Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Rund um die Planung einer Solaranlage.

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Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon Morpheus1978 » 06.09.2018, 07:41

Hallo Community,

ich bräuchte Meinungs Input bezüglich meines PV Anlagen Plans .

Zu uns , wir sind eine 4 köpfige Familie und wohnen seit kurzen in einem KFW55 Haus welches per Erdwärme beheizt wird.
Ich bin am überlegen ob ich eine PV Anlage installieren soll und Grundlegend geht es mir um die Frage mit oder ohner Speicher .

So wie ich das überblicken kann gibt es hier zwei Lager , die einen habens und findens Toll und die anderen verteufeln es und schließen es momentan komplett aus.

Die Fakten zu unserem Dach sind Ausrichtung SW/NO ca 130qm² Gesamt Dachfläche, keine Verschattung.

Ich habe nun Angebote erhalten die auf Selbstnutzung und Verkauf sowie Auf maximale Autarkie ausgelegt sind.

Zum einen könnte ich 18-20 kWp auf die komplette Dachfläche bekommen und den erzeugten Strom soweit möglich unter Tags selbst nutzen und den Rest dann zu den derzeitigen Konditionen (vermtl. Bei INB 01.10.18 laut BDNetzagentur 0,115€) verkaufen , hier würde sich vermutlich die Anlage dann selbstbezahlen .
Kosten laut Angebote Brutto zwischen 23 und 26T€

Oder

Eine Anlage mit 9,92kWp auf die SW Seite mit einem E3DC Speicher mit 13KW Speicherleistung ( diese Modell rechnet sich nach meinen Recherchen wenn der Speicher min 15 Jahre durchhält und der Strompreis steigt )
Kosten laut Angebot Brutto 23500€

Nach welchen Kriterien würdet ihr entscheiden bzw. was spricht hier für und wider .

Für eure Antworten im voraus schon herzlichen Dank.
Morpheus1978
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon sundevil » 06.09.2018, 07:59

V1 nehmen und dann später mal den Speicher nachrüsten, wenn der die hälfte oder weniger kostet
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon Bastel » 06.09.2018, 08:01

Hallo Morpheus, willkommen im Forum!

Ich kenne eigentlich niemanden, der Speicher verteufeln würde. Mir scheint eher, dass jeder sie toll findet :D Ich würde eher sagen, es gibt die Speicher-Romantiker, die möglichst viele Argumente vorbringen, warum man Speicher einbauen sollte (davon gibt es viele schöne, wie etwa dass es ein tolles Hobby ist, man mehr "grünen" Strom selbst verbrauchen kann und man im Idealfall ein bisschen vor Stromausfällen geschützt ist). Und die dann auch gern sagen "ob es sich rechnet oder nicht, ist irrelevant", also rein ideologisch argumentieren. Und dann gibt es die Speicher-Realisten, die Speicher auch toll finden und oft auch selbst einen haben (so wie ich), wohl wissend, dass die Teile heutzutage nicht wirtschaftlich sind, sondern eher Geld verbrauchen.

Die ganzen schönen Vor- und Nachteile kannst du eindrucksvoll hier genießen: speichersysteme-ongrid-netzparallel--f137/ab-wann-rentieren-sich-speicher--t125553.html

Kurz: Wenn es dir darum geht, in Zukunft weniger für den Strom zu bezahlen (das habe ich so aus deinem Beitrag herausgelesen), dann wäre die größere PV-Anlage ohne Speicher in jedem Fall die bessere Wahl. Zwar beziehst du damit wahrscheinlich etwas mehr Strom vom Netz, aber die Einspeisevergütung überkompensiert diesen Nachteil, selbst bei steigenden Strompreisen.

LG
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon duncan02 » 06.09.2018, 08:01

Willkommen im Forum,
Wie lautet eure PLZ? Im Raum Berlin zahlt man ca. 1100€/kWp ... also bei 20 kWp maximal 22 T€
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon budokan72 » 06.09.2018, 08:10

Hallo Morpheus1978,

ein Speicher kann sich tatsächlich lohnen. Allerdings muss man dafür die Rechnung sehen. Technisch sind die E3DC-Speicher gut, Preislich jedoch viel zu teuer. Der Speicherpreis ist einer der Schlüssel. Ebenso die Einspeisevergütung, Bezugsstrompreis, Bezugsstrompeisentwicklung (forecast), Verbrauchsgewohnheiten.

