Bleivergiftung?

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Re: Bleivergiftung?

Beitragvon pvx » 04.03.2018, 12:57

Hi e-zepp,

wenn Du Angst vor saurem Matsch hast, nimm ungebundene Mineral- oder Glaswolle. Gibt's zum Stopfen. Die saugt sich dann mit Säurenebel voll, bis sie tropft - ohne Matsch aber Baatz.
Ich empfehle Mineral- oder Glaswolle weil sie das Gas durchlässt aber Staub von außen und Säurenebel von innen zurückhält. Die kann beim Laden drauf bleiben, eine gasdichte Abdeckung nicht.
Im Elektrolyten wird man kaum Chlorid finden, wenn der Akku seit der Verunreinigung geladen wurde. Es ist anzunehmen
(Hypothese), dass es sich währenddessen als Salzsäuregas und/oder Chlorgas verflüchtigt hat bzw. mit dem Knallgas zusammen ausgetrieben wurde.
Wenn es die Elektroden angegriffen hat ist das eh irreparabel, aber noch kein Totalschaden. - Auch eine Rostlaube fährt :mrgreen: bis sie bricht oder durch den TÜV muss. :(
Elektrolytwechsel und Spülen wird nichts bringen (Hypothese).
"Einen zusätzlichen Luftfilter am Kanister halte ich deswegen für grundsätzlich gut aber nicht mehr zwingend notwendig." Ich schon, weil der Luftaustausch durch Luftdruckänderung, Bewegung, Temperaturschwankungen erfolgt und die Aquamatik nicht absolut dicht ist. Wenn sie dicht wäre würde das rauslaufende Wasser einen Unterdruck bilden und kein Wasser mehr nachlaufen. Deshalb zwingend Luftloch mit Filter.
Ohne Witz jetzt: Kieselsäure in 40% Schefelsäure wird Sand. Chemisch: Kieselsäureanhydrid = Siliziumdioxid = Quarz.
Jetzt wieder Witz: Ich hätte nicht gedacht, dass Dir die Aussicht auf einen aufgelösten Bikini nichts sagt. :mrgreen: So kann sich der Theoretiker täuschen. Deshab folgt der Hypothese möglichst der Versuch. :mrgreen:
Das Problem ist nicht die Kieselsäure (<1%) sondern der Pflanzenstaub(>99%). Die organische Substanz reagiert zu Matsch - eher als Melaminharz s. o.. Der stinkt vermutlich. Probier's statt rumzutheoretisieren. :mrgreen:
Wissen schafft man durch praktische Prüfung von theoretisch erzeugten Annahmen. :juggle:

Freundliche Grüße
pvx

PS " Aquamatiksystem (nicht EUW :wink: ) " Ja, brav, so ist es lieb :mrgreen: und hat Stil.
Das hatte ich auch gemeint. :danke:
pvx
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Re: Bleivergiftung?

Beitragvon e-zepp » 04.03.2018, 21:42

Okay @pvx, ich werde es dann mal entgegen Deiner Empfehlung mit einem PE-Filtervlies versuchen :D
(ist genug da, bröselt nicht rum, für Messungen leicht abnehmbar und ist bis 40%ige H2SO4/40°C gut säurebeständig )
und damit den Trog komplett abdecken (unten mal ein Bildchen wie so ein "offener" EStapler ausschaut)
Obwohl der Kanister zukünftig bei einer Befüllung draußen bzw. nicht mehr in selbiger Halle steht werde ich ihm einen
Luftfilter für die Zuluft spendieren (sollte vielleicht prophylaktisch auf all diese Füllbehälter montiert werden!)
Dass bei einem Kanister Luft nachströmen muss musst Du mir nicht wirklich erklären.
Alternativ könnte man das Füllwasser auch in Folienbeuteln bevorraten, dann geht`s auch ganz ohne :wink:
Wenn sich das evt. eingebrachte Chlorid durch Ladung als Cl- bzw HCl-Gas verflüchtigt und keine weitere Verunreinigung
durch Staub jedwelcher Art (auch kein organischer) mehr stattfindet sollte der Akku dann also wieder zu stinken aufhören.
Richtig?

e-zepp
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Re: Bleivergiftung?

Beitragvon stromdachs » 05.03.2018, 00:13

e-zepp hat geschrieben:... tja, auf das tatsächliche Verhalten der Akkubesitzer hat man halt leider wenig Einfluss wie Du ja weißt :)
Meine damalige "Bedienungsanleitung" zum gebrauchten Akku waren klar und deutlich. Der "Betrieb" dort ist mehr
ein kleines Forschungsobjekt als eine richtige Produktion. Gefragt oder gerufen wird man halt erst wenn`s Probleme gibt.

Hallo e-zepp, das war keinesfalls abwertend oder gar "sarkastisch" gemeint, wenn ich schrieb: "Das hätte ich ...usw."
Dafür hast Du mir zu viele gute Hinweise zur Rettung meines Akkus gegeben - er ist immer noch in der "Erholungsphase" und Ende März werde ich das endgültige Ergebnis bekanntgeben - also, ich war nur sehr überrascht! (Das Dir so was passiert)
Du hast das geklärt, alles klaro!

