2x <10kWp oder 1x >10kWp bei Selbstmontage

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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2x <10kWp oder 1x >10kWp bei Selbstmontage

Beitragvon Manpower84 » 15.03.2018, 21:55

Hallo zusammen,

ich lese immer, dass dazu geraten wird, dass man Anlagen größer 13/14kWp besser in einem Rutsch baut, als diese in zwei einzelne Anlagen je kleiner 10kWp aufzuteilen und die zweite Anlagen erst ein Jahr später in Betrieb zu nehmen.

Zwei Gründe werden i.d.R. für den Komplettbau genannt und ein Grund dagegen:
1.: Bei größeren Anlagen ist i.d.R. der kWp-Preis geringer als bei zwei kleinen Anlagen.
2.: Ungewissheit, wie sich die Vergütung und Gesetzeslage in diesem Jahr entwickelt.
3.: Gesparte (anteilige) EEG-Umlage von ca. 2,7ct/kWh, was bei einem Eigenverbrauch von 2000kWh rund 54€/Jahr bzw. 1080€ in 20 Jahren ausmacht.

Was ist aber, wenn man die beiden kleinen Anlagen selbst installiert und über einen WR und einen Zähler laufen lässt?

Zu 1.:
- Materialkosten: Sind identisch. Wenn man alles auf einmal kauft, sind auch die Versandkosten identisch, wenn man die Komponenten für die zweite Anlage später kauft, kann man ggf. etwas an den Modulen sparen, aber die zweimaligen Versandkosten machen diesen Preisvorteil zunichte. (Evtl. werden beim Umlegen der Kabel einige Kabelbinder zerstört => ein paar Euro mehr)
- Montagekosten: entfallen, da Selbstmontage
- Zur Anmeldung und Inbetriebnahme der zweiten Anlage ist wieder ein Installateur notwendig: Arbeitsumfang sollte aber sehr gering sein, sind 200 - 300€ realistisch?
- ggf. noch einmal Kosten für den Netzbetreiber (ca. 150€)
- weitere Kostenunterschiede (Annahme Gerüstmiete und Werkzeugmiete nicht notwendig)?

Zu 2.:
- Wenn man die Ankündigungen verfolgt, dann kann man notfalls ja die zweite geplante Anlage innerhalb von z.B. 2 Wochenenden aufbauen und anmelden, bevor die Gesetzesänderung wirksam wird. Folge: Man hat maximal 12 Monate den Ertrag von der zweiten Anlage verschenkt und hat dann doch eine große Anlage. Das wäre natürlich äußerst ungünstig.
Evtl. sinkt die Vergütung in dem Wartejahr, allerdings hätte doch die zweite Anlage ebenfalls den höheren Vergütungssatz von Anlagen < 10kWp, wodurch ggf. die gesunkene Vergütung ggf. ausgeglichen wird.

Zu 3.:
Die ersparte EEG-Umlage (ca. 1000€) wäre höher als die höheren Investiitionskosten (sollten unter 500€ sein).

Fazit:
Somit würde doch eine Aufteilung in zwei kleine Anlagen auch bei insgesamt mehr als 13kWp bei Selbstmontage durchaus Sinn machen, oder habe ich etwas übersehen?


Zu meiner geplanten Anlage:
Wenn meine stark vereinfachten Überlegungen richtig sind, dann stellt sich für mich die Frage, wie ich das genau umsetzen sollte, bzw. was es alles zu beachten gibt. :mrgreen:

Ich möchte insgesamt 50 Module á 300W installieren (15kWp) und diese an einem Solaredge WR betreiben. Ich habe zwei unterschiedliche Dachneigungen (Gaube: 16° => 12 Module und Hauptdach 41° => 38 Module), welche beide die gleiche Ausrichtung haben. Wichtig ist mir, dass die 38 Module auf dem Hauptdach identisch aussehen (Fullblack-Modul der gleichen Baureihe), die Module auf der Gaube können von einem anderen Hersteller sein und auch leicht ander Abmessungen haben, jedoch sollen sie auch Fullblack sein.
Bei zwei Anlagen <10kWp wäre die Aufteilung dann 33 Module jetzt in einem String und in einem Jahr dann 50 Module in zwei Strings (29 und 21 Module), wobei die Module aus der neuen und alten Anage dann in den beiden Strings gemischt wären.
Um die 38 identischen Module auf dem Hauptdach zu erhalten sehe ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder jetzt alle 50 Module kaufen. Oder jetzt 38 identische Module kaufen, davon 5 in den Keller legen und in einem Jahr die restlichen Module für die Gaube nachkaufen. Dies macht aber wenig Sinn, da ich auf dei Gaube später bei montierten Modulen nicht mehr ohne Demontage von zahlreichen anderen Modulen verlegen kann.

