Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

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Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon JoachimK63 » 26.09.2018, 16:33

Hallo,
seit einem Jahr ist unsere PV in Betrieb.
Basierand auf Solaredge mit 2 Dachflächen Ost-West und 2 Hybrid-Wechselrichtern.
Dazu ein LG HV Speicher.
Das System läuft sehr gut, seit Anfang März hatten wir quasi keinen Zukauf mehr vom Versorger.
Ein Beispiel für einen guten PV-Tag sieht z.B. so aus:

2018-09-20.JPG


Fast optimale Einstrahlung und unser Energieverbrauch, der so zwischen 7...10 kWh liegt.
Die Eigenverbrauchsquote ist dementsprechend niedrig.
Daraus entstand der Gedanke (auch wegen Einzugsgebiet Stuttgart) ein kompaktes E-Auto anzuschaffen.
Grundsätzlich liegt hier folgender "Best-Case" Gedanke zugrunde:
- im Zeitraum März bis Oktober sollte häufig genug PV Energie zum Nachladen verfügbar sein.
- das E-Auto wird täglich 30km oder vereinzelt auch mehr bewegt. Dies sind mindestens 5 kW elektrische Energie.
- das E-Auto kommt meistens zur Mittagszeit wieder nach Hause.
- am späten Vormittag ist der Speicher wieder auf 100% geladen
- die Energie die Nachmittags zum grössten Teil eingespeist wird, soll zum Nachladen des Autos verwendet werden.
- einphasige Nachladung daheim mit max 16A (3600W) was etwa 2 Stunden dauern sollte (oder mehr)

Der Renault Zoe gefällt uns am besten und den haben wir letztes Wochenende mal zum Testen gehabt.
Es war der ZE40 mit dem grossen 40 kWh Speicher.
Nach einigen km Testfahrt haben wir dann am Samstagnachmittag eine Nachladung gemacht. 12 kWh waren laut Bordcomputer verbraucht.
Zu Beginn der Ladung kam noch genug Energie vom Dach, etwas später wurde dann der Speicher hinzu genommen und immer stärker belastet. Erst als der bei der Minimalgrenze angekommen war, wurde auf Netzbezug umgeschaltet, um die restliche fehlende Energiemenge hinein zu laden.
Im Diagramm sah das dann so aus:

2018-09-22.JPG


Sicherlich hätte ich da schon vorher von alleine draufkommen können, dass die Energieversorgung im Haus keinen Unterschied macht, ob ich nun den Herd einschalte und vom Hausspeicher speise oder ob ich längere Zeit 3600W zum Auto rüber ziehe.
Mir ist bekannt, dass es auf Dauer dem Hausspeicher schaden wird, wenn er jeden Tag auf diese Art leer gesaugt würde.

Daher nun die Frage an die Spezialisten hier, welche technischen Möglichkeiten es gibt, die Speicherentladung zu beeinflussen ?
Klar ist, dass es eine Erweiterung der Hausinstallation geben wird, sodass die Ladebuchse nicht auf irgendeiner 16A Sicherung
mitläuft, sondern eine eigene Absicherung hat.
Gibt es eine technische Möglichkeit den Stromfluss so zu steuern, dass der Strom entweder nur vom Dach oder direkt vom
Energieversorger kommen soll ?
Falls dies in keiner Weise möglich ist, dann hätte sich der Gedanke an ein E-Auto eigentlich schon von selbst erledigt.

Hat jemand schon Infos, wie die von SE auf der Intersolar vorgestellte Wallbox funktioniert bzw mit einer vorhandenen PV Anlage zusammen arbeitet ?

Wie eingangs beschrieben würde ich gerne das E-Auto so weit möglich mit selbst produziertem PV-Strom laden und ohne dabei den Hausspeicher zu belasten (oder nur kurzeitig als "Wolkenpuffer").
Gerade sehe ich dass bereits ein anderer Forumsteilnehmer einen ähnlichen Beitrag erstellt hat.
akkus-und-ladetechnik-f142/elektroauto-nur-bei-pv-produktion-laden-t126195.html

Aber da es bei mir um Solaredge mit Speicher geht, schliesse ich mich nicht dem bestehenden Beitrag an sondern starte einen Neuen.

Mir schweben beim Lademanagement 2 unterschiedlich anspruchsvolle Ideen vor.

