschten solaren Anteils habe ich vereinfacht über eine Skalierung von realen Datensätzen einer PV-Anlage erhalten. (in der Realität geht das natürlich nicht)

Daraufhin möchte ich alle Überschüsse einspeisen und die Erlöse dafür berechnen.
Jetzt stellt sich mir die Frage was für Abschläge dadbei entstehen , sprich EEG-Umlage.
Meine Idee war es, dass ich das Datum der Inbetriebnahme zurückdatiere (Vereinfachung für mich) und somit EEG-Umlage und weiter anfallenden Kosten spare.

Angenommen ich nehme das Datum von heute und dementsprechend den Vergütungssatz und die Höhe der EEG-Umlage von dem aktuellen Monat. Auf was fällt die EEG-Umlage? Muss ich nur auf den eingespeisten Strom die Umlage drauf rechnen, oder gilt das auch für den selbstverbrauchten PV-Strom. Man beachte die Anlagengröße.

Ich hoffe, dass ich jetzt vom Prinzip alles wichtige erwähnt habe und daraufhin eine Antwort mit ggf. Bezug auf die passenden § des EEG erfolgen kann.

Vielen Dank
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Re: Einspeisevergügung und EEG-Umlage bei Anlagen >100kWp

Beitragvon alterego » 13.10.2017, 11:47

Wenn die Anlage aus 2009 ist, der Nutzer des Stroms personenidentisch mit dem Betreiber der Anlage und vor dem 1.8.2014 schon Strom selbst genutzt wurde, fällt keine EEG-Umlage an. Das nennt sich Bestandsschutz.
Geregelt ist der Ausgelichsmechanismus (so nennt sich das gesamte Regelwerk, von dem für den Verbraucher am Ende nur die EEG-Umlage wichtig ist) in den §§56ff EEG2017 und einigen Verordnungen auf deren Basis, das ist aber harte Kost für einen der mit juristischen Texten nicht vertraut ist.

BTW: du solltest dich mal damit beschäftigen, was die EEG-Umlage ist und wer die bezahlt. Den zweiten Teil beantworte ich gleich mal, die EEG-Umlage bezahlt der Letztverbraucher des Stroms (oder auch nicht, sofern eine komplette oder teilweise Befreiung vorliegt), schau dir dazu mal deine private (oder die deiner Eltern) Stromrechung an.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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