Module im Vergleich: Besser Glas-Folie oder Glas-Glas?



Wie unterscheiden sie sich?

Bevor wir auf die Vor- und Nachteile eingehen, schauen wir uns erst einmal an worin eigentlich der Unterschied besteht zwischen den beiden Modultypen.

Bei typischen G-F Modulen besteht das Modul aus der Zellenschicht in der Mitte, dem Frontglas auf der Vorderseite, und aus einer Folie auf der Rückseite.

Anders sieht es beim Glas-Glas Modul aus. Hier befindet sich sowohl auf der Vorderseite, als auch auf der Rückseite eine Glasschicht.

Wie man schon erahnen kann, bedeutet eine Glasschicht auf der Vorder- und Rückseite natürlich zusätzlichen Schutz. Das macht die G-G Module robuster und weniger anfällig durch äußere Einflüsse. Dass diese zusätzliche Glasschicht tatsächlich mehr Schutz bietet, ist mittlerweile unumstritten. Doch auf die Frage ob es für die Anwendung von PV Modulen auch wirklich notwendig ist, gehen die Meinungen noch auseinander.

Das Argument, dass die G-G Module einfach robuster sind, sagt für mich persönlich einfach zu wenig aus. Deshalb schauen wir uns in einigen Punkten mal an, was tatsächlich dahinter steckt und wie sich diese im direkten Vergleich unterscheiden.



Äußere Einflüsse

Viele sehen diesen Punkt als einziges Argument um G-G Module einzusetzen. Mit dem Hintergrund, dass eine Glasschicht auf beiden Seiten einfach robuster ist als nur auf einer Seite. Wind, Regen, Sturm und Hagel werden früher oder später mal auf PV Module zukommen. Je nach Montageart treffen diese aber meist auf die Vorderseite, wo ohnehin eine Glasschicht vorhanden ist. Das mag zwar stimmen - durch dass direkte Aufprallen von zum Beispiel Hagelkörner sind sowohl G-G als auch G-F geschützt. Allerdings haben zahlreiche Tests gezeigt, dass die G-G Module durch die durchgehende Glasfront auf beiden Seiten um ein vielfaches weniger gestaucht werden. Was dazu führt, dass Zellenrisse dadurch weitestgehend verhindert werden können. Auch Schnee, der sich auf den Modulen lagert, kann für einen hohen Druck auf die Module sorgen, was sich bei G-F Modulen wiederum schlechter auswirken kann. Auch wenn es natürlich auch stark auf die Neigung und Ausrichtung der Module ankommt wieviel Druck und äußere Einflüsse diese abbekommen, kann man das Argument „Robustheit“ schon gelten lassen.


Hier dazu eine Abbildung wo man erkennen kann, wie sich die beiden Modultypen bei Druck und Belastung verhalten.


Die Alterung

Hersteller der G-G Module zeigen sich auch bei der Garantie sehr selbstbewusst. Diese ist meist länger als die von herkömmlichen G-F Modulen. Typischerweise liegt diese bei 30 Jahren statt 25 Jahren. Ein Aspekt ist dabei natürlich gutes Marketing, allerdings spricht auch technisch einiges für die eine längere Lebensdauer von G-G Modulen.

Die Rückseitenfolie bei G-F Modulen ist einem natürlichen Alterungsprozess ausgesetzt. Das bedeutet zwar nicht, dass das Modul nach einer Zeit nicht mehr brauchbar ist. Allerdings zeigt sich, dass dieser Alterungsprozess zu Mikrorissen in der Rückseitenfolie führen kann. Oft bleiben diese lange Zeit unentdeckt und haben auch keinen Einfluss auf das Verhalten der Anlage. Werden diese Risse aber größer, kann es zu Isolationsproblemen kommen. Auch Ammoniak und andere Chemikalien können die Rückseitenfolie angreifen. Im schlechtesten Fall kann auch Wasser eintreten und zu einem Kurzschluss im Modul führen.

G-G Module sind aufgrund der doppelten Glasfront davon kaum betroffen.



Sicherheit

Oft wird darüber diskutiert ob Module entflammbar sind oder nicht. Wir können auf jeden Fall festhalten, dass es selten zu einem Modulbrand kommt. Brennbar sind sie aber durchaus.

Vor allem die Rückseitenfolie bei G-F Modulen wäre hier ein Risiko, da diese relativ leicht entflammbar ist. Deutlich sicherer sind hier wiederum G-G Module.



Montage

Wer schonmal ein G-G Modul und G-F Modul getragen hat, weiß, dass sich diese vor allem im Gewicht stark unterscheiden. Durch die doppelte Verglasung sind die G-G Module immer noch deutlich schwerer als herkömmliche G-F Module. Mittlerweile wird bei der Glasstärke der Module statt den 4mm oftmals schon 2mm verwendet, was das Gewicht wieder etwas sinken lässt. Auch sonst kann es kleine Unterschiede geben zum Beispiel bei der Position der Anschlussbox. Das ist aber mehr Geschmacksache.



Der Preis

Nun kommen wir zum entscheidenden Punkt, nämlich zum Preisunterschied der beiden Module.

Auch wenn die Preislücke zwischen den beiden Modultypen aufgrund der technischen Weiterentwicklung immer kleiner wird, sind die G-G Module schon noch deutlich teurer.

Wir haben in dem Artikel aber aber gesehen, dass es ist nicht nur gutes Marketing ist, was den Preis nach oben drückt. Die G-G Module bringen durchaus ihre Vorteile mit. Schlecht bedient ist man auch mit den G-F Modulen sicherlich nicht. Die Tendenz der verbauten G-G Modulen wird aber weiter steigen und wir werden sehen ob sich diese als Standard durchsetzen werden.



Zusammengefasst kann man also schon sagen, dass die Glas-Glas Module durchaus robuster und beständiger sind. Das macht die gewöhnlichen Glas-Folie aber nicht zu schlechten Modulen. Schließlich haben sich beide Typen schon millionenfach bewährt.

Schlussendlich muss jeder selbst für sich entscheiden ob es einem der Mehrpreis wert ist.

Je nach Anwendungsfall können die Eigenschaften, die mit der robusten Technik der Glas-Glas Module verbunden sind, aber auf jeden Fall Sinn machen.