Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

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Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon ilfer » 16.01.2012, 18:03

Hallo zusammen,

ich möchte in diesem Jahr eine zweite PV-Anlage ans Netz nehmen. Unabhängig von der Anlagenplanung im entsprechenden Forumsbereich möchte ich mich hier über die Zähler-Geschichte informieren. In meinem Keller hängt ein 3fach Zählerschrank:

Aktuelle Bestückung:
Platz 1: Haushalts-Stromzähler von EnBW (Strom wird von Drittanbieter bezogen)
Platz 2: Wärmepumpen-Stromzähler (HT/NT) von EnBW (Wärmetarif von EnBW)
Platz 3: Photovoltaikzähler (gehört mir) mit Rundsteuerempfänger huckepack (aktuell Volleinspeisung)

Nun möchte ich 2012 eine zweite Anlage mit ca. 3 kWp ans Netz nehmen.
Außerdem spätestens ab nächstem Jahr auf teilweisen PV-Eigenverbrauch umsteigen, den Wärmepumpentarif kündigen und die Wärmepumpe komplett mit PV, bzw. Ökostrom vom Drittanbieter zum normalen Tarif betreiben.

Wie sieht die optimale Konfiguration aus?
Brauche ich für die neue Anlage einen zweiten Stromzähler?
Ist es sinnvoll, bzw. steuerlich notwendig o.Ä., dass ich nur die zweite Anlage mit Eigenverbrauch betreibe und komplett eigenem Zählwerk?
Brauche ich für eine Eigenverbrauchs-Anlage einen oder zwei Zählerplätze?
Oder kann ich die 2009er und die 2012er Anlage gemeinsam über einen Eigenverbrauchszähler laufen lassen?
Muss ich gleich den Wärmepumpen-Zähler deinstallieren lassen, um genug Platz im Schrank zu haben?
Fragen über Fragen!!!

Ich hoffe Ihr könnt mein Dunkel erhellen :-)
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Re: Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon ilfer » 18.01.2012, 10:24

Weiß dazu keiner was? Das bin ich in diesem ansonsten so kompetenten Forum ja gar nicht gewohnt... :wink:
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Re: Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon eggis » 18.01.2012, 11:23

Moin ilfer,

ich versuch´s mal.
ilfer hat geschrieben:Wie sieht die optimale Konfiguration aus?
Brauche ich für die neue Anlage einen zweiten Stromzähler?

Einen zweiten PV-Zähler brauchst du nicht, wenn du mit der neuen Anlage voll einspeist. Der Ertrag wird dann einfach im Verhältnis der Generatorleistung aufgeteilt. Durch den Eigenverbrauch verkompliziert sich die Sache.

Du benötigst für die Erweiterung einen neuen PV-Zähler. Evtl. gibt es einen Zähler mit zwei Zählwerken gegen den du deinen bisherigen PV-Zähler austauschen kannst. Leider habe ich keine Ahnung, ob es so etwas gibt. :?

Der bisherige Bezugszähler wird gegen einen Zweirichtungszähler ausgetauscht.
ilfer hat geschrieben:Oder kann ich die 2009er und die 2012er Anlage gemeinsam über einen Eigenverbrauchszähler laufen lassen?

Da 2009 auch schon Eigenverbrauch möglich war, kann du dir Zähler sparen, wenn du diese auch auf Eigenverbrauch umstellst.
Beide Anlagen laufen über einen PV-Zähler und der Eigenverbrauch wird über den getauschten Bezugszähler (neuer Zweirichtungszähler) errechnet. Es wird zwar etwas komplizierter, da du die Erträge (auch den Eigenverbrauch immer im Verhältnis der Anlagenteil errechnen musst. Unmöglich ist es aber nicht.
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Re: Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon ilfer » 18.01.2012, 11:29

Prima, danke schonmal eggis!

Wenn ich die alte Anlage auch auf Eigenverbrauch umstelle, reduziert sich natürlich der prozentuale Anteil am Gesamt-Eigenverbrauch, ich werde also mit der neuen Anlage schwerlich auf über 30% kommen, und damit weniger für die eigenverbrauchte kWh bekommen. Andererseits wärs vermutlich weniger Zählerkuddelmuddel, oder?

