E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

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E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon CaptainPicard » 31.08.2017, 12:52

Ist zwar schon ein paar Monate alt, aber weil ich hier noch keine Diskussion dazu gesehen habe: http://press.e-control.at/News_Detail.a ... nueid=1831



Ab 2019 sollen die Netzgebühren nicht mehr vom Verbrauch abhängig sein, so wie heute, sondern von der Leistung. Und man sagt ganz unverblümt, dass damit Photovoltaik-Betreiber und Elektroautobesitzer getroffen werden sollen. Das genaue Rechenmodell ist zwar noch nicht bekannt, aber für Einspeiser dürften da zusätzliche Kosten anfallen.

Die Stromnetzentgeltstruktur soll geändert werden, weil sich in Österreich die Stromerzeugung- und -verbrauchsstrukturen laufend ändern, Haushalte nutzen etwa verstärkt Wärmepumpen und erzeugen selbst Strom durch Photovoltaikanlagen. Damit werden die Netze zunehmend durch die Leistungskomponente und weniger von der Arbeitskomponente belastet.


Anfang 2019 soll das neue Stromnetzentgeltsystem in Kraft sein, damit in Netzgebieten, wo die Smart-Meter-Ausrollung gut voranschreitet, neue Kundenangebote möglich werden. Die Netzkosten machen für einen Durchschnittshaushalt in Wien derzeit 27,7 Prozent der gesamten Stromrechnung aus und gehen an den Netzbetreiber. Auf die Gesamtkosten hat die neue Netzentgeltstruktur keine Auswirkungen, die Gesamtsumme aller Netzkosten in Österreich bleibt gleich.


Aufgrund der derzeit stärkeren Orientierung an verbrauchsabhängigen Netzentgelten bezahlen Haushalte mit hoher Leistungsnachfrage, aber geringem Stromverbrauch, niedrigere Netzentgelte. Allerdings nutzen Kunden mit großen Sonderanlagen wie Wärmepumpe, Elektroauto oder Photovoltaikanlage die Netzinfrastruktur im gleichen Ausmaß. Ohne Speicherung des selbsterzeugten Stroms liegt die Eigenversorgung mit einer Photovoltaikanlage bei nur rund 30 Prozent, für den Rest wird auf das Netz zurückgegriffen und von dort Strom bezogen.


Damit möchte man wohl auch Speicher attraktiver machen, indem man Einspeiser bestraft.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon TheSunnySimon » 31.08.2017, 13:48

Das muss man sich noch im Detail ansehen. Bin da eher skeptisch, dass man damit Speicher attraktiver machen will. Das ginge nur, wenn auch kleine Stromverbraucher eine Leistungsmessung bekommen und man mit Speichern einen Spitzenlastenausgleich machen kann und darf.

So wie ich die bisherige Diskussion verfolgt habe werden jedoch die einfach Netzkosten von den variablen Kosten (pro kWh) zu den Grundgebühren (pro Zähler) verschoben. Dadurch spart man weniger Kosten wenn man sich selbst Strom erzeugt. Das macht die PV finaziell unattraktiver.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon sonnenversteher » 31.08.2017, 14:00

allerdings nur dort umsetzbar wo smartmeter montiert, die aber nicht verpflichtend sind.

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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon photoenchen4me » 31.08.2017, 17:36

:danke: fürs Thema

ich halte ja schon den bisherigen Fahrplan für rein bozenorientiert und EE feindlich strukturiert und es würd mich wundern wenn damit - bei der dz politischen Konstellation - diesbezügliche eine Wende eingeleitet werden sollte ...
Der Regulator hat seit Beginn des vergangenen Jahres einen Vorschlag für das neue System mit Netzbetreibern, Stromerzeugern und Sozialpartnern diskutiert und heute, Mittwoch, ein Positionspapier vorgelegt. Anfang 2019 soll das neue Stromnetzentgeltsystem in Kraft sein,

.... aber solange man nix genaues erfährt, weiss der Osilandler Dummbürger eben auch nix - das übliche Dampfwalze Drüberroll Prozedere halt.


