reines Unwissen braucht Schwarmintelligenz

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Re: reines Unwissen braucht Schwarmintelligenz

Beitragvon Wissensuchender » 21.12.2017, 21:30

Ralf Hofmann hat geschrieben:Hi,
Auf 75 qm passen locker 44 Module, Du kannst also zwei Strings à 22 Module bauen und dabei uralte Ladenhüter mit 225 Wattp nehmen, falls Du die noch bekommst. Damit sollte die Anlage netto nur 10.000 EUR kosten.
Bekommst Du so alte Module nicht mehr, dann nimm die schwächsten, die Du bekommen kannst und dann so viele, dass dabei 10 kWp herauskommen, den Platz dazu hast Du ja.


kann dies sinnvoll sein? Ich weiß nicht wie sich die Technik hinsichtlich des Wirkungsgrads der Anlagen im Laufe der letzten Jahre verändert/ verbessert hat und die Ausbeute von weniger qm neuen Modulen gegen einem mehr an qm mit alten Modulen sich rentieren kann? oder eben nicht?

Woher bekommt man alte Module (und was zählt als alt?)
mehr als 10 kWp können/dürfen es meines Wissen nicht sein, da ansonsten die Einspeisevergütung abnimmt (da als gewerblich Tätiger zugeordnet wird o.ä.).

Wenn ich auf neue setzen sollte würde mich dennoch interessieren ob ihr Solaredge (Angebot) favorisieren würdet aus technischer Sicht.
So nun zur Verschattung des Daches...

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Re: reines Unwissen braucht Schwarmintelligenz

Beitragvon Serin » 21.12.2017, 21:46

Wissensuchender hat geschrieben:
Ralf Hofmann hat geschrieben:Hi,
Auf 75 qm passen locker 44 Module, Du kannst also zwei Strings à 22 Module bauen und dabei uralte Ladenhüter mit 225 Wattp nehmen, falls Du die noch bekommst. Damit sollte die Anlage netto nur 10.000 EUR kosten.
Bekommst Du so alte Module nicht mehr, dann nimm die schwächsten, die Du bekommen kannst und dann so viele, dass dabei 10 kWp herauskommen, den Platz dazu hast Du ja.


kann dies sinnvoll sein? Ich weiß nicht wie sich die Technik hinsichtlich des Wirkungsgrads der Anlagen im Laufe der letzten Jahre verändert/ verbessert hat und die Ausbeute von weniger qm neuen Modulen gegen einem mehr an qm mit alten Modulen sich rentieren kann? oder eben nicht?

Woher bekommt man alte Module (und was zählt als alt?)
mehr als 10 kWp können/dürfen es meines Wissen nicht sein, da ansonsten die Einspeisevergütung abnimmt (da als gewerblich Tätiger zugeordnet wird o.ä.).

Wenn ich auf neue setzen sollte würde mich dennoch interessieren ob ihr Solaredge (Angebot) favorisieren würdet aus technischer Sicht.
So nun zur Verschattung des Daches...

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Eieieiei ich glaube hier müssen wir noch einmal GANZ von vorne mit dem Thema PV beginnen :shock:

1. eine Anlage wird in kWp gemessen. Für deine jährliche Ernte kann es dabei komplett egal sein, ob du die kWp durch viele schlechte Module oder durch wenige gute Module erreichst, dafür sind sich die Module zu ähnlich.
Also wenn du für 40 Module á 200 Wp weniger bezahlst als für 20 Module á 400 Wp, dann leg die 200 Wp Module aufs Dach, solange du genug Platz hast.
Der EINZIGE Grund die stärkeren Module zu nehmen ist, wenn dir der Platz ausgeht (also z.B. 40 Moule á 400 Wp bringt mehr als 40 Module á 200 Wp ;-) ) oder wenn der Solateur (warum auch immer) die stärkeren Module pro kWp günstiger anbieten kann als die schwächeren.

2. Sobald du eine EEG Anlage aufs Dach baust bist du automatisch Unternehmer. Da gibt es keine "Grenze" wo drunter du liegen solltest.
Die 10 kWp Grenze ergibt sich daraus, dass man ab 10 kWp für seinen Eigenverbrauch EEG Umlage zahlen musst. DAs heißt jede kWp vom eigenen Dach wird mit ca. 2,5 Ct belastet.
Da das ab 10 kWp für den GESAMTEN EV gilt, lohnt sich eine Anlage, welche ganz knapp über 10 kWp ist nicht. Allerdings so ab 12 - 14 kWp auf dem Dach ist die Anlage pro kWp soviel günstiger geworden (je mehr kWp desto günstiger pro kWp) dass man Netto am Ende mehr verdient als mit der kleineren Anlage.

3. Meine Güte das ist schon heftig mit der Verschattung (zumidnest vom Bild aus).
Ist dein Dach im Sommer auch verschattet oder "nur" im Winter?
Hier KÖNNTE SE Sinn machen, allerdings kommt das sehr auf die Auslegung an. Wenn man lange Strings an an einen guten WR hängt, dann könnte das auch ohne gehen (da alle gleiche Ausrichtung und alle sehr ähnlich verschattet).


