Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon CaptainPicard » 10.07.2017, 22:48

Hallo,

ich plane momentan eine Anlage für unser Ost-West-Dach (32 Grad Neigung) in Österreich. Erste Recherchen zeigten dass eine Größe von 4-5 kWp sozusagen "Standard" ist, ich habe mich allerdings mit Blick auf die Zukunft aber für 8 kWp entschieden, dann ein Angebot für 8,4 kWp bekommen und die einzig logische Konsequenz war daraus 9 kWp zu machen. Damit würde es auch eine schöne runde Zahl an Paneelen geben, nämlich 30. Angeboten wurden folgende Module: Q.Cells Q.PEAK-G4.1 Q.ANTUM 300 mono und als Wechselrichter der Fronius SYMO 7.0-3-M.

Mein Plan wäre die Module asymmetrisch zu verteilen, im Westen etwas mehr da am Nachmittag der Energieverbrauch höher ist. (Und möglicherweise in Zukunft dann ein Elektroauto geladen wird.) Konkret würde ich mir das so vorstellen:

solar1.jpg

18 Paneele im Westen (unten) und 12 im Osten (oben). Im Westen gibt es einen Rauchfang auf den ich Rücksicht genommen habe, im Westen die Satellitenschüssel. Ganz perfekt ist es nicht, nach meiner Simulation würde auf die sechs Paneele im Westen von November bis Februar für ein bis zwei Stunden pro Tag (zur Mittagszeit herum) der Schatten des Rauchfangs fallen. Hier etwa ein Beispielbild vom 1. Dezember um 11:15 Uhr:

solar2.jpg

Im Osten dürfte es keine Probleme geben, maximal ein Schatten der Sat-Schüssel im Januar für ein paar Minuten direkt beim Sonnenaufgang, aber das fällt ohnehin nicht ins Gewicht. Sobald die Sonne höher steht (von März bis Oktober) sollte eigentlich alles zu jeder Tageszeit schattenfrei sein.

Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist wie das mit den Strings funktioniert. Soweit ich weiß sollte man möglichst viele Paneele auf einen String packen um eine möglichst hohe Spannung zu haben, aber ein verschattetes Modul zieht dafür die Leistung des ganzen Strings runter. Ist es in dem Fall sinnvoll einfach je einen String für Ost und West zu machen? Oder vielleicht drei Strings und die sechs Paneele am Westdach extra? (Ist natürlich etwas was ich noch mit meinem Solateur konkret besprechen muss, aber hätte gerne ein wenig Vorwissen dazu.)

Würde mich deshalb über Feedback zur Anordnung freuen (vielleicht gibt es ja irgendwelche Gründe es so nicht zu machen) und auch zu den vorgeschlagenen Paneelen und Wechselrichter.
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon MBIKER_SURFER » 11.07.2017, 06:55

Moin,

die Frage ist doch, warum machst Du nicht beide Dachseiten voll? Kenne die Vergütungssätze/Förderungen nicht bin A.
Aber unter dem Thema EV wäre mehr Generatorleistung immer gut. Und Platz scheinst ja zu haben.
Die ausgesuchten Komponenten sind gut.
Was ich nicht verstehe, warum die Module nicht komplett durchgelegt werden und 2 Felder gemacht werden? Ich würde alle möglichst weit nach oben legen und möglichst 'durchlegen' (von Nord nach Süd) - betrifft die Ostseite. Außerdem würde ich versuchen, wenigstens 16 Module (max 22) in den String zu packen.

Gruß
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon CaptainPicard » 11.07.2017, 08:03

Danke für das Feedback!

Hier zahlt sich alles voll machen leider nicht aus, da es selbst mit Förderung nur eine Einspeisevergütung von 7,9 Cent (ansonsten 2,8 Cent) gibt. Laut meiner Berechnung würde sich eine 9 kWp-Anlage mit ca. 23% Eigenverbrauch in 13-14 Jahren amortisieren, jedes weitere Kilowatt würde sich negativ darauf auswirken. Und natürlich sollten auch die Investitionskosten überschaubar und im Bereich der 10.000 Euro (inkl. Förderung) herum bleiben.