Auch wenn viele es gerne wollen und in selbstgstrickten Rechnungen schwelgen: Ein pauschales Speicher Ja/Nein kann es nicht geben.

Ein anderes Argument ist, ob man den eigenen Grünstrom auch abends nutzen will. Denn zugekaufter Ökostrom kostet auch viel Geld. Vielen ist auch die Unabhängigkeit wichtig und das Radieschen aus dem eigenen Garten darf dann auch was kosten. Spätestens dann ist sowieso jede monetäre Betrachtung hinfällig.
Sonnige Grüße

budokan72

13,9 kWp PV / 7,8 kWh Speicher / Elektroauto / Wärmepumpe.

Herstellerunabhängiges Datenlogging mit Speicherwirkungsgradanalyse: EVA-LOG flex (http://www.eva-log.de)
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon Morpheus1978 » 06.09.2018, 08:29

Hallo und danke schonmal für eure Antworten .

Ich sehe schon ich muss mehr Infos dazu geben damit es mehr sinn macht .

PLZ Gebiet ist 884XX

Der Speicherpreis liegt für 13KW bei 10500€ Netto also 807,70€/nettop per KW
Bezugsstrompreis aktuell WP Strom bei 0,26€ Haushaltsstrom 0,28€
Einspeisevergütung bei 10kWP 0,12€ bei grösser 10kWP 0,115€

Verbrauch aktuell mal geschätzt für WP 3000-3500 Kw/h pro Jahr , Haushaltstrom ca 2700-3500 Kw/h pro Jahr , genau kann ich das noch nicht abschätzen da wir erst seit April im Haus sind, kann auch weniger sein , mehr denk ich momentan eher nicht.
Familie mit 2 kleinen Kinder , Stromverbrauch unter Tags verteilt , Optimierung durch bezug von Eigenstrom ist möglich (Waschen unter Tags etc.)

Evtl. hilft das bei der Bewertung weiter .

Ich will ehrlich sein , ein Speicher reizt mich schon , jedoch will ich auch Finanzoptimiert sein und mich nicht verennen, zumal am ende des Hausbaus eh jeder cent zuviel ist.
Deshalb hoffe ich auf input durch Betreiber und enthusiasten beider Lager
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon sundevil » 06.09.2018, 08:57

Morpheus1978 hat geschrieben:Bezugsstrompreis aktuell WP Strom bei 0,26€ Haushaltsstrom 0,28€

Das ist aber heftig. Was für einen Zähler hast Du beim WP-Strom? beim "Eintarif" mit abschaltzeiten kann man meist auf Alternativanbieter wechseln.
Bei mir waren es dann 17.9 ct 8)

Wenn Dich der Speicher "so scharf macht", dann nimmt doch etwas auf baiss des Kostal Plenticore plus 10 und dazu erstmal die kleine BYD Battery-Box H 6.4
Da kannst Du die PV dann schön auf 70% auslegen und die 3kW DC-leistung zusätzlich nutzen
Mit 300W Modulen kannst Du dann dann 6,6kWp auf beide seiten legen also 13,2 kWp und solltest preislich bei <20k EUR netto landen.

