PV für Einsteiger – der passende Aufstellungsort für den Batteriespeicher



Die Umgebungstemperatur

Batteriespeicher fühlen sich nicht überall wohl. Das betrifft vor allem die Temperatur. Sowohl nach oben als auch nach unten ist die maximale Umgebungstemperatur begrenzt. Hier gibt es aber feine Unterschiede. Es gibt zum einen den Temperaturbereich, in dem der Speicher betrieben werden kann. Also die minimal und maximal erlaubte Temperatur für den Batteriespeicher. Zudem gibt es aber auch den Temperaturbereich in dem der Batteriespeicher seine volle Leistung ausschöpfen kann.
Sehen wir uns dazu das Datenblatt eines Lithiumspeichers an. Zum einen finden wir darin den allgemeinen Temperaturbereich, in dem der Speicher betrieben werden darf.



Der erlaubte Temperaturbereich beträgt also -10°C bis +50°C. Also eigentlich ein sehr flexibler Bereich. Wenn wir aber etwas weiterschauen, finden wir noch einen Zusatz.



Ab 5°C oder kälter wird also die Performance dieses Speichers beeinflusst.

Für gewöhnlich finden wir bei allen Lithium-basierten Batterien diese Angaben. Zumindest die Info, dass bei über- oder unterschreiten dieser Temperatur die Ladeleistung und Kapazität beeinflusst werden, sollte immer enthalten sein. Schaut also genau nach in eurem Datenblatt.


Damit der Speicher optimal funktioniert, müssen also beide Bereiche eingehalten werden. Ist die Temperatur innerhalb des erlaubten Temperaturbereichs aber außerhalb des optimalen Temperaturbereichs, kommt es zu Einschränkungen.


Wenn man das ganze nun für die Auswahl des Installationsorts berücksichtigt, fallen dann doch schon einige Möglichkeiten weg. Der ungeschützte Außenbereich eignet sich also überhaupt nicht für Batteriespeicher. Aber auch in der nicht-beheizten Garage kann es zu Temperaturen unter 5°C kommen, was sich wiederum negativ auswirkt auf das Verhalten der Batterie. Aber auch wenn die Temperatur zu hoch wird, arbeitet der Speicher nicht optimal. Achtet also auch darauf, dass dieser nicht unmittelbar neben Wärmequellen installiert wird. Der optimale Aufstellungsort sollte also zu jeder Zeit im optimalen Temperaturbereich liegen. Das ist nicht nur wichtig für einen optimalen Betrieb sondern auch für die Lebensdauer des Batteriespeichers.


Da der Speicher im Betrieb auch selbst Wärme abgibt, solltet ihr auch darauf achten, dass der Mindestabstand zu Wänden oder anderen Objekten eingehalten wird. Diesen findet ihr in den technischen Daten des jeweiligen Speichers. Es muss sichergestellt sein, dass die Abwärme der Batterie auch wieder abgeführt werden kann. Im Vergleich zum Wechselrichter ist die eigene Wärmeentwicklung des Speichers aber eher gering.



Speichergröße und Zugänglichkeit

Je größer die Speicherkapazität, desto größer auch die physische Größe und das Gewicht des Speichers. Das ganze ist nicht zu unterschätzen. Lithiumspeicher mit einer Speicherkapazität rund 20kWh können durchaus über 300kg schwer sein. Je nach Aufstellungsprinzip spielt auch die Höhe eine Rolle. Meist sind die Speicher modulweise aufgebaut. So kann der Speicher auch schonmal eine Höhe von 2m oder mehr erreichen.

Beim Aufstellungsort ist auch die Zugänglichkeit wichtig. Im Zuge von Wartungsarbeiten muss der Speicher-Anschlussbereich leicht zugänglich sein. Aber auch der Batterie-Trennschalter muss ohne Probleme betätigt werden können.



Kombination mit weiteren Geräten

Der Batteriespeicher ist nicht das einzige Gerät in einem PV System. Bei DC- gekoppelten Systemen werden die Gleichstromkabel direkt mit dem Wechselrichter verbunden. Je nach System hat auch diese Verbindung eine maximal erlaubte Distanz, die oft nur wenige Meter beträgt. Im besten Fall wird der Speicher also direkt in der unmittelbaren Nähe des Wechselrichters installiert. Daher muss auch schon gut überlegt werden, wo der Wechselrichter installiert wird. Es soll jedenfalls ein Ort sein, der auch für den Speicher geeignet ist. Das ganze ist vor allem bei Nachrüstungen immer wieder ein großes Thema.

In einem PV-Speichersystem muss der Speicher zudem noch mit weiteren Teilnehmern kommunizieren können. Die Kommunikation erfolgt entweder mit dem Wechselrichter oder auch mit einem Smart Meter im Einspeisepunkt. Für gewöhnlich erfolgt diese Kommunikation kabelgebunden. Je kürzer die Distanz, desto einfacher auch die Verkabelung. Bei einer optimalen Auswahl des Installationsortes können die Distanzen zwischen allen Teilnehmern kurz gehalten werden. Das spart Aufwand und Kosten.


Möglichkeit für eine Internetanbindung

Beinahe alle Speichersysteme sollen oder können mit dem Internet verbunden werden. Wenn die Kommunikation mit dem Wechselrichter über das Netzwerk erfolgt, ist es ohnehin notwendig. Eine Internetanbindung könnte aber auch für das Monitoring notwendig sein. Wir sollten uns jedenfalls überlegen ob eine Internetanbindung am gewünschten Aufstellungsort auch möglich ist.



Sind Batteriespeicher sicher?

Die Bedenken, dass Batteriespeicher gefährlich sind, haben sich in den letzten Jahren relativiert. Hinsichtlich Brandgefahr geht bei modernen Hausspeichern kaum noch eine Gefahr aus. Sie können also bedenkenlos auch im Haus installiert werden. Voraussetzung ist natürlich ein qualitativ hochwertiger Speicher und eine korrekte Installation.
Keller, Garage, Heizungs- und Hauswirtschaftraum sind weiterhin die beliebtesten Aufstellungsorte. Grundsätzlich eignen sich diese auch sehr gut. Die eben genannten Punkte sollten aber jedenfalls berücksichtigt werden damit ein optimaler Betrieb sichergestellt wird. Somit könnt ihr euch selbst nochmal überlegen wo sich bei euch der ideale Aufstellungsort befindet.