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Da das Stromnetz zu jeder Zeit den benötigten Strom transportieren muss, ist die Leistung, also die in einem bestimmten Zeitpunkt transportierte Strommenge, jener Faktor, der hauptsächlich die Dimensionierung des Netzes und somit auch die Netzkosten bestimmt.

Dieses System wäre auch deutlich treffsicherer als das bisherige Pauschalverrechnungssystem, in dem alle Haushaltskunden die gleichen fixen Beträge zu entrichten haben.

Damit werden die Netze zunehmend durch die Leistungskomponente und weniger von der Arbeitskomponente belastet

Das Netzzutrittsentgelt soll in ein neues Anschlussentgelt umgewandelt werden, im Gegenzug wird das Netzbereitstellungsentgelt abgeschafft. Das neue Anschlussentgelt wird fällig bei erstmaligem Netzanschluss bzw. Umbau des Anschlusses. Zum aufwandsorientierten Anteil wird ein pauschales Entgelt eingehoben, das sich an der vertraglichen Anschlussleistung orientiert

„Wer das Stromnetz mehr nutzt, muss mehr dafür bezahlen“, erklärt Eigenbauer das dahinterliegende Prinzip.

Aha, "das dahinterliegende Prinzip" eines Eigenbauer also 8)
Ganz grundsätzlich ists doch schon lange so, dass für die Leistungsbereitstellung ja beim erstmaligen Anschluss leistungsbezogene Kosten eingehoben werden, nein? Es ist mMn nicht einzusehen, warum das ein jährliches Zusatzbatzerl in die Kassen der Betreiber spülen soll - diese Dienstleistung (die Anschlussleistung) ist damit nämlich bezahlt/ beglichen, der Netz-Erhalt ist durch die - nicht grad schmale - Netzgebühr beglichen


###
Die Stromnetzentgeltstruktur soll geändert werden, weil sich in Österreich die Stromerzeugung- und -verbrauchsstrukturen laufend ändern,

Der Betrieb des Stromnetzes verursacht großteils Fixkosten und diese Kosten werden zusehends ungerecht verteilt.

Tja das seh isch auch so.
Nur eben nicht vorrangig bei den Privaten, sondern vorallem bei Privaten versus Gewerblichen.
:wink:


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Zudem bringt die Digitalisierung von Netzen und Stromzählern verbesserte Abrechnungsmöglichkeiten mit sich.

Aha
Tja, sicher, nur stellt sich halt die Frage - "verbessert" für wen?
Es passt halt so wunderbar in dz und künftige "Sicherheitspakte" und eröffnet auch Panzerknackergebrüdern eine super bequeme Möglichkeit die An-/ Abwesenheiten und sonstigs auszukundschaften.


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Kunden, die etwa in Zeiten, wo wenig Strom vorhanden ist, ihren Verbrauch teilweise zentral steuern lassen und damit geringere Gesamtkosten verursachen, sollen Teile dieses Vorteiles bekommen.

Aha "Teile" also?
Ein Schelm wer böses dabei denkt. Für Private mit ihren Pipifax Anlagen zudem ein Lercherlschass im grossen Bild.

Die Diskussion ist hier das alte Versteck-Spiel zwischen systemverträglich versus systemdienlich - also einem zentralistisch diktierten Ansatz versus freier Entscheidung auf Basis eines kompetativen Angebotes - wie damals zB bei den low cost routern.

just my 2ct
LiFePO ist anders.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon CaptainPicard » 20.05.2018, 10:48

Kleines Update dazu: https://derstandard.at/2000080081862/E- ... tig-teurer


Die neue Stromnetztarif-Struktur, die ab 2020 gelten könnte, dürfte Kleinverbraucher tendenziell begünstigen. Das ergaben jüngst Berechnungen der Regulierungsbehörde E-Control auf Basis von mehr als 1.000 Datensätzen. In Summe soll das Aufkommen der Netznutzungsentgelte – neben Energiekosten und Steuern der dritte Teil am Gesamtpreis – gleich bleiben.

