PV für Einsteiger - der passende Montageort für den Wechselrichter



Die Auswahl des Montageorts des Wechselrichter erscheint am ersten Blick zweitrangig zu sein. Schließlich wird der Strom ja von den Modulen erzeugt und der Wechselrichter arbeitet ja überall gleich. Das stimmt aber so nicht ganz. Wir gehen Schritt für Schritt durch auf welche Bereiche der Montageort Einfluss nehmen kann und nach welchen Kriterien der optimale Montageort ausgewählt wird.


Die Frage der Lautstärke

Ein wichtiges Thema, dass nicht zu unterschätzen ist. Es kommt tatsächlich nicht selten vor, dass Wechselrichter aufgrund der Lautstärke wieder ummontiert oder getauscht werden. Grundsätzlich ist die Lärmerzeugung ja nicht allzu hoch. Wir bewegen uns da bei etwa 30-50 dB, was vom Lautstärkepegel sogar mit einem Kühlschrank vergleichbar wäre. Dennoch arbeitet der Wechselrichter mit hohen Spannungen bis 1000V. Das führt dazu, dass einfach eine gewisse Geräuschentwicklung von der Leistungselektronik aus geht. Auch wenn der Lautstärke-Wert relativ niedrig ist kann diese Art von Geräusch schnell mal störend wirken. Aber auch wenn im Wechselrichter Lüfter verbaut sind, kann es ebenfalls zu wahrnehmbaren und somit störenden Geräuschen kommen. Daher sollte man darauf achten, dass die Montage nicht unmittelbar im Wohnbereich erfolgt. Aber auch im Außenbereich ist das ein ähnliches Thema. Generell gilt, dass die Montage nicht da erfolgen soll, wo man nicht gerne den Geräuschen ausgesetzt sein möchte. Die Terrasse wäre eben auch so ein Fall.

Die Montage im Keller oder in der Garage ist hier meist kein Problem. Ist eine Tür dazwischen, bekommt man im Normalfall kaum noch was mit vom Wechselrichter. Im Zweifelsfall kann man auch im Vorhinein abklären wie die Lautstärke-Verhalten des jeweiligen Wechselrichters aussieht.


Weitere Infos zu diesem Thema findet ihr in folgendem Artikel, in dem wir uns bereits die Lautstärkeentwicklung verschiedener Wechselrichter angesehen haben.
Wechselrichter und ihre Lautstärke



Umgebungsbedingungen

Als nächstes müssen wir uns überlegen welche äußeren Einflüsse und Umgebungsbedingungen der Wechselrichter verträgt. Wenn wir so durch die technischen Daten von Wechselrichtern schauen, stellen wir fest, dass diese eigentlich extrem robust sind. Mit IP65 oder noch besser sind die meisten Wechselrichter auch geschützt vor Wasser und Staub und können auch draußen im Regen montiert werden. Aber dennoch gibt es einen großen Feind des Wechselrichters, und das sind hohe Temperaturen. Überhitzte Elektronik ist eines der Hauptgründe für Schäden im Wechselrichter. Dauerhaft hohe Temperaturen können daher auch die Lebenszeit des Wechselrichters wesentlich verkürzen. Damit das nicht passiert hat der Wechselrichter natürlich auch integrierte Kühlmaßnahmen. Wenn das aber nicht ausreicht um die Temperatur niedrig zu halten, muss der Wechselrichter sogar gezwungenermaßen die Leistung limitieren was wiederum zu Ertragsverlusten führt. Damit das erst gar nicht der Fall ist, sollte man bereits vorab darauf Rücksicht nehmen. Bei einem geeigneten Montageort sollte es keine unmittelbaren Wärmequellen gaben. Am besten wäre also ein kühler und gut gelüfteter Raum, wo sich auch nicht einfach Hitze aufstauen kann. Aufgrund der kurzen Distanz zu den Modulen, ist auch der Montageplatz direkt unter dem Dach oft beliebt. Auch hier sollte man aber aufpassen, wenn man bedenkt wie schnell es im Sommer extrem warm werden kann direkt unter dem Dach.


Die Montage im Außenbereich ist ohnehin nicht unbedingt zu empfehlen, da der Wechselrichter hier öfters äußeren Einflüssen ausgesetzt ist. Ganz wichtig ist es aber jedenfalls zu jeder Zeit eine direkte Sonneneinstrahlung auf den Wechselrichter zu vermeiden.


