EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon Gueldnerfan » 18.01.2017, 11:05

Hallo!

Mein Arbeitskollege hat folgende Frage, die ich ihm auch nach Googlen nicht beantworten konnte.

Er möchte eine ca. 18 kwp Anlage neu bauen (>10kwp). Da er Überschusseinspeisung mit Eigenverbrauch plant, muss er anteilige EEG für den Eigenverbrauch Umlage abführen.

Fragen:
1) Aus meiner Sicht muss auf die anteilige EEG-Umlage auch Mehrwertsteuer gezahlt werden.
Demnach wären die Kosten für 2017 nicht 2,75 Cent (netto), sondern 3,27 Cent (brutto)
Ist dies korrekt? Mich wundert, dass die MwSt nirgends bei Renditeberechnungen usw. ausgewiesen werden. Vielleicht habe ich aber auch falsch geguckt.

2) Die anteilige EEG-Umlage und auch die darauf enthaltene Mehrwertsteuer ist reines "Privatvergnügen" und ist nicht Bestandteil der Einnahmen-/Überschussrechnung. Korrekt?

3) Wird die Umlage über den Netzbetreiber in Rechnung gestellt? Ich nehme an, es erfolgt eine separate Rechnung, die unabhängig von den anderen Abrechnungen sind (Stromlieferung usw.)

4) Ist schon geplant, ob die anteilige EEG Umlage vom Prozentwert steigt? Aktuell ja 40% - sollen es bald 100% sein?

Danke für Eure Antworten!

Ich hoffe, ich habe diese Übersicht richtig erstellt:
EEG.jpg
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Re: EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon alterego » 19.01.2017, 18:29

Die Einheit in der Tabelle stimmt nicht, es sind Cent und nicht Euro ;)
1. Natürlich ist die Umlage netto und natürlich berechnet der VNB darauf 19 Mehrwertsteuer.
2. Wenn man den Strom privat nutzt ist das Privatvergnügen, sonst ist das natürlich Betriebsausgabe und die Mehrwertsteuer Vorsteuer. In der EÜR taucht sie einmal als Ausgabe (an den VNB) und einmal als Einnahme (Privat oder eben bei den Stromkosten im Betrieb) auf - kann man bei Privat auch auf beiden Seiten weglassen, ist aber nicht 100% korrekt.
3. keine Ahnung, ich schätze das erfolgt über die Abrechnung der Einspeisung gleich mit. Dem VNB ist es nämlich egal, was der Betreiber mit der Umlage macht. Es kann nämlich a) Privatvergngen, b) betriebsausgabe oder c) durchlaufender Posten sein. c) wenn man den Strom einem Driten verkauft (im Prinzip fällt a) auch da drunter).
4. nein, eher anders rum, auch Mieter sollen möglicherweise ohne Netzdurchleitung nur 40% zahlen. BTW: ob es überhaupt zulässig ist die Umlage für den Eigenverbruach zu erheben, wird sicher noch ein Gericht klären; das ist ja etwa so wie Bundesfernstraßenmaut zu bezahlen auch wenn man die gar nicht benutzt oder ...
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Re: EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon Gueldnerfan » 19.01.2017, 22:09

Vielen Dank für Deine Antwort, alterego,

ok, natürlich sind es Cent... aber gut, ich habe es nicht richtig ausgewiesen.... nächster Anlauf... :-)

Übersicht EEG Umlage.jpg


Ich fasse mal zusammen:

- Die anteilige EEG-Umlage ist mehrwertsteuerpflichtig und muss natürlich an das FA abgeführt werden.

- Bei Privatentnahme für Privatverbrauch ist diese NICHT in der Einnahmen- Überschussrechnung aufgeführt/in irgendeiner Weise relevant

- In Renditeberechnungen ist (daher) der Brutto-Wert abzuziehen.

