Landwirtschaft, Wohnhaus

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon Trick0815 » 12.08.2017, 21:39

Hallo Zusammen,

ich bin absoluter Photovoltaik-Neuling und plane derzeit die Installation von Photovoltaik-Anlagen.

Zunächst zum Wohnhaus:
Stromverbrauch ca. 6300kWh pro Jahr
Dachfläche 70m², Neigung 50°, Ausrichtung 35° Ost, Sonneneinstrahlung ca. 1200kWh/m² im Jahr,
Angebot: 9.975kWp, 35 Module a 285 Watt JINKO-Module mit Einzeloptimierern, Wechselrichter 3-phasig mit dynamischer 70% Regelung Kosten: 14100€ zzgl. MwSt.

Scheunendach:
Das Ziegel-Dach müsste vor der Installation einer Anlage erneuert werden.
Stromverbrauch Landwirtschaftlicher Teil ca. 21000kWh pro Jahr
Dachfläche ca. 200m², Neigung 60°, Ausrichtung 60° West, Sonneneinstrahlung ca. 1050kWh/m² im Jahr,
Angebot: 29,97kWp mit JinKo Solar 270Wp, Solarmodul JKM270PP + Kostal Piko 20 String Wechselrichter + Kostal Piko 10 String Wechselrichter, Kosten: 32818€ zzgl. MwSt.

oder:
29,795kWp mit LG Mono X Plus 295 WP Solarmodulen, Kosten 36204€ zzgl. MwSt

Was denkt ihr zu diesen Angeboten? Sind die Angebote in Ordnung? Was haltet ihr von den Modulen bzw. welche würdet ihr stattdessen verbauen? Auf dem Scheunendach werden die Module eventuell stärker verschmutzen und im unteren Bereich vielleicht etwas Ammoniak vom Stall abbekommen.

Ein Beratender-Verkäufer meinte, wir sollen jedes Jahr eine 9,95kWp Anlage installieren und somit die EEG-Umlage für den Eigenstrom umgehen. Macht dies Sinn wenn ich jetzt beide Dächer vollmachen könnte?
Im nächsten Jahr steht der Bau eines neuen landwirtschatlichen Gebäudes mit etwa 100m² Dachfläche nach Süden mit 6° Dachneigung an. Macht würde es Sinn machen dann auf dem neuen Dach 10kWp zu installieren und jetzt nur auf dem Wohnhaus etwas zu machen?
Habe ehrlich gesagt den die Hintergrundgedanken des "Verkäufers" nicht richtig verstanden. Warum will dieser jetzt nicht sofort Photovoltaikanlagen für alle Dächer verkaufen?

Für Wohnhaus und Landwirtschaft wird es zwei neue getrennte Stromzähler geben. Was gibt es Dabei zu beachten damit wir uns nichts verbauen?

Danke schon im vorraus für Eure Meinung zu dem Projekt.

Grüße Trick0815
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Re: Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon Bento » 12.08.2017, 22:45

Hallo Trick0815 und Willkommen im Forum,

zunächst habe ich mich gefragt, warum du zwei Zähler einbauen möchtest?

Dann halte ich den Lösungsvorschlag mit "jedes Jahr 10 kWp Zubau" für völligen Bullshit. Da brauchst du ja 4 Jahre bis du auf die mögliche Anlagengröße kommst! :shock: Wer weiss, ob es dann das EEG noch gibt :?: :wink:

Trick0815 hat geschrieben:Im nächsten Jahr steht der Bau eines neuen landwirtschatlichen Gebäudes mit etwa 100m² Dachfläche nach Süden mit 6° Dachneigung an.

Hört sich zunächst mal so an als wenn es dafür überhaupt keine EEG-Vergütung geben würde.
Handelt es sich um ein Wohnhaus oder einen Stall (oder eine Maschinenhalle o.ä.)?
Liegst du im Außenbereich?
Wie alt ist der Hof?

Bezüglich der Bewertung der Angebote gibt es ein Angebotsformular, in das du die Daten eintragen solltest. Dann bekommst du bessere Rückmeldungen.
Viele Grüße
Bento

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Re: Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon MBIKER_SURFER » 12.08.2017, 23:15

Trick0815 hat geschrieben:Ein Beratender-Verkäufer meinte, wir sollen jedes Jahr eine 9,95kWp Anlage installieren und somit die EEG-Umlage für den Eigenstrom umgehen. Macht dies Sinn wenn ich jetzt beide Dächer vollmachen könnte?
Im nächsten Jahr steht der Bau eines neuen landwirtschatlichen Gebäudes mit etwa 100m² Dachfläche nach Süden mit 6° Dachneigung an. Macht würde es Sinn machen dann auf dem neuen Dach 10kWp zu installieren und jetzt nur auf dem Wohnhaus etwas zu machen?
Habe ehrlich gesagt den die Hintergrundgedanken des "Verkäufers" nicht richtig verstanden. Warum will dieser jetzt nicht sofort Photovoltaikanlagen für alle Dächer verkaufen?

Für Wohnhaus und Landwirtschaft wird es zwei neue getrennte Stromzähler geben. Was gibt es Dabei zu beachten damit wir uns nichts verbauen?

