Fehlerhafte Ertragsberechnung

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon Moneyshitter » 21.04.2017, 14:31

Hallo,

ich habe ein Problem mit meiner Anlage. Für die Anlage wurde ein Ertrag mit PVSol berechnet. Es war klar, dass die Anlage 29,01kwp haben würde und dass ein Symo 20.0-3-M zum Einsatz kommt. Somit bestand auch immer die Klarheit, dass ein Cos Phi von 0,9 gilt. Ich hatte davon keine Ahnung, aber als ich gestern meine Ertragskurve ansah, war diese bei ca. 18kw abgeschnitten. Beim Nachforschen kam ich also drauf, weswegen. In der Ertragsberechnung hat der Solarteur mit 1,0 gerechnet. Jetzt weiß ich nicht, wieviel Einfluss das rechnerisch ist, aber wenn diese Grenze nun schon im April erreicht wird, empfinde ich die Auslegung des Wechselrichters einfach als falsch. Um seiner Annahme von Cos Phi von 1,0 gerecht zu werden müsste er nun einen größeren Wechselrichter nachrüsten. Kennt sich jemand mit den rechtlichen Gegebenheiten aus?
Ich finde, es liegt ein Mangel vor oder zumindest ein Anspruch auf Schadenersatz(wobei dieser nicht zu beziffern wäre, daher wäre der größere WR die Sicherung des Erreichens der Ertragsprognose)

Anlage 29,01kwp
Süd-Ost: 15,81kwp
Nord-West: 13,2kwp
Symo 20.0-3-M
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon LumpiStefan » 21.04.2017, 14:50

Moneyshitter hat geschrieben:...aber wenn diese Grenze nun schon im April erreicht wird, empfinde ich die Auslegung des Wechselrichters einfach als falsch....

Im Sommer sieht es meist anders aus, da hier die Module wärmer sind. Da werden die Spitzenwerte meist nicht mehr so erreicht, dafür profitiert man von der längeren Sonnenzeit.
"Problem" beim Fonius Symo war/ist mit Sicherheit, dass der 20er der größte ist. Wenn dann hätten da wohl 2 WR hingebaut werden müssen. Ob die Verluste jetzt wirklich so groß sind, mag ich nicht abschätzen. Schwierig halt immer auch aufgrund des Norddaches. das einschätzen zu können...
Bei mir ist aktuell die Nordseite bei rund 0,6kw/kWp im Spitzenwert und die Südseite bei 0,8kW/kWp. Wenn ich das auf Deine Anlage umreche, wärst Du bei 15,8*0,8 + 13,2*0,6 bei einem Spitzenwert von knapp 19kW. Das heißt Du hättest in Spitze 1kW mehr erzeugen können mit einem größeren WR. Wenn man mal von 4h ausgeht am Tag, wären das dann 4kWh am Tag. Bei geschätzen 100 Tagen im Jahr wären dass 400kWh. Monetär wären das also im Jahr 48€.

So mal meine Abschätzung. Freue mcih aber auf weiteren "Senf" dazu... ;-)

Stefan
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon jodl » 21.04.2017, 15:54

Moneyshitter hat geschrieben:....empfinde ich die Auslegung des Wechselrichters einfach als falsch. Um seiner Annahme von Cos Phi von 1,0 gerecht zu werden müsste er nun einen größeren Wechselrichter nachrüsten. Kennt sich jemand mit den rechtlichen Gegebenheiten aus?
Ich finde, es liegt ein Mangel vor oder zumindest ein Anspruch auf Schadenersatz(wobei dieser nicht zu beziffern wäre, daher wäre der größere WR die Sicherung des Erreichens der Ertragsprognose)



entscheidend für das Vorliegen eines Mangels ist aber nicht das Empfinden sondern die rechtliche Situation.
Was wurde tatsächlich vertraglich vereinbart, ist z. B. die Wirtschaftlichkeitsberechnung auch Vertragsbestandteil?
Wurde ein Vertrag geschlossen über eine PV Anlage mit den Modulen "x" und dem Wechselrichter "y" oder wurde ein Vertrag geschlossen über eine Anlage mit der zugesicherten Eigenschaft "maximale Einspeiseleistung 20 kW" oder "Ertrag x kWh pro Jahr" ?
Falls letzteres, hat die Anlage diesen zugesicherten Ertrag nicht erreicht, und falls ja, wie viele Jahre schon?
Nur mal so als Denk-Anregung
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon Assel+ » 21.04.2017, 16:18