1. Ladung ausschließlich mit PV-Strom, ergänzt durch Netzbezug vom Energieversorger.
Dies meint dass permanent mit 3,6 kW geladen wird und beim Durchzug von Wolken direkt auf Netzbezug zurück gegriffen wird um die fehlende Differenz zu 3,6 kW auszugleichen.
Dies soll ohne Zugriff auf den Speicher erfolgen, oder deutlich zeitlich begrenzt (wenige Minuten).

2. Ladung ausschließlich mit PV-Strom, aber ohne Netzbezug während der Tageszeit.
Hier steckt der Gedanke dahinter, dass meistens genug Zeit ist, auch zeitweise mit weniger als 16A zu laden.
Während der Tageszeit soll also nur der zur Verfügung stehende PV-Strom verwendet werden, der natürlich dann auch Schwankungen unterliegt. Wie wenig Strom das Lademanagement des Autos zulässt, ist ein anderes Thema.
Falls dann Abends noch nicht genug eingeladen wurde, kann immer noch mit Netzbezug nachgeladen werden.
Der Effekt dieses Vorgehens ist zu vermeiden, Nachmittags während einer Wolkenphase sofort einen teuren Netzbezug zu haben um dann später nach erfolgter Vollladung wieder für wenig Vergütung einzuspeisen.

Joachim
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Re: Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon eba » 26.09.2018, 16:52

1. Es macht überhaupt keinen Unterschied, ob der Strom ins eAuto geladen wird oder vom Herd. Das Laden auf 0 schadet den Akku nicht (dafür ist er ja da).
2. Es gibt mehrere Lösung am Markt, die mit einem Energiemesser am Netzpunkt arbeiten. Das goingelectric Forum ist da ergiebiger.

Ich habe meine Lösung von E3DC mit Wallbix ebenfalls von E3DC. Aber das Ganze steht und fällt mit der PV-Leistung.
Ich habe 28kWp, das reicht gerade mal. Wenn man unter 10kWp hat wird das Ganze schon sehr schwierig. Entweder großer Heimspeicher oder sehr kleines eAuto oder besser noch Pedelec.
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Re: Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon Pv50127 » 29.10.2018, 09:39

Moin.

Ich habe eine ähnliche Konstellation. PV mit 9,9 Kwp, Solaredge und LG Chem Resu 10H. Elektroauto ommt im November. Prinzipiell ist es egal wofür der Strom aus dem Speicher verbraucht wird, das ist schon richtig. Das Umfüllen aus einem Speicher in den anderen widerstrebt mir trotzdem. Als Lösungsansatz gibt es auch Wallboxen (go-echarger z.B.) die man leicht in der Ladeleistung anpassen kann, z.B. über App. D.h. nur soviel laden wie verfügbar ist. Ist dann allerdings ein manueller Prozess.

Verhindern kann man es allerdings schon, dass aus dem Speicher geladen wird. Bei mir ist es so, dass die Sesti Box eine eigene Sicherung hat. Schaltet man da aus, ist der Speicher noch an, es wird aber nicht mehr geladen oder entladen. Amit wäre auch bei vollem Speicher möglich, nur PV und Netzstrom zu verwenden.

Gruß

Jürgen
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Re: Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon JoachimK63 » 29.10.2018, 11:27

Hallo Jürgen,

genau so wie Du es schreibst, sehe ich das Umladen als unsinnig an. Ich erinnere mich an ältere Beiträge wo genau davor gewarnt wurde, wenn man viele Jahre Freude an seinem Speicher haben möchte.

Allerdings ist der manuelle Eingriff in das System für mich keine Option. Es bindet zu viele "Ressourcen" dass man ständig dran denken muss, den Akku zu deaktivieren und später wieder einzuschalten.

Was ich mir zu dem Ganzen vorstelle, wäre ziemlich komplex, quasi ein smartes System, welches intelligent auf verschiedene Zustände reagieren kann.
Z.B. den Speicher nicht komplett aus der Autoladung zu eliminieren, sondern zeitlich begrenzt einen Zuschuss zur PV Leistung zuzulassen, wenn gerade mal eine Wolke durch die Sonne durchzieht (damit z.B. nicht die Ladeelektronik voreilig von sich aus den Ladevorgang abbricht wegen zu geringer Ladeleistung).
Oder bei dauerhaft schwacher PV Leistung über einen einfachen Systembefehl entscheiden, ob eine verlangsamte Ladung ok ist, oder ob doch zügige Ladung stattfinden soll, dann mit Zukauf.
usw...

