Speicheranlage für Grundlast über Nacht

Rund um die Planung einer Solaranlage.

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen)

Speicheranlage für Grundlast über Nacht

Beitragvon SokoFromNZ » 28.05.2018, 10:23

Hallo Leute,

Nach sehr interessanten Suchen & Lesen hier im Forum glaub ich bin ich soweit, meinen ersten Beitrag zu erstellen. Ich habe 2015 ein neues Einfamilienhaus gebaut, habe Matura/Abitur in Elektrotechnik (arbeite aber schon ewig als Softwareentickler) und bastle sehr gerne...


Kurzversion:
Ich hätte gern eine günstige Speicheranlage im Selbstbau die mir über die Nacht mit einer Volladung die Grundlast meines Hauses deckt (ca. 200-300Watt). Bei einem schönen Sonnentag sollen sich die Speicher wieder voll laden können.


Langversion:

Bestehendes:
Ich habe bereits eine "Anlage" auf dem Dach mit der ich sehr zufrieden bin, welche mir die Grundlast unter Tags deckt:
- 2x Modul: REC250PE
- 1x WR: AEConversion INV500-90

Weiters habe ich ein "smartes" Home mittels einem Loxone MiniServer mit dem ich auch jeglichen Strom messe, protokolliere und logge.
Ich weiß also jederzeit wieviel Strom mein Haus verbraucht, wieviel die PV erzeugt und auch wieviel ich zurück ins Stromnetz speise (passiert aber praktisch nie).
Wie erwähnt: Mit dieser Anlage um nicht einmal 1000,- EUR bin ich sehr zufrieden und sie tut exakt was ich möchte.

Meine Idee:
Jetzt möchte ich mit ähnlichem finanziellen Aufwand auch meine Grundlast über Nacht decken. Die bestehende Anlage möchte eigentlich unangetastet lassen. Was ich also bräuchte:

a) Module
b) Ladekastl
c) Speicher
d) Entladekastl

a) Module
Hier würde ich dieselben nehmen. Also 2x REC250PE. Meine bestehende Anlage liefert mir an schönen Tagen 3,8kWh. Wenn ich in der Nacht 1A (230V) verbrauche kann ich damit also 16,5 Std meine Grundlast decken => mehr als genug.

b) Ladekastl
Ich muss ja meinen Speicher laden können. Verlustemäßig wäre es mit meinem reinen Elektrowissen (ohne PV-Wissen) am besten, die Speicher direkt mit der DC (Gleichspannung) der Module zu laden. Also ohne Wechselrichter. Dann wären die Module auch gleich "entkoppelt" vom Rest des Hauses.

c) Speicher
Hier hätte ich einfach normale Blei-Akkus (ala Inselbetrieb) genommen weil diese recht günstig sind, und ich weder hohe Lade- noch Entladeströme habe. Mit 3 12V-Akkus und 100Ah habe ich 36V (oder 12V wenns ichs parallel schalte) und 3,6kWh.

d) Entladekastl
Diesen WR der mir dann in mein Hausnetz speist möchte ich steuern können. Entweder rudimentär ein/ausschalten indem ich ihm mittels Loxone vom Netz trenne/dazuschalte, oder mittels 0-10V Eingang mit dem ich die Ausgangsleistung regeln kann.
Bei rudimentärer Trennung bräuchte ich also einen WR der 250W max ausgibt da ich diesen ja nicht regeln kann.


Fragen:
Natürlich ist jeglicher Input von euch hier herzlichst willkommen. Wo ich mir aber im Detail aktuell schwer tuh ist bei der Auswahl von:

b) Ladekastl: Wie suche ich so ein DC-DC Ladekastl am besten im Internet/Shops? Worauf muss ich hier aufpassen (Eingangsbereich, Ausgangsbereich, Speichertypen)? Hat jemand vielleicht direkte Empfehlungen? Oder ist es doch gscheiter, dass auch hier die Module per WR in AC wandele und dann einen eigenen AC/DC Lader für die Speicher?

b) Entladekastl: Kann ich hier einen ganz normalen WR nehmen und anstelle von Modulen einfach den Speicher am DC Eingang hängen? Wenn ich fürs Ladekastl besser einen AC/DC Lader nehme gibt es hier ein All-In-One Gerät? Einen WR für Inselbetrieb geht hier ja nicht, weil der ja Netzkopplung können muss...