Für Details wären belegungspläne /Dachfotos interessant
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon jodl » 06.09.2018, 09:05

budokan72 hat geschrieben:ein Speicher kann sich tatsächlich lohnen.


ja klar. und es kann tatsächlich auch im Juli schneien. es ist halt eher nicht ganz so wahrscheinlich.

budokan72 hat geschrieben: Allerdings muss man dafür die Rechnung sehen.

das ist Quatsch, ob ein Speicher sich lohnt oder nicht hängt nicht davon ab ob irgendjemand eine Rechnung sieht.

budokan72 hat geschrieben:Der Speicherpreis ist einer der Schlüssel. Ebenso die Einspeisevergütung, Bezugsstrompreis, Bezugsstrompeisentwicklung (forecast), Verbrauchsgewohnheiten.

das stimmt
für den üblichen Fall, Lage in Deutschland, und Netzanschluß vorhanden, kann man das sogar relativ passend schätzen.
Die Speicherpreise kannt man ja, die Einspeisevergütung ist fest, der Bezugsstrompreis bewegt sich in bekanntem Rahmen, usw.
und wenn man da jetzt nicht gerade utopische Annahmen voraussetzt, dann kommt halt zur Zeit immer heraus daß sich ein Speicher "finanziell" nicht lohnt

budokan72 hat geschrieben:Auch wenn viele es gerne wollen und in selbstgstrickten Rechnungen schwelgen: Ein pauschales Speicher Ja/Nein kann es nicht geben.


aber man kann es recht einfach ausrechnen wieviel Geld man da versenkt.
und mit diesem Wissen sollte man seine Investitionsentscheidung dann treffen
wer sich für 5.000 Euro eine Modelleisenbahnanlage kauft, der weiß ja auch daß er da keine Rentabilität erwarten kann, und genauso ist es zur Zeit mit einem Haus-Batteriespeicher.

budokan72 hat geschrieben:Ein anderes Argument ist, ob man den eigenen Grünstrom auch abends nutzen will. Denn zugekaufter Ökostrom kostet auch viel Geld. Vielen ist auch die Unabhängigkeit wichtig und das Radieschen aus dem eigenen Garten darf dann auch was kosten. Spätestens dann ist sowieso jede monetäre Betrachtung hinfällig.


das ist die übliche unsachliche Argumentation die vorgebracht wird wenn die sachlichen Argumente ausgehen, darauf kann man nicht sachlich antworten. (Totschlagargument)
beim Radieschen aus dem eigenen Garten könnte man noch argumentieren daß das besser oder gesünder wäre als eines aus dem Glashaus. Beim Strom sehe ich keine Möglichkeit für einen feststellbaren qualitativen Unterschied zwischen "eigenem Grünstrom" und "zugekauftem Ökostrom".
Und, so viel Geld wie eine kWh aus einem Heim-Batteriespeicher, kann "zugekaufter Ökostrom" garnicht kosten.
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon jodl » 06.09.2018, 09:32

Morpheus1978 hat geschrieben:Hallo und danke schonmal für eure Antworten .

Ich sehe schon ich muss mehr Infos dazu geben damit es mehr sinn macht .

PLZ Gebiet ist 884XX

Der Speicherpreis liegt für 13KW bei 10500€ Netto also 807,70€/nettop per KW
Bezugsstrompreis aktuell WP Strom bei 0,26€ Haushaltsstrom 0,28€
Einspeisevergütung bei 10kWP 0,12€ bei grösser 10kWP 0,115€

Verbrauch aktuell mal geschätzt für WP 3000-3500 Kw/h pro Jahr , Haushaltstrom ca 2700-3500 Kw/h pro Jahr , genau kann ich das noch nicht abschätzen da wir erst seit April im Haus sind, kann auch weniger sein , mehr denk ich momentan eher nicht.
Familie mit 2 kleinen Kinder , Stromverbrauch unter Tags verteilt , Optimierung durch bezug von Eigenstrom ist möglich (Waschen unter Tags etc.)

Evtl. hilft das bei der Bewertung weiter .


