Planung der PV Anlage - macht nicht diese Fehler! Teil 1



Anlage zu klein ausgelegt

Die Größe der PV Anlage ist ohnehin ein Thema, welches viele vor der Anschaffung der Anlage beschäftigt. Wir haben dazu eine ganz klare Meinung. Packt alles rauf was möglich ist. Also zum einen was platzmäßig möglich ist und natürlich was finanziell möglich ist. Der Grund? Der Strompreis steigt weiter an und auch die Nachfrage nach Strom bleibt weiter hoch. Auch in den eigenen vier Wänden. Mit jedem kWp mehr am Dach, steigt die Unabhängigkeit von Strom aus dem öffentlichen Netz. Autarkie ist hier das Zauberwort. Es gibt viel zu viele PV Anlagen Besitzer, die erst später drauf gekommen sind und sich nun ärgern müssen die Anlage nicht gleich größer gemacht zu haben. Zumal eine Erweiterung meist teurer ist als die Anlage direkt etwas größer zu machen. Zudem muss man auch an die Zukunft denken. Kommt in den nächsten 10 Jahren vielleicht ein Elektroauto dazu? Werden in Zukunft vielleicht elektrische Heizlösungen zum Einsatz kommen? Wenn ihr bereits im Vorhinein die Anlage groß genug auslegt, müsst ihr euch darüber später keine Gedanken mehr machen. Finanziell gesehen ist es in jedem Fall zu empfehlen. Klar, es gibt gewissen Grenzen, wo überdimensionierte Anlagen im privaten Bereich aufhören Sinn zu machen. Das trifft meist dann zu, sobald mit einer noch größeren Anlage der Eigenverbrauch bzw. die Autarkie nicht mehr weiter erhöht werden kann. Damit ihr aber ein Gefühl dafür bekommt, empfehle ich euch folgenden Artikel in dem die optimale Größe der Anlage nochmal genauer betrachtet wird.



Batteriespeicher unnötig eingesetzt

Batteriespeicher werden ja bekanntlich immer attraktiver. Sie sorgen dafür, dass Eigenverbrauch und Autarkie steigen und somit weniger Strom vom Netz gekauft werden muss. Vor allem wenn man die aktuelle Strompreisentwicklung bedenkt, lohnt sich das ganze immer mehr. Jetzt kommt aber das große Aber. Speicher können nämlich auch unnötig eingesetzt werden. Oder zumindest so, dass diese keinen Mehrwert bringen. Ein Grund dafür ist, wenn der Eigenverbrauch ohnehin bereits sehr hoch ist und dieser mit zusätzlichem Speicher nicht mehr großartig erhöht werden kann. Auch die Dimensionierung spielt eine sehr entscheidende Rolle. Zu klein dimensionierte Speicher sind schneller voll und zusätzlicher Überschuss muss ins Netz eingespeist werden. Zu groß dimensionierte Speicher können mit dem verfügbaren Überschuss nicht voll aufgeladen werden und die Speicher-Zyklenzahl wird sehr gering bleiben. Das wirkt sich dann wieder auf die Wirtschaftlichkeit aus. Die richtige Dimensionierung ist nach wie vor so ein Thema. Sehr oft wird die Speichergröße einfach nach Gefühl entschieden. Damit ihr aber auch wirklich ein Verständnis für die optimale Speichergröße bekommt, dann empfehle ich euch diesen Artikel.



Speicher nachrüsten nicht möglich

Ob PV Anlage mit oder ohne Batteriespeicher ist ja so ein Thema. Das sollte auch individuell entschieden werden ob sich ein Speicher auszahlt. Sehr oft wird eine Anlage aber mal ohne Speicher gebaut und man lässt sich die Option noch offen ob man in Zukunft noch einen Batteriespeicher nachrüstet. Macht ja auch Sinn, schließlich weiß man dann schonmal wie man ohne Speicher fährt und kann auch besser einschätzen welche Speichergrößer vielleicht doch gut passen könnte. Nun wird aber häufig ein großer Fehler gemacht. Es wird bei der Anschaffung der Anlage nicht an die Zukunft gedacht. Im speziellen geht es da um den Wechselrichter. Wenn ein Speicher kombiniert werden soll, benötigt es einen Hybrid-Wechselrichter, der ist in der Regel auch etwas teurer als gewöhnliche Wechselrichter. Das ist auch der Grund weshalb sehr gerne einfache Wechselrichter gekauft werden. Später kommt dann aber doch der Speicher dazu und der Wechselrichter muss wieder getauscht werden. Das geht natürlich wieder ins Geld. Daher mein Tipp, wenn ein Speicher geplant ist, dann bereitet eure Anlage schon vorab soweit vor, dass dieser einfach nachgerüstet werden kann. Die Anschaffungskosten werden zwar etwas höher sein aber ihr spart euch diese Kosten locker später wieder wenn der Speicher dann nachgerüstet wird. Klar, es gibt auch AC gekoppelte Speicher, die ganz einfach zu allen bestehenden Systemen nachgerüstet werden können. Ob die im Vergleich zu DC gekoppelten Hybridsystemen die bessere Lösung sind, das wage ich zu bezweifeln. In diesem Vergleich haben sich die DC angebundenen Speicher schon des öfteren durchgesetzt. Wenn es also die Möglichkeit dazu gibt, dann denkt immer schon am Anfang darüber nach ob mal ein Speicher dazu kommen soll und bereitet alles entsprechend vor.