Das normale langsame E-Auto-Aufladen über Nacht wird den Haushalten aufgrund des neuen Entgeltsystems also zumindest keine höheren Netztarife bescheren – abgesehen von der dabei zusätzlich verbrauchten Elektrizität. Nur ein Schnellladen daheim käme teurer. Auch bei normalen Anwendungen wie Kochen, Waschen, Bügeln blieben die Tarife grosso modo gleich, so die E-Control. Nur für Abnehmer mit punktuellen Extremverbräuchen – etwa durch Poolheizung, Sauna oder eben Elektro-Auto-Schnellladungen – entstünden Leistungsspitzen, die künftig teurer kommen würden als derzeit.

Kleinabnehmer könnten sich im Gegenzug bis zu 20 Euro im Jahr sparen, so Urbantschitsch im ORF-Radio.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon GOETSCHHOFER » 20.05.2018, 16:05

[quote="CaptainPicard"]Kleines Update dazu: https://derstandard.at/2000080081862/E- ... tig-teurer

https://kurier.at/wirtschaft/neue-strom ... /400036723

Neue Stromnetztarife sollen Kleinverbrauchern nützen
Mit sinkenden Strom-Großhandelspreisen fällt auch der Gewinn des Verbund weiter. © Bild: KURIER/Gerhard Deutsch
Mehrheitlich soll es Gewinner durch die Systemumstellung geben, sagt die E-Control. E-Autos würden Netztarife nicht pushen.
Die neue Stromnetztarif-Struktur, die ab 2020 gelten könnte, dürfte Kleinverbraucher tendenziell begünstigen. Das ergaben Berechnungen der Regulierungsbehörde E-Control auf Basis von mehr als 1.000 Datensätzen. In Summe soll das Aufkommen der Netznutzungsentgelte gleich bleiben.

Auch das normale langsame E-Auto-Aufladen über Nacht wird den Haushalten aufgrund des neuen Entgeltsystems keine höheren Netztarife bescheren, nur ein Schnellladen daheim käme teurer. Ein Mehrverbrauch durch das E-Auto wird aber generell zu höheren Kosten führen.

Für die meisten Kleinverbraucher unter den Privatkunden sollte die Umstellung auf einen leistungsgemessenen Tarif überwiegend geringe Vergünstigungen bei den Netznutzungstarifen bringen, zerstreute Energie-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch im Gespräch mit der APA Befürchtungen etwa der Arbeiterkammer (AK), die "höhere Stromrechnungen" für Haushalte befürchtet hat. Bei normalen Anwendungen wie Kochen, Waschen, Bügeln usw. bleibe es grosso modo gleich. Nur für Abnehmer mit punktuellen Extremverbräuchen - etwa durch Poolheizung, Sauna oder Elektro-Auto-Schnellladungen - entstünden Leistungsspitzen, die künftig teurer kommen würden als derzeit.

Für rund 85 Prozent der Haushaltskunden, deren Lastprofile untersucht wurden, würde sich laut einer Szenario-Kalkulation zu den neuen Nutzungstarifen wenig ändern, sie liegen in einer überschaubaren Bandbreite von plus/minus 20 Euro pro Jahr an Mehr- oder Minderkosten.

Von den Kleinabnehmern, etwa Single- oder Pensionistenhaushalte mit nur 1.000 kWh Verbrauch im Jahr, die derzeit 45 Euro für die Netznutzung sowie 30 Euro Pauschale zahlen - also 75 Euro jährlich -, könnten sich viele bis zu 20 Euro jährlich sparen, teurer werde es in diesem Segment nur für ganz, ganz wenige, so Urbantschitsch. Für 3.000 kWh Verbrauch/Jahr sind derzeit 165 Euro zu berappen (135 plus 30) - hier wirken sich 20 Euro weniger nicht mehr so stark entlastend aus; auch ist hier der Anteil jener, für die es etwas teurer werden könnte, schon spürbar höher.

Die Simulationsrechnung erfolgte auf Basis der Daten von insgesamt 1.112 Haushalten, von denen demzufolge durch die Umstellung 672 Kunden weniger und lediglich 440 Kunden mehr zahlen würden. Im Schnitt lag bei diesen Kunden der Jahresverbrauch bei 4.298 kWh, die durchschnittliche (künftig heranzuziehende) Verrechnungsleistung bei 4,69 kW. Angenommen wurde dabei im Schnitt ein 20-prozentiger Leistungs- sowie - etwas weniger als bisher - ein 80-prozentiger Arbeitsanteil. Die exakte Ausgestaltung der Netzentgelte obliegt dann, nach entsprechenden Gesetzänderungen, der Regulierungskommission der E-Control.

