Autarke Stromversorgung

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Autarke Stromversorgung

Beitragvon Quantenwelt » 16.05.2018, 09:40

Hallo,

es ist der Wunsch vieler Eigenheimbesitzer, künftig völlig autark in der Stromversorgung zu sein. Seinen benötigten Strom zu 100% selbst zu produzieren und dabei völlig frei von externer Stromversorgung zu sein, treibt immer mehr Menschen um. Nur, wie realistisch ist es diesen Wunsch heute mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu realisieren?

Obgleich sich die Technologie, insbesondere die Speichertechnologie, rasant entwickelt, ist die Speichertechnologie Stand heute noch nicht in der Lage (wirtschaftlich attraktiv) größere Mengen Strom über längere Zeit zu speichern.

Der vielversprechendste Ansatz scheint m.E. daher gegenwärtig die Kombination von effizienten PV-Modulen, einem leistungsstarken Batteriespeicher und der zusätzlichen Möglichkeit, in sonnenstarken Monaten den erzeugten Stromüberschuss in einem virtuellen Speicher zu speichern, der bei Bedarf (in sonnenschwachen Monaten) abgerufen kann.

Gibt es hierzu Erfahrungen aus dem Forum?

Sonnige Grüße

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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon iron-age » 16.05.2018, 13:06

Hallo Quantenwelt,

willkommen im Forum 100% autark wird teuer.
Ich habe eine Inselanlage, die die Hälfte meines Jahresverbrauchs liefert. Die zugehörige Batterie kann ich auch, mit einem Starthilfekabel, vom Auto aufladen.
Sollte mal der Netzstrom ausfallen, kann ich mir so weiterhelfen. Aber auch dabei sind die Betriebsstunden des Motors, und der Kraftstoff, teuer.

MfG Georg
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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon e-zepp » 16.05.2018, 13:15

Quantenwelt hat geschrieben: ...und der zusätzlichen Möglichkeit, in sonnenstarken Monaten den erzeugten Stromüberschuss in einem virtuellen Speicher zu speichern, der bei Bedarf (in sonnenschwachen Monaten) abgerufen kann.
Gibt es hierzu Erfahrungen aus dem Forum?

Servus @Quantenwelt, ich kann mir kaum vorstellen dass es irgendwo im Universum Erfahrungen zu einem
virtuellen Stromspeicher gibt, ob saisonal oder auch nur minütlich.
Allerdings hat meine Vorstellungskraft im gereiften Alter auch schon deutlich nachgelassen :oops:
Aber vielleicht kannst Du mir ja da mit einer Erklärung weiterhelfen :D
lg,
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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon kalle bond » 16.05.2018, 14:42

e-zepp hat geschrieben:
Quantenwelt hat geschrieben: ...und der zusätzlichen Möglichkeit, in sonnenstarken Monaten den erzeugten Stromüberschuss in einem virtuellen Speicher zu speichern, der bei Bedarf (in sonnenschwachen Monaten) abgerufen kann.
Gibt es hierzu Erfahrungen aus dem Forum?

Servus @Quantenwelt, ich kann mir kaum vorstellen dass es irgendwo im Universum Erfahrungen zu einem
virtuellen Stromspeicher gibt, ob saisonal oder auch nur minütlich.
Allerdings hat meine Vorstellungskraft im gereiften Alter auch schon deutlich nachgelassen :oops:
Aber vielleicht kannst Du mir ja da mit einer Erklärung weiterhelfen :D


Zeppi, hast du nie Perry Rhodan gelesen? Der virtuelle Speicher liefert natürlich auch nur virtuelle kWh, die werden dann vkWh genannt :D

Denke mal, dass es um ein Model geht, wie Senec oder ähnliche es anbieten.
Am 20.6. beginnt übrigens die Intersolar in München!
Da wird es bestimmt neben vielen realen auch einige virtuelle Speicher zu bestaunen geben :)
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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon Quantenwelt » 16.05.2018, 14:48

Hallo e-zepp,

ich kenne das Konzept selbst auch noch nicht, aber laut Anbieter (E.ON SolarCloud) handelt es sich um einen virtuellen Speicher, mit der man Solarstrom unbegrenzt ansparen und bei Bedarf wieder abrufen kann. An sonnigen Tagen baut man ein Guthaben auf, das man dann nachts, an Regentagen, in den Wintermonaten oder fürs Elektroauto nutzen kann. Siehe auch http://www.eon-solar.de

Ich möchte hier aber keine Werbung für einen Anbieter machen, zumal ich das Konzept selbst nicht kenne. Daher auch meine Frage ans Forum, ob es zu solchen Modellen schon Erfahrungswerte gibt. Fairerweise sei daher noch angemerkt, dass es ähnliche Modelle auch von anderen Anbietern gibt, wie z.B. Senec.Cloud 2.0, sonnenCommunity oder EnBW solar+. Es gibt sicherlich noch weitere Anbieter mit ähnlichen Modellen.

Da ich diese Modelle grundsätzlich interessant finde, wäre ich an Erfahrungsberichten von Forumsmitgliedern hierzu sehr interessiert.

Sonnige Grüße aus der

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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon seppelpeter » 16.05.2018, 14:50

Ich glaube, das was Du willst ist der Wunsch einer kleinen Minderheit.
Die Mehrheit will einfach eine PV Anlage auf dem Dach, die einfach nur funktioniert und über die Größe der PV und entsprechende Überschüsse, kann man sich dann bilanziell und in Euro auf das Jahr gesehen auch autark stellen. Ich schaffe das zum Beispiel mit meinem 6,57KWp.