Danke schon im vorraus für Eure Meinung zu dem Projekt.

Grüße Trick0815


Na ja - der will eben mehr € pro kWp von Dir erhalten :evil:
Ich würde an Deiner Stelle in einem Rutsch bauen. Bei 40 kWp solltest um die 1000 €/kWp liegen.
Nur wegen den z.Zeit 40% der EEG Umlage auf mehrere Male zu bauen, ist absolut unwirtschaftlich.

Kannst Du Deine Ausrichtungen mal in PV Manier eingeben? :D
Süd ist 0°; West ist 90 °; Ost ist minus 90°

Gruß
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Re: Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon Ralf Hofmann » 13.08.2017, 07:10

Hi,

Trick0815 hat geschrieben:Dachfläche 70m², Neigung 50°, Ausrichtung 35° Ost, Sonneneinstrahlung ca. 1200kWh/m² im Jahr,
Angebot: 9.975kWp, 35 Module a 285 Watt JINKO-Module mit Einzeloptimierern, Wechselrichter 3-phasig mit dynamischer 70% Regelung Kosten: 14100€ zzgl. MwSt.

wofür sollen die Einzeloptimierer gut sein? Die bringen Dir hier nichts und kosten nur Geld.
Hast Du etwas mehr wie 70qm auf diesem Dach, lohnt es sich ganz voll zu machen, nicht nur bis 10 kWp.


Trick0815 hat geschrieben:Das Ziegel-Dach müsste vor der Installation einer Anlage erneuert werden.
Stromverbrauch Landwirtschaftlicher Teil ca. 21000kWh pro Jahr
Dachfläche ca. 200m², Neigung 60°, Ausrichtung 60° West, Sonneneinstrahlung ca. 1050kWh/m² im Jahr,
Angebot: 29,97kWp mit JinKo Solar 270Wp, Solarmodul JKM270PP + Kostal Piko 20 String Wechselrichter + Kostal Piko 10 String Wechselrichter, Kosten: 32818€ zzgl. MwSt.

Wenn das Dach neu muss, dann mach` Trapezblech drauf, damit wird die Montage der PV-Anlage nochmal sehr viel günstiger.
Anstelle der beiden Kostal ist`s preiswerter, nur einen großen WR zu nehmen.
Falls Du noch 250 Wattp Module bekommst, kannst Du genau 120 Stück nehmen, die schwächeren Module werden vermutlich preiswerter sein.

Baust Du allerdings gleich alle Dächer voll und alles ist auf einem Grundstück, kannst Du auch dieses hier gleich mit 300 Wattp Modulen maximal voll machen, dann ist auch die Grenze bei 30 kWp egal.

Trick0815 hat geschrieben:Ein Beratender-Verkäufer meinte, wir sollen jedes Jahr eine 9,95kWp Anlage installieren und somit die EEG-Umlage für den Eigenstrom umgehen. Macht dies Sinn wenn ich jetzt beide Dächer vollmachen könnte?.

Im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl, nach der das EEG möglicherweise ganz abgeschafft wird (FDP Wahlprogramm), würde ich jetzt SOFORT alles maximal voll belegen, sofern das die Hausanschlüsse hergeben.

Hast Du schon eine entsprechende Anfrage beim zuständigen Netzbetreiber gestartet?


Trick0815 hat geschrieben:Habe ehrlich gesagt den die Hintergrundgedanken des "Verkäufers" nicht richtig verstanden. Warum will dieser jetzt nicht sofort Photovoltaikanlagen für alle Dächer verkaufen?.

Damit Du nicht die anteilige EEG-Umlage auf Deinen selbst verbrauchten PV-Strom zahlen musst.
Das sind bei Anlagen über 10 kWp derzeit 40% der EEG-Umlage von 6,88 Cent/kWh, also 2,75 Cent kWh wären dann fällig.
Das sind aber Peanuts im Verhältnis zu dem Vorteil, den Du hast wenn Du sofort maximal baust.

Dann gibt`s nochmal eine relevante Grenze bei 30 kWp, aber auch die ist egal, wenn Du weit drüber hinausgehst.


Trick0815 hat geschrieben:Für Wohnhaus und Landwirtschaft wird es zwei neue getrennte Stromzähler geben. Was gibt es Dabei zu beachten damit wir uns nichts verbauen?

Wofür sollen die zwei Zähler gut sein? Wenn`s nur zur getrennten Abrechnung (Firma und privat) ist, dann lass es sein und mach` nur einen Zähler vom Netzbetreiber und den anderen setzt Du selbst als Unterzähler zur internen Verrechnung.

Geht natürlich nur, wenn die Kabel entsprechend liegen oder gelegt werden können.