Urbantschitsch geht davon aus, dass die neue Tarifstruktur frühestens 2020 in Kraft treten kann - sofern im Laufe des Jahres 2019 die ElWOG-Novellierung samt dazugehörigen Verordnungen umgesetzt werden kann. Durch die "Electricity Balancing Guideline", eine direkt geltende EU-Verordnung, die binnen eines Jahres umgesetzt werden müsse, gebe es bei den Systemdienstleistungen ohnedies einen Handlungsbedarf. Zunächst sei Österreich im zweiten Halbjahr 2018 mit der EU-Ratspräsidentschaft beschäftigt, in der auch das "Clean Energy Package" zu finalisieren sei, so der E-Control-Vorstand. Die Zahl der anderen Netzentgelte soll sich durch Vereinfachung verringern, das Netzverlustentgelt soll bleiben wie es ist.

Insgesamt beträgt das Volumen der Netzentgelte in Österreich rund 2,09 Mrd. Euro jährlich, wovon derzeit 72 Prozent oder 1,51 Mrd. Euro von den Strom-Entnehmern über die Netznutzungsentgelte gezahlt werden. Der Großteil davon wird auf der Netzebene 7 schlagend, die auch für die Haushalte maßgeblich ist. Für diese derzeit nicht gemessenen Kunden soll es künftig eine Leistungsmessung wie für alle anderen Netzkunden geben. Möglich wird dies durch die "intelligenten Stromzähler" Smart Meter, die aber erst zu einem Zehntel ausgerollt sind. Mit der Entgelt-Systemumstellung soll dem erhöhten Aufkommen von Strom aus Erneuerbaren Energien Rechnung getragen werden, wodurch mehr Leistungsbedarf und mehr Netzausbau nötig sind.

Private E-Autos, die daheim nur langsam über Nacht mit Strom aufgeladen werden, verteuern von den Netzgebühren her die Stromrechnung nicht - abgesehen von der dabei zusätzlich verbrauchten Elektrizität. Denn ein Ladevorgang von 6 Stunden für einen Wagen der "Golfklasse" (konkret untersucht wurde der neue Nissan Leaf 2018) erfordert bei 15.000 km Fahrleistung jährlich nur 1,02 kW Leistung pro Stunde, für Urbantschitsch "erstaunlich wenig". Bei doppelter Fahrleistung (30.000 km/a) sind dann schon 12,18 kWh/Tag bzw. 2,03 kW/Stunde nötig - bei einem Jaguar I-Pace wären es 2 bzw. 4 kW pro Ladestunde. "Der neue Tarif wäre eventuell sogar etwas günstiger, E-Mobilität wird also nicht über Gebühr belastet."

Basis sind dabei Wechselstrom-Ladestationen für Zuhause mit einer Leistung von 6,6 kW (Nissan) bzw. 7 kW (Jaguar); die Fahrzeuge weisen 40 bzw. 90 kWh Batteriekapazität und 10,6 bzw. 21,2 kWh Verbrauch je 100 km auf. Urbantschitsch geht davon aus, dass es auch in Mehrgeschoßwohnbauten künftig bei jedem Abstellplatz auch eine Lademöglichkeit geben wird; es sei undenkbar, nur einen Teil mit Stationen auszustatten. Umso nötiger werde dann eine intelligente Steuerung. Für die Ausrüstung in Eigentumsbauten könnte künftig ein Mehrheitsbeschluss statt der Einstimmigkeit reichen, erwartet der E-Control-Vorstand für die Ladestellen entsprechende Änderungen im Wohnungseigentumsgesetz und dem Mietrecht.

Wollte man die Strom-Karossen daheim schnell aufladen - für Urbantschitsch ein unrealistisches Szenario -, dann würde es teuer. Erstens wäre das ohne bauliche Maßnahmen gar nicht möglich, würde aber zu einer massiven Nachverrechnung von Netzanschlussentgelten und schon beim jetzigen Tarifsystem zu deutlichen Mehrkosten führen. Ein Schnellladen mit 50 kW käme beim Nissan Leaf auf 400-450 Euro an Gebühren zusätzlich im Jahr, beim Jaguar mit 100 kW auf 890-930 Euro.