Weitere Infos und Details zum Temperaturverhalten von Wechselrichtern findet ihr unter folgendem Artikel:


Wenn wir über äußere Einflüssen sprechen, möchte ich auch noch den Einfluss von Ammoniak erwähnen. Das betrifft nämlich sehr häufig Anlagen in landwirtschaftlichen Betrieben. Starke Ammoniakbelastung kann für Module aber auch für den Wechselrichter schädlich sein. Hier sollte man also beim Montageort darauf achten oder zumindest vorab abklären ob Module bzw. der Wechselrichter auf Ammoniak-Beständigkeit getestet sind.



Brandschutz

Kaum ein Brand wird direkt vom PV System verursacht. Studien zeigen also, dass PV Anlagen, die fachgerecht installiert wurden kaum ein Brandrisiko erhöhen. Um das Risiko aber weiter auf einen ganz kleinen Wert zu halten, sollte man auch beachten, dass der Wechselrichter selbst nicht auf leicht brennbarem Untergrund montiert wird. Bei korrektem Betrieb würde auch das kein Problem sein, allerdings könnte es zum Beispiel durch schlechte Kontakte zu extremer Hitze kommen, die sich auch auf den Untergrund übertragen kann, Eine gewöhnliche Hauswand ist also kein Problem. Die Montage auf Holzwänden o.ä. ist aber nicht empfohlen.


Im Brandfall, unabhängig davon was dessen Auslöser war, ist es wichtig den Betrieb abzuschalten bzw. die anliegenden Spannungen zu trennen. Dieser Freischalter ist in meist direkt am Wechselrichter integriert. Es empfiehlt sich also ein zentraler und auch für Rettungskräfte leicht zugänglicher Ort.



Anbindung an weitere Geräte

Photovoltaik sieht nicht mehr ganz so aus als es mal vor 15 Jahren der Fall war. Damals hat man den Wechselrichter ans Netz angeschlossen und ihn einfach mal einspeisen lassen. Heute geht der Trend aber immer weiter in eine andere Richtung. Wir wollen nicht nur Strom erzeugen, sondern diesen auch effizient nutzen. Hier kommen verschiedene Anwendungen zum Einsatz, die unter anderem auch eine Anbindung an weitere Geräte erfordern. Beispiele dafür sind Smart Meter, intelligente Wallboxen, Wärmepumpen, Smart Home Systeme oder auch Batteriespeicher. Es benötigt dafür oft eine direkte Kommunikation zwischen den Teilnehmern. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten - entweder kabellos über über das hauseigene Netzwerk oder kabelgebunden zum Beispiel via Modus RTU. Je nachdem ob und welche Geräte mit dem Wechselrichter gekoppelt werden sollen, sollte man darauf achten, dass man einen Montageort wählt wo diese Anbindung zwischen den Teilnehmern auch möglich ist. Vor allem sehr lange Distanzen zu diesen Teilnehmern können das ganze sehr aufwändig und auch teuer machen. Besonders die Distanz vom Wechselrichter zum Einspeisepunkt sollte kurz gehalten werden. Denn dort sitzt auch der Smart Meter der oft für viele weitere Anwendungen notwendig ist.

Beim Montageort sollte es außerdem auch möglich seine eine stabile Internetverbindung einrichten zu können.



Wechselrichter = Diebstahlgefahr?

Wechselrichter im Außenbereich sind ja grundsätzlich leicht zugänglich aber ist Diebstahl bei PV Systemen wirklich ein Thema in Deutschland? Man glaubt es kaum, aber die Schäden durch gestohlene PV Module und eben auch Wechselrichter gehen jedes Jahr in die Millionen. Der private Bereich bleibt zwar davon noch ziemlich verschont. Allerdings trifft es auch viele kleinere gewerbliche Anlagen und besonders Freiflächenanlagen. Sollte also eine größere Anlage, zum Beispiel im Landwirtschaftsbetrieb geplant sein, empfiehlt es sich jedenfalls die Wechselrichter im geschützten Bereich zu montieren. Wenn ein Wechselrichter alleine bei einer Privatanlage im Außenbereich montiert ist, ist das Risiko aber weiterhin sehr gering. Aber passieren kann natürlich immer was…



Ich hoffe, dass ein paar dieser Punkte für euch nützlich waren. Jedenfalls haben wir nun ein paar Anhaltspunkte, die bei der Auswahl des optimalen Montageorts beachtet werden sollten.