Satteldach: Statik berechnen?

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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon pvx » 05.08.2018, 21:08

Muss er erst, wenn jemand begründet die Vorlage der Statik verlangt. Da er keine Baugenehmigung braucht, kann die Baubehörde das auch nicht verlangen. Wer sonst?
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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon jodl » 05.08.2018, 22:17

pvx hat geschrieben:Muss er erst, wenn jemand begründet die Vorlage der Statik verlangt. Da er keine Baugenehmigung braucht, kann die Baubehörde das auch nicht verlangen. Wer sonst?


nein, da liegst du leider falsch.
in diesem Fall ist es so. daß der Errichter der PV Anlage die Standsicherheit nachweisen muß.
weil er das aber üblicherweise nur für seine verwendeten Komponenten machen will, und nicht für den bestehenden Dachstuhl, hat er folgerichtig den "schwarzen Peter" an den Bauherren zurückgegeben. Der kann das jetzt von einem Statiker erledigen lassen.
Eine Lösung wie du sie vorschlägst muß natürlich auch genauso nachgewiesen werden. Und das keineswegs nur wenn jemand die Vorlage von etwas verlangt, bzw. unahhängig davon.
Ansonsten wäre das ja einfach, irgendwo ein paar Schrauben reingedreht und schon passt alles.
Vielleicht aber auch nur ein paar Youtube Videos zuviel gesehen :roll:
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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon fahim » 06.08.2018, 22:01

pvx hat geschrieben:Wenn die OSB-Platten richtig mit den Sparren verschraubt sind hast Du bereits eine Verstärkung der Sparren auf der Zugseite. Wenn die Verschraubung nur punktuell ist - so dass die Platten hängen -, kannst Du das durch die Rigipsplatten hindurch nachholen. 6 Schrauben pro Sparren dürften reichen. Alternativ Leiminjektionen. In jedem Fall musst Du wissen, wo die Fugen der OSB-Platten sind.
Danke, Aber solange mir ein Statiker keine Unbedenklichkeit mitteilt könnte ich dann keine Nacht ruhig schlafen...

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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon pvx » 09.08.2018, 04:09

Hi fahim,

Du kannst weiter ruhig schlafen, denn bei den statischen Berechnungen sind große Sicherheitsfaktoren drin. Das siehst Du schon daran, dass Dein Innenausbau mit geschätzt 40 kg/m² noch immer an den Sparren hängt und beim letzten Schnee noch nicht alles zusammengebrochen ist.
Klar, wenn der Errichter der Anlage die Vorlage einer geprüften Statik verlangt bevor er die PV installiert, bist Du gefordert, einen Statiker zu suchen, der Dir das schönrechnet.
Du kannst auch damit argumentieren, dass Dein Dachstuhl für eine gewisse Schneelast (abhängig von der Lage und der Höhe über NN deines Hauses 300 ... 750 kg/m²) ausgelegt ist. Von den glatten PV-Modulen rutscht der Schnee leichter ab als von den Ziegeln. Deshalb muss keine so hohe Schneelast angenommen werden und die PV kann drauf.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon jodl » 09.08.2018, 08:10

pvx hat geschrieben:Klar, wenn der Errichter der Anlage die Vorlage einer geprüften Statik verlangt bevor er die PV installiert, bist Du gefordert, einen Statiker zu suchen, der Dir das schönrechnet.

der Errichter braucht da keine Vorlage einer geprüften Statik zu fordern.
Es reicht wenn er vom Bauherrn die Bestätigung haben möchte, daß sein Dach die neuen Lasten auch abtragen kann.
Dann kann der Bauherr einfach sagen "na klar", dann hat er das Risiko auf sich genommen. Oder er möchte das nicht, oder weiß es nicht, dann kann er den Statiker ins Spiel bringen.

pvx hat geschrieben:Du kannst auch damit argumentieren, dass Dein Dachstuhl für eine gewisse Schneelast (abhängig von der Lage und der Höhe über NN deines Hauses 300 ... 750 kg/m²) ausgelegt ist. Von den glatten PV-Modulen rutscht der Schnee leichter ab als von den Ziegeln. Deshalb muss keine so hohe Schneelast angenommen werden und die PV kann drauf.

natürlich kannst du so "argumentieren", nur wird dir das nichts helfen. Die Lastannahmen sind ja nicht verhandelbar wie in einem Basar.

pvx hat geschrieben:Du kannst weiter ruhig schlafen, denn bei den statischen Berechnungen sind große Sicherheitsfaktoren drin.

"Sicherheitsfaktoren" sind aber wie der Name sagt für die Sicherheit und nicht für zusätzliche Belastungen.

Kurz, alles was du hier vorbringst ist aus fachlicher Sicht Unsinn, und Ausflüchte.
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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon fahim » 09.08.2018, 08:32

Also ich habe zum Glück einen Statiker zur hand, welchen ich parallel Frage:

Das Thema mit der Verstärkung der Sparren durch OSB von innen kann ich vergessen. Ich habe eine Mittelpfette, wo die befestigt der OSB Platte unmöglich wäre... Es müsste durchgehend befestigt werden.

Da mir zwei Statiker unabhängig davon abgeraten haben werde ich ohne weitere Maßnahmen keine PV installieren... Ich könnte sonst bei jedem kleinen Sturm nicht mehr ruhig schlafen... hoffentlich verständlich :-)

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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon buergersolar » 09.08.2018, 10:33

Was hast du denn für eine Dämmung? Ggf. kann man doch die Sparren einfach mit einem Brett links und rechts verstärken / aufdoppeln. Das ist m.W. nichts ungewöhnliches und kann so wahnsinnig viel auch nicht kosten.
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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon jodl » 09.08.2018, 11:46

buergersolar hat geschrieben:Was hast du denn für eine Dämmung? Ggf. kann man doch die Sparren einfach mit einem Brett links und rechts verstärken / aufdoppeln. Das ist m.W. nichts ungewöhnliches und kann so wahnsinnig viel auch nicht kosten.


wurde bereits vorgeschlagen und verworfen.
hilft ihm nichts wenn das Dach ausgebaut ist und er an die Sparren nicht hinkommt.
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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon buergersolar » 09.08.2018, 12:01

jodl hat geschrieben:hilft ihm nichts wenn das Dach ausgebaut ist und er an die Sparren nicht hinkommt.

Hast Recht... Das hatte ich übersehen.
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Re: Satteldach: Statik berechnen?

Beitragvon pvx » 10.08.2018, 17:48

Hi fahim,

die Verstärkung der Sparren im Bereich der höchsten Zugspannung, also zwischen den Auflagern ist ausreichend. Es geht ja nur um wenige Prozent.
Vielleicht ist es auch möglich, die Last der PV nur über den Auflagern einzuleiten. Kommt auf die Befestigung der Montageschienen an.

Freundliche Grüße
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