Bei Photovoltaik-Anlagen (PV) auf Hausdächern - die Regierung plant im Zuge der Klima- und Energiestrategie ein "100.000-Dächer-Programm" - gibt es für die kleinen Einspeiser keine Netzgebühren, die sind ja derzeit schon befreit. Allerdings fällt für die Strom-Entnehmer eine Gebühr an, hier sollte eine Absenkung erwogen werden, wenn es sich um örtliche Verbräuche im Sinne von "local energy communities" handle. Skeptisch zeigte sich Urbantschitsch zur Idee, bei Stromspeichern - möglicherweise Batterien - von endkundenbezogenen Gebühren abzusehen; das sollte noch diskutiert werden, forderte er, um nicht Gefahr zu laufen, dass man anwendungsbezogene Privilegien schaffe.

( Agenturen ) Erstellt am 17.05.2018




Auf das Ergebnis bin ich schon gespannt.

Folgender Satz ist für mich sehr interessant:
Der Großteil davon wird auf der Netzebene 7 schlagend, die auch für die Haushalte maßgeblich ist. Für diese derzeit nicht gemessenen Kunden soll es künftig eine Leistungsmessung wie für alle anderen Netzkunden geben.




Erläuterungen zur Verordnung der Energie-Control Austria, mit der die Anforderungen an intelligente Messgeräte bestimmt werden Intelligente Messgeräte-AnforderungsVO (IMA-VO 2011)
https://www.e-control.at/documents/2090 ... 9c24197c5e
Zu § 2: Unter einer Lastprofilzählung versteht man die Messung von elektrischer Arbeit unter zusätzlicher Erfassung aller einviertelstündlichen Durchschnittsbelastungen (Leistungswerte) einer Periode für eine oder zwei Energierichtungen.
Nicht lastprofilgemessene Anlagen sind typischerweise Haushalte von Konsumenten mit geringer Anschlussleistung (< 50 kW) bzw. geringen Verbrauchswerten (< 100.000 kWh).



Wie will denn der Netzbetreiber leistungsabhängige Tarife einführen, wenn er laut derzeitiger Rechtslage und EU-Verordnungen nur maximal den Tagesverbrauch auslesen darf.
Für die Leistungsverrechnung auf Netzebene 7 (Privatkunden) braucht er dazu die Viertelstundenwerte und diese sind derzeit nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Konsumenten täglich zu übertragen.
Derzeit ist es gesetzlich nur erlaubt die Tagesverbrauchswerte aus dem Smartmeter zu übertragen.
Da müssten sie die Viertelstundenwert-Übermittlung gesetzlich verpflichtend für alle beschließen

Nur da muss der Gesetzgeber den Datenschutz vorher auf den Kopf stellen.

Die Viertel-Stunden-Werte-Messung wird ja bereits jetzt mit den bis dato installierten Smart-Metern durchgeführt, nur die Übermittlung ist derzeit nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Verbrauchers zulässig.
https://www.e-control.at/documents/2090 ... 5d66f284c1

§ 3a ElWOG 2010:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... r=20007045
Dateianhänge
§ 3a ElWOG 2010.JPG
§ 3 Intelligente Messgeräte-AnforderungsVO2011-IMA-VO 2011.JPG
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon GOETSCHHOFER » 20.05.2018, 17:03

NACHTRAG zur Viertelstundenwert-Messung und Übermittlung:
Korrektur zu obigem Beitrag: § 3a ElWOG muss § 84a ElWOG bedeuten.

Die IME-VO Novelle 2017 veröffentlicht im http://www.ris.bka.gv.at enthält hier interessante ergänzende Details zur Ursprungsversion.
Durch das Opt-Out des Konsumenten erhält der Netzbetreiber keine exakte Viertelstundenwert-Messung.
Nach § 1 Abs. 6 vorletzter Satz: Maximaler durchschnittlicher Viertelstunden-Jahreswert.
........ der höchsten einviertelstündlichen Durchschnittsbelastung (Leistung) innerhalb eines Kalenderjahres muss möglich sein.


