Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon swen1012 » 11.09.2018, 20:40

Hallo geschätzte Community !
Nachdem ich nun seit einiger Zeit das Geschehen hier im Forum mit großem Interesse verfolge und dabei auch sehr viel von Euch gelernt habe (Vielen Dank dafür..!), möchte ich nun mein etwas kniffliges Objekt vorstellen.
Da es eine Unzahl möglicher PV Module in Kombination mit Wechselrichtern und sonstiger Anlagenteile gibt, habe ich echt keinen vernünftigen Plan, was deren Zusammenstellung betrifft.
Bei diesem Objekt wird es vermutlich nicht einfach sein einen geeigneten Energieberater und Solarteur zu finden. Deshalb wäre es sehr hilfreich eine Basis zu haben, wenn es dann um konkrete Gespräche vor Ort geht.
Der Grundgedanke ist, dort die gesamte Energieerzeugung mit PV und Holz zu bewerkstelligen....und den Netzbezug mit EE-Strom.
Was die PV-Anlage betrifft, möchte ich sie nach dem größtmöglichen Ertrag/Kosten-Verhältnis zusammenstellen. Die Amortisationszeit sollte auch in einem vernünftigen Rahmen liegen.
Also vorerst keine Stromspeichertechnologie !!!
Trotzdem sollte das ganze Gewerk zukunftsorientiert aufgestellt sein (u.a. E-Mobilität...)
Zu den Fakten :
Das Gebäude, Bj. 1895, befindet sich im Raum MA-KA ....DN 15° / Traufhöhe ca. 5,5m / GF ca. 300 m² voll unterkellert, DH 4,3m / PVGIS SW 31° 1010 kWh, NO 808 kWh
Fotos im Dateianhang...!
Der Binderdachstuhl ist im Moment noch mit Welleternit belegt (ohne Dämmung). Ich stelle mir vor, das Dach mit Sandwichpaneelen als Aufsparrendämmung zu belegen.
Und dann das Dach mit Modulen belegen...soviel wie drauf passt !
Wenn ich es richtig überschlagen habe, sollten in etwa 50 kWp zusammenkommen
Der Dachstuhl soll später von innen sichtbar sein.
Die Dachfläche hat dann keinen Kamin mehr und kann vollflächig genutzt werden.
Was die Verschattung betrifft, bin ich mir noch nicht im Klaren, inwieweit die Bäume im Osten, vor allem im Winter, eine Rolle spielen werden.
Das Mauerwerk ist aus Vollziegeln, ca. 40 cm stark, Außen unverputzt, Innen Gipsputz.
Die 24 Fenster sind uralt und müssen ebenfalls ausgetauscht werden.
Ansonsten sind keine weiteren Dämmmaßnahmen vorgesehen.
Was die Beheizung und evtl. Kühlung betrifft, stelle ich mir wassergeführte Niedertemperatur- Deckenstrahlplatten vor, i. V. mit Wärmepumpe und Scheitholzofen.
Da das Gebäude in naher Zukunft nur zeitweise genutzt und nicht bewohnt wird ( Veranstaltungen, o.ä.), kann die Raumtemperatur in der kälteren Jahreszeit niedrig gehalten werden.

Ich weiß, da ist jetzt auch viel Haustechnik mit dabei...wollte euch ein einigermaßen klares Bild von der Situation liefern. Deshalb, entschuldigt bitte den vielen Text...!
Wie oben schon erwähnt, geht es mir darum, in erster Linie einen roten Faden in der Hand zu haben bei der Anlagenplanung.
So könnte ich den anbietenden Solarteuren die richtigen Fragen stellen!!
Ich freue mich auf jeden Ratschlag und Fragen eurerseits.
Herzliche Grüße und vielen Dank im Voraus ! SWEN
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon bernd2013 » 12.09.2018, 07:39

Hallo Swenn
Interessante Sache was Du da vorhast,ist eine kleine Lebensaufgabe,wenn Du wahrscheinlich aus Kostengründen vieles selber machen willst.Hab an einem ähnlichen Projekt 30 Jahre gebaut,ist fast fertig,fast alle alternativen Energien(ausser Wasserkraft und Biomasse) sind im Einsatz.Kann man ein Buch darüber schreiben,der Text wäre hier zu lang.Wenn Du etwas wissen möchtest musst Du über PN kommen,da es hier zu viele Schlaumaier gibt.Gruss Bernd
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon Weidemann » 13.09.2018, 22:07

Willkommen im Forum!