Nur, wie realistisch ist es diesen Wunsch heute mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu realisieren?


Das Grundproblem hast Du ja schon gut erkannt.
Es ist technisch vielleicht möglich ... je nach Verbrauch (Wintermonate sind entscheidend) brauchst Du dafür enorm viel PV oder andere Quellen für Strom, wie z.B. einen ebenfalls nicht ganz günstige stromerzeugende Heizung. Die verbrennt dann aber wieder Gas o.ä. Autark it das also auch nicht.

Was soll das denn für ein virtueller Speicher sein?

Wenn Du damit Überschüsse aus EEG Vergütung meinst, dann ist das rein wirtschaftlich gesehen ein guter Weg.
Baue PV, was die Dächer her geben und der Rest ergibt sich, aber erst später, wenn die EEG Vergütung ausläuft und/oder Speicher deutlich günstiger werden.

PS.: Von Cloudlösungen würde ich aus Gründen der Risikominimierung sehr großen Abstand halten. Gerade im Strommarkt ist z.B. Teldafax ein sehr gutes Beispiel, wie ähnliche Angebote durch Insolvenz vom Markt verschwinden. Die (Total-)Verluste trägt dabei alleine der Endkunde.
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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon alterego » 16.05.2018, 16:37

Um zur Ausgangsfrage zu kommen - autark (wir sind im PV-Forum, also autark mit PV bzw. auf jeden Fall ohne fossile Energieträger) geht imo nur, wenn man den Verbrauch senkt, bis es nicht niedriger geht ohne das Gefühl zu haben der Stromverbrauch diktiert einem das Leben. Wenn man kein Netz hat und nicht mal den einen oder anderen Tag ohne Strom dastehen will (oder einfach rechtzeitig ins Hotel geht und mit dem Reststrom dafür sorgt, daß daheim nichts weiter kaputt geht :D ), braucht man dann aber imo zwingend irgend eine Art Generator für die allerletzten paar kWh, weil da gilt wie so oft eine 80/20-Regel. Die ersten 70-80% "Autarkie" sind noch relativ einfach und bezahlbar, schwierig und recht teuer wird es jenseits der 90-95%. Wenn du das wirklich angehen willst, gehe in den Inselbereich hier im Forum und mache nicht alle Fehler, die andere vor dir schon gemacht haben nochmal ;)

"Virtulle Speicher" etc. sind für mich reines Marketinggelaber. Da wird physisch nirgends Strom gespeichert sondern der wird verkauft und zurückgekauft wenn der Kunde ihn braucht. Nichts anderes machen viele hier im Forum indem sie ihren Reststrombezug aus dem Netz beziehen und das mit der Einspeisevergütung bezahlen.
Im besten Fall wird irgendwo eine Biogasanlage runtergeregelt, wenn viel PV-Strom da ist und das gesparte Gas später verwendet, aber das ist für neue Anlagen auch schon Stand der Technik, nur die alten laufen noch stur durch. Sich dafür 10 oder 20 Jahre inklusive Insolvenzrisiko (Caterva war auch in dem Geschäft) an einen Anbieter zu binden, wäre nicht meins, muß aber jeder selbst entscheiden.
Zu den einzelnen Angeboten gibt es hier schon viel zu lesen. Wenn amn nachrechnet macht der Anbieter das bessere Geschäft als der Kunde :juggle:
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon PV-Express » 16.05.2018, 16:57

100% Autark mit virtuellem Speicher ist der Marketinggag schlecht hin. Warum? Weil jeder PV Betreiber mit Überschußeinspeisung bilanziell nichts anderes macht. Ganz ohne EON, ENBW, SONNEN, oder sonst wem. Einfach mit dem Überschußverkauf seine "normale" Stromrechnung bezahlen :wink:

Denn nichts anderes ist das. Nur verstehen das die wenigsten Laien, wie auch.

Ich für meinen Teil bin mit meinem "bilanziellen Speicher" mehr als 100% autark, bleibt sogar noch was übrig :D
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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon kalle bond » 16.05.2018, 17:39

Meine Idee war von Anfang an (Netzeinspeiseanlage 7/2006) nicht mehr zu verbrauchen, als ich erzeuge und anders herum so viel zu erzeugen, dass mein Verbrauch möglichst komplett kompensiert wird.
Das wurde dann 2013 noch durch eine Eigenstromanlage ins positive gedreht, also mehr einspeisen als verbrauchen.
Da brauch ich keinen virtuellen oder echten Speicher, sondern kann mich auf das Netz verlassen. :D
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Re: Autarke Stromversorgung

Beitragvon machtnix » 16.05.2018, 19:02

Quantenwelt hat geschrieben:Hallo,es ist der Wunsch vieler Eigenheimbesitzer, künftig völlig autark in der Stromversorgung zu sein. Seinen benötigten Strom zu 100% selbst zu produzieren und dabei völlig frei von externer Stromversorgung zu sein, treibt immer mehr Menschen um.


mal ehrlich, von welchen Eigenheimbesitzern ist da die Rede? Ich kenne niemanden der auf seinen Stromanschluß verzichten möchte. Da kann man schon eher auf den Gasanschluß verzichten... ( Kohle und Öl lassen sich sehr gut für viele Jahre verlustfrei im Keller speichern.. :mrgreen: )
Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!
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