EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbeiten!

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EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbeiten!

Beitragvon Holzmichl » 20.01.2012, 17:35

Hallo,

bin sticksauer auf mein EVU - die LEW.
Ich habe am 5.September mit meinem Solateur die PV-Anmeldung ausgefüllt und diese wurde von ihm am 06.September per Fax an die LEW geschickt. Die Freigabe kam erst nach mehreren Beschwerden gestern bei meinem Solateur und heute bei mir an. 20. Januar, also fast 20 Wochen später !!!!

In den ersten Wochen habe ich immer wieder mal bei meinem Solateur angerufen, ob er den schon eine Rückmeldung erhalten hat, aber nein, dass das ne zeitlang dauert war uns klar. Nachdem es dann schon Ende November wurde begannen wir abwechselnd nachzufragen wo den nun die Freigabe mit der Zuweisung des nächst-günstigsten Netzverknüpfungspunktes bleibt (da ich bereits 30kW am laufen habe, benötige ich diesen laut EVU). Wir wurden jedoch beide immer wieder vertröstet, weil der zuständige Sachbearbeiter entweder nicht da oder im Außendienst war, frei hatte oder aus irgendwelchen anderen Gründen nicht erreichbar war. Immer mit der Aussage: "Er wird sich bei Ihnen melden."
Nun ist das Jahr 2011 um und die 28,74 ct/kWh sind auch Geschichte.

Daher meine Frage an euch:
Habe ich hier irgendwelche rechtlichen Möglichkeiten, dass mir die LEW die verlorene Einspeisevergütung entschädigt? Denn es ist ja immerhin deren alleiniges verschulden. Wäre eine normale Bearbeitungszeit von 4-8 Wochen eingehalten worden, hätten wir die Anlage noch locker installieren und ans Netz bringen können.

Vorallem das ich jetzt von dem LEW-Mitarbeiter der die Berechnung gemacht hat, erfahren habe, dass er diese bereits im Oktober bearbeitet und weitergeleitet hat, sie also beim für die Anschreiben zuständigen Sachbearbeiter auf dem Schreibtisch verstaubte, während ich Tag für Tag darauf wartete, schlug dem Fass den Boden aus.

Danke für jede Rückmeldung.

Gruß
Peter
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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon bskf » 20.01.2012, 17:45

wenn ich das lese muss ich doch mal wieder ein großes Lob für Vattenfall (Berlin) aussprechen.

Den jeweiligen Umständen entsprechend schnelle Bearbeitung der Anträge, auch mal ein Ohr für Sonderfälle, unkomplizierte Vereinbarung von Zählersetzungsterminen - oft schon am Tag nach Bearbeitung des Vorganges. Und keine Zählergebühren!

Grüße

bskf
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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon Bento » 20.01.2012, 21:31

Ich habe die Regelung aus dem EEG 2009 noch nie so richtig verstanden:

"§ 5 (5) Soweit es für die Ermittlung des Verknüpfungspunktes sowie die Planung des Netzbetreibers nach § 9 erforderlich ist, müssen Einspeisewillige sowie Netzbetreiber einander die dafür notwendigen Unterlagen, insbesondere die für eine nachprüfbare Netzverträglichkeitsprüfung erforderlichen Netzdaten, auf Verlangen innerhalb von acht Wochen vorlegen."

Auf die Frage:"Gibt es eine Frist, innerhalb derer Netzbetreiber den Einspeisewilligen die Netzdaten vorlegen müssen?" antwortet die Clearingstelle:
"Ja. § 5 Abs. 5 EEG 2009 bestimmt, dass Einspeisewillige - also diejenigen, die eine Anlagen im Sinne des EEG errichten und betreiben wollen - und Netzbetreiber einander die dafür notwendigen Unterlagen, insbesondere die für eine nachprüfbare Netzverträglichkeitsprüfung erforderlichen Netzdaten, auf Verlangen innerhalb von acht Wochen vorlegen müssen, soweit es für die Ermittlung des Verknüpfungspunktes sowie die Planung des Netzbetreibers nach § 9 EEG 2009 - also hinsichtlich der Planung einer Netzerweiterung - erforderlich ist. Für die Erstellung der Netzverträglichkeitsprüfung selbst enthält das Gesetz keine Frist."

