Anlagenplanung für knapp 30kWp auf landw. Scheune

Rund um die Planung einer Solaranlage.

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen)

Anlagenplanung für knapp 30kWp auf landw. Scheune

Beitragvon Mlotz » 12.08.2018, 21:16

Hallo,
da seit längerem die Überlegung im Raum steht eine PV-Anlage anzuschaffen, habe ich mich hier angemeldet.

Die PV-Anlage würde auf einer alten landwirtschaftlich genutzten Scheune installiert werden, Postleitzahl 24966.
Luftbilder aus Google Maps:
Dach.PNG
Dach.PNG (153.68 KiB) 825-mal betrachtet

PV_Fläche.PNG
PV_Fläche.PNG (155.25 KiB) 825-mal betrachtet

Zum Gebäude:
Da vor zehn Jahren die Onduline Welldachplatten undicht wurden, sind die Dachflächen Richtung Westen (A) und Osten (B) mit Blech in Pfannenoptik und die Seite Richtung Norden (C) mit Trapezblech (plus vier Lichtplatten) eingedeckt worden. Die braune Fläche gen Süden (D) ist mit etwa vierzig Jahre alten verzinkten Blechplatten gedeckt. Dieses Dach (D) wird vorher in Eigenleistung mit frischem Trapezblech gedeckt werden. Hier soll dann eine PV-Anlage Richtung Süden errichtet werden.
Der Dachfirst ist etwa 20m lang, die Seite etwas über 10m und die Steigung liegt um 15°. Das Gebäude ist etwa 8m hoch, die Optik auf dem Dach egal, die Statik gut. Verschattungen aufgrund anderer Gebäude oder Bäume gibt es nicht. Eine Eigenverschattung durch den südlichen First des rechten Gebäudeteils findet leider zeitweise statt (dort eigener String?).

Der Stromverbrauch des Betriebs liegt bei 4000kW/h und der des Wohngebäudes bei 8000kW/h im Jahr. Die ursprüngliche Idee ist es, statt dem Energieanbieter lieber die PV Anlage zu bezahlen. Im besten Fall gibt es ein paar Euro dazu.

Es wurden Anfang 2017 Angebote für eine 10kwp und eine 26kwp Anlage eingeholt und beide für zu teuer befunden. Der Wunsch ist ein voll ausgebautes Dach Richtung Süden.
Da die Dacharbeiten schon in Eigenleistung geschehen würden, ist in Erwägung gezogen worden die Unterkonstruktion und auch Module selbst zu installieren. Es gibt immer wieder starke Stürme und die Anlage steht eher exponiert. Ich tendiere zu vielen Stockschrauben, oder gäbe es da einen anderen Tipp für eine günstige und stabile Lösung?
Einen Schaltkasten an die Wand Dübeln stellt kein Problem dar. Den Netzanschluss und das Anmelden der Anlage sollte allein aus Versicherungstechnischer Sicht aber besser ein Unternehmen erledigen. Wie finden Versicherungen und Unternehmen solche Ideen? Gibt es da bekannte rechtliche Probleme oder Stolpersteine?
Da das Geld leider endlich ist, gehen die Gedanken auch zu gebrauchten Modulen in Kombination mit einem (oder auch mehreren) neuen Wechselrichtern. Die Plattform secondsol scheint eine recht gute Auswahl zu bieten. Geht das rechtlich mit dem EEG gut? Wie viele Module sollten in Reserve gestellt werden?
Es gibt eine große Holzhackschnitzelanlage mit Zwischenspeicher, dort könnte Elektrizität zu Wärme verschwendet werden – falls das aus irgendeinem Grund Sinn ergeben sollte.

Ich würde gerne weitere Meinungen und Argumente einholen:
Wie sind eure Gedanken zu der Situation?
Welches Budget ist realistisch für 30kwp inklusive neuem Dachbelag?
Gibt es hier jemanden mit Erfahrungen bezüglich Eigeninstallation?
Ich freue mich auf jede Antwort.
Frohes schaffen =)
Mlotz
Neu hier
Neu hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 2
Registriert: 04.08.2018, 18:23
Info: Interessent

Re: Anlagenplanung für knapp 30kWp auf landw. Scheune

Beitragvon Weidemann » 13.08.2018, 17:29

Willkommen im Forum!

-für gebrauchte Module gibts keine EEG-Vergütung, aber auch neue sind im Moment spottbillig

-Anmeldung und Anschluss muss ein Elektriker machen, und der sollte unbedingt vorher mal beim Netzbetreiber die Einspeisegenehmigung anfragen, damit man weiß was am Hausanschluss (oder anderswo...) ins Netz geht.
Dabei gezielt auf die Wechselrichter-Leistung in kVA abstellen, denn auch wenn z.B. nur x kVA möglich sind, kann man oft mehr PV-Leistung an den WR hängen.

