EON: Soll Anlage Morgen per Hand einen Tag abschalten

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Re: EON: Soll Anlage Morgen per Hand einen Tag abschalten

Beitragvon Mühli » 22.06.2012, 22:21

Das würd mich jetzt auch interessieren.

Gehts da nur um die Sicherheit/Kontrollierbarkeit oder gibts wirkliche technische Gründe?

Gruß
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Re: EON: Soll Anlage Morgen per Hand einen Tag abschalten

Beitragvon Ralf Hofmann » 23.06.2012, 08:23

Hallo,

Braun1 hat geschrieben:Hallo,
Entschädigung bei der Abregelung von Photovoltaik-Anlagen
Die Entschädigung muss unterschieden werden in eine entgeltliche Abregelung und eine unentgeltliche Abregelung.

Im EEG ist festgelegt, dass eine Entschädigung immer dann zum tragen kommt, wenn die Abregelung aufgrund von Netzenpässen erfolgte (entgeltliche Abregelung).


das wird in §11 EEG geregelt, gilt aber nur für Anlagen, die "mit einer Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung
der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung im Sinne von § 6 Absatz 1 Nummer 1, Absatz 2 Nummer 1 oder 2
Buchstabe a ausgestattet sind".
Die Entschädigung dafür wird dann in §12 geregelt.
Ob diese Situation, wo der Netzabschnitt als Insel von einem Generator betrieben wird auch gilt unter §11 fällt ist mir aber unbekannt.

Für Anlagen ohne EinsMan gilt §11 aber sowieso nicht.

Braun1 hat geschrieben:
Wenn kein Netzengpass vorliegt, können Anlagen trotzdem abgeregelt werden. Dies geschieht, um Gefahr vom Elektrizitätssystem zu vermeiden. Beispielsweise kann es sein, dass größere konventionelle Kraftwerke nicht herunter gefahren werden können, um das Netz nicht zu gefährden. In solchen Fällen sieht das EEG keine Entschädigung vor.


Das wage ich mal zu bezweifeln. Eine Quelle zu dieser Aussage wird im Artikel ja auch nicht geliefert.
Wenn das stimmt, wäre das der absolute Freibrief für die G4, Anlagen ohne Entschädigung abzuregeln, da auf absehbare Zeit die EE soviel Strom in`s Netz drücken werden, dass größere konventionelle Kraftwerke heruntergefahren werden müssen.
Und genau das ist ja auch der Sinn des EEG, nämlich das Herunterfahren bzw. Abschalten von konventionellen Kraftwerken.
Darum kann diese Aussage so nicht stimmen.

Braun1 hat geschrieben:Hier der Link zum EEG; §10 - Schadensersatz


§10 EEG ist hier nicht anwendbar, diese Schadenersatzregelung bezieht sich nur auf die Situation, wenn wie in § 9.1 EEG die Erweiterung der Netzkapazität nicht umgesetzt wird.

Ich denke fast, Schadenersatz für den konkreten Fall des TE ist im EEG selbst nicht geregelt.
Vermutlich ist im BGB etwas dazu zu finden.

§ 823 BGB regelt den Deliktfall, der von rechtswidrigem Verhalten des Verursachers ausgeht.
Es wird ja definitiv das Recht des Anlagenbetreibers, nach EEG einspeisen zu können verletzt.
Inwieweit dieses Recht durch notwendige Reparaturen an der Leitung unter Verlust der Entschädigung verloren geht kann ich aber nicht wirklich beurteilen.

Bei Ereignissen aufgrund höherer Gewalt hat der VNB regelmäßig keine Pflicht zum Schadenersatz.
Bei Reparaturen sieht das imho anders aus.
Er verdient ja mit seinem Leitungsnetz Geld, insofern hat er die Pflicht, es auch in Ordnung zu halten um seinen vertraglichen Pflichten nachzukommen.
Wenn dadurch aber Dritten (hier dem PV-Betreiber) ein Schaden entsteht, muss der imho auch vom VNB ersetzt werden.

P.S.: Mir stellt sich noch die Frage, warum der VNB die Anlage nicht einfach über EinsMan abgestellt hat, sondern den TE zur Abschaltung per Hand aufgefordert hat.
Wollten die so den Schadenersatzanspruch evtl. umgehen?
Die Anlage hat doch laut Signatur über 100 kwp, oder?
MfG
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Re: EON: Soll Anlage Morgen per Hand einen Tag abschalten

Beitragvon Braun1 » 23.06.2012, 14:32

@ Ralf Hofmann
:danke: für die Korrektur.

Das mit dem Freibrief für die G4 ist mir auch durch den Kopf gegengen und ist vielleicht so gewollt?
Sonst müssen die "Armen" ja wegen jeder "Kleinigkeit" Entschädigung zahlen.
Das die EE nicht Vorrang haben sieht man ja oft an aus dem Wind gedrehten Windrädern und den aktuellen Gesetzesänderungen mit der Begründung das Netz ist zu alt, schwach, überlastet, ...

Wenn mal eine Reperatur oder Wartung fällig ist sagt bestimmt keiner was und Entschädigung ist unangebracht.
Aber nur weil die ihre Kraftwerke nicht schnell genug Regeln können???
Dann müssen die G4 halt mit ihrem Milliarden Gewinn in moderne Technik Investieren.
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Re: EON: Soll Anlage Morgen per Hand einen Tag abschalten

Beitragvon s0525866 » 25.06.2012, 08:34

Weidemann hat geschrieben:@Atommafia: weißt du, ob die Aggregate künftig auf höhere Frequenzen eingestellt werden sollen bzw. können, um PV auszuschalten? 54 Hz?
Oder muss man dann die Anlagen per Hand abschalten?
Ist der Grund für die Abschaltung, dass sich sonst was einschwingen könnte, oder wo liegt genau das Problem wenn WR in dieses "Inselnetz" einspeisen?


Die "Gefahr" bei Inselnetzbetrieb ist, dass die Energiebilanz immer =0 sein muss. Erzeuger = Verbraucher + Verluste.
Alles andere führt sofort zu Netzinstabilität...die Frequenz steigt, die Spannung steigt oder sonst etwas nicht regulierbares. Der Dieselgenerator kann aber nicht einfach aussteigen, wenn die PV Anlage zu viel prduziert, weil dann das Netz fehlt und die Wechselrichter aufhören zu produzieren. Mit seiner enorm großen Anlage würde er die Regelfähigkeit einschränken, wenn nicht sogar aufheben. Desweiteren kann ein Diesel nicht kurzfristige Regelenergie zur Verfügung stellen. Die Module reagieren ja sehr empfindlich auf die Umweltbedingungen, eine Wolke kann zu sekundenlangen einbrüchen führen, auf solche kurzfristigen Laständerungen ist kein Dieselgenerator ausgelegt.

Hätte er eine 5 kWpAnlage, sähe das ganze natürlich wieder anders aus. Aber 109,6 kWp ist einfach mal ein Monster für eine kurze Insellösung im Teilnetzbereich wo vermutlich die meisten Menschen arbeiten sind und tagsüber kaum Strom verbraucht wird.
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