Hier sind meine Fragen:
- Wenn ich das gesamte Material auf einmal kaufe, benötige ich dann zwei Rechnungen oder geht das mit einer Rechnung (wegen Rückerstattung der Mehrwertsteuer)?
- Muss man ggf. die Module und das zur Inbetriebnahme benötigte Material (Dachhaken, Kabel, Optimierer) dann erst bei der zweiten Inbetriebnahme bei der Steuer abschreiben oder kann dies auf einmal bei der Inbetriebnahe der ersten 9,9kWp-Anlage erfolgen?
- Wer kann mir eine verbindliche Auskunft dazu geben, ob die zwei Anlagen an einem WR und an einem Zähler (Stichwort bilanzielle Buchhaltung) betrieben weden dürfen? Der Netzbetreiber oder die Clearingstelle?
- Ist ein vermischen der Module in den Strings erlaubt?
- Spricht etwas gegen die Montage der gesamten Unterkonstruktion für alle 50 Module jetzt sofort?


Vielen Dank für eure Antworten.

Beste Grüße
Max
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Re: 2x <10kWp oder 1x >10kWp bei Selbstmontage

Beitragvon LumpiStefan » 15.03.2018, 22:09

Du kannst auch jetzt schon alles montieren, aber nur den ersten Teil anschließen...

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Re: 2x <10kWp oder 1x >10kWp bei Selbstmontage

Beitragvon JanR » 15.03.2018, 22:16

Hi,

da du mit SE baust und folglich Optimierer einsetzt, kannst du die Module beliebig mischen. Sie müssen nicht einmal die gleiche Leistung oder den gleichen MPP-Strom haben. Das ist doch gerade der Clou an den Optimierern.

SE geht umso besser, je länger die Strings sind. 50 wäre machbar, aber damit kommst du bei 15A maximalem Optimiererstrom und 750 V nicht auf 15 KW. Von daher ist es vollkommen egal, wie du die Strings aufteilst, sie dürfen nur nicht zu kurz werden (21 sollte aber IMO noch gehen, 2x25 ist vermutlich sinnvoller).

Viele Grüße,

Jan
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Re: 2x <10kWp oder 1x >10kWp bei Selbstmontage

Beitragvon Manpower84 » 15.03.2018, 22:32

LumpiStefan hat geschrieben:Du kannst auch jetzt schon alles montieren, aber nur den ersten Teil anschließen...

Stefan

Danke und hallo Stefan,
gebe ich dann alles bei der ersten Steuererklärung an und geht es mit einer Rechnung?


JanR hat geschrieben: da du mit SE baust und folglich Optimierer einsetzt, kannst du die Module beliebig mischen. Sie müssen nicht einmal die gleiche Leistung oder den gleichen MPP-Strom haben. Das ist doch gerade der Clou an den Optimierern.

Danke und hallo Jan,
das ist mir bewusst. Deshalb können die Module auf der Gaube ja auch andere sein. Nur sollte das Dach und die Gaube in sich homogen sein. :wink:


JanR hat geschrieben:SE geht umso besser, je länger die Strings sind. 50 wäre machbar, aber damit kommst du bei 15A maximalem Optimiererstrom und 750 V nicht auf 15 KW. Von daher ist es vollkommen egal, wie du die Strings aufteilst, sie dürfen nur nicht zu kurz werden (21 sollte aber IMO noch gehen, 2x25 ist vermutlich sinnvoller).