Da finde ich die Regelungen des EEG 2012 schon bedeutend eindeutiger. Die einschneidenden Veränderungen dort scheint noch niemand bemerkt zu haben, erst recht nicht mein Netzbetreiber. Dieser schickt nach wie vor lediglich Eingangsbestätigungen!
"§ 5 EEG 2012
(5) Netzbetreiber sind verpflichtet, Einspeisewilligen nach Eingang eines Netzanschlussbegehrens unverzüglich einen genauen Zeitplan für die Bearbeitung des Netzanschlussbegehrens zu übermitteln. In diesem Zeitplan ist anzugeben:

1. in welchen Arbeitsschritten das Netzanschlussbegehren bearbeitet wird und

2. welche Informationen die Einspeisewilligen aus ihrem Verantwortungsbereich den Netzbetreibern übermitteln müssen, damit die Netzbetreiber den Verknüpfungspunkt ermitteln oder ihre Planungen nach § 9 durchführen können.

(6) Netzbetreiber sind verpflichtet, Einspeisewilligen nach Eingang der erforderlichen Informationen unverzüglich, spätestens aber innerhalb von acht Wochen, Folgendes zu übermitteln:

1. einen Zeitplan für die unverzügliche Herstellung des Netzanschlusses mit allen erforderlichen Arbeitsschritten,

2. alle Informationen, die Einspeisewillige für die Prüfung des Verknüpfungspunktes benötigen, sowie auf Antrag die für eine Netzverträglichkeitsprüfung erforderlichen Netzdaten,

3. einen nachvollziehbaren und detaillierten Voranschlag der Kosten, die den Anlagenbetreiberinnen oder Anlagenbetreibern durch den Netzanschluss entstehen; dieser Kostenvoranschlag umfasst nur die Kosten, die durch die technische Herstellung des Netzanschlusses entstehen, und insbesondere nicht die Kosten für die Gestattung der Nutzung fremder Grundstücke für die Verlegung der Netzanschlussleitung."


@Holzmichel: Ich nehme an, für deine Netzanschlussprüfung dürften noch die Regelungen des EEG 2009 gelten, die ich aber ohnehin nicht bzgl. der Fristen durchschaue.

Allerdings kann ich mir wiederum auch nicht vorstellen, dass dein Solarteur seit 4 Monaten deine Anlage "in der Ecke liegen hat" (hast du überhaupt schon einen Vertrag).
Wenn er also die Module jetzt erst ordert oder du gar jetzt erst bestellst, dann dürfte die Anlage auch preiswerter werden als im September bzw. November oder besteht dein Solarteuer auf Erfüllung des Vertrags?
Viele Grüße
Bento

Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
(Arnaud Desjardins)
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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon bskf » 20.01.2012, 22:12

Hi Holzmichl,

ich bin oben ja gar nicht auf Deine Frage eingegangen :oops:

Da Dein VNB Dir nicht innerhalb von 8 Wochen die Netzunterlagen zur Verfügung gestellt hat, war er auf jeden Fall in Verzug. Da spielt es dann gar keine Rolle mehr, welche Frist für die Netzverträglichkeitsprüfung relevant ist.

Was das nun für Dich bedeutet, kann ich Dir leider nicht sagen, da ich selbst bisher immer innerhalb der 8-Wochen-Frist das Anschlussangebot erhalten habe.

Mehr zum Thema hier.

Grüße

bskf
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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon jodl » 20.01.2012, 22:35

das bedeutet garnichts, und deswegen ist auch niemand im Verzug
weil der TS ja garkeine Netzunterlagen angefordert hat...
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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon bskf » 20.01.2012, 22:51

jodl hat geschrieben:weil der TS ja garkeine Netzunterlagen angefordert hat...


Mhm, wir wissen nicht, welchen Inhalt die "PV-Anmeldung" im Detail hatte. Aber vermutlich hast Du Recht. Und eine Frist wurde ja wohl auch nicht gesetzt.

Grüße

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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon Holzmichl » 21.01.2012, 00:37

Hallo,

danke für eure Beiträge. :danke:

Der LEW wurden das ausgefüllte Formblatt für die" Anmeldung zum Anschluss", das Formblatt "Datenblatt für eine Eigenerzeugungsanlage", der Modulbelegungsplan und der Lageplan zugesandt.