Hallo zusammen,

Ich bin ja kein Fachmann, nur Betreiber, dennoch erlaube ich folgende Fragestellung:

Wenn die Anlage laut Ausrichtung nur ca. 20kW Spitzenleistung bringt, wäre ja ein Wechselrichter mit 20kW richtig bemessen. Wenn etwas mehr Leistung kommt, sollte der WR auch eine höhere kurzzeitige Spitzenleistung verkraften und verarbeitet. Somit stellt sich ja die Frage, ob der WR die Leistung nicht schafft, oder eine programmierte Abregelung wegen EEG-Förderung vielleicht die Ursache der geringeren Leistungsabgabe ist.

Solange die Anlage keine Ausfälle hat, würde ich keine Mängel definieren. Maximal wäre da noch die Frage, wie lange der WR die überschüssige Leistung verkraftet, bis er den „Löffel“ abgibt.

Wenn ich falsch liege, einfach diesen Beitrag vergessen!

Gruß Assel+
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon LumpiStefan » 21.04.2017, 16:55

[quote="Assel+"Wenn die Anlage laut Ausrichtung nur ca. 20kW Spitzenleistung bringt, wäre ja ein Wechselrichter mit 20kW richtig bemessen. [/quote]
Genau darum geht es dem TE ja. Der WR kann theoretisch 20kW. Das Allerdings bei einem cos(phi) von 1. Da er aufgrund seiner Anlagengröße allerdings einen cos(phi) von 0,9 einstellen muss, kann der WR nur noch 18kW Wirkleistung einspeisen...
Das heißt andersrum gerechnet wäre ein WR mit 20kW/0,9 = 22,2 kW nötig um 20kW Wirkleistung abarbeiten zu können....

Stefan
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon smoker59 » 21.04.2017, 17:05

Welche Dachneigung hat dein Dach :?:

Für 70% hart wären theortisch ~ 22,5 kVA nötig gewesen, nur bei einem steilen Dach könnte man weiter unterdimensionieren.
mit freundlichem Gruß
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon Moneyshitter » 21.04.2017, 17:18

30 Grad Dachneigung. und es 70% weich. Was natürlich nicht geht. Denn die Gesamtleistung des WR ist nun derart begrenzt. Wenn ich 3 kw Eigenverbrauch habe, lönnen auch max. 15kw eingespeist werden. Darum geht es aber nicht, das habe ich auch vertraglich in Kauf genommen, da der Vertrag auf seiner Berechnung beruht. In dieser ist dieser Fakt mit inbegriffen, nur eben mit cosphi=1,0

Vertragsbestandteil werden natürlich Module und Wechselrichter, das ist klar. Aber ein Richter wird immer nach dem Willen der beiden Vertragsparteien forschen. Und meine Wille ist Rendite. Wenn ich dann eine 5% zu hohe Ertragsprognose bekomme, kann das nicht belanglos sein. Das ist auch nicht an einem tatsächlichen Ertrag festzumachen, denn dieser ist ja jedes Jahr anders. Hier ist aber eine grundsätzliche Annahme in seiner Berechnung falsch. Schon bevor die Sonne besonders gut oder schlecht sein kann, hat er also einen Fehler begangen, auf dessen Grundlage logischerweise auch ein Vertrag geschlossen wurde.
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon frankenbub09 » 21.04.2017, 17:31

Also ich denke nicht dass die Ertragsprognose einklagbar ist.

Die Auslegung des WR mit 20 kw vielleicht schon wahrscheinlicher.

Das ist schon eher ein Fehler den der Verkäufer gemacht haben könnte.