-Gerade auf neu verlegtem Trapezblech machen eigentlich nur entsprechende Halter Sinn, dazu das Dach entsprechend vom Dachdecker extra dafür auslegen lassen (Blechdicke, Anzahl Befestigungspunkte)... da geht ja auch die Gebäudehöhe und exponierte Lage mit ein.
z.B. sowas (hab aber selbst keine Erfahrungen damit): https://k2-systems.com/de/produkte/mont ... eindeckung
https://www.renusol.com/de/pv-montagesy ... it-ms.html

-Strom in Wärme umwandeln ist sinnlos, da die Einspeisevergütung mehr bringt: ca. 12 Cent/kWh vs. ca. 4 Cent (?) für Hackschnitzel
(es sei denn im Hochsommer, wenn du vermeiden willst dass die Hackschnitzelanlage nur fürs Warmwasser anspringen muss).

-Selbstmontage ist kein Problem, wenn die Versicherung das akzeptiert, siehe z.B. "Rosa Versicherungen" (dort ist es bei den meisten Tarifen kein Problem)

-als erste Hausnummer würd ich von 800€/kWp fürs Material ausgehen, plus Trapezblech.

-PVGIS 10% sagt 940 kWh/kWp voraus, damit ist die Anlage auch bei 1100€/kWp Gesamtkosten noch schön rentabel.
sonnige Grüße,
-Weidemann-
Weidemann
Moderator
 
Beiträge: 7967
Registriert: 09.08.2009, 12:01
Wohnort: Bayern
PV-Anlage [kWp]: 14
Info: Betreiber

Re: Anlagenplanung für knapp 30kWp auf landw. Scheune

Beitragvon Mlotz » 14.08.2018, 21:14

Danke für die guten Hinweise Weidemann :)
PVGIS ist ja klasse, das klingt nach einem "ja" zu der Anschaffung einer Anlage.

Es würde ungefähr im Jahr etwa das doppelte des Eigenverbrauchs eingespeist werden. Also kein direktes Geld mehr an den Energieversorger? Die laufenden Kosten sind die Anschluss Gebühren und Versicherung der Anlage (plus eventuelle Defekte)?
Kann man das so einfach rechnen?

Bedeutet für das weitere Vorgehen:
- Anfrage zur Einspeisegenehmigung einholen
- Recherche nach dem passenden Dachsystem
- Wenn Module kaufen, dann nur neue

--> Recherche der rechtlichen Rahmenbedingungen :juggle:
Mlotz
Neu hier
Neu hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 2
Registriert: 04.08.2018, 18:23
Info: Interessent

Re: Anlagenplanung für knapp 30kWp auf landw. Scheune

Beitragvon Weidemann » 14.08.2018, 21:22

Mlotz hat geschrieben:Es würde ungefähr im Jahr etwa das doppelte des Eigenverbrauchs eingespeist werden. Also kein direktes Geld mehr an den Energieversorger? Die laufenden Kosten sind die Anschluss Gebühren und Versicherung der Anlage (plus eventuelle Defekte)?

Früher war die Daumenregel: Wenn die Anlage so viel kostet, wie sie in 10 Jahren wieder reinspielt, dann hat man nach Abzug von Versicherung und WR-Tauschkosten ca. 5% Rendite über die 20 Jahre. Heute sinds wohl eher 4-4,5%, da höhere Fixkosten für Zähler etc.
Bei den Modulen geht man davon aus, dass die halten... was sie auch in den meisten Fällen tun. Hier sind günstige Standard-Module die beste Wahl, weil 1. günstig, und 2. bewährt.

Deinen Stromtarif zahlst du weiterhin bei deinem Stromanbieter, die Einspeisevergütung kriegst du vom Netzbetreiber.
sonnige Grüße,
-Weidemann-
Weidemann
Moderator
 
Beiträge: 7967
Registriert: 09.08.2009, 12:01
Wohnort: Bayern
PV-Anlage [kWp]: 14
Info: Betreiber

Re: Anlagenplanung für knapp 30kWp auf landw. Scheune

Beitragvon seppelpeter » 14.08.2018, 23:04

Bei DN15 würde ich Süd und Nord voll machen. Auch das Ostdach ist interessant, aber vielleicht von der Eindeckung zu anspruchsvoll.



Gesendet von meinem GT-I9301I mit Tapatalk
18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5
Benutzeravatar
seppelpeter
PV-Forum Einstein
PV-Forum Einstein
 
Beiträge: 13030
Registriert: 19.03.2014, 18:36
Wohnort: Ruhrpott
PV-Anlage [kWp]: 6,57
Info: Betreiber


Zurück zu Allgemeine Anlagenplanung



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste