Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja/nei

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Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja/nei

Beitragvon acki12 » 10.08.2018, 15:36

Hallo zusammen,

bin neu hier und auch im Thema PV. Finde es daher sehr hilfreich, hier zu lesen und Anregungen und evtl Hilfe zu bekommen.
Wir sind z.Z. in der Sondierungsphase für eine PV Anlage auf unserem EFH und habe einige grundsätzliche Fragen.
Kurz die techn. Daten:
Zur Verfügung stehen ein EFH in 14641
Dach 45°,
Ausrichtung süd,
Dachfläche für PV verfügbar 2 x 18 qm durch Gaube geteilt

und ein Carport
Dach 15°
Ost/West mit jeweils 12 qm O/W

Jährlicher Stromverbrauch z.Z. ca 3500 kWh/a - sicher steigend auf 4000kWh/a

Nun meine Grundsatzfragen:
Anlage nur für Eigenbedarf auslegen oder Maximalbelegung und auch Einspeisung? Die bisherigen Solateure raten unisono nur zum Eigenbedarf???
Mit Speicher oder ohne - zu berücksichtigen dabei das aktuelle Programm der ILB 1000 Speicher mit Förderung bis 50%.

Und abschließend noch Bilder.
Frontalansicht Dach
schräg von hinten mit Baum vor dem Haus - ca 20 m entfernt und ca 20-25 m hoch
eine Belegungsseite.

Vielleicht reicht das für die oben gestellten Grundsatzfragen.

Danke im Voraus
Harald
Dateianhänge
P1050428a.jpg
Dachhälfte ca 3 m x 6 m links und rechts der Gaube
P1050414a.jpg
Baum vor dem Haus und Carport im Hintergrund
P1050416a.jpg
Frontansicht
acki12
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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon Weidemann » 10.08.2018, 15:51

Willkommen im Forum!

Einspeisug ist grundsätzlich das wirtschaftliche Fundament (ich würd eine Anlage auch ohne Eigenverbrauch bauen), Eigenverbrauch kommt obendrauf, und profitiert von einer möglichst großen Anlage.
Speicher verbrennt dagegen Geld, siehe auch Reiter "Speicher-Rechner" oben -> wenn, dann als Hobby ansehen.

Grundsätzlich die maximale Leistung legen, in den folgenden Abstufungen: <7kWp, 8,5-<10kWp, >12kWp.

Dazu ermittelst du am besten erstmal selbst die genauen Dachmaße und spielst die Belegung mit Standardmodulen durch (1,67m x 1m). Abstände (von Traufe, First, Dachrändern...) brauchst du keine halten (nur ggf. für Schneefang, falls nötig), und neben der Gaube wegen Schatten die Module nur hochkant legen, nicht quer. Sonst ist hoch/quer egal.
Oder du stelltst Skizzen mit den genauen Dachmaßen ein.

Schau auch mal, wie viele Module auf die Dächer der Gaube passen.

Wenn dann feststeht, wie viel wo draufgeht, kann man sagen was Sinn macht.
sonnige Grüße,
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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon hgause » 10.08.2018, 16:10

Der Baum ist ja ne richtige Granate und wird Dir unweigerlich Schatten werfen, wieviel lässt sich natürlich von hier fürs Hausdach nicht genau sagen. Aber für die Garage sieht das eher tödlich aus. Daher: Wenn der Baum nicht wegkommt, ist IMHO die Garage keine Option mehr. Beim Dach sollten bei den Maßen auf jeden Fall 3 x 3 Module links und rechts passen. Die unteren rechts und links neben der Gaube würde ich aber wegen dem Schatten weglassen. Blieben je Seite 8 Stück, also insgesamt 16. In der obersten Reihe sollte aber noch je ein Modul passen, ggf. auch 2. Mit dann 18 oder 20 Modulen mit 300W - 320W hätte man eine kleine schnucklige Anlage, die sehr gut an einem 5kVA oder 6 kVA WR laufen sollte.