Wie ist das mit dem einphasigen Einspeisen, von dem ich hier schon gelesen haben... irgendein Problem, durch das man weniger eigenverbraucht als man eigentlich könnte?!?
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Re: Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon eggis » 18.01.2012, 12:04

ilfer hat geschrieben:ich werde also mit der neuen Anlage schwerlich auf über 30% kommen,

Denkst du auch daran, dass nur der Eigenverbrauch über 30% höher vergütet wird? Der Eigenverbrauch unter 30% wird immer "normal" vergütet, auch wenn du auf 40% kommen würdest. Wenn du beide Anlagen auf EV umstellst, wird zumindest dein Strombezug weiter abnehmen.
ilfer hat geschrieben:Wie ist das mit dem einphasigen Einspeisen, von dem ich hier schon gelesen haben... irgendein Problem, durch das man weniger eigenverbraucht als man eigentlich könnte?!?

Das ist Quatsch. Die Zähler sollten phasensadierend sein und Bezug und Einspeisung auf verschiedenen Phasen aufrechnen können.
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Re: Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon ilfer » 18.01.2012, 12:39

AH! Danke für den Hinweis. Ich dachte, ab 30% gibts für alles mehr. Wär ja auch irgendwie fies... ;-)

Die Zähler muss ich vom Netzbetreiber beziehen, richtig?

Und dann noch ne Frage zu dieser 70%-Regelung die seit diesem Jahr neu ist.
Wenn meine Module 3,08 kWp haben, dann darf mein Wechselrichter nur 2,156 kWp Nennleistung oder Maximalleistung haben?
Oder ich lass vom Netzbetreiber einen Rundsteuerempfänger montieren, der das dann begrenzt. Richtig?
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Re: Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon eggis » 18.01.2012, 12:54

ilfer hat geschrieben:Die Zähler muss ich vom Netzbetreiber beziehen, richtig?

Den Zweirichtungszähler stellt dein Messstellen- oder Netzbetreiber. Den PV-Zähler darfst du selber stellen.
Es gäbe noch die Möglichkeit anstatt mit einem Zweirichtungszähler zu arbeiten, zwei Zähler zu verwenden, die in Reihe geschaltet sind. Der Zähler der der Einspeisung misst, darf dann auch von dir gestellt werden und nur der Bezugszähler wird von Messtellenbetreiber gestellt.
ilfer hat geschrieben:Und dann noch ne Frage zu dieser 70%-Regelung die seit diesem Jahr neu ist.
Wenn meine Module 3,08 kWp haben, dann darf mein Wechselrichter nur 2,156 kWp Nennleistung oder Maximalleistung haben?
Oder ich lass vom Netzbetreiber einen Rundsteuerempfänger montieren, der das dann begrenzt. Richtig?

Dieses Sch**** Thema. :evil:
Du musst bei der 70%-Regelung dafür Sorge tragen, dass am Netzverküpfungspunkt (hinter dem Zähler) nicht mehr als 70% der Modulnennleistung eingespeist wird. Hier gibt es noch keine andere Möglichkeit als den WR entsprechend zu dimensionieren, da dun nicht sicherstellen kannst, dass du genau zum Zeitpunkt hoher Leistung auch einen entsprechend hohen Eigenverbrauch hast. Die Möglichkeit des Rundsteuerempfängers bietet sich auch an. Die Frage ist, ob dieser zu vertretbaren Kosten gestellt werden kann. Du solltest dann einen Kostenvergleich anstellen. Mit der 70% Regel verlierst du ca. 5% der Ertrages also in 20 Jahren einen etwa Jahresertrag, wo hingegen es äußerst unwahrscheinlich ist, dass eine 3kWp-Anlage zur Netzstabilisierung gedrosselt wird. Der Effekt ist hier gleich NULL.
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Beitragvon ilfer » 18.01.2012, 13:30

Ja, Sch****-Thema... !
Also meinste es wäre besser die Lösung mit dem Rundsteuerempfänger zu wählen, wenn das nicht zu teuer ist von Seiten des Netzbetreibers?
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Re: Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon eggis » 18.01.2012, 18:08

ilfer hat geschrieben:Ja, Sch****-Thema... !
Also meinste es wäre besser die Lösung mit dem Rundsteuerempfänger zu wählen, wenn das nicht zu teuer ist von Seiten des Netzbetreibers?

Bei 3 kWp und 1000kWh/kWp zu 24,42 ct/kWh verlierst du über die 70% Regel ca. 700€ in 20 Jahren. Durch Eigenverbrauch und den zu erwartenden Strompreisteigerungen in den nächsten Jahren wird es wohl noch etwas mehr werden.
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Re: Zweite Anlage, Eigenverbrauch, Zähler, etc

Beitragvon ilfer » 18.01.2012, 18:10

Also wenn das Rundsteuerding in 20 Jahren unter 500 Euro kostet, wärs auf jeden Fall zu nehmen, statt der WR-Drosselung. Oder?
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