kurze überschlägige Berechnung:
Verbrauch ca. 7.000 kWh gesamt
Direktverbrauch ohne Speicher angenommen mit ca. 2.100 kWh
möglicher Direktverbrauch mit Speicher angenommen mit ca. 5.250 kWh
der Speicher bringt also eine Erhöhung des Direktverbrauchs um ca. 3.150 kWh

pro direkt verbrauchte kWh spart man sich den Bezug in Höhe von -rechnen wir mal mit 27 cent-.
pro durch den Speicher gewanderter kWh spart man sich auch diese 27 cent, dagegen sind anzusetzen die entgangene Einspeisevergütung und die unentgeltliche Wertabgabe. und das nicht für die aus dem Speicher entnommene Menge, sondern für die eingespeicherte Menge (Wirkungsgrad)
nehmen wir da mal 1,2 x (11,5 + 4,3 cent) = ca. 19 cent

der Speicher "spart" also 27 cent - 19 cent = 8 cent pro kWh
bei angenommenen 3.150 kWh pro Jahr sind das 252 Euro pro Jahr
bei 10.500 Euro Kosten dauert es 41,6 Jahre bis die Anschaffungskosten eingespart sind.

das kann man jetzt noch variieren, man kann Bezugspreissteigerungen einrechnen, usw.
am grundsätzlichen Ergebnis ändert das nichts.
wobei die obigen Annahmen m. E. eher optimistisch getroffen sind, durch die Wärmepumpe wird im Winter eh nichts zum Speichern übrig bleiben.

Morpheus1978 hat geschrieben:Ich will ehrlich sein , ein Speicher reizt mich schon , jedoch will ich auch Finanzoptimiert sein und mich nicht verennen, zumal am ende des Hausbaus eh jeder cent zuviel ist.


gerade unter diesem Aspekt kann es nur die Antwort geben, lass den Speicher (erst mal) weg, und mach die PV Anlage dafür optimal groß.
einen "finanzoptimierten" (= wirtschaftlichen) Speicher gibt es bei den derzeitigen Bedingungen nicht. Man bringt immer Geld mit.
jodl
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Re: Anlagenbewertung mit oder ohne Speicher wer kann helfen

Beitragvon budokan72 » 06.09.2018, 10:16

jodl hat geschrieben:
kurze überschlägige Berechnung:
Verbrauch ca. 7.000 kWh gesamt
Direktverbrauch ohne Speicher angenommen mit ca. 2.100 kWh
möglicher Direktverbrauch mit Speicher angenommen mit ca. 5.250 kWh
der Speicher bringt also eine Erhöhung des Direktverbrauchs um ca. 3.150 kWh

pro direkt verbrauchte kWh spart man sich den Bezug in Höhe von -rechnen wir mal mit 27 cent-.
pro durch den Speicher gewanderter kWh spart man sich auch diese 27 cent, dagegen sind anzusetzen die entgangene Einspeisevergütung und die unentgeltliche Wertabgabe. und das nicht für die aus dem Speicher entnommene Menge, sondern für die eingespeicherte Menge (Wirkungsgrad)
nehmen wir da mal 1,2 x (11,5 + 4,3 cent) = ca. 19 cent

der Speicher "spart" also 27 cent - 19 cent = 8 cent pro kWh
bei angenommenen 3.150 kWh pro Jahr sind das 252 Euro pro Jahr
bei 10.500 Euro Kosten dauert es 41,6 Jahre bis die Anschaffungskosten eingespart sind.

das kann man jetzt noch variieren, man kann Bezugspreissteigerungen einrechnen, usw.
am grundsätzlichen Ergebnis ändert das nichts.
wobei die obigen Annahmen m. E. eher optimistisch getroffen sind, durch die Wärmepumpe wird im Winter eh nichts zum Speichern übrig bleiben.

-> Eine mögliche Betrachtung, wenn auch lückenhaft.

Gleichzeitig möchte ich anmerken, dass Du, jodl, meiner Meinung entgegnest mit "das ist Quatsch, ob ein Speicher sich lohnt oder nicht hängt nicht davon ab ob irgendjemand eine Rechnung sieht.", im selben Atemzug jedoch deine eigene Rechnung eröffnest?
Ich glaube, Du meintest ich würde Papierrechnungen erwarten? Nein, dem ist nicht so. Ich erwarte eine Offenlegung der wirtschaftlichen Rechnung des TO.

Weiterhin möchte ich Dich, jodl, bitten meine Meinung nicht als "Quatsch" zu bezeichnen. Ein freundlicher Ton in einem Forum von Gleichgesinnten sollte schon sein, oder?
Sonnige Grüße

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