@Bento: Da ich die Anlage fremdfinanzieren will, habe ich natürlich noch nichts unterschrieben ohne vorher zu wissen, das ich sie auch anschließen darf. So risikofreudig bin ich nicht.
Und zum Argument die Anlage bekomme ich jetzt billiger:
Das vorliegende Angebot vom September 2011, welches übrigens von einem Forumsmitglied stammt, liegt für 240W Yingli-Module mit SMA Tripower-WR´s für das Material inkl. Montagesystem und Kleinteile bei 1378,-€/kWp. Mit PowerOne-WR liegt der Preis bei 1316,-€/kWp. Montieren wollen wir wieder selbst. Für die AC-Seite kommen mit Erdkabel und Anschusssäule weitere 100,-€/kWp hinzu - leider.
Inzwischen liegt die Vergütung um 15% niedriger, aber Angebote in der Preiskategorie sehe ich hier im Forum die letzten Wochen nur selten, geschweige den weitere 15% günstiger wegen gesunkener Einspeisevergütung. Des Weiteren ist für mich interessant welchen Betrag ich nach 20 Jahren auf dem Konto habe. Und da mein Dach nun mal eine feste Größe hat, kann ich die Vergütungsabsenkung auch nicht durch mehr Module ausgleichen, so das ich pro Monat wieder den selben Betrag überwiesen bekomme.

Es kann doch nicht sein, dass wenn im EEG 8 Wochen stehen, dass ich dann trotzdem eine Bearbeitung innerhalb von 8 Wochen fordern muss, weil die Frist sonst nicht zählt. Da könnt man ja genauso daraus schließen, dass ich eine EkSt.-Erkärung nicht bis um 31.Mai abgeben muss, wenn mich das Finanzamt nicht jedesmal vorher anschreibt und mich auffordert die Frist auch wirklich einzuhalten. :|

Gruß
Peter
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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon Dobie » 21.01.2012, 06:31

Hallo Holzmichl, eigentlich tut es mir ja fast leid was dir da zugestoßen ist und du hast ja recht mit dem letzten Beitrag und den15 %. Nun da ich ja auch dieses Jahr noch eine PV mit ca. 9 Kw machen wollte, schreckt mich doch ab was mir mein Solateur gesagt hat, und dies war folgendes. Deine Anlage braucht seit 1.1. 12 einen Rundsteuerempfänger ( oder 70 % Regelung ) und damit kann der Netzbetreiber ( wenn das Gesetz durchgeht ) dich bis auf 10 % abregeln ( auch den Eigenverbrauch ), das heist also für mich in den besten Tagen kann ich nur 10 % abgeben und bin somit, ich bezeichne es mal dem Netzbetreiber Ausgeliefert und kann nichts dagegen tun. Die 70 % Regelung ist da auch nicht besser, wenn ich das richtig verstanden habe, wird auch der Eigenverbrauch abgeregelt da ja der Wechselrichter nicht mehr als 70 % der Anlage rein lässt. Ich denke man kann es machen wie man will die kriegen einen jetzt immer. Ich bin nun soweit, das ich diese Anlage nicht mehr baue, denn ich sehe keinen Sinn mehr darin.Ich hätte zwar einen guten Preis pro Kwp bekommen aber so nicht, der Rundsteuerempfänger kostet da auch noch so um die 400 Euronen und dann noch einen Datenlogger was denn noch :mrgreen: Grün sieht anders aus. Ich sollte die Anlage bezahlen und andere haben den eventuellen zugriff ,was ich machen darf. Das kommt mir vor als wenn du einen PKW
mit 300 PS kaufst ihn aber nur mit 70 % bzw abgeregelt fahren kannst weil die das so wollen. Wie bitte?
Ich hoffe dies richtig wiedergegeben und gedacht zu haben, ansonsten entschuldige ich mich für meinen Bericht.
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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon Kran01 » 21.01.2012, 08:47

Die 70 % beziehen sich auf die Nennleistung, wenn Deine Module 10 kw bringen würden, wäre die Begrenzung eben 7 kw, so habe ich es verstanden. Und da wir hier bei uns sowieso nie 100. % an Leistung erzielen können, bringt die 70 % Regelung wohl einen Verlust von 5 - 8 %.
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Re: EVU lässt sich 20 Wochen zeit um PV-Anmeldung zu bearbei

Beitragvon Atommafia » 21.01.2012, 09:11

Tach
Dobie hat geschrieben: Das kommt mir vor als wenn du einen PKW
mit 300 PS kaufst ihn aber nur mit 70 % bzw abgeregelt fahren kannst weil die das so wollen.


Genau , und "Die" stellen auch noch penetrante Hinweisschilder auf, auf denen steht dann 30, 50, 70 usw , gerade wie es denen in den Kram passt :-)

MfG
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