EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon pvflip » 04.07.2018, 16:44

Hallo zusammen,

folgende Situation:

Ich betreibe seit dem letzten Monat eine PV-Anlage (Überschusseinspeisung) auf meinem Haus. Im Haus ist ein Gewerbe untergebracht, welches meiner Frau gehört. Die Räum vermiete ich an sie. Der erzeugte Strom wird dort auch als Eigenverbrauch genutzt. Für die gesamte Immobilie gibt es einen Stromzähler.

Im Einspeisevertrag meines Netzbetreibers tritt jetzt der Punkt der Eigenversorgung auf. Ist es in diesem Fall korrekt, dass Anlagenbetreiber (ich) und Letztverbraucher (Gewerbe meiner Frau plus Privatbereich) nicht personenidentisch sind?

Welche Konsequenzen hätte das?

Danke für Eure Hilfe.

Gruß
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon jodl » 04.07.2018, 18:23

wer lang fragt, geht lang irr.
1. einen Einspeisevertrag braucht es nicht.
2. kann das schon vielleicht so sein wie du befürchtest.
3. Konsequenz wäre daß bei Verkauf an Dritte die volle EEG Umlage fällig wird.
....
4. aber wer soll das wissen, wenn du es ihm nicht auf die Nase bindest?


Jetzt einfach mal ein Gedankenspiel: der Strombezugszähler läuft auf deinen Namen, die PV Anlage auch, du bist in deinem Haus der Letztverbraucher. Bei unter 10 kWp fällt keine EEG Umlage an.
Wer weiß überhaupt daß du eine Frau hast, daß die einem Gewerbe nachgeht, daß das in deinem Haus stattfindet und daß du ihr dazu den Strom verkaufst ?
Siehst du.
Oder glaubst du daß die Stromstasi Hausdurchsuchungen macht?
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon Kaneu » 04.07.2018, 18:39

Hallo zusammen,

pvflip hat geschrieben:Welche Konsequenzen hätte das?

Haben Deine Frau und Du einen Mietvertrag? Was regelt der denn im Bezug auf den Verbrauchsstrom?

jodl hat geschrieben:4. aber wer soll das wissen, wenn du es ihm nicht auf die Nase bindest?

Je nach genauem Konstrukt weiss es möglicherweise zumindest das Finanzamt...

Beste Grüße
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon pvflip » 04.07.2018, 18:59

Danke erst einmal für Eure Rückmeldungen.

@jodi: Ich möchte nur nicht irgendwann Ärger bekommen und daher alles sauber machen. Das Gewerbe ist eine Arztpraxis, also mehr als offensichtlich.

@Kaneu: Ja, wir haben einen Mietvertrag. Vor der PV-Anlage gab es zwei separate Zähler. Entsprechend hat meine Frau ihren Verbauch direkt mit dem Stromanbieter abgerechnet. Jetzt haben wir auf einen Zähler umgestellt. Im Mietvertrag ist nun geregelt, dass an Nebenkosten für Strom x Euro zu zahlen sind.
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon ndorphin » 04.07.2018, 19:19

Ist die Frage ob der Anteil des PV Stroms den die Praxis verbraucht mit nur einem Zähler überhaupt feststellbar ist. Und der Strom wird als Pauschale abgerechnet oder wie ist "Strom x Euro" zu verstehen?
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon Kaneu » 04.07.2018, 19:43

pvflip hat geschrieben:Ja, wir haben einen Mietvertrag. Vor der PV-Anlage gab es zwei separate Zähler. Entsprechend hat meine Frau ihren Verbauch direkt mit dem Stromanbieter abgerechnet. Jetzt haben wir auf einen Zähler umgestellt. Im Mietvertrag ist nun geregelt, dass an Nebenkosten für Strom x Euro zu zahlen sind.


ndorphin hat geschrieben:Ist die Frage ob der Anteil des PV Stroms den die Praxis verbraucht mit nur einem Zähler überhaupt feststellbar ist. Und der Strom wird als Pauschale abgerechnet oder wie ist "Strom x Euro" zu verstehen?