- Bei einer Nach-Steuer-Rendite-Berechnung ist der Wert nach dem steuerlichen Ergebnis zu berücksichtigen (abzuziehen)
(dies bedeutet nur nochmal, dass es das steuerliche Ergebnis nicht tangiert).

Schön wäre es, wenn bezüglich des Bezahlens ein User hier postet, wie es bei ihm abgewickelt worden ist (Ursprüngliche Frage Nr. 3).

:danke:
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Re: EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon alterego » 20.01.2017, 08:57

Als Nachtrag, hattest du nicht gefragt, paßt aber zum Thema. Man könnte mit dem Finanzamt durchaus streiten, ob bei der unentgeltlichen Wertabgabe nicht eine Doppelbesteuerung vorliegt.
Da man hier die 40% (samt Mehrwertsteuer) direkt bezahlt, könnte man auf die Idee kommen das aus der Berechnungsgrundlage für die unentgeltliche Wertabgabe (dem Bezugsstrompreis, der ja auch EEG-Umlage enthält) rauszurechnen um gleich viel Mehrwertsteuer zu zahlen wie jemand, der den Strom tatsächlich vom Versorger kauft.
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Re: EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon Martin Mitterhuber » 20.03.2017, 15:32

[edit admin] gelöscht, da Werbung!
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Re: EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon gruennetz » 22.03.2017, 21:42

Die Belastung des ÜNB an den VNB erfolgt ohne Umsatzsteuer, nicht steuerbare Umsätze. Sofern eine EEG-Umlagenrechnung ohne Stromlieferung erfolgt, also einfach nur EEG-Umlagenrechnung, könnte man mal nachhaken, ob der Umsatzsteuerausweis richtig ist.

Gruß

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Re: EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon alterego » 23.03.2017, 08:41

gruennetz hat geschrieben:Die Belastung des ÜNB an den VNB erfolgt ohne Umsatzsteuer, nicht steuerbare Umsätze.

Welche Belastung und hast du da eine Quelle?
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Re: EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon gruennetz » 23.03.2017, 19:02

Der VNB gibt die monatlichen Mengen seiner Einnahmen an EEG-Umlage an den ÜNB per Bogen an. Monatliche Rechnungen von ÜNB an VNB folgen aufgrund dieser Meldung. Mittlerweile sind fast sämtl. Rechnungen von ÜNB an VNB ohne Umsatzsteuer, da Umlagen nicht steuerbar sind. War bei der KWK-Umlage/Zuschlag lange Zeit auch so. Dann haben Juristen gesagt, bei KWK-Einspeisern ist der KWK-Zuschlag im sachlichen Zusammenhang mit der Einspeisung zu sehen, daher KWK-Zuschlag an Einspeiser plus USt. SV wird allerdings nicht gemessen und abgerechnet/vergütet. Da sehe ich die Grundlage anders, ist aber nur meine persönliche Meinung.
Stromabnehmer, die ausserhalb des Höchstlastzeitfensters Leistung vermeiden und entsprechend selbst eine Zahlung erhalten (also nicht als NN-Gutschrift über den Lieferanten), bekommen diese auch ohne Umsatzsteuer.

Gruß

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Re: EEG Umlage Selbstverbrauchter Strom MwSt?

Beitragvon Fritz49 » 24.03.2017, 05:22

Moin Gueldnerfahrer,
mein Netznetreiber ( Westnetz) hat die EEG Umlage aus meine Anlage aus dem Jahre 2016 mit den Einnahmen ,
au s den Lieferungen verechnet.
Ob nun mit MWSt, oder ohne MWSt ?, da s muss ich noch nachschauen
Und den Betrag der berechneten EEG Abgabe habe ich bei der EÜR als Einnahme ( Privatverbrauch ) gebucht .
Ob das nun richtig ist weiß ich nicht ?
Ich meinte aber, daß es der einfachste Weg ist ? , und es müsste auch stimmig sein ?
Gruß
Fritz
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