Ignorieren die meisten Solateure VDE Normen?

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Re: Ignorieren die meisten Solateure VDE Normen?

Beitragvon Weidemann » 09.08.2018, 18:47

Wohlan hat geschrieben:Soweit ich das lesen kann, ist es Vorschrift für alles was seit 2016 geplant wird und ab Dez 2018 zusätzlich für alles was ab da fertig wird, egal ob die Planung schon früher stattfand.

alle ab 1. Oktober 2016 geplanten oder nach dem 14. Dezember 2018 fertiggestellten Gebäude

https://www.energie-experten.org/expert ... -4662.html

Die Norm ist ja umfassend für Baumassnahmen gültig und nicht nur für kleine PV Anlagen.

Daher ist m.E. auch heute schon keine Wahl mehr vorhanden.

Nur weil du irgendwas am Gebäude machst, muss man doch nicht das ganze Gebäude nachrüsten?

In einem anderen Thema hier war zu lesen, dass ein Solarteur gesagt hat, dass er ab Dezember die Überspannungsableiter rund um den PV-WR einbauen muss (aber nicht für den sonstigen Hausanschluss).
sonnige Grüße,
-Weidemann-
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Re: Ignorieren die meisten Solateure VDE Normen?

Beitragvon Wohlan » 10.08.2018, 08:13

Weidemann hat geschrieben:[
Nur weil du irgendwas am Gebäude machst, muss man doch nicht das ganze Gebäude nachrüsten?

In einem anderen Thema hier war zu lesen, dass ein Solarteur gesagt hat, dass er ab Dezember die Überspannungsableiter rund um den PV-WR einbauen muss (aber nicht für den sonstigen Hausanschluss).


Nach meinem Verständnis ist es so, dass bei jeder spürbaren Veränderung an der Elektroinstallation ein "Bestandsschutz" flöten geht und die Installation den Regeln unterworfen wird, die aktuellst sind. Und eine neue PV-Anlage gilt sicher als spürbare Änderung.

Ich denke hier gilt analog das, was zum Vorhandensein von FI-Schutzschaltern gilt, siehe hier:
https://www.vermieter-forum.com/threads ... den.12097/
In Deutschland ist unter folgenden Umständen jedoch die Nachrüstung eines Fehlerstromschutzschalters unumgänglich:
wesentliche Änderungen an der Installation
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Re: Ignorieren die meisten Solateure VDE Normen?

Beitragvon Duke_TBH » 10.08.2018, 08:46

Weidemann hat geschrieben:In einem anderen Thema hier war zu lesen, dass ein Solarteur gesagt hat, dass er ab Dezember die Überspannungsableiter rund um den PV-WR einbauen muss (aber nicht für den sonstigen Hausanschluss).


Das habe ich gestern auch mit einen befreundeten Elektriker diskutiert (der hat selbst auch eine PV), der hat es mir auch so erklärt, dass der der diese Änderung in der Installation herbeiführt auch genau diesen Teil entsprechend der Norm machen muss, der den Teil betrifft, den er geändert hat. Also muss der Solateur seinen Teil sichern.
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Re: Ignorieren die meisten Solateure VDE Normen?

Beitragvon MHL99974 » 10.08.2018, 14:26

Wohlan hat geschrieben:Nach meinem Verständnis ist es so, dass bei jeder spürbaren Veränderung an der Elektroinstallation ein "Bestandsschutz" flöten geht und die Installation den Regeln unterworfen wird, die aktuellst sind. Und eine neue PV-Anlage gilt sicher als spürbare Änderung.


Dein Verständnis finde ich nicht korrekt.
1990/1992 wurde bereits die gesamte Haus E-Installation (3 WE von 1924) komplett erneuert.
Hatte 2011 den VNB zur Begutachtung und Aufschaltung meiner geplanten PV-Eigenbauanlage im Haus .

Hier griff der Bestandsschutz für meine Wohnungen und diese mussten nicht neu angepasst werden.
Der Zählerkasten war natürlich nicht ausreichend dieser wurde entsprechend vergrößert und ausreichend dimensioniert.
Die PVA war eine "spürbare Veränderung" läuft aber unabhängig mit eigenem Zähler. :wink:
Die Abnahme und Zählersetzung durch VNB verlief ohne Beanstandungen.
Sonnige Grüße
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Re: Ignorieren die meisten Solateure VDE Normen?

Beitragvon Dipol » 17.08.2018, 23:16

pvtrue hat geschrieben:Die meisten sogenannten Solateure kennen die VDE-Bestimmungen gar nicht.

Das trifft leider nicht nur auf viele Solateure zu.

Nur eine Minorität konzessionierter Elektriker hat nicht "vergessen", dass sie sich beim Konzessionseintrag gegenüber dem VNB zu einem VDE-Auswahlabo verpflichtet haben. Ohne fundierte Normenkenntnis wird nur das gemacht, was man schon immer gemacht oder auch nicht gemacht hat.

Unabhängig von der Kompetenz und Fortbildungsbereitschaft von EFK, die niemand nachprüft, gilt für Installationen NAV § 13. Auf Gebäuden mit Blitzschutzanlagen ist zudem eine Zusatzqualifikation als Blitzschutzfachkraft gefordert.

Es gibt keinen eigenen Handwerksberuf Blitzschutzbauer, EFK und Dachdecker ohne Zusatzqualifikation von VDE oder VdB sind per se keine Blitzschutzfachkräfte.
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Re: Ignorieren die meisten Solateure VDE Normen?

Beitragvon Dipol » 17.08.2018, 23:43

MHL99974 hat geschrieben:
Wohlan hat geschrieben:Nach meinem Verständnis ist es so, dass bei jeder spürbaren Veränderung an der Elektroinstallation ein "Bestandsschutz" flöten geht und die Installation den Regeln unterworfen wird, die aktuellst sind. Und eine neue PV-Anlage gilt sicher als spürbare Änderung.

Dein Verständnis finde ich nicht korrekt.
1990/1992 wurde bereits die gesamte Haus E-Installation (3 WE von 1924) komplett erneuert.
Hatte 2011 den VNB zur Begutachtung und Aufschaltung meiner geplanten PV-Eigenbauanlage im Haus .

"Bestandsschutz" fällt nicht für jede Altanlage automatisch vom Himmel. Der kann nur für Anlagen beansprucht werden, die nachweislich den zum Zeitpunkt der Fertigstellung gültigen Normen entsprochen haben. Durch jede wesentliche Änderung erlischt ein "Bestandsschutz" und löst eine Nachrüstungsverpflichtung auf aktuellen Normenstand aus.

Für den Zustand der Anlagen sind die Anlagenbetreiber verantwortlich, die davon gewöhnlich am wenigsten verstehen. Weder Wunschdenken noch Deckungszusagen für Schäden von normunkundigen Versicherungskaufleuten oder Aussagen normativ nicht sattelfester Mitarbeiter von Verteilnetzbetreibern, die ihre eigene NAV nicht kennen, stellen einen haftungsbefreienden Persilschein dar.
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