Das mit dem Ostdach hat zwei Gründe, erstens bin ich mir nicht sicher ob es sich ausgehen würde. Ich weiß nicht wie viel Platz zwischen den Paneelen liegt und ich hab auch gelesen dass man einen Sicherheitsabstand zum Rand des Daches lassen sollte, von daher wäre es wohl extrem knapp bzw. müsste man auf dem Bereich des Daches bauen der übersteht. Der andere Grund ist, dass es am Nachbargrundstück einen Baum gibt der heute zwar noch kein Problem macht, in zehn Jahren aber groß genug sein dürfte dass er einen Schatten auf diesen Bereich wirft.

solar3.jpg

Hier etwa am 15. Februar um 8:30 Uhr. Ich weiß schon, da gibt es ohnehin noch nicht viel zu holen, aber wenn man es vermeiden kann wieso nicht schon einplanen?
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon MBIKER_SURFER » 11.07.2017, 08:12

Moin,

trotzdem im Osten ein paar Module mehr legen, damit die Spannung im String steigt. Bei 3 Modulen mehr passt der WR trotzdem noch. Das kann nicht viel mehr kosten!!

Gruß
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon CaptainPicard » 11.07.2017, 13:52

Naja, ursprünglich dachte ich an 4-5 kWp, jetzt wären wir dann schon bei 9,9. Irgendwo muss man ja mal eine Grenze ziehen. Auch wird hier pro kWp gefördert, entsprechend würde ich nur bis zu 9 kWp eine Förderung erhalten. (Und ja, ich könnte natürlich auch vier Module dazu hängen um auf über 10 zu kommen...)

Was würde es denn bringen wenn mehr Module am String hängen oder anders gefragt, was wären die Konsequenzen wenn es bei den 12 Paneelen, wie jetzt geplant, bleiben würde?
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon MBIKER_SURFER » 11.07.2017, 14:30

MBIKER_SURFER hat geschrieben:Moin,

trotzdem im Osten ein paar Module mehr legen, damit die Spannung im String steigt. Bei 3 Modulen mehr passt der WR trotzdem noch. Das kann nicht viel mehr kosten!!

Gruß
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Steht doch hier oben :D . Je höher die Spannung im String, um so effizienter arbeitet der WR. Bei 12 Modulen im String hast definitiv ca. 1% weniger Ertrag. Und Schattentoleranz hast eben auch keine. Wenn kein Schatten garantiert ist, kannst den 12-er String schon machen. Nur wir weisen eben darauf hin :D

Gruß
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon CaptainPicard » 11.07.2017, 19:14

Danke für die Info, das mit dem einen Prozent hat mich interessiert. Man findet leider nicht viel zu dem Thema um es wirklich quantifizieren zu können. Aber ich denke wegen einem Prozent auf der Ostseite (die ja ohnehin die schwächere ist weil ganz leicht Nordost) sollte das nicht scheitern. Laut PVGIS kann ich mit 3110 kWh im Jahr rechnen, ein Prozent davon wären 31 kWh. Auf 20 Jahre gerechnet sind das 620 kWh, bei einem Einspeisetarif von 7,9 Cent reden wir hier also von ~50 Euro über zwei Jahrzehnte.
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon CaptainPicard » 12.07.2017, 19:25

Okay, ich hab jetzt noch einmal rumgespielt und vier Paneele im Osten dazu gehängt, damit wären wir insgesamt auf 10,2 kWp. Aber ich hätte dann eben das Problem dass von November bis Februar in einigen Jahren der Baum von Sonnenaufgang bis ca. 10 Uhr Vormittag einen Schatten auf 2-3 Module werfen würde.

solar4.jpg

(Im Bild der 26. November um 8:50 Uhr)

Das heißt der ganze String würde dann für die Zeit weniger Strom liefern, ist das wirklich wirtschaftlicher als der Verlust durch die etwas niedrigere Spannung bei nur 12 Modulen, aber dafür ohne Schatten? Wie sieht es mit dem Wechselrichter aus, wenn im Sommer zur Mittagszeit am meisten Strom produziert wird? Hätte der dafür genug Kapazität mit 7 kW? (Ich nehme mal an die 7 bei SYMO 7.0.3-M steht für die kW) In Österreich gibt es ja keine 70%-Regel, das heißt ich will wirklich jedes Watt verbrauchen und einspeisen das ich aus den Modulen rausbekomme.
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon -Nordlicht- » 12.07.2017, 19:43

Von November bis Februar wirst Du zwischen Sonnenaufgang und 10 Uhr fast nichts an Leistung sehen. Davon verlierst Du ein paar Prozent...
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Fronius Symo 6.0-3-m mit Smart Meter 63A-3
70% dynamisch
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Re: Ost-West-Anlage mit 9 kWp

Beitragvon qualiman » 12.07.2017, 21:41

Ist das Haus nicht Tief genug, um oben links am Dach noch eine Reihe Module zu legen, statt vorne rechts hier, mit Verschattung durche den Baum?
Oder gibt es dort auch noch Schatten, den wir nicht Kennen.
WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest
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