Abschließendes
Worauf ich gern verzichte bei der Anlage ist:
- eine größere Anlage
- Erweiterbarkeit
- Netzeinspeisung
=> eben so günstig wie möglich.
Auch jegliche Intelligenz der Entlade-/Ladekastl brauche ich nicht, da ich alles in meiner Loxone programmieren & steuern kann. Zum Beispiel Ladeabschaltung und Entladeschutz...


Sooooo... genug geschrieben.

Herzlichsten Dank schon mal im Voraus für eure Meinungen & Input
Soko
Zuletzt geändert von SokoFromNZ am 28.05.2018, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.
SokoFromNZ
Neu hier
Neu hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 9
Registriert: 28.05.2018, 09:28
PV-Anlage [kWp]: 0,5
Info: Interessent

Re: Speicheranlage für Grundlast über Nacht

Beitragvon alterego » 28.05.2018, 10:48

Hallo und Willkommen im Forum,
da du Matura schreibst, gehe ich mal davon aus, daß "NZ" in Österreich liegt odr doch Neuseeland gemeint ist auf jeden Fall nicht Deutschland.
Hier im Forum wird dir im Inselbereich eher geholfen bei dem was du planst, auch wenn es keine Insel werden soll.

Das Ladekasterl nennt man Laderegler, da gibt es eine große Auswahl (und die Experten sitzen eben im Inselbereich). Aber 36V ist keine sehr gebräuchliche Spannung, eher 24 der 48V, was mit drei 12V-Blöcken nicht geht.
Module hängen auch etwas von der geplanten Spannung ab.
Als Batterieen verwendet man typisch (gebrauchte) Staplerbatterien, wenn es Blei sein soll. Lies dich mal dort http://wiki.polz.info/doku.php ein.
Wenn du bei AE-Conversion bleiben willst, gäbe es von denen auch einen WR, den man an die Batterie anschließen kann, normale PV-WR gehen da nicht.

Etwas ähnliches hat @letsdoit hier auch schon vorgestellt.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
alterego
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 8035
Registriert: 14.02.2014, 10:27
Wohnort: D 90xxx
Info: Betreiber

Re: Speicheranlage für Grundlast über Nacht

Beitragvon SokoFromNZ » 28.05.2018, 11:18

Servus & danke fürs Willkomen (un die Infos natürlich),

Eigentlich ist mit NZ schon in Neuseeland gemeint. Hab da einige Jahre verbracht aber bin jetz wieder in Österreich und hab hier Haus gebaut :)

Ich werd mich mal bei den Inselexperten über die Laderegler informieren. Liege ich deiner Meinung somit richtig, dass eine DC-AC Konvertierung an den Modulen und dann wieder AC-DC zurück für die Batterieladung nicht sonnvoll ist?

Aja, hab von den Staplerbatterien schon gehört! Werd mir das mal reinziehn...
Blei muss es nicht unbedingt sein wenn eine andere Chemie ein besseres Wh/EUR Verhältnis hat.

Danke!
Soko
SokoFromNZ
Neu hier
Neu hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 9
Registriert: 28.05.2018, 09:28
PV-Anlage [kWp]: 0,5
Info: Interessent

Re: Speicheranlage für Grundlast über Nacht

Beitragvon alterego » 28.05.2018, 11:30

SokoFromNZ hat geschrieben:Liege ich deiner Meinung somit richtig, dass eine DC-AC Konvertierung an den Modulen und dann wieder AC-DC zurück für die Batterieladung nicht sonnvoll ist?

