§52 Abs. 2 EEG 2017 - Meldepflicht Monate vor Anlagenbau

Diskussion über das EEG sowie Verträge mit Energieversorger

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§52 Abs. 2 EEG 2017 - Meldepflicht Monate vor Anlagenbau

Beitragvon CPV » 11.01.2018, 22:46

Ich habe vor kurzem meine erste Abrechnung vom Netzbetreiber (Netze BW) für die Einspeisevergütung erhalten. Die waren überraschend flott. Kurz nach Neujahr war die Nachzahlung auf meinem Konto. Spannend ist aber die Abrechnung:

Für den Kalendermonat, in dem die Anlage ans Netz ging, wird
gemäß §52 Abs. 2 Nr. 2 EEG 2017 die Vergütung auf den Monatsmarktwert verringert. Die erstmalige Zuordnung [...] nach $21c EEG 2017 wurde nicht korrekt übermittelt.
Es gibt also nur etwa 3ct/kWh.

Ein Blick in das EEG 2017 sagt mir, dass ich etwa zwei Monate vorher die Vergütungsform hätte festlegen müssen. Da stand natürlich noch weder die Anlagenplanung noch der Installationstermin. Trotzdem hätte ich wahrscheinlich mit einem kleinen Briefchen oder vielleicht sogar durch irgendein online-Formular ein paar Euro dazu verdienen können, wenn ich davon gewusst hätte. Leider findet man dazu praktisch nirgends einen Hinweis, erst recht damals, so kurz nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung.

Kurze Frage an diejenigen, die das schon kennen:

Ist dies die gängige Interpretationen des Gesetzestextes oder gibt es realistische Chancen doch noch an 15 Euro mehr Einspeisevergütung zu kommen? Was machen andere Netzbetreiber?

Und an Solarunternehmen: Weißt ihr eure potentiellen Kunden darauf hin? Falls eine größere Anlage am 1. Juni ans Netz geht, kann der Verlust auch in den dreistelligen Bereich gehen.
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Re: §52 Abs. 2 EEG 2017 - Meldepflicht Monate vor Anlagenbau

Beitragvon Energiesparer51 » 11.01.2018, 23:01

wie groß ist denn die Anlage?
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Re: §52 Abs. 2 EEG 2017 - Meldepflicht Monate vor Anlagenbau

Beitragvon CPV » 11.01.2018, 23:14

Dass man hätte etwas melden müssen ergibt sich aus dem Gesetz, zumindest in der Netze-BW-Interpretation, die mir als Laien durchaus plausibel erscheint.

EEG 2017

§ 52 Verringerung des Zahlungsanspruchs bei Pflichtverstößen
[...]
(2) Der anzulegende Wert verringert sich auf den Monatsmarktwert,
1. [...]
2. wenn Anlagenbetreiber dem Netzbetreiber die Zuordnung zu oder den Wechsel zwischen den verschiedenen Veräußerungsformen nach § 21b Absatz 1 nicht nach Maßgabe des § 21c übermittelt haben,
[...]

§ 21c Verfahren für den Wechsel
(1) Anlagenbetreiber müssen dem Netzbetreiber vor Beginn des jeweils vorangehenden Kalendermonats mitteilen, wenn sie erstmals Strom in einer Veräußerungsform nach § 21b Absatz 1 Satz 1 veräußern oder wenn sie zwischen den Veräußerungsformen wechseln. Im Fall der Ausfallvergütung reicht es aus, wenn der Wechsel in die Einspeisevergütung oder aus dieser heraus dem Netzbetreiber abweichend von Satz 1 bis zum fünftletzten Werktag des Vormonats mitgeteilt wird.
[...]

§ 21b Zuordnung zu einer Veräußerungsform, Wechsel
(1) Anlagenbetreiber müssen jede Anlage einer der folgenden Veräußerungsformen zuordnen:
1. der Marktprämie nach § 20,
2. der Einspeisevergütung nach § 21 Absatz 1 und 2, auch in der Form der Ausfallvergütung,
3. dem Mieterstromzuschlag nach § 21 Absatz 3 oder
4. der sonstigen Direktvermarktung nach § 21a.
[...]



Diese Kombination kann man durchaus so interpretieren, dass ich vor Beginn des jeweils vorangehenden Kalendermonats hätte melden müssen, dass ich die Einspeisevergütung haben möchte, oder übersehe ich etwas.
Zuletzt geändert von CPV am 11.01.2018, 23:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: §52 Abs. 2 EEG 2017 - Meldepflicht Monate vor Anlagenbau

Beitragvon CPV » 11.01.2018, 23:16

Energiesparer51 hat geschrieben:wie groß ist denn die Anlage?


5,3 kWp

Ich konnte im Gesetz aber keine Anlagenuntergrenze für diese Meldepflicht finden.
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Re: §52 Abs. 2 EEG 2017 - Meldepflicht Monate vor Anlagenbau

Beitragvon JayM » 11.01.2018, 23:54

CPV hat geschrieben:
Energiesparer51 hat geschrieben:wie groß ist denn die Anlage?


5,3 kWp

Ich konnte im Gesetz aber keine Anlagenuntergrenze für diese Meldepflicht finden.
Die Frage ist nicht nach der Größe, sonder was bei einer Neuanlage passieren muss. Ich denke das ist der pure Bullshit und reine Schikane. Das so zu verwalten kostet mehr als da "eingespart" wird.

Gruß
Jochen

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Re: §52 Abs. 2 EEG 2017 - Meldepflicht Monate vor Anlagenbau

Beitragvon Energiesparer51 » 12.01.2018, 11:40

Meine Frage nach der leistung zielte darauf ab, ob es möglicherweise in die verpflichtende Direktvermarktung geht.

die Frist laut Gesetz lese ich jetzt hier heraus:
Im Fall der Ausfallvergütung reicht es aus, wenn der Wechsel in die Einspeisevergütung oder aus dieser heraus dem Netzbetreiber abweichend von Satz 1 bis zum fünftletzten Werktag des Vormonats mitgeteilt wird.
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