Wechselrichter zu klein ausgelegt

Das Größenverhältnis der PV Anlage und des Wechselrichters sollte immer beachtet werden. Der Wechselrichter bestimmt grundsätzlich immer das Limit was eine PV Anlage überhaupt theoretisch maximal erzeugen kann. Das bedeutet auch wenn die Anlage 12kWp hat, der Wechselrichter aber nur 10kVA Nennleistung, dann kann auch nur maximal 10kW erzeugt werden. Das optimale Verhältnis bewegt sich grundsätzlich beim Faktor 1. Es gibt ein paar Szenarien, wo entweder Modulleistung oder Wechselrichterleistung etwas größer dimensioniert werden sollten. Wenn Blindleistung erzeugt wird, sollte der Wechselrichter immer etwas größer ausgelegt sein. Denn die Nennleistung beschreibt die maximale Scheinleistung des Wechselrichters.

Wenn dennoch die maximal mögliche Wirkleistung erzeugt werden soll, die von den Modulen kommt, sollte der Wechselrichter größer ausgelegt sein als die Modulleistung, dann kann sowohl Blindleistung, als auch die maximale Wirkleistung erzeugt werden.



Bei Ost-West Ausrichtungen wird der Wechselrichter gerne etwas kleiner ausgelegt weil die PV Module bei dieser Ausrichtung ohnehin nie die Maximalleistung erreichen können. Der größte Fehler ist es aber definitiv den Wechselrichter zu klein auszulegen, sodass dieser nicht mehr die volle Leistung, die von den Modulen kommen würde verarbeiten kann. Das wäre verlorene Energie, die uns schlussendlich auch einfach Geld kosten würde.


Inkompatible Geräte kombinieren

Vor allem bei komplexeren Anforderungen und Systemen, muss man oft genau schauen welche Geräte denn eigentlich benötigt werden und welche Hersteller in Frage kommen. Vor allem bei Speichersystemen ist das dann ein wichtiges Thema. Nicht immer werden Wechselrichter und Batteriespeicher vom selben Hersteller angeboten. Dazu kommen dann oft auch noch zusätzliche Energiezähler oder intelligente Messeinheiten. Im besten Fall sollte man auf bewährte Lösungen setzen. Doch umso umfangreicher die Anforderung, desto komplizierter wird es. Photovoltaik ist nicht mehr das was es vor 20 Jahren war. Wir wollen heute nicht nur unseren eigenen Strom produzieren, sondern diesen auch intelligent nutzen. Dazu zählen Speicherlösungen aber auch intelligente Verbrauchersteuerung und Sektorenkopplung. Mit seinem eigenen Überschuss das E-Auto laden oder Warmwasser aufbereiten. Diese Aspekte werden in Zukunft Immer interessanter, erfordern aber auch ausgeklügelte Systeme. Komplettlösungen gibt es dafür nur wenige. Daher müssen oft verschiedene Geräte von unterschiedlichen Herstellern kombiniert werden. Diese kommunizieren zum Beispiel über offene Schnittstellen wie Modbus. Das wichtigste dabei ist, dass diese Geräte auch aufeinander abgestimmt sind. Sonst hat man schnell mal eine Komplettlösung, die nicht funktioniert. Eine schlechte Abstimmung und Steuerung der Geräte kann die Folge sein. Das sorgt für einen unwirtschaftlichen Betrieb der Anlagen und kann unnötige Kosten verursachen. Im schlimmsten Fall werden Systeme aufgebaut, die überhaupt keine Funktion haben. Recherchiert also vorab welche Systeme eure Anforderungen entsprechen. Bei einem einfachen System mit PV Modulen und Wechselrichter kann nicht so viel schief gehen. Wenn es aber in Richtung Speicher-, Heiz,- und E-Ladelösungen geht, ist die richtige Planung essentiell. Mein Tipp: Im besten Fall soviel wie möglich aus einer Hand und auf bewährte Lösungen setzen.


Das war der erste Teil zum Thema häufiger Planungsfehler. Wir schauen in Kürze schon weiter zum Teil 2.