§ 1 Abs. 6 IME-VO 2011: (Wurde erst in der Novelle zum 15.12.2017 eingefügt)
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... 5.2018.pdf


Erläuterungen zur IME-VO-Novelle
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Beg ... 430928.pdf
Dateianhänge
§ 1 Abs. 6 IME-VO 2011.JPG
Erläuterungen zur IMO-Novelle 2017 § 1 Abs. 6.JPG
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon CaptainPicard » 20.05.2018, 19:22

Dein Text war etwas ausführlicher als meiner. ;)


Interessant dass nirgendwo das Thema Wärmepumpe erwähnt wurde, dürfte das doch einer der größten Stromverbraucher in vielen Haushalten sein. Allerdings wenn 7 kW Ladeleistung beim I-Pace kein Problem sind dann wäre das Thema für Einfamilienhäuser auch erledigt. Bei größeren könnte es aber teurer werden.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon flosky » 21.05.2018, 19:03

TheSunnySimon hat geschrieben:Das muss man sich noch im Detail ansehen. Bin da eher skeptisch, dass man damit Speicher attraktiver machen will. Das ginge nur, wenn auch kleine Stromverbraucher eine Leistungsmessung bekommen und man mit Speichern einen Spitzenlastenausgleich machen kann und darf.

So wie ich die bisherige Diskussion verfolgt habe werden jedoch die einfach Netzkosten von den variablen Kosten (pro kWh) zu den Grundgebühren (pro Zähler) verschoben. Dadurch spart man weniger Kosten wenn man sich selbst Strom erzeugt. Das macht die PV finaziell unattraktiver.

wenn die pv aber die verbrauchsspitzen kappt, ist man wieder im vorteil!
ich komm kaum ueber 2,5kW maximalbezug...
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon alterego » 23.05.2018, 08:22

Auch wenn es mich nicht betrifft, interessant finde ich es doch, was da bei euch läuft.
Fixkosten (und das sind Netzkosten nun mal zum überwiegenden Teil) durch verbrauchsabhängige Preise zu decken, ist imo immer für irgendwen ungerecht. Einfach pro Haushalt 400€ (die im Text genannten 1,5 Mrd.€, was aber vermutlich nicht nur der Anteil der Privathaushalte ist, da verstehe ich den Text nicht ganz, durch 3,9 Mio. Haushalte) zu kassieren, da wird nicht mal die jetztige Regierung den einkommensschwachen Haushalten zumuten wollen.

@flosky: im normalen Haushalt dürfte der Herd/Backofen plus das, was eben gerade zu dieser Zeit läuft, die Spitzenlast machen, also nur groß auftischen, wenn die Sonne beim kochen scheint :P

Keine Ahnung worauf das mit der PV abziehlt, so viele Großanlagen gibt es doch bei euch gar nicht und die dürften eh schon bei (jetzt schon leistungsgemessenen) Unternehmen angesiedelt sein. Wenn ein Privathaushalt bei euch 5kWp am Dach hat, ist das doch schon eher viel und 5kW zieht umgekehrt der Herd schnell mal.
Ich lese da eher, daß man sowas wie 70% oder mehr zahlen (in D durch die sonst vorgeschriebene Zusatztechnik, bei eucht eben direkt) in D einführen will. Aber es ist ja schon bekannt, daß die Ertragsverluste durch einen etwas kleineren WR oft schon durch die geringeren Anschaffungskosten ausgeglichen werden. Das dürfte bei eueren geringen Vergütungen sogar noch eher gelten.

Wenn rund zwei Drittel der Haushalte entlastet wird, muß das Drittel, das mehr zahlt, folglich das doppelte mehr zahlen als die anderen sparen. Man kann auch einfach weglassen, was man nicht veröffentlicht haben will.

Man könnte noch viel dazu schreiben.

OT: Als Jurist sollte Herr Urbantschitsch sich schon exakt ausdrücken. Jemand, der
1,02 kW Leistung pro Stunde

in den Mund nimmt, ist für mich unqualifiziert für eine Leitungsposition im Energiesektor. Ein Reporter, der das nicht stillschweigend beim Abdruck korrigiert, kann aber auch kein wirklicher Fachmensch sein.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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