Theoretisch ja, praktisch zeigen die Zahlen bei kommerziellen Speichersystemen nicht wirklich große Unterschiede. Der Laderegler regelt auch nicht ohne Verlust und moderne WR haben Wirkungsgrade jenseits 95%.
Welchen Speicher man nimmt ist eher eien Glaubensfrage. Bei dir könnte es schwer werden den einen Bleispeicher im Winter ausreichend geladen zu halten. Dazu sollte im Wiki auch was stehen.

Sorry für das Mehrfachposting, hatte eine Fehlermeldung und wird hoffentlich zügig von den Mods wieder entfernt.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
alterego
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 8035
Registriert: 14.02.2014, 10:27
Wohnort: D 90xxx
Info: Betreiber

Re: Speicheranlage für Grundlast über Nacht

Beitragvon passra » 28.05.2018, 11:50

Blei muss es nicht unbedingt sein wenn eine andere Chemie ein besseres Wh/EUR Verhältnis hat.


Wirst du aber nix finden, die ganzen Akkus mit Lithium-Verbindungen kosten eher das Doppelte.
8,855 kWp: 7,98 (05/15) + 0,875 (08/18): Aleo S19 28x285Wp + 2x290Wp/1x295Wp an Fronius Symo 7.0.3-M; Dachneigung 50°; Ausrichtung -22° SSO
meine-anlage--f24/8000er-in-niederbayern-10m2-wasser-t107915.html
passra
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1143
Registriert: 16.03.2015, 09:55
Wohnort: Landshut
PV-Anlage [kWp]: 7,98
Info: Betreiber

Re: Speicheranlage für Grundlast über Nacht

Beitragvon SokoFromNZ » 28.06.2018, 09:13

Hallo Leute,

Nach langen Recherchen und lesen, lesen, lesen bin ich - wie wohl jeder andere vor mir - zum Schluß gekommen, dass das ganze nicht optimal lösbar ist.

Darum hab ich mir jetz zwei weitere Panels mit Mikrowechselricther besorgt. Eines davon schaut jetzt direkt nach Westen und eines nach Osten. Damit möchte ich einfach die Tageszeitspreizung erhöhen in denen ich meine Grundlast zu 100% decke.

Danke nochmal für die Inputs und die Riesen Wissensdatenbank in diesem Forum

Soko
SokoFromNZ
Neu hier
Neu hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 9
Registriert: 28.05.2018, 09:28
PV-Anlage [kWp]: 0,5
Info: Interessent

ERGEBNISSE

Beitragvon SokoFromNZ » 10.08.2018, 13:39

Hallo Leute,

Nur der Vollständigkeitshalber hier noch das Ergebnis meiner Aufrüstung. Wie erwähnt habe ich jetz keine Batterie gekauft sondern zwei neue Panels die meine Grundlast von 200Watt länger über den Tag decken sollen.

Panelinfos:
Alle panels haben 260W und hängen an Microwechselrichtern.

Meine 2 original Panels schauen beide nach 160° und haben eine Neigung von 30°

Von den Neuen schaut eins nach Osten (110°) und eins nach Westen (250°) und beide haben eine Neigung von 70°.

Hier hab ich einen Vergleich desselben Jahrestages (31.7.) mit alt (2 Panels) und neu (4 Panels):
Bild

Was ich recht interessant finde ist, dass ich eigentlich eine 3-Höcker Kurve erwartet habe weil die beiden Neuen doch sehr stark Richtung Osten/Westen schaun. Dem ist aber nicht so... :shock:

Hab also jetzt eine 30% höhere zeitliche Abdeckung meines Grundbedarfs.

Danke für euren Input hier
Soko
Dateianhänge
PV-Panel-comparison.png
Vergleich der Aufrüstung zu davor
SokoFromNZ
Neu hier
Neu hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 9
Registriert: 28.05.2018, 09:28
PV-Anlage [kWp]: 0,5
Info: Interessent


Zurück zu Allgemeine Anlagenplanung



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste