Planung der PV Anlage - macht nicht diese Fehler! Teil 2



Keine Angebote vergleichen

Die Wartezeiten für neue Anlagen werden länger und die Preise werden höher. Die hohe Nachfrage, mangelnde Komponentenverfügbarkeit und der Fachkräftemangel sind eine der Gründe dafür. Das führt aber auch dazu, dass Preise teilweise völlig irrsinnig in die Höhe getrieben werden. Das fängt bei Wechselrichtern und Batteriespeichern an, die teilweise völlig überteuert im Internet landen, geht aber weiter bei Komplettsystemen, die zu absurden Preise angeboten werden. Keine Frage, die Preise steigen auch in dieser Branche und das völlig zurecht. Man muss aber schon darauf achten ob der Preis noch angemessen ist. Es ist definitiv nicht die Regel. Allerdings gibt es genug schwarze Schafe, die die aktuelle Situation ausnutzen um ihre Geräte und Dienstleistungen völlig überteuert anbieten. Was man dagegen tun kann? Ganz einfach, sich im Vorhinein schlau machen und Angebote vergleichen! Stürzt euch nicht ins erstbeste Angebot ohne es verglichen zu haben. Macht euch vielleicht auch schlau im Bekanntenkreis. Vielleicht gibt es bereits Erfahrungswerte, die ihr untereinander teilen könnt. Auch wenn die Wartezeiten aktuell ohnehin sehr lange sind, zahlt es sich dennoch aus, sich die Zeit zu nehmen und Angebote zu vergleichen. Es ist schlussendlich doch eine Investition über Jahrzehnte, die auch gut geplant und überlegt sein sollte.



Auf schlechte Qualität setzen

Der Boom in der PV Branche und teilweise sehr lange Wartezeiten beflügeln natürlich auch wieder Billig-Anbieter, die sehr viel Leistung für wenig Geld versprechen. Das gilt sowohl für Komponenten wie Module, Wechselrichter und Batteriespeicher aber auch für Montage und Installation.

Bleiben wir mal bei den Komponenten und Geräten einer PV Anlage. Die Nachfrage an hochwertigen Produkten ist extrem hoch. Meist höher als die Produktionskapazitäten. Das kann Wartezeiten verursachen, die den Bau der PV Anlage verzögern können. Jetzt stellt sich oft die Frage ob man persönlich darauf warten möchte oder man nach Alternativen sucht. Und die lassen nicht lange auf sich warten. Speziell im Internet findet man recht schnell sehr billige Alternativen, fast ausschließlich aus China. Klar, das bedeutet nicht automatisch, dass diese schlecht sind. Was die Qualität angeht, gibt es aber nicht ohne Grund bekannte Marken, die sich zurecht auch in Europa etabliert haben. Ob es nun aus finanziellen Gründen oder aufgrund der längeren Wartezeit die richtige Entscheidung ist, auf billigere aber weniger hochwertige Produkte zu setzen, ist die andere Frage. Informiert euch auch hier vorab welche Produkte ihr kauft und wie die Erfahrungen dazu aussehen. Vor unbekannten Herstellern aus dem Internet würde ich ohnehin die Finger lassen. Damit sind übrigens keinesfalls lokale Start-ups gemeint, die oft einen sehr guten Job machen und die das Land auch braucht. Es kommt aber definitiv auf die Erfahrungswerte drauf an, ob diese Produkte hochwertig sind und ob diese auch optimal für die eigene Anlage passen.

Schlechte Qualität kann aber nicht nur auf Produkte zutreffen, sondern auch auf Dienstleistungen. Die Montage, Installation und Inbetriebnahme von PV Anlagen ist nichts was man von heute auf morgen lernt. Erfahrung in diesem Bereich ist oft viel wert. Je besser die Branche läuft, desto mehr wollen von diesem Kuchen etwas abhaben. Jetzt kommt es dazu, dass auch immer mehr Betriebe mit wenig Erfahrung im PV Bereich die Montage, Installation und Inbetriebnahme anbieten. Heißt natürlich nicht automatisch, dass es schlecht ist, wir sind froh über jeden, der in diese Branche einsteigt. Es bringt aber in gewissen Situationen auch mehr Risiko mit sich, denn viele die ursprünglich in anderen Branchen daheim sind, machen nun auch „nebenbei“ Photovoltaik, was nicht unbedingt immer zu qualitativen Ergebnissen führt. Auch hier gilt, Erfahrungswerte sammeln und sich schlau machen wo man gut aufgehoben ist.



Ohne Blick in die Zukunft

Die PV Anlage ist eine Investition über Jahrzehnte. Wir werden hoffentlich auch in 20 Jahren noch davon profitieren. Das bedeutet aber auch, dass wir uns jetzt bereits Gedanken machen sollten, was uns später mal wichtig sein könnte. Was könnte das sein? Naja, denken wir mal an unser Verbraucherverhalten. Könnte sich hier in Zukunft etwas ändern? Unrealistisch wäre es nicht. Wie sieht es zum Beispiel aus mit einem Elektroauto? Denkt man vielleicht an Sanierungsarbeiten, die auch die Art der Heizung betreffen könnte? Ist vielleicht mal eine Wärmepumpe geplant? Und und und…

Unser Verbraucherverhalten wirkt sich nämlich auch stark auf die Anforderungen der PV Anlage aus. Speziell wenn es darum geht wie groß die Anlage sein soll, ob ein Speicher sinnvoll ist oder welche Features der Wechselrichter besitzen sollte um diesen zum Beispiel später mal mit einer Wallbox verbinden zu können. Alles Faktoren, die vielleicht jetzt noch kein Thema sind, später aber mal sehr wichtig sein könnten. Und dann ist man froh sich im Vorhinein Gedanken darüber gemacht zu haben. Überlegt euch also am besten selbst was für euch in Zukunft wichtig werden könnte und wie ihr euch bei eurer Anlagenplanung bereits jetzt darauf vorbereiten könnt.


Falsche bauliche Angaben

Im Zuge der Anlagenplanung müssen natürlich auch alle baulichen und mechanischen Voraussetzungen geprüft werden. Dazu zählen zum Beispiel Dachfläche, Dachzustand und Statik. Oft werden diese Punkte nicht ausreichend geprüft weshalb es später zu Problemen kommen kann. Erfahrungsgemäß trifft das meistens bei bei älteren Gebäuden zu. Eine Überprüfung des Ist-Zustands vor Ort durch einen Experten ist daher zu empfehlen. Auch Pläne und Zeichnungen dieser Gebäude sollten immer auf Richtigkeit überprüft werden. Nicht selten kommt es vor, dass vor allem alte Unterlagen fehlerhaft sind oder bei Änderungen nicht angepasst wurden. Es ist jedenfalls ein wichtiges Thema, dass durch sorgfältige Überprüfung zusätzlichen Aufwand verhindern lässt.



Fehlende Dokumentation

Im Zuge einer Anlagenplanung und der darauffolgenden Montage und Installation kommt einiges an Dokumentation zusammen. Der Papierkram häuft sich und irgendwo stapeln sich dicke Mappen. Welche Unterlagen da zusammenkommen? Schauen wir uns die wichtigsten mal an. Dazu zählen:


- Messprotokolle

- Adressen der Anlagenplaner und ausführenden Unternehmen

- Seriennummern der verbauten Anlagenteile

- Datenblätter und Garantiezertifikate der Komponenten

- String- und Schaltpläne


Aber auch Dokumente von Versicherungen, Netzbetreibern oder Förderstellen können vorhanden sein. Jetzt kann natürlich sein, dass ihr diese Unterlagen jahrelang nicht benötigt. Nun das große Problem… Wenn sie dann nicht mehr da sind wenn man sie wirklich benötigt, dann kann das schnell mal viel Aufwand bedeuten. Und das erwischt die Leute leider immer wieder.

Beispiele wofür die Unterlagen auch nach Jahren noch gebraucht werden?


Datenblätter und Garantiezertifikate:

Im besten Fall benötigt ihr sie nie. Wenn der Wechselrichter oder die Module aber in der Garantielaufzeit defekt werden, ist man dann doch froh wenn man die Unterlagen noch hat.


String- und Schaltpläne:

Spätestens bei Problemen an der PV Anlage oder wenn Anpassungen/Nachrüstungen gemacht werden, sind die Pläne der Anlage notwendig. Besondern auch wenn Installations- oder Montagearbeiten später von einer anderen Firma übernommen werden.


Messprotokolle:

Damit wird zum einen sichergestellt, dass die Anlage alle erwartenden Ansprüche entspricht und dass die gemessen Werte die Anforderungen erfüllen. Im Fehlerfall ist es immer hilfreich die ursprünglichen Messungen zu haben um die Werte vergleichen und Abweichungen feststellen zu können.


Grundsätzlich gibt es aber undenkbar viele Szenarien wann diverse Unterlagen notwendig sind. Bewahrt diese also sorgfältig auf. Es wird euch nur Probleme ersparen.



Der größte Fehler von allen!

Zu guter letzt noch der absolut größte Fehler, denn man machen kann! Welcher das ist? Naja, ganz klar - nämlich gar keine PV Anlage zu bauen. Denn gerade in der aktuellen Zeit sind die klaren Gewinner diejenigen, die ihren Strom selbst produzieren. Also, worauf wartet ihr noch?



Das war nun also auch der Teil 2 der häufigsten Fehler bei der Planung von PV Anlagen.

Wie ihr gesehen habt, ging es hier wirklich primär um die Planung. Fehler können aber genau so in der Durchführung von Montage, Installation und Inbetriebnahme passieren. Die sehen wir uns aber ein anderes mal an.