Schönes Objekt. Die Südseite lohnt sich auf jeden Fall, auch schlau machen in wieweit du die Dach-Renovierung auf die PV abschreiben kannst...
Als erstes über einen Elektriker eine Einspeisegenehmigung anfragen lassen, damit du weißt was geht. Wichtig ist welche kVA-Leistung erlaubt ist, dann kann man auch mehr kWp dranhängen.

Bei der Dachrenovierung vorher mit dem Montagesystem beschäftigen, z.B. Trapezblech gleich entsprechend auslegen (mehr Befestigung...) und vom Dachdecker auch die PV-Halteschienen montieren lassen, bzw. egal wer das macht, halt gleich in einem Rutsch.
Wenn die Maße und Anlagengröße feststeht, bei den Solarteuren eine festgelegte Belegung mit Standardmodulen (1,67m x 1m) anfragen, da hat jeder andere. WR findet sich dann einer, wenn Modul-Typ und -Anzahl feststehen.
sonnige Grüße,
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon buergersolar » 13.09.2018, 22:37

Schönes Projekt!

Folgende Fragen zur Haustechnik sind mir nur gerade in den Kopf gekommen:
  • Wenn das Gebäude nicht bewohnt wird, sondern als Veranstaltungsort, wirst du wenig Warmwasser benötigen (keine Dusche). D.h. für die Warmwasserbereitung ist eine Wärmepumpe wahrscheinlich "Kanonen auf Spatzen". Für Waschbecken tun es da m.E. auch Untertischboiler. Aber vielleicht rentiert sich tatsächlich auch eine kleine WP mit Wasserspeicher, da bin ich nicht so tief in der Materie.
  • Für die Heizung im Winter halte ich die WP für ungeeignet, da das Gebäude doch sehr schlecht gedämmt ist und du da einiges an Heizleistung benötigen wirst. WP eignen sich m.W. vor allem für moderaten Heizbedarf, der mit einer niedrigen VL-Temperatur gedeckt werden kann.
  • Wärmepumpe und Holzkessel vertragen sich m.E. auch nicht zusammen. Holz = hohes Temperaturmiveau, WP = niedriges Temperaturniveau. Außer du magst mit der WP die Halle nur frostfrei halten und wenn eine Nutzung ansteht, heizt du mit Holz ein. Das könnte ich mir vorstellen.
  • Ansonsten bringt natürlich die PV im Winter am wenigsten Ertrag, wenn die WP am meisten Strom braucht. Aber das ist denke ich klar.

Wie sieht sonst so das Verbrauchsprofil aus? Werden das eher Abendveranstaltungen sein oder Hochzeiten, etc., die u.U. mittags schon anfangen? Ich frage nur wegen Eigenverbrauch. Aber auch mit der Einspeisevergütung und geringem Eigenverbrauch kann sich die Anlage natürlich rechnen. Aber du solltest dir darüber zumindest Gedanken machen.
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon swen1012 » 14.09.2018, 20:29