Joachim
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Re: Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon badenzer » 29.10.2018, 16:44

Hallo Joachim,

würde beim Nachladen ( mittags in das E-Auto ) immer einen Rest im Hausakku lassen, ca 5 kWh ( für die Nacht und ggf. darauffolgendem morgen, falls Schlechtwetter angekündigt ist). Ist zum Nachladen reichlich Zeit, dann auch mal mit niedrigem Ladestrom einige Stunden laden, bei schlechtem Wetter auch mal darauf verzichten. Problemloser ist natürlich eine automatische Steuerung der Ladeenergie, wenn Überschuss besteht. Diese Automatik hat allerdings seinen Preis.

Wir, meine Frau und ich, gehen einmal die Woche ins Kaufland Pforzheim, laden unseren Ioniq voll und kaufen währenddessen ein. Dank kostenlosem CCS- Schnellader klappt das super. Reicht ca. 70% aller Fahrten. der Rest wird zu hause geladen.

Im Raum Stuttgart gibt es einige Kaufland und Aldi mit kostenlosem Schnellader, fairerweise beim Laden einkaufen. Schaue nach im goingelectric.

Der Ioniq gehört meiner Frau. Sie fährt so gerne damit, dass sie mich nicht fahren lässt. Laden darf ich aber ... :evil:

Freundlicher Gruss vom Badenzer
50 Suntech STP245S = 12,25 kWp; Power-One 12,5; Ausrichtung +84 Grad; DN 38 Grad; EV; IB 3/12
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Re: Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon eba » 29.10.2018, 19:49

Wir haben doch ein saisonales Problem mit dem Speicher. 4 Monate im Jahr (Mai-August) wird der Speicher über Nacht einfach nicht leer, manche haben sogar das Problem die Überschussleistung > 60%bzw.70% überhaupt noch in den Speicher geladen zu bekommen und diesen über Nacht wieder zu leeren. Da macht es Sinn, den Speicher über das eAuto zu entladen, Problem? Der Speicher ist meist zu klein um ein vernünftiges eAuto zu laden.
4 Monate in der Übergangszeit (März/April und Sept/Okt) stehen noch reichlich PV-Ertrag zur Verfügung aber das eAuto kommt erst nach Hause, wenn es schon Dunkel ist. Aber dann reicht der Akku nicht durch die Nacht.
4 Monate im Winter (Nov.-Feb) da reicht der Ertrag kaum um den Hausbedarf zu decken, da bleibt kaum was für den Speicher übrig.
Lösung: der Speicher muss einfach größer werden. Heute liegen die Speicherkosten bei €300/kWh je größer um so günstiger sind auch die relativen Nebenkosten für Hardware/Installation etc.
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Re: Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon Roland81 » 29.10.2018, 20:01

JoachimK63:
Was du suchst kann z.B. openWB.
Grundsätzlich hört sich von einem Speicher in den anderen Laden erstmal blöd an. Aber, bei höheren Entladeleistungen wird der Wirkungsgrad besser. D.h. wenn man die Verluste berücksichtigt ist es sinnvoller den Speicher mit dem EAuto mit 3,7 kW zu enttladen, als stundenlang den 200W Hausverbrauch zu decken...ja ich krieg dabei komischerweise auch Schmerzen ;)
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Re: Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon eba » 29.10.2018, 20:04

Roland81 hat geschrieben:JoachimK63:
Was du suchst kann z.B. openWB.
Grundsätzlich hört sich von einem Speicher in den anderen Laden erstmal blöd an. Aber, bei höheren Entladeleistungen wird der Wirkungsgrad besser. D.h. wenn man die Verluste berücksichtigt ist es sinnvoller den Speicher mit dem EAuto mit 3,7 kW zu enttladen, als stundenlang den 200W Hausverbrauch zu decken...ja ich krieg dabei komischerweise auch Schmerzen ;)

Die ersten WR/Speicher Hersteller arbeiten schon an einem HV DC/DC Wandler um das eAuto direkt per DC laden zu können.
Da werden wir im kommenden Jahr schon die ersten Lösungen sehen.
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Re: Solaredge mit Speicher und Lademanagement E-Auto

Beitragvon Roland81 » 29.10.2018, 20:08

Kannst du mehr Details bekanntgeben?
Was sollte man denn für Kabel vom WR zum Ladeplatz hierfür vorsehen?
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