So verstehe ich das auch.

Dann gebe ich mal folgende Auffassung ab (als selbsternannter Steuerzahlerprofi):
  • Du "verkaufst" den PV-Strom an Deine Mieterin und musst damit als Anlagenbetreiber für jede weitergeleitete Kilowattstunde die volle EEG-Umlage an den regional zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zahlen (nur für den Anteil PV Strom)
  • Falls Du zur Regelbesteuerung optiert hast: Dieser Verkauf ist umsatzsteuerpflichtig. Die Umsatzsteuer ist von Dir an das Finanzamt abzuführen. Als Ärztin ist Deine Frau normalerweise nicht vorsteuerabzugsberechtigt (Heilbehandlungen sind von Umsatzsteuer befreit), damit kann sie sich diese nicht zurückholen
  • Der Verkauf ist in Deiner EÜR zu berücksichtigen
  • Der Anteil PV Strom lässt sich über eine Schätzung ermitteln. Das sollte als Nachweis für schlechte Zeiten gut dokumentiert sein.
Bin an weiteren Auffassungen von echten Experten ebenfalls interessiert. Ich habe hier übrigens praktisch das gleiche Szenario (aber aus den oben genannten Gründen der Komplexität läuft die Praxis meiner Frau bisher noch weiterhin auf einem getrennten Zähler mit eigenem Vertrag).
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon pvflip » 04.07.2018, 20:14

@ndorphin: Ja, es handelt sich um eine Pauschale. Es wird lediglich der Gesamtstromverbrauch der Praxis via eigenem Zähler erfasst.

@Kaneu: Ich habe die Regelbesteuerung gewählt. Ich dokumentiere fast täglich die Zählerstände. Das hieße dann konkret: Bei einem Direktverbrauch von 50 % (angenommen) und einem Gesamtverbrauch der Praxis von 3.000 kWh => 1.500 kWh * 6,79 Cent => ~ 100 Euro im Jahr. Richtig?

Deine Frau nutzt also keinen PV-Strom?
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon Kaneu » 04.07.2018, 20:28

pvflip hat geschrieben:@Kaneu: Ich habe die Regelbesteuerung gewählt. Ich dokumentiere fast täglich die Zählerstände. Das hieße dann konkret: Bei einem Direktverbrauch von 50 % (angenommen) und einem Gesamtverbrauch der Praxis von 3.000 kWh => 1.500 kWh * 6,79 Cent => ~ 100 Euro im Jahr. Richtig?

Klingt für mich plausibel (für die EEG Umlage)

pvflip hat geschrieben:Deine Frau nutzt also keinen PV-Strom?

Rechtlich und abrechnungstechnisch bisher nicht. Emotional aber schon: Da der Strom ja physikalisch den Weg des geringsten Widerstands geht benutzt sie unseren selbst produzierten "sauberen" Strom aber auch.
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon Kaneu » 04.07.2018, 20:28

pvflip hat geschrieben:@Kaneu: Ich habe die Regelbesteuerung gewählt. Ich dokumentiere fast täglich die Zählerstände. Das hieße dann konkret: Bei einem Direktverbrauch von 50 % (angenommen) und einem Gesamtverbrauch der Praxis von 3.000 kWh => 1.500 kWh * 6,79 Cent => ~ 100 Euro im Jahr. Richtig?

Klingt für mich plausibel (für die EEG Umlage)

pvflip hat geschrieben:Deine Frau nutzt also keinen PV-Strom?

Rechtlich und abrechnungstechnisch bisher nicht. Emotional aber schon: Da der Strom ja physikalisch den Weg des geringsten Widerstands geht benutzt sie unseren selbst produzierten "sauberen" Strom aber auch.
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Re: EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

Beitragvon pvflip » 04.07.2018, 20:36

Danke an alle für Eure Ratschläge! Allen einen schönen Abend.
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