Hallo zusammen,
danke für die Rückmeldungen !
Hier noch ein paar Zusatzinformationen :
Das Gebäude wird über das ganze Jahr genutzt werden...und nicht nur tagsüber. Allerdings nur sporadisch und nicht Tag für Tag. Desweiteren wird es eine Toilettenanlage geben mit Duschmöglichkeit. Von daher ist die WW-Bereitung über Boiler nicht die schlechteste Idee.
Ich empfinde es als eine elegante Lösung (auch optisch) mit Deckenstrahlplatten eine gewisse Grundtemperatur sicherzustellen. Außerdem passt das auch gut zu der gewollten "Fabrikoptik". Dann denke ich noch über Wandflächenheizungen nach, wobei es da aber vermutlich zu großen Transmissionsverlusten kommen wird (U-Wert Mauerwerk:~1,5-2,0 W/m²K).
Auch eine Innenwanddämmung hab ich auf dem Schirm (z.B. Multipor). Kostet aber locker 12-15 k€, bei der riesen Fläche.
Investiere ich eigentlich lieber in die PV-Anlage, bzw. WP.
Die Dachdämmung und neue Fenster langen mir dämmtechnisch :wink:
Mit angrenzendem Nebengebäude hab ich ca. 400m² DF für PV zur Verfügung...und das will ich so optimal wie möglich auch nutzen.
Mal sehen, ob der VNB da mitspielt...!
Gruß SWEN
P.S.: Ich werde mal als Nächstes versuchen, eine einigermaßen aussagekräftige Schattensimulation hinzubekommen.
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon swen1012 » 10.10.2018, 12:39

Hallo Community!
Um mir einen Überblick zu verschaffen, habe ich versucht die Modulbelegung der 4 Dachflächen zu simulieren (siehe Bild) :

Fabrikgebäude : 174 Module (z.B. Axipremium AC-360M/72er) => 62,64 kWp
Nebengebäude : 64 Module (z.B. Axipremium AC-300M/60er) => 19,2 kWp
Die Schattenanimationen :
https://www.youtube.com/watch?v=OIUkNFaBQxw
https://www.youtube.com/watch?v=DeMYVfe6hSg

Was die Auswahl der WR angeht, bzw. die Verstringung der Module, wäre ich für jeden grundsätzlichen Ratschlag dankbar !

Vielen Dank im Voraus und Grüße
Swen
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon buergersolar » 10.10.2018, 18:40

Sehr schön, deine Simulation! Würde mich interessieren, wie du das in ein Video gegossen hast. Ich habe mit Sketchup bislang nur Einzelbilder erzeugt von bestimmten Uhrzeiten...

Die Blickrichtung ist von Westen nach Osten, oder?

Bei höchstem Sonnenstand wandert der Schatten des Nachbarhauses ja wunderbar unter der Regenrinne vorbei. Und im Dezember finde ich den Schatten zur Mittagszeit auch sehr überschaubar. Und im Winter vormittags und nachmittags gibt es eh kaum Ertrag zu verlieren.

Sprich: Wegen Schatten sehe ich hier keine Probleme. Du kannst ohne Bedenken das Dach voll machen.

Mit Nebengebäude meinst du ja das etwas niedrigere, in der gleichen Ausrichtung und nicht das steilere Satteldach nebenan?
Sehe ich das richtig, dass das kleinere Dach etwas breiter ist und du deshalb die kleineren Module genommen hast, um das Dach besser auszunutzen?
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon swen1012 » 11.10.2018, 10:48

Hallo buergersolar,
bezüglich der Animation habe ich die Anleitung vom PV-Büro in Rüsselsheim als sehr hilfreich empfunden :
Blickrichtung ungefähr von Ost nach West.

https://www.youtube.com/watch?v=oLmDCSaZZiU
https://www.youtube.com/watch?v=lQjgCwgbWs4

Mit Nebengebäude ist das Dach mit den 60er Modulen gemeint. Die Flächen werden so optimal/maximal wie möglich genutzt.
Hier noch die Verschattung bei Tag-Nachtgleiche :

https://www.youtube.com/watch?v=HWpl1t8LnfA

Der Dachschatten vom Nachbargebäude wandert hier schon heftig über die große Dachfläche, oder nicht?
Von daher fände ich die Art der Verstringung sehr interessant !

Gruß Swen
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon swen1012 » 11.10.2018, 11:49

Sorry !
Blickrichtung natürlich West nach Ost
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Re: Energetische Ertüchtigung eines alten Fabrikgebäudes

Beitragvon buergersolar » 11.10.2018, 16:33

Vorschlag für die Stringaufteilung
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2018-10-11 12.57.17.jpg
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