Hab eben im Net nachgeschaut, auf suche "Verschlossene Staplerakkus" kommt nur ....Fehlanzeige! (Müll eben)
Hast Du schon mal an ausgesonderte LiXX von E-Mobilen gedacht? Habe ich auch schon gesucht, der Schrott ist immer noch zu teuer!
Nun kommt was ganz "Exotisches".....ein (kleiner) Stapler mit Dieselmotor! Das hat nun grade mal nichts mit dem neuestem Urteil zu tun, der fährt ja aber auch nicht auf der Straße rum!
Ok. alles keine große Hilfe.....???
e-zepp hat geschrieben:Wenn sich das evt. eingebrachte Chlorid durch Ladung als Cl- bzw HCl-Gas verflüchtigt und keine weitere Verunreinigung
durch Staub jedwelcher Art (auch kein organischer) mehr stattfindet sollte der Akku dann also wieder zu stinken aufhören.
Richtig?

Vor ca. 3 Jahren hatte ich gewarnt, Aquariumschläuche für eine EUW in die Batterie einzubringen. Die Batterie fing wie wild zu gasen an, an den Geruch kann ich mich nicht mehr recht erinnern. Die PVC-Schläuche habe sofort entfernt.....nach paar Tagen war wieder alles i.O., das macht Hoffnung!
Luftfilter.....es gibt ganz tolle Luftfilter, denk da bloß an die Elektronikindustrie, dazu müßte der Akku in einem ansonsten luftdichtem Behälter sein....
Mit ein bissel Filterwolle wird es wohl nicht abgehen. Zu trocken das Ganze.
Nassluftfilter sind solche, die ölgetränkte Stahlwolle innehaben, am Öl bleibt allerhand Dreck, selbst der feine Feinstaub, haften und man kann sie auswaschen, mit Öl benetzen und wiederverwenden....
An dem "ansonsten luftdichtem Behälter " wird es wohl nicht scheitern....

Geholfen?
Gruß Claus
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Re: Bleivergiftung?

Beitragvon pvx » 05.03.2018, 11:45

Hi e-zepp,

einen Luftfilter für die Zuluft sollte man prophylaktisch all diesen Füllbehältern spendieren. Bingo :!:

Ob das hydrophobe PE-Vlies die Säure aus den Säurenebeln aufsaugt, wirst Du sehen. Du kannst es ja ganz praktisch ausprobieren. :) Ich weiß es - theoretisch :) .

Auch wenn sich das Chlorid durch Ladung als Cl2- bzw HCl-Gas verflüchtigt hat und künftig keine weitere Verunreinigung
durch Staub jedwelcher Art (auch kein organischer) mehr stattfindet, wird der Akku wahrscheinlich nicht aufhören zu stinken weil die Stinkstoffe nachhaltig stinken und nicht zerstört oder abgeblasen werden.

Wie Du feststellen konntest hat der alte Akku viele Jahre einigermaßen funktioniert obwohl er nicht regelmäßig voll geladen und so gehalten wurde. So wird es weitergehen. :) Blei macht träge. Auf Wiederstinken. :D

Freundliche Grüße
pvx
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Re: Bleivergiftung?

Beitragvon pvx » 05.03.2018, 12:13

Hi Claus,

Du schreibst: "Mit ein bissel Filterwolle wird es wohl nicht abgehen. Zu trocken das Ganze." Ganz meine Meinung. Deshalb empfahl ich hydrophile Glas- oder Mineralfaser. Die wird durch den Säurenebel angefeuchtet und bleibt wegen der Schwefelsäurespuren feucht. :) Wolle wird zersetzt.
Und wenn man Stahlwolle nimmt, löst die Säure den Stahl zu Eisensalzlösung auf. Kommen Spuren davon in den Akku, z.B. beim Draufschrauben der Stopfen nach SD-Messung, vergiftet Eisensalz die Elektroden. :(
Außerdem hat man damit ein ständiges Kurzschlussrisiko mit Aufglühen der Stahlwolle und Entzündung des Öls darauf. :shock:

Ob Deine Aquarienschläuche wirklich aus PVC waren, bezweifle ich. Separatoren wurden aus PVC gemacht. Ich habe 50 Jahre alte gesehen, die nicht aufgelöst waren. Vermutlich sind aus Deinen Schläuchen Weichmacher in den Elektrolyten übergetreten.

Freundliche Grüße
pvx
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Re: Bleivergiftung?

Beitragvon stromdachs » 05.03.2018, 12:20

pvx hat geschrieben:Deshalb empfahl ich hydrophile Glas- oder Mineralfaser.

Alles klar!
pvx hat geschrieben:Vermutlich sind aus Deinen Schläuchen Weichmacher in den Elektrolyten übergetreten.

Das ist auch möglich. Die waren jedenfalls richtig klebrig geworden. Hab sie deshalb schnell entfernt. Die Sache mit dem Gasen war kurze Zeit später wieder vorbei.
Gruß Claus
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Re: Bleivergiftung?

Beitragvon pvx » 05.03.2018, 12:39

Ja, gut reagiert :D , Claus.

Freundliche Grüße
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