Grund ist, dass Du bei der Anlagengröße einen Smartmeter bekommst und der kostet mehr wie ein normaler Zähler.
Einer von den Dingern reicht, zwei braucht kein Mensch.
MfG
Ralf Hofmann
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Re: Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon Trick0815 » 13.08.2017, 11:27

Danke schonmal für eure schnellen Antworten. Teilweise decken sich meine Gedanken mit euren Antworten
Bento hat geschrieben:Hört sich zunächst mal so an als wenn es dafür überhaupt keine EEG-Vergütung geben würde.
Handelt es sich um ein Wohnhaus oder einen Stall (oder eine Maschinenhalle o.ä.)?
Liegst du im Außenbereich?
Wie alt ist der Hof?


Bei dem neuen Gebäude handelt es sich um einen Stall im Außenbereich. Die Bestehenden Gebäude sind alle noch im Gebiet einer Abrundungssatzung. Die Gebäude sind von 1980.

MBIKER_SURFER hat geschrieben:Kannst Du Deine Ausrichtungen mal in PV Manier eingeben? :D
Süd ist 0°; West ist 90 °; Ost ist minus 90°


Das Scheunendach hat die Ausrichtung 60°, Das Wohnhausdach die Ausrichtung -35°

Ralf Hofmann hat geschrieben:Wofür sollen die zwei Zähler gut sein? Wenn`s nur zur getrennten Abrechnung (Firma und privat) ist, dann lass es sein und mach` nur einen Zähler vom Netzbetreiber und den anderen setzt Du selbst als Unterzähler zur internen Verrechnung.

Trapezblech kommt nicht infrage, da das Blech anfängt zu schwitzen bei den Temperaturunterschieden. Außerdem ist das Dach so steil, dass es dann nicht mehr begehbar ist.

Anschluss muss neu gemacht werden, da der Netzanschluss bisher getrennt und über ein altes Gebäude läuft, welches in den nächsten Jahren vermutlich abgerissen wird. Daher werden wir einen neuen Netzanschluss direkt per Kabel im Boden verlegt vom Transformatorenhäuschen 30m neben unserem Anwesen bekommen. Von diesem Anschluss sollen dann alle Gebäude versorgt werden. Der Hausanschluss mit 30kW Netzanschlusssicherung kostet etwa 3400€ sofern die Kabel in Eigenleistung verlegt werden. Soll eine größere Netzanschlusssicherung eingerichtet werden kommen mehrkosten auf uns zu. 100kW +ca. 4000€ bis maximal 156kW (+7000€). Auch in Bezug auf die Betriebsentwicklung wollen wir an dieser Stelle eigentlich nicht gerade sparen, sondern präventiv eher etwas größer bauen.
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Re: Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon Bento » 13.08.2017, 12:21

Trick0815 hat geschrieben:Bei dem neuen Gebäude handelt es sich um einen Stall im Außenbereich.

O.K., dann gibt es die "normale" EEG-Vergütung für Dachanlagen.

Trick0815 hat geschrieben:Daher werden wir einen neuen Netzanschluss direkt per Kabel im Boden verlegt vom Transformatorenhäuschen 30m neben unserem Anwesen bekommen. Von diesem Anschluss sollen dann alle Gebäude versorgt werden. Der Hausanschluss mit 30kW Netzanschlusssicherung kostet etwa 3400€ sofern die Kabel in Eigenleistung verlegt werden. Soll eine größere Netzanschlusssicherung eingerichtet werden kommen mehrkosten auf uns zu. 100kW +ca. 4000€ bis maximal 156kW (+7000€). Auch in Bezug auf die Betriebsentwicklung wollen wir an dieser Stelle eigentlich nicht gerade sparen, sondern präventiv eher etwas größer bauen.

Hier sehe ich immer noch einen Zähler!
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Re: Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon Trick0815 » 13.08.2017, 13:04

Bento hat geschrieben:O.K., dann gibt es die "normale" EEG-Vergütung für Dachanlagen.


Bekomme ich für eine Maschinenhalle im Außenbereiche ebenfalls "normale" EEG-Vergütung?
Das ganze über einen Anschlusszähler laufen zu lassen macht Sinn um Kosten zu sparen. Ein zweiter "interner" Zähler wird dann aber benötigt, dieser dürfte wie du gesagt hast wesentlich günstiger sein.
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Re: Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon Bento » 13.08.2017, 13:08

Trick0815 hat geschrieben:
Bento hat geschrieben:O.K., dann gibt es die "normale" EEG-Vergütung für Dachanlagen.


Bekomme ich für eine Maschinenhalle im Außenbereiche ebenfalls "normale" EEG-Vergütung?

In deinem Fall nicht!
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Re: Landwirtschaft, Wohnhaus

Beitragvon alterego » 13.08.2017, 14:09

Bento hat geschrieben:
Trick0815 hat geschrieben:
Bento hat geschrieben:O.K., dann gibt es die "normale" EEG-Vergütung für Dachanlagen.


Bekomme ich für eine Maschinenhalle im Außenbereiche ebenfalls "normale" EEG-Vergütung?

In deinem Fall nicht!

Kommt drauf an. Im Bestand muß man aufs Baujahr achten bei einem Neubau gibt es Vergütung, wenn
das Gebäude im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit einer nach dem 31. März 2012 errichteten Hofstelle eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes steht

Liest sich aber so, als würde keine neue Hofstelle begründet sondern die am bisherigen Standort verbleiben.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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