Wie arbeiten Wallbox und Wechselrichter miteinander?

Statische Überschussladung - Ansteuerung über Freigabekontakt.


Die einfachste Lösung aber durchaus effektiv. Hier besitzt die Wallbox einen Signaleingang auch Freigabekontakt genannt. Dies ist meist nichts anderes als ein ein zweipoliger Kontakt. Wenn dieser Kontakt angesteuert wird, erfolgt eine Ladung in das Elektroauto. Die Ladung wird sozusagen freigegeben.

Das Signal, dass auf die Wallbox geht, kommt direkt vom Wechselrichter. Dieser besitzt nämlich einen Signalausgang, der über ein Relais mit dem Eingang der Wallbox verkabelt ist.

Wir wissen, dass wir im besten Fall das Auto laden möchten wenn Überschussleistung vorhanden ist. Deshalb wird der Wechselrichter so konfiguriert, dass dieser das Signal ausgibt wenn Überschussleistung vorhanden ist. So wird die Ladung der Wallbox immer dann aktiviert wenn PV Überschuss vorhanden ist. Für die Messung der Überschussleistung ist es noch notwendig, dass am Wechselrichter ein Zähler angeschlossen ist.




- Vorteil: Das Prinzip ist sehr einfach und die Wallboxen, die dieses Prinzip unterstützen sind meist sehr günstig, da man sich hier komplexere Technik für die Kommunikation spart.


- Nachteil: Der Wallbox kann immer nur mit der fix eingestellten Stromstärke laden sobald diese angesteuert wurde. Natürlich kann man am Wechselrichter die Schwellen einstellen wann das Signal ausgegeben werden soll aber eine Stufenlose Regelung der Überschussleistung ist nicht möglich.




Dynamische Überschussladung - Direkte Kommunikation zwischen Wechselrichter und Wallbox:


Bei dieser Lösung kommunizieren Wechselrichter und Wallbox direkt miteinander. Das geschieht z.B. über Modbus TCP über LAN/WLAN. Wechselrichter und Wallbox werden ins selbe Netzwerk gebracht. Das ermöglich einen direkten Datenaustausch zwischen den beiden.

Die Wallbox erhält somit permanent die Infos vom Wechselrichter wieviel Überschussleistung vorhanden ist. Die Ladeleistung wird dementsprechend angepasst um zu jedem Zeitpunkt den eigens erzeugten Strom zu verwenden.




- Vorteil: Durch die direkte Kommunikation kann die Ladeleistung automatisch angepasst werden. Ganz stufenlos wird es aber nicht funktionieren denn eine Wallbox hat gewisse Stufen mit welcher Leistung geladen werden kann. Umso mehr Stufen, desto genauer kann der der Überschuss genutzt werden.


- Nachteil: Die komplexere Kommunikation macht die Wallbox meist etwas teurer. Zudem ist hier darauf zu achten, dass der Wechselrichter mit der Wallbox auch „sprechen“ kann. Dazu sollte man sich am besten im Vorhinein über die Kommunikationsschnittstellen beider Geräte informieren.



Auch wenn wir im besten Fall natürlich das Elektroauto mit dem Strom der PV Anlage laden möchten, besteht natürlich zu jeder Zeit trotzdem die Möglichkeit das Auto zur gewünschten Zeit aus dem Netz zu laden.

Das war also mal ein kurzer Einblick wie Wechselrichter und Wallbox miteinander arbeiten können.

Dennoch unterscheiden sich die Wallboxen durch weitere Funktionen. In dem folgendem Artikel möchte ich auf Die wichtigsten Funktionen einer Wallbox eingehen.