Mit welcher Spannung speist ein Wechselrichter ein?

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Mit welcher Spannung speist ein Wechselrichter ein?

Beitragvon boese » 09.02.2008, 16:23

Da ich mich technisch gerade in die Nesseln gesetzt habe, möchte ich an die Spezialisten einmal eine Frage richten, die nichts mit der Auslegung einer PV-Anlage zu tun hat:

Speist ein Wechselrichter mit exakt derselben Spannung ins Netz ein, mit der die Versorgungsspannung des EVU angeliefert wird - also z.B. mit 230V? Oder ist die vom WR eingespeiste Spannung geringfügig höher als die Versorgungsspannung des EVU - also z.B. Versorgungsspannung des EVU: 230V, Einspeisespannung des WR: 231V? Ich bin bislang immer davon ausgegangen, dass Strom nur von einem Punkt höherer Spannung zu einem Punkt niedrigerer Spannung fließt und demzufolge der WR eigentlich mit einer etwas höheren Spannung als der Versorgungsspannung einspeisen müsste, damit Strom ins Netz abgeführt werden kann. Klärt mich mal bitte auf ...
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Beitragvon Wiese » 09.02.2008, 16:30

Hallo Boese

um die Frage zu beantworten muss man kein Spezielist sein. Das weiß sogar ich, und Du hast Dir die Antwort ja schon selbst gegeben.
Der WR erhöht die Spannung um wenige Volt. Das Netz hat ja nur einen geringen Widerstand. Dieser, und der Widerstand des Kabels bis zum Zähler muss überwunden werden.
Vieviel Volt das sind weiß bestimmt auch noch einer.

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Beitragvon boese » 09.02.2008, 16:42

Ich habe genau dies in einem anderen thread geschrieben ( http://www.photovoltaikforum.com/ftopic11398.html ), was Xam Ralos allerdings mit einem ziemlich rüden "bullshit" quittiert hat. Deshalb frage ich nach ...
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Beitragvon dabo » 09.02.2008, 16:55

Der WR speist genau mit Netzspannung (gemessen am WR-Anschluß) ein.

Wenn aufgrund des WR-Stromes die Netzspannung erhöht wird, ist sie halt höher, aber immer noch die Netzspannung am Wechselrichter.

Kann natürlich woanders im Netz eine andere Netzspannung vorliegen.

Der WR speist keine Spannung in das Netz, sondern einen Strom bei vorliegender Spannung.

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Beitragvon Wiese » 09.02.2008, 17:00

wo hast Du denn das gelernt?

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Beitragvon dabo » 09.02.2008, 17:02

Falls ich gemeint war:

In der Schule, Knoten- und Maschen-Regeln.

MfG
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Beitragvon Wiese » 09.02.2008, 17:54

Hallo dabo und auch die Anderen.

Strom fließt von a nach b nur, wenn die Spannung an a höher ist als an b.

Wenn ein WR die Spannung nicht erhöhen würde, wie kommt dann dieses Problem zustande?

http://www.sfv.de/lokal/mails/wvf/ueberspa.htm

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Beitragvon phenning » 09.02.2008, 18:25

Oh Leute, es lebe die theoretische Physik.

Stromfluss ist volkommen unabhängig von Spannung - die Spannung ist nur dann vorhanden, wenn der Strom einen Widerstand durchfließt. In Supraleitern ist dies wegen des verschwindenden Widerstandes eben nicht der Fall. Ströme können in Supraleitern fließen, ohne dass auch nur ein Mikrovolt Spannung zu messen ist.

dabo hat Recht. Aber Xam Ralos hat es wohl auch nicht ganz verstanden...

Wenn Du nämlich die Spannung am Hausanschlusspiunkt misst, muss diese niedriger sein, als am Ausgang des Wechselrichters. Denn der Strom fließt durch den Widerstand des Einspeisekabels. Und solange ihr keine supraleitenden Kabel verwendet, macht das eben etwas aus...
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Beitragvon dabo » 09.02.2008, 19:03

Hallo Wiese,

im Allgemeinen hat Du Recht. Aber im Speziellen nicht.

Weil die üblichen Leitungen einen Widerstand haben.
Über diesem Widerstand fällt bei fließendem Strom eine Spannung (Potentialdifferenz) ab.

So ungefähr, vereinfacht : U = I x R.

Dann ist die Netzspannung am WR, wenn er Strom liefert, in der Regel um eben diesen Strom- und Widerstands-abhängigen Wert gegenüber einem anderen Punkt in der Leitung höher.

Wäre der Widerstand der Leitung 0, so würde keine Spannung über dem Leiter auftreten, obwohl Strom fließt.

Deswegen hätten auch viele gerne Supraleiter (haben exakt 0 Ohm) eingesetzt. Obwohl Ströme in beliebige Richtungen (Verbraucher / Erzeuger / Verbaucher) fließen, wäre die Spannung überall gleich, egal wo, und die Leitungsverluste auch 0.

Da wir aber Kupfer, Alu, ..., als Leiter bei handsamen Temperaturen verwenden, folgt für die Spannungserhöhung am Punkt WR gegenüber einem anderen Leitungpunkt :

U = I x R

Die Verluste in diesem Leitungsstück sind dann:

P = I² x R, und die hätten wir gerne minimiert.

z. B. lokale Netzspannung am Zählerkasten/Einspeisepunkt 230 Volt. Strom des WR bei ca. 5 kWatt Einspeiseleistung: 21,7 Ampere. Bei Widerstand der Leitung von 0,1 Ohm ist die lokale Netzspannung am WR um 2,17 Volt höher, beträgt also 232,17V.
Bei 500 Watt WR Leistung sind es dann nur 230,217 Volt.
Wenn dann noch der Leitungswiderstand 0,01 Ohm beträgt sind es 500 Watt : 230,022 Volt oder 5 kWatt : 230,217 Volt.

Bei 0 Ohm sind es am WR immer auch 230 Volt. Und es fließt Strom satt.

Die Höhe der Netzspannung ist ein relativer Begriff, sie hängt immer vom Ort der Messung ab.

MfG
Manfred

Der im Moment schwer die Rüsselseuche hat, und schon nicht mehr ganz durchblickt. :oops: Pünktlich zum Wochenende. Sorry für die unverständliche Ausdrucksweise.

Edit : Aufgrund meiner Langsamkeit eine Dublette, siehe phenning.
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Beitragvon Boelckmoeller3 » 09.02.2008, 19:41

@dabo

Hallo, habe das sehr interessiert mitverfolgt und verstehe nicht ganz. Zunächst schreibst Du "Nein" mit dem Verweis auf Knoten und Maschen und jetzt dreht der Wind 180° ?
Deine letzte Erklärung war absolut zutreffend, deine erste trug eher zur Verunsicherung bei.
Es ist nunmal so, um einen Strom durch einen Widerstand zu treiben, wird eine Spannung benötigt und um genau deren Betrag liegt die Spannung am WR höher als am Zähler.
Wenn ich nur hochohmig messe ohne einen nennenswerten Stromfluss, habe ich annähernd die gleiche Spannung.

Viele Grüße:

Klaus
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