Wieviele Module würden denn auf die Gaube passen? Vielleicht macht es Sinn statt der Garage die Gaube zu belegen?
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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon passra » 10.08.2018, 16:34

Ich würde, genau wie bei meinem Haus (siehe Signatur), das Hausdach vollmachen und auch nichts irgendwo weglassen. Im Gegenteil, ich rüste heute die Lücken an den Gauben bei mir nach. Ein moderner WR kann mit dem Schatten umgehen und bei diffuser Strahlung gibt es keinen Schatten und man ist um jedes Watt froh.
Die Gaube ist meines Erachtens zu klein, selbst wenn je 2 Module draufpassen, bekommt man das technisch nicht richtig verstringt, selbst mit SE ist das schwierig zu händeln.

Speicherwirtschaftlichkeit habe ich hier mal auf die Schnelle vorgerechnet verteilnetzbetreiber-vnb--f17/anlage-auf-flurstueck-ohne-anschluss-errichten-103-t125228-s10.html. Da darfst du gerne noch deine Werte und die Förderung einsetzen / ergänzen:
Mein Anlagenbauer rechnet es mir natürlich schön und es macht auf "Papier" Sinn...


Das es auf dem Papier des Anlagenbauers Sinn macht, ist schon klar, der verdient ja reichlich am Speicher. Bei reiner PV wird sein Gewinn deutlich geringer sein. Hatten wir ja schon zig-mal, aber für dich nochmal die Überschlagsrechnung zur Speicher-"Rendite". Grundsätzlich gibt es verschiedene Rechenwege, um das Problem aufzuzeigen, am einfachsten sieht man es bei einer Rechnung über die Vollzyklen.
Vollzyklus: Der Speicher wird einmal komplett geladen und wieder entladen. Das schafft man im Jahr normalerweise rund 250 mal. Warum nicht 365: Im Sommer bekommt du den Speicher teilweise nicht leer, zu anderen es gibt schlechte Tage, da bleibt nichts für den Speicher, besonders im Winter.

So, nun zur Rechnung mit einem 10kWh-Speicher ohne das ganze Steuergedöns:

Was gewinnt man im Jahr: 10kWh * 250 * 0,25€ (Strompreis) = 625€
Was muss man dafür aufwenden im Jahr: 2500kWh * 1,2 (20%Speicherverluste) * 0,12€ (Einspeisevergütung) = 360€

Bleiben pro Jahr dann 625€ - 360€ = 265€ Reingewinn. Davon gehen dann unter Umständen noch Steuern auf den Eigenverbrauch (2500kWh) weg.

Von diesen dann noch, sagen wir, 250€ musst du dann den Speicher refinanzieren. Hält das Ding 15 Jahre, hast du 3750€ zur Verfügung, mehr darf das Ding nicht kosten, sonst ist es ein Minusgeschäft.

Der Anbieter hat nun im wesentlichen 2 "Stellschrauben", mit denen diese Tatsache geschönt wird:

1. Der Speicher und die Renditeberechnung werden IMMER zusammen mit der PV gemacht. Dadurch wird der Verlust des Speichers durch den Gewinn der PV "überdeckt".
2. Man rechnet mit teilweise enormen Strompreissteigerungen von 5% und mehr. Dadurch steigt dann das Speicherplus stark an.

Fazit: Ein Speicher rechnet sich im Moment noch nicht. Steigt der Strompreis wirklich stark an, kann man den Speicher immer noch zu einem dann wahrscheinlich sogar günstigeren Preis nachrüsten. Dies muss einem bewusst sein. Natürlich ist es schön, abends und in der Nacht seinen eigenen Strom zu verbrauchen, aber rentieren tut sich das, wie so viele andere Dinge auch, nicht.
Also, kann man machen, muss man aber nicht.
8,855 kWp: 7,98 (05/15) + 0,875 (08/18): Aleo S19 28x285Wp + 2x290Wp/1x295Wp an Fronius Symo 7.0.3-M; Dachneigung 50°; Ausrichtung -22° SSO
meine-anlage--f24/8000er-in-niederbayern-10m2-wasser-t107915.html
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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon acki12 » 10.08.2018, 20:46

Besten Dank für die schnellen Antworten und Denkanstöße - damit kann ich schon mal weiter fummeln bzw. die richtigen Fragen stellen.
Als nächstes spiele ich die optimale Dachbelegung durch und auch der Tipp mit der Gaube wird verfolgt.
Gruß Harald
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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon acki12 » 10.08.2018, 21:00

Hallo Weidemann
doch gleich nochmals eine Rückfrage.
Weidemann hat geschrieben:Einspeisug ist grundsätzlich das wirtschaftliche Fundament (ich würd eine Anlage auch ohne Eigenverbrauch bauen), Eigenverbrauch kommt obendrauf, und profitiert von einer möglichst großen Anlage.


