Elektroauto mit PV Strom laden



Warum ist die passende Wallbox wichtig?

Der Boom der Elektroautos hat anfangs vor allem beim Thema Laden ein großes Fragezeichen aufgeworfen. Immer wieder wurde hinterfragt ob die Ladeinfrastruktur den schnellen Zuwachs an Elektroautos gewachsen ist. Doch obwohl die öffentliche Ladeinfrastruktur teilweise noch nachwinkt, hat sich vor allem im Bereich der privaten Ladestationen einiges getan. Wenn dann eine PV Anlage auch noch vorhanden ist, möchte man natürlich gleich seinen eigenen Strom zum Laden verwenden. Aus diesem Grund wurden auch nach und nach Wallboxen entwickelt, die direkt mit dem Wechselrichter und somit mit der PV Anlage gekoppelt sind. Wie auch zum Beispiel der Wattpilot von Fronius.


Der Wattpilot selbst ist grundsätzlich eine klassische Wallbox. Wie man es kennt, wird das Auto angesteckt und beginnt zu laden. Doch das reicht uns nicht. Wir wollen ja schließlich intelligent laden und wenn möglich dazu immer unseren eigenen Strom verwenden anstatt diesen teuer einzukaufen. Neben dem klassischen Laden, kann dieser aber auch mit dem Wechselrichter kommunizieren. Damit Wallbox und Wechselrichter kompatibel sind, müssen diese meist vom selben Hersteller sein. Das ist auch hier ähnlich. Wer bereits einen Fronius Wechselrichter hat oder plant einen zu kaufen, kann auch den Wattpilot mit all seinen Funktionen verwenden. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit mit einer zusätzlichen Datamanager Box von Fronius den Wattpilot auch mit anderen Wechselrichtern fit zu machen. Wie erwähnt funktioniert er aber auch ganz ohne Wechselrichter als normale Wallbox. Uns interessiert aktuell aber vielmehr wie Wattpilot und Wechselrichter zusammenspielen um mit seinem PV Strom das Auto intelligent laden zu können.



Fronius Wattpilot im Eco Mode

Zuallererst benötigen wir natürlich den Wechselrichter, an dem auch die PV Module angeschlossen sind. Dieser ist zudem mit dem Smart Meter von Fronius via Modbus-Datenleitung verbunden. Der Smart Meter ist direkt im Einspeisepunkt installiert und misst sowohl Leistung, die vom Netz bezogen wird, als auch jene, die ins Netz eingespeist wird. Beginnt der Wechselrichter zu produzieren, werden zuallererst alle gewöhnlichen Verbraucher im Haushalt versorgt. Ist die PV Leistung größer als der Hausverbrauch, gibt es eine Überschussleistung, die ins öffentliche Netz gespeist werden kann. Sobald der Smart Meter davon mitbekommt, dass etwas ins Netz gespeist wird, gibt dieser dem Wechselrichter die Info wieviel Überschussleistung vorhanden ist. Der Wechselrichter, der wiederum mit dem Wattpilot verbunden ist, gibt diese Infos direkt weiter. So weiß auch der Wattpilot mit welcher Leistung er das Auto laden darf um den Überschuss zu nutzen. Ist kein Überschuss mehr vorhanden, gibt der Smart Meter die Infos wieder weiter und die Ladung wird pausiert. Diese Ladefunktion nennt sich beim Wattpilot Eco-Modus. Dabei wird der Wattpilot nur mit PV Überschuss oder günstigem Tarifstrom geladen.



Next Trip Mode

Wie sieht das ganze dann an aus wenn das Wetter einmal nicht mitspielt und nur wenig oder kein Überschuss vorhanden ist? Schließlich möchte man ja trotzdem sein Auto bis zur nächsten Fahrt wieder aufgeladen haben. Dafür gibt es den Next Trip Mode. Bei diesem Modus gibt man dem Wattpilot eine Uhrzeit vor, wann das Auto wieder aufgeladen sein soll.

Sehen wir uns dazu ein Beispiel an. Das Auto soll in unserem Fall um 7 Uhr morgens wieder aufgeladen sein. Es wird aber schon am Vortag am Nachmittag um 16:00 angeschlossen. Unser Auto benötigt in unserem Fall noch 25kWh bis es vollgeladen ist. Das weiß auch die Wallbox. Vorrangig wird jetzt weiterhin mit PV Überschuss geladen. Wenn wir zum Beispiel zwischen 17:00 und 18:00 noch 5kW Überschuss haben, wird mit dieser noch eine Stunde geladen. Das reicht aber nicht aus, um das Auto ganz aufzuladen. Es fehlen noch 20kWh. Da wir in der Nacht aber keinen Überschuss mehr haben werden, wird der Wattpilot bei eingestellten Next Trip Mode die restliche Energie aus dem Netz beziehen. So wird trotzdem sichergestellt, dass die Batterie vom Auto zum gewünschten Zeitpunkt wieder voll ist. Mit ausgewählten Stromanbietern wählt der Wattpilot dafür auch den Zeitraum mit dem günstigsten Tarif aus, um das Auto zu laden.


Das sind also die beiden Modi, die der Wattpilot verwendet um das Elektroauto gezielt mit Überschuss zu laden anstatt unnötig teuren Strom vom Netz zu beziehen. Den PV Überschuss zum Laden des Elektroautos zu verwenden bedeutet auch gleichzeitig, dass der Eigenverbrauch erhöht wird. Das lohnt sich zum einen natürlich dadurch, dass weniger Strom gekauft werden muss. Aber auch Anlagen, die vielleicht eine Leistungsbegrenzung fahren müssen oder wo die 70% Regel aktiv ist, können somit mehr erzeugte Energie selbst nutzen und die Leistung muss weniger oft begrenzt werden, da der Eigenverbrauch steigt.


PV Überschuss hin oder her. Für den Fall, dass es aber einfach mal schnell gehen muss oder die PV Energie mal nicht berücksichtigt werden soll, kann man den Wattpilot natürlich auch als gewöhnliche Wallbox verwenden, die das Auto einfach mit eingestellter Leistung lädt. Und das auch ganz ohne Wechselrichter oder PV Anlage.

Wer also vielleicht noch keine Photovoltaik am Dach hat, aber bereits das Elektroauto zu Hause steht, kann ohne Probleme bereits den Wattpilot als Wallbox verwenden. Wenn die PV Anlage dann vielleicht später noch dazu kommt, ist die Wallbox auch schon fit dafür.