Wieso ich 29/21 aufteilen will habe ich hier erklärt: :D
https://www.photovoltaikforum.com/efm-verschattung-durch-grose-gaube-optimale-belegu-t121795.html#p1600543


Grüße Max
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Re: 2x <10kWp oder 1x >10kWp bei Selbstmontage

Beitragvon seppelpeter » 15.03.2018, 22:49

Bei Eigenbau kann Dein Ansatz passen.
Dann solltest Du aber, bevor Du das 1. Modul legst, klären, was der Elektriker, der IBN macht und unterschreibt für den 1. Teil der Anlage haben will und wie viel für den 2. Teil fällig wird. Das sind Kosten, die Du bereits heute klären kannst.

Deine Anlage könntest Du auch sehr gut ohne SE mit 2*19 Hauptdach und 1*12 Gaube an einem Fronius Symo mit 15KVA oder einem SMA STP15000 betreiben. Gerade SE dürfte bei privatem Kauf einen nennenswerten Aufpreis bedeuten, den man sich einfach sparen kann, zumal SE bei den Voraussetzungen keinen Vorteil bringt, eher im Gegenteil.

Bauen würde ich im 1. Rutsch alles, wenn es Gerüstkosten, Deine Zeit usw. zulassen.
Bau dann 19 vom Dach und Gaube mit 12 dazu für die 1. IBN und Du bist unter 10KWp und 1 Jahr später nochmal 19 anschließen lassen. Fertig.

Deine Fragen sind steuerlich angehaucht, das solltest Du in der Steuerecke klären.

Material auf einer Rechnung sollte passen, da IBN und VSt Erstattung unabhängig voneinander sind.
Ich würde wohl 2 Mal aktivieren, im 1. und im 2. Jahr ... pv-steuer.de rechnet beides auf das Ende im 20. Jahr, was an der Stelle korrekt ist. Diskutiere das in der Steuerecke.

- Wer kann mir eine verbindliche Auskunft dazu geben, ob die zwei Anlagen an einem WR und an einem Zähler (Stichwort bilanzielle Buchhaltung) betrieben weden dürfen? Der Netzbetreiber oder die Clearingstelle?


VNB fragen kannst Du ... es reicht aber im Prinzip die Einspeisezusage für den vollen Ausbau mit der Anmerkung, dass Teil 2 erst in einem Jahr kommt.
18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5
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Re: 2x <10kWp oder 1x >10kWp bei Selbstmontage

Beitragvon Manpower84 » 15.03.2018, 23:23

Hallo seppelpeter,
vielen Dank für deine umfassende Antwort.
seppelpeter hat geschrieben: Bei Eigenbau kann Dein Ansatz passen.
Dann solltest Du aber, bevor Du das 1. Modul legst, klären, was der Elektriker, der IBN macht und unterschreibt für den 1. Teil der Anlage haben will und wie viel für den 2. Teil fällig wird. Das sind Kosten, die Du bereits heute klären kannst.

Wird gemacht sobald ich sein Angebot habe. In der Angebotsanfrage habe ich die mögliche Aufteilung auch schon erwähnt.


seppelpeter hat geschrieben:Deine Anlage könntest Du auch sehr gut ohne SE mit 2*19 Hauptdach und 1*12 Gaube an einem Fronius Symo mit 15KVA oder einem SMA STP15000 betreiben. Gerade SE dürfte bei privatem Kauf einen nennenswerten Aufpreis bedeuten, den man sich einfach sparen kann, zumal SE bei den Voraussetzungen keinen Vorteil bringt, eher im Gegenteil.

In dem oben verlinkten Thread war Fronius / SMA auch ein Thema. Ich weiß nicht, ob Du ihn Dir einmal angeschaut hast, aber der eine 19er String hätte dann teilweise sehr viele verschattet Module, während der parallele 19er String schattenfrei wäre.
Weidemann hatte dann vorgeschlagen die Gaube mit 12 unverschatteten Modulen parallel an einen MPPT anzuschließen, was aber auch nicht so einfach ist. Wenn 2x19 + 1x12, dann wäre es wohl so wie hier im ersten Bild dargestellt am ertragreichsten. (Hier hatte ich aber noch mit 48 Modulen geplant, links oben kommen noch 2 dazu.):
https://www.photovoltaikforum.com/efm-verschattung-durch-grose-gaube-optimale-belegu-t121795.html#p1597205

Ein WR mit 3 MPPT wäre optimal für mich.


LG
Max
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