E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon Ruparnovic » 02.06.2018, 22:15

Nun, ich würde die Netzkosten nicht als Fixkosten betrachten. In den Präsentationen zu dem Thema (lassen sich irgendwo auf der e-cpntrol Seite finden), wird gesagt, dass die Netzkosten Hauptsächlich durch die Leistung entstehen. Was für mich auch plausibel klingt, denn ein Netz muss für den höchsten Verbrauch (die höchste Leistung) ausgelegt werden und dementsprechend gebaut werden.
Dementsprechend finde ich es auch fair, dass man auch für die Leistung mehr Netzentgelte zahlt und nicht wie bisher über die verbrauchte Energie. Klar wird es für manche auch schlechter (zB in unserem Fall: Wochenendhaus, geringer Energieverbrauch, Leistung aber trotzdem im Maximum sicher so wie ein 5000 kWh Haushalt) - das ist aber kein Grund, dass ich mich jetzt drüber beschweren würde.
Ein gewisser Gleichzeitigkeitsfaktor ist sowieso einberechnet, schließlich hat man einerseits die Mittelung über eine Viertelstunde und andererseits wird über die monatlich höchsten Viertelstundenwerte gemittelt. Und man kann das ganze auch als neue Chance sehen, durch Lastverschiebung und/oder Speicher Netzentgelte einzusparen.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon flosky » 07.06.2018, 15:58

das mit der leistungsabhaengigkeit ist eh wohl eher so zu verstehen, dass im smartmeterzeitalter geschaut wird, wie oft ein 1/4h intervall welche leistung hat und nicht danach, was das jahresmaximum ueberhaupt ist!
somit ist es fuer kurzzeitige starke verbaucher trotzdem gunstiger als fuer hochleistungsdauerbezieher, nehm ich mal an...
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon Ruparnovic » 07.06.2018, 16:37

Nein, nicht das Jahresmaximum, sondern es wird der höchste Viertelstundenwert jedes Monats herangezogen und dann über die 12 Monate eines Jahres gemittelt.
Schaltest du also ein mal pro Monat deinen Heizstab für 15min ein, zahlst du die gleichen Netzgebühren, wie jemand, der ihn 365 Tage im Jahr rennen hat. Das natürlich nur theoretisch, denn ein Teil der Netugebühren soll ja arbeitsabhängig bleiben.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon flosky » 11.06.2018, 10:18

das neue abrechnungssystem macht ja dann (pv-)speicher (als lastverschieber und spitzenreduzierer) wieder einen schritt attraktiver, wenn man die dadurch vermiedenen kosten gegenrechnet...
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon Mike_Do » 13.06.2018, 19:04

Wohl eher nicht, denn einmal im monat ist beim kochen doch sicher mal der speicher leer und das wetter schlecht. Somit hast dann den gleich hohen wert wie jemand ohne pv und speicher
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon wschmeiser » 13.06.2018, 19:16

Ruparnovic hat geschrieben:Nun, ich würde die Netzkosten nicht als Fixkosten betrachten. In den Präsentationen zu dem Thema (lassen sich irgendwo auf der e-cpntrol Seite finden), wird gesagt, dass die Netzkosten Hauptsächlich durch die Leistung entstehen. Was für mich auch plausibel klingt, denn ein Netz muss für den höchsten Verbrauch (die höchste Leistung) ausgelegt werden und dementsprechend gebaut werden.
Dementsprechend finde ich es auch fair, dass man auch für die Leistung mehr Netzentgelte zahlt und nicht wie bisher über die verbrauchte Energie. Klar wird es für manche auch schlechter (zB in unserem Fall: Wochenendhaus, geringer Energieverbrauch, Leistung aber trotzdem im Maximum sicher so wie ein 5000 kWh Haushalt) - das ist aber kein Grund, dass ich mich jetzt drüber beschweren würde.
Ein gewisser Gleichzeitigkeitsfaktor ist sowieso einberechnet, schließlich hat man einerseits die Mittelung über eine Viertelstunde und andererseits wird über die monatlich höchsten Viertelstundenwerte gemittelt. Und man kann das ganze auch als neue Chance sehen, durch Lastverschiebung und/oder Speicher Netzentgelte einzusparen.


Zu den Netzkosten gehört ja auch die Sicherstellung der jederzeitigen Verfügbarkeit der maximalen Spitzenleistung und nicht nur die des eigentlichen Netzes. Je ausgeglichener die Leistungsabnahme über alle Stromverbraucher, desto geringer halt auch die insgesamten Leistungsspitzen.

Und eigentlich kostet die kWh-Strom einschließlich der durchschnittlichen Netzbelastung nur wenige Cent.

Will man die EEs voran bringen, sollte man deshalb deren niedrige variable Kosten auch an die Verbraucher weitergeben um Stromverbrauch gegenüber anderen Energieträgern attraktiv zu machen.

Im Gegenzug heißt das aber dann im Winter der Stromverbrauch massiv zunehmen würde und enorme Leistungsspitzen erzeugen würde. Deshalb macht es Sinn, jeden durch einen niedrigeren Preis zu belohnen, der halt keine Leistungsspitzen produziert oder vielmehr sogar noch auf Strombezug während solcher Leistungsspitzen verzichten kann.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon Roland81 » 13.06.2018, 19:21

Das hört sich nach einer "Alternativen" zur Mineralölsteuer an...irgendwie muss man die Mindereinnahmen ja kompensieren.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon alterego » 15.06.2018, 09:23

Mike_Do hat geschrieben:Wohl eher nicht, denn einmal im monat ist beim kochen doch sicher mal der speicher leer und das wetter schlecht. Somit hast dann den gleich hohen wert wie jemand ohne pv und speicher

Da muß man halt vorausschauen und den Speicher notfalls aus dem Netz laden, damit er später die Spitzen kappen kann.
Technisch kein Problem (und wird in der Industrie stellenweise auch so gemacht), ob sich das rechnet, kann man erst sagen, wenn man Details zur Preisgestaltung kennt.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon flosky » 15.06.2018, 09:43

Mike_Do hat geschrieben:Wohl eher nicht, denn einmal im monat ist beim kochen doch sicher mal der speicher leer und das wetter schlecht. Somit hast dann den gleich hohen wert wie jemand ohne pv und speicher

das passiert wann dann nur im winterquartal! und wenn er dabei nur die spitzen kappt, ist auch schon geholfen!
februar bis oktober ist der speicher im allgemeinen immer nutzbar, april bis september gibts eher probleme, dass er dauernd ZU VOLL ist...
auf netznachladung bin ich bislang noch gar nicht gekommen, aber das waer dann sicher auch anders (finanziell) zu bewerten als jetzt!
ich sag ja nicht, dass ein speicher dadurch schlagartig rentabel wird, aber wenns das zuenglein auf der waage sein sollte...
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Re: E-Control will leistungsabhängige Netzgebühren

Beitragvon Vollmilch » 15.06.2018, 18:59

Hallo!

Ich finde es prinzipiell gut, wenn die Verursacher die Kosten zu tragen haben. In dem Fall die "Spitzenlastverbraucher" einen Teil der Netzkosten. Zum einen erscheint es mir gerechter, zum andern kann nur so ein netzverträglicheres Verhalten erreicht werden, wenn man es auch im Börserl spürt.

Viele von uns Kraftwerksbesitzern werden die höchste Netzbelastung nicht durch den Verbrauch sondern durch die Einspeisung erreichen. ;-)

LG Vollmilch
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http://www.sonnenertrag.eu/de/vollmilch/hafnerbach/10720/10974.html
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