Fazit:
Du solltest dich hier im Forum dringed einmal informieren, WAS eigentlich passiert, wenn du eine PV Aufs Dach legst, damit du nicht irgendwann stolperst.
Einige Stichpunkte die interessant sein dürften (nicht abschließend):

- Einspeisemanagement und 70% Regel
- Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug
- EÜR in der Einkommenssteuer
- Wirtschaftlichkeitsberechnungen
-etc. (fällt noch wem was ein? ;-) )
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Re: reines Unwissen braucht Schwarmintelligenz

Beitragvon Assel+ » 21.12.2017, 23:28

Serin hat geschrieben:Eieieiei ich glaube hier müssen wir noch einmal GANZ von vorne mit dem Thema PV beginnen :shock:

1. eine Anlage wird in kWp gemessen. Für deine jährliche Ernte kann es dabei komplett egal sein, ob du die kWp durch viele schlechte Module oder durch wenige gute Module erreichst, dafür sind sich die Module zu ähnlich.
Also wenn du für 40 Module á 200 Wp weniger bezahlst als für 20 Module á 400 Wp, dann leg die 200 Wp Module aufs Dach, solange du genug Platz hast.
Der EINZIGE Grund die stärkeren Module zu nehmen ist, wenn dir der Platz ausgeht (also z.B. 40 Moule á 400 Wp bringt mehr als 40 Module á 200 Wp ;-) ) oder wenn der Solateur (warum auch immer) die stärkeren Module pro kWp günstiger anbieten kann als die schwächeren.

2. Sobald du eine EEG Anlage aufs Dach baust bist du automatisch Unternehmer. Da gibt es keine "Grenze" wo drunter du liegen solltest.
Die 10 kWp Grenze ergibt sich daraus, dass man ab 10 kWp für seinen Eigenverbrauch EEG Umlage zahlen musst. DAs heißt jede kWp vom eigenen Dach wird mit ca. 2,5 Ct belastet.
Da das ab 10 kWp für den GESAMTEN EV gilt, lohnt sich eine Anlage, welche ganz knapp über 10 kWp ist nicht. Allerdings so ab 12 - 14 kWp auf dem Dach ist die Anlage pro kWp soviel günstiger geworden (je mehr kWp desto günstiger pro kWp) dass man Netto am Ende mehr verdient als mit der kleineren Anlage.

3. Meine Güte das ist schon heftig mit der Verschattung (zumidnest vom Bild aus).
Ist dein Dach im Sommer auch verschattet oder "nur" im Winter?
Hier KÖNNTE SE Sinn machen, allerdings kommt das sehr auf die Auslegung an. Wenn man lange Strings an an einen guten WR hängt, dann könnte das auch ohne gehen (da alle gleiche Ausrichtung und alle sehr ähnlich verschattet).


Fazit:
Du solltest dich hier im Forum dringed einmal informieren, WAS eigentlich passiert, wenn du eine PV Aufs Dach legst, damit du nicht irgendwann stolperst.
Einige Stichpunkte die interessant sein dürften (nicht abschließend):

- Einspeisemanagement und 70% Regel
- Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug
- EÜR in der Einkommenssteuer
- Wirtschaftlichkeitsberechnungen
-etc. (fällt noch wem was ein? ;-) )


Das würde ich auch so unterschreiben, Nimm nicht die neusten Module sondern die mit angemessen günsigen Preis. Knall das Dach seit voll wie es die Börse ermöglicht und ein optisch vernünftiges Bild ergibt. Damit lässt Du Dir die Option später den Rest noch mal zu belegen - zweite Anlage zählt als eigenständige Größe, wenn min 12 Monate zwischen den Bauzeiten liegen. Bei 1200€/kWp sollte schon ein vertretbarer Preis werden. Mit der Einsparung von Solarthermie bleibt dann auch ds Budget für eine Anlage um 8-10kWp.

Viel Erfolg für Deine Umsetzung.
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Re: reines Unwissen braucht Schwarmintelligenz

Beitragvon Ralf Hofmann » 22.12.2017, 02:16

Hi,

Wissensuchender hat geschrieben:So nun zur Verschattung des Daches...

die Kollegen haben ja schon das Wichtigste gesagt.

Zum Schatten: Du wirst nicht umhin kommen, die Bäume unten, halblinks und den Baum links bis unter Dachhöhe zurückzuschneiden, sonst kannst Du`s vergessen. Da helfen auch keine langen Strings und kein SE mehr.
MfG
Ralf Hofmann
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Re: reines Unwissen braucht Schwarmintelligenz

Beitragvon Sunshine1087 » 22.12.2017, 10:42

Man sollte mal das ganze projektieren und die Bäume in voller Größe in die Projektierung einfließen lassen. Dann eine Verschattungsberechnung mit dem Programm machen und eine Ertragsprognose erstellen. Dann kommt Licht ins Dunkel und man kann dann entscheiden wie weiter verfahren wird. SE hat ja nicht nur Verschattungsmanagement-Vorteile sondern auch einen Sicherheitsaspekt für Feuerwehrleute. Unter anderem arbeiten im Solaredge System die in der Sonne liegenden Module auf Vollleistung weiter, während die verschattenden Module die Minderleistung bringen, ohne die in der Sonne liegenden Module zu beeinträchtigen. Unabhängig davon ist mit dem SolarEdge System ein Ersetzen im Bedarfsfall von Modulen unkomplizierter als in einer konventionellen Anlage. Noch dazu hat SolarEdge sehr gute Garantien: 12 Jahre für den Wechselrichter und 25 Jahre für die Optimierer!!!
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Re: reines Unwissen braucht Schwarmintelligenz

Beitragvon moggmogg » 31.12.2017, 00:27

Ich denke zu PV wurde ja das meiste gesagt. Dach voll machen was der Geldbeutel hergibt und gucken dass die PV auch Sonne bekommt.
Ich wollte jedoch nochmal nachhaken beim Stichwort Luft-Wasser WP. Hast Du eine Fussbodenheizung oder andere Niedertemperatur taugliche Heizflächen? Fernwärme klingt nämlich erst mal nach hohen Temperaturen. Ansonsten könnte die Sache mit der Wärmepumpe finanziell unter Umständen nicht zum gewünschten Ziel führen.
Allein schon die Überlegung die WP auch noch mit ST zu kombinieren zeigt, dass hier definitv in die falsche Richtung geplant wird.
moggmogg
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