Wie begründest Du diese Aussage. Gibt es hier auch irgendwo Beispielrechnung etc.? Habe über Suchfunktion nichts gefunden. Sicher die falschen Suchbegriffe.

Gruß Harald
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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon Weidemann » 10.08.2018, 21:23

Was soll ich sagen, das ist halt einfach so ;-)

Schau dir mal die Preise für verschiedene Anlagen-Größen im Angebote-Bereich an, die sinken je kWp mit der Größe, während der Ertrag pro kWp der gleiche ist. Also steigt die Rendite mit der Größe.
Und dass du bei einer größeren Anlage mehr Strom selbst verbrauchst, sollte ebenfalls logisch sein?
sonnige Grüße,
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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon sirrocool » 10.08.2018, 21:52

Beispielrechnung?....Zitiere mich gerade mal selber :roll:

Das war zwar zum Thema der unsinnigen Kennzahl 'Eigenverbrauchsquote', die Rechnung passt aber hier auch ganz gut.
Anmerkung:ohne Steuerbetrachtung!

Na dann rechne das doch mal durch!
A) 9,9kWp Anlage mit Ertrag 900kWh/kWp per Anno, Annahme: Einspeisung zu 12ct/kWh und 23% EV
-> 8910kWh/a Ertrag, EV (23%) = 2049kWh,
Rest = 6860kWh/a, was einer Einspeisevergütung vor Steuer von 823€/a entspricht

B) 6kWp Anlage gleicher Ertrag usw.
-> 5400kWh/a Ertrag, EV (40%) = 2160kWh,
Rest = 3240kWh/a, was einer Einspeisevergütung vor Steuer von 389€/a entspricht

Also fast gleicher Eigenverbrauch in kWh, aber mehr als doppelt so viel Vergütung für den eingespeisten Strom!
Wenn du jetzt noch die größere Anlage für einen günstigeren spezifischen Anlagenpreis bekommst, was glaubst du rechnet sich wohl eher :roll: ???
9,6kWp 32 x Hanwha Q.Cells Q.Peak-G4.1 300, Kostal Piko 8,5
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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon seppelpeter » 10.08.2018, 21:57

Auch mit 1KWp auf dem Dach wirst du Überschuss haben. Wohin damit? Ins Netz.

Das KWp kostet dich 1500,-.

Bei 3-4KWp sollte es um 1350,- was werden.

6-7KWp könnte um 1250,- das KWp liegen.

Ab ca. 1400,- pro KWp funktioniert das bereits als Volleinspeiser. Mit Überschusseinspeisung verbessert sich die Wirtschlichkeit mit jeder selbst verbrauchten KWh.

BTW: Bis 7KWp würde ich auch ganz sicher kein Modul wegen ein bißchen Schatten weg lassen. 22*315Wp wäre eine schöne Anlage am Fronius Symo mit 6KVA in 70-weich oder alternativ am SMA STP6000 mit SunnyHomeManager2.0 dabei.

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Re: Planungsfragen Eigenbedarf vs. Einspeisung - Speicher ja

Beitragvon Janne » 11.08.2018, 05:04

Und wenn ich mir die Flechten auf den Pfannen so anschaue, bist Du dann irgendwann froh, Geld beim nicht gebauten Speicher gespart zu haben, dann kannst Du Dir ne professionelle Reinigung leisten. Denn die wahrscheinlich ist durchaus gegeben, das die auch irgendwann auf den Modulen wachsen werden.



erstellt mit taschentelfon
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http://www.tischlermeister-aachen.de/PV/
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