Hallo Wiese,
im Allgemeinen hat Du Recht. Aber im Speziellen nicht.
Weil die üblichen Leitungen einen Widerstand haben.
Über diesem Widerstand fällt bei fließendem Strom eine Spannung (Potentialdifferenz) ab.
So ungefähr, vereinfacht : U = I x R.
Dann ist die Netzspannung am WR, wenn er Strom liefert, in der Regel um eben diesen Strom- und Widerstands-abhängigen Wert gegenüber einem anderen Punkt in der Leitung höher.
Wäre der Widerstand der Leitung 0, so würde keine Spannung über dem Leiter auftreten, obwohl Strom fließt.
Deswegen hätten auch viele gerne Supraleiter (haben exakt 0 Ohm) eingesetzt. Obwohl Ströme in beliebige Richtungen (Verbraucher / Erzeuger / Verbaucher) fließen, wäre die Spannung überall gleich, egal wo, und die Leitungsverluste auch 0.
Da wir aber Kupfer, Alu, ..., als Leiter bei handsamen Temperaturen verwenden, folgt für die Spannungserhöhung am Punkt WR gegenüber einem anderen Leitungpunkt :
U = I x R
Die Verluste in diesem Leitungsstück sind dann:
P = I² x R, und die hätten wir gerne minimiert.
z. B. lokale Netzspannung am Zählerkasten/Einspeisepunkt 230 Volt. Strom des WR bei ca. 5 kWatt Einspeiseleistung: 21,7 Ampere. Bei Widerstand der Leitung von 0,1 Ohm ist die lokale Netzspannung am WR um 2,17 Volt höher, beträgt also 232,17V.
Bei 500 Watt WR Leistung sind es dann nur 230,217 Volt.
Wenn dann noch der Leitungswiderstand 0,01 Ohm beträgt sind es 500 Watt : 230,022 Volt oder 5 kWatt : 230,217 Volt.
Bei 0 Ohm sind es am WR immer auch 230 Volt. Und es fließt Strom satt.
Die Höhe der Netzspannung ist ein relativer Begriff, sie hängt immer vom Ort der Messung ab.
MfG
Manfred
Der im Moment schwer die Rüsselseuche hat, und schon nicht mehr ganz durchblickt.

Pünktlich zum Wochenende. Sorry für die unverständliche Ausdrucksweise.
Edit : Aufgrund meiner Langsamkeit eine Dublette, siehe
phenning.