PV Anlage jetzt bauen oder noch warten?



Vorweg möchte ich festhalten, eine PV Anlage zu bauen zahlt sich immer aus, ob vor 10 Jahren, jetzt, oder in 10 Jahren - PV ist immer lukrativer als keine PV, das traue ich mich zu behaupten. Die Technik hat sich in den letzten Jahren unheimlich schnell entwickelt und man dient keinesfalls mehr als Versuchskaninchen. Andernfalls hat sich Photovoltaik schon so stark verbreitet, dass es auch keine Goldgräberei mehr ist. Wenn man heutzutage eine PV auf sein Dach setzt weiß man im Großen und ganzen was man bekommt und wie der wirtschaftliche Aspekt dahinter aussieht.

Wenn man jedoch direkt vor der Planung steht, dann sollte halt doch alles passen und man möchte sich nicht im Nachhinein über ein falsches Timing oder Unwissenheit ärgern. Daher möchte ich mir mit euch ansehen, welche Punkte momentan beachtet werden müssen und was für einen Bau jetzt oder erst später spricht.


Materialknappheit und lange Wartezeiten

Wie so viele andere Bereiche, hat es auch die Solarindustrie erwischt. Materialknappheit auf der ganzen Welt sorgt momentan für Engpässe. Sowohl Module, Wechselrichter als auch Montagematerial sind betroffen. Gründe dafür gibt es viele, sei es die Pandemie, steigende Containerfrachtkosten oder die enormen Investitionen momentan. Auch fraglich ist, ob es eine gute Entscheidung war sich bei der Beschaffung vieler Materialen auf den fernen Osten zu beschränken. Darauf möchte ich hier aber gar nicht zu sehr eingehen. Fakt ist jedenfalls, wir haben mit diesen Problemen momentan zu kämpfen, was momentan sowohl Kosten als auch Wartezeit weiter nach oben treiben. Was punkto Wartezeit hier noch dazukommt, ist auch der Mangel an Fachkräften und Personal. Viele würden gerne mehr bauen, können aber einfach nicht.

Aktuell sieht es aber so aus, dass man sich aktuell noch Angebote für Anlagen einholen kann, die dieses Jahr noch fertig gebaut und abgeschlossen werden können. Und das auch zu einem Preis, der die PV Anlage allemal noch lukrativ macht.


Ungewissheit zu Förderungen

In den vergangenen Wochen wurde von unserem Bundesminister für Wirtschaft und Energie für Ende April eine neue EEG Novelle angekündigt. Was diese genau beinhaltet und wie diese im Detail aussehen wird, ist leider noch unklar. Zum einen besteht die Frage wie die Förderung generell angewendet wird. Wird die Einspeisevergütung angepasst? Wird diese weiter fallen oder doch sogar wieder angehoben? Oder wird es doch auch eine Investitionsförderung auf den Bau geben? Alles Fragen, die offen sind und noch geklärt werden müssen. Eines der wichtigsten Punkte bei der Planung der PV Anlage ist das Timing. Doch genau das wird einem aufgrund der Ungewissheit sehr schwierig gemacht. Wir kennen es, in der Regel muss das Angebot vorliegen, dann kann die Förderung beantragt werden und anschließend kann der Bau beauftragt werden. Ob die Förderung aber auch rückwirkend gültig ist oder diese an den Kauf gebunden ist, steht dann aber noch offen. Für all jene, die aktuell bereits ein Angebot vorliegen haben, wäre es wohl empfehlenswert auf die Veröffentlichung der neuen EEG Novelle zu warten, vorausgesetzt das Angebot besitzt bis dahin Gültigkeit. Hat man noch kein Angebot vorliegen, gibt es denke ich keinen Grund darauf noch länger zu warten. Das sollte sich bis zum Bau schließlich ausgehen, dass das neue Klimapaket veröffentlicht wurde. Grundsätzlich kann man aber wieder mal sagen, dass sich eine Anlage immer lohnen wird, auch wenn diese zu den aktuellen Konditionen errichtet wird.



Was steht auf jeden Fall fest?

Eines ist klar, der Ausbau an erneuerbarer Energie wird auch die nächsten Jahre steil bergauf gehen. Die Investitionen in private und kommerzielle Anlagen werden noch weiter stark zunehmen. Genau so wird es auch mit der Menge an elektrischen Verbrauchern werden. Die Politik bekennt sich wieder mal ganz stark zur Ausweitung von Elektroautos und elektrischen Heizlösungen wie Wärmepumpen. Das bedeutet natürlich der Bedarf an Energie wird steigen. Wenn mich heute einer fragen würde, was denn die optimale Größe für eine private PV Anlage ist, würde ich sagen alles was drauf geht. Natürlich muss man abwägen welche Mitteln einem zur Verfügung stehen aber wir werden in Zukunft einfach mehr Bedarf an Strom haben. Zudem sollten wir auch einen Blick auf die aktuellen Strompreise werfen. Die Preise steigen aktuell enorm und die einzige Möglichkeit dem etwas aus dem Weg zu gehen, ist seinen eigenen Strom zu erzeugen.

Ein klares Zeichen in diese Richtung wird auch mit der neuen Regelung der EEG Umlage gesetzt.

2021 wurde die Grenze der EEG Umlage-plichtigen Anlagen von <10kW auf <30kW gesetzt.

Ab 2023 soll die EEG Umlage aber wohl komplett abgeschafft werden. Das bedeutet also Weg frei auch für größere Anlagen.




Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel mal einen kleinen Überblick zur aktuellen Situation verschaffen konnte. Was ich noch empfehlen kann, ist vor allem was die Förderungen angeht, immer auf dem Laufenden zu bleiben. Damit ist einem bei der Planung schon etwas geholfen.

Zum Abschluss sei noch gesagt, dass der PV Markt zurzeit einfach ein unheimlich agiler Markt ist. Das trifft sowohl auf die Entwicklung der Technik zu, als auch auf die wirtschaftlichen Aspekte. Es wird jedenfalls auch weiterhin fest ausgebaut und es geht in die richtige Richtung. Auf der anderen Seite befindet sich der gesamte Energie- und Versorgungsbereich in einer noch nie dagewesenen Situation. Der Bedarf an elektrischer Energie wird weiter zunehmen. Zudem schlagen auch die Strompreise nach oben wie wir es vorher kaum erlebt haben. Da zeigt sich vor allem jetzt, wie wertvoll es sein kann, seinen eigenen Strom zu produzieren. Wir befinden uns in einer unheimlich spannenden aber auch ungewissen Situation. Eines steht dabei aber mit Sicherheit fest - eine PV Anlage ist besser als keine PV Anlage, und das sowohl jetzt als auch später.