Was sagt denn der dazu?
Meine Anlage:
31 PV-Module 260Watt NeMo 60P Heckert-Solar, polykristallin,
DN 32 Grad Ausrichtung Ost 17 / West 14
mit einem Wechselrichter Fronius Symo 8,2; 3-phasig, 2 MPP- Tracker.
SENEC.Home G2 +;Speicherkapazität 8 kWh netto (16 kWh brutto)
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon smoker59 » 21.04.2017, 17:38

Moneyshitter hat geschrieben:30 Grad Dachneigung. und es 70% weich.

Dass geht ja garnicht, für 70% weich hätte der WR auch bei cos phi 1 mehr als 20,3 kW leisten müssen.
Da fehlen also selbst ohne Blindleistungsbereitstellung schon 300 W zu 70% hart :?
Was sagt denn der Solateur dazu :?:

Für 70% weich würde hier ein SMA STP 25000TL passen, kostet aber sicher mehr als der Fronius und braucht für 70% weich zusätzlich den SunnyHomeManager und SMA Energy Meter (bzw. SunnyHomeManager 2.0 der beide Geräte beinhaltet).


Das Thema lautet ja "Fehlerhafte Ertragsberechnung", ob der in der Prognose berechnete Jahresertrag falsch ist kann man leider erst nach einem vollen Betriebsjahr feststellen. Und wenn konservativ gerechnet wurde kann es sogar sein, das trotz Nichtbeachtung des erforderlichen cos phi von 0,9 die Ertragsprognose nicht nur erfüllt sondern sogar übertroffen wird :roll:

Ich denke deshalb nicht, daß man mit der Prognose argumentieren sollte. Es ist schließlich lediglich eine Prognose die in gewissen Grenzen abweichen darf.
Ist denn 70% weich (dynamische 70% Regelung) vertraglich vereinbart :?:
Da wäre für mich der Ansatzpunkt, denn das kann der jetzt verbaute WR nicht leisten da er weniger als die für 70% hart benötigte Scheinleistung liefern kann.
Zuletzt geändert von smoker59 am 21.04.2017, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
mit freundlichem Gruß
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Re: Fehlerhafte Ertragsberechnung

Beitragvon Moneyshitter » 21.04.2017, 17:53

Ich wollte erstmal eine Meinung hier im Forum, bevor ich rumstresse.
Es ist eben nicht ganz klar, was einklagbar ist und was nicht. Die Auslegung kann ich sicher nicht einklagen. Denn die Auslegung hat er mir ja durchgerechnet, dass sie wirtschaftlich wäre. Also er rechnet mit aus, dass ich 25600kwh Ertrag im Jahr habe mit diesem WR. Das habe ich so akzeptiert. Nun hat er irgendwo einen Faktor, den ein Laie nicht beurteilen kann. Dieser Faktor macht aber leider, dass ich statt einem durschn. Ertrag pro Jahr (genau das hat er ja gerechnet) evtl. keine 25600kwh habe, sondern bspw. 24500kwh.

Es ergibt sich also theoretisch folgendes:
Auf Grundlage dessen gerechnet ein Gewinn von 4,49% anstatt 4,9% pro Jahr. Also ca. 8,4% weniger Gewinn als erwartet. Oder unter Umständen eben ganze 2750€ Umsatz in der Betriebsdauer der Anlage.

Bitte, nicht falsch verstehen. Die Ertragsprogonse ist nicht falsch, weil der WR zu klein ist, der ist ok. Bezogen auf die 70% ist er ja fast optimal. Allerdings kann sein errechnet Ertrag nicht korrekt sein, da er die geltende Norm, die 0,95 vorschreibt missachtet hat.

Ein bisschen ist das so: Ich würde ein Auto kaufen, wo versprochen wird, es braucht 5l/100km. Dann merke ich, es braucht 5,5. Aber das nicht wegen abweichendem Fahrprofil oder der Abweichung Realität zu Norm. Nein, der Autobauer hätte in diesem Vergleich ausversehen statt mit dem 1,4l Motor mit dem 1,2l Motor gerechnet, weil er eben ein DropDown Menü falsch ausgewählt hat. Dummer Vergleich, aber